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Ein paar Fehler Nishijima Roshis ...
und wie man eine Robe anlegt

Im letzten Jahr war ich stark in Zen-Foren unterwegs, noch immer diskutiere ich auf einer Mailingliste mit, und ich bin mir bewusst, dass meine Anschauungen einigen dort aufstoßen und auch nicht unbedingt meinem Verlagsgeschäft dienen müssen. Doch der Zen-Weg ist keiner des Kommerzes, und wenn es dabei um Leben-und-Tod geht, dann sicher auch um so etwas Hehres wie die Wahrheit.    Zuletzt rissen wir das Thema an, was eigentlich "Erwachen" sein könne, und wie ich in einem anderen Blog-Beitrag schrieb, möchte ich Dogens Sichtweise insofern korrigieren, als ich nicht an ein "Abfallen des Körpers" noch einer "Geist-Körper-Einheit" glaube (auch wenn die erlebte Entgrenzung vorübergehend den Körper mit einschließt) bzw. meine Erfahrung nicht so nenne möchte.    In einem Blog der Dogen-Sangha stieß ich bereits nach ein paar Minuten Lesen auf zwei offensichtliche Lehrinhalte Nishijima Roshis, der nicht nur wegen seiner Shobogenzo- Übersetzungen als Dogen-Experte ...

Missverständnisse im Zen (III): Körper

Was ist eigentlich mit "Körper" im Buddhismus gemeint? Ist der Buddhismus nicht dem Christentum überlegen, weil er keinen zwanghaften Unterschied zwischen Geist/Seele und Körper konstruiert, sondern sie als eins betrachtet? Wie steht es dann aber mit den Passagen, die das Fleischliche in den Sutren kaum weniger verwerfen als mancher Bibeltext?    Der Körper sind in der Buddha-Lehre viele, manche heißen sogar so, obwohl sie doch eher eine feinstoffliche oder lichtvolle, in der Regel nur den Bodhisattvas sichtbare Buddha-Gestalt bezeichnen (Sambhoga-kâya). Wenn Dôgen also davon spricht, Körper und Geist abzuwerfen (shinjin datsuraku) , was macht dann ausgerechnet der Zen-Adept, der kerzengerade in einem für Knie eher ungesunden vollen Lotussitz dahinmeditiert? Was wirft er ab? Es ist nicht das Fleisch, das Bedingte, nicht dass, was aus den skandha besteht und von uns Körper genannt oder gar mit uns identifiziert wird. Denn tatsächlich darf ein Zennie sogar sagen: "Ich bi...

Traumebenen: Christopher Nolans INCEPTION

Voll eingeschlagen bei den US-Filmfans hat Inception (Bundesstart: 29.07.10): In der Internet Movie Database , einem Referenzwerk für Filme, steht er bereits in der Alltime-Hitlist auf Rang 3. Und man muss dem Regisseur und Drehbuchautor bescheinigen, bei ähnlicher Komplexität wie in seinem "Memento" (einem quasi rückwärts erzählten Film) auch hier beim Spiel mit Zeit, Raum und in diesem Fall vor allem Traum für atemlose Spannung zu sorgen. Nicht jeder fand nach einem Pressescreening wirklich Sinn in einer Geschichte von Traumforschern oder eher -sicherheitsleuten, die bis in die 3. Traumebene (den Traum im Traum im Traum) herabsteigen, um Menschen zu manipulieren. Doch dass am Ende zweieinhalb Stunden im Kino vergangen waren, in denen es kaum jemand gewagt hatte, aufs Klo zu gehen, überraschte dann selbst die Kritiker.    Mich, einem heftig, oft relativ klar und manchmal gar luzide Träumenden, erinnerte es mal wieder daran, dass man nicht alles für bare Münze nehmen muss, w...

Tangen Harada Roshi im Bukkokuji

Das folgende Video ermöglicht einen kurzen Eindruck von Tangen Harada Roshi, geb. 1924, der Schüler des legendären Daiun Sogaku Roshi (1871-1961) war. (Dessen bekanntester Dharma-Nachfolger wiederum dürfte Hakuun Yasutani, der Begründer der Sanbokyodan-Linie sein.)    Tangen Harada Roshi erzählte einst, dass er als Kamikaze-Flieger vorgesehen war, der Krieg jedoch vor seinem Einsatz endete. Auf youtube findet man noch einige Videos mit ihm, u.a. eine Teezeremonie und Fragen an einen Zen-Meister, die er zwar teils auf Englisch beantwortet, deren Tonqualität jedoch schlecht ist. Sein Tempel Bukkokuji ist bei Ausländern beliebte Anlaufstelle. [Auch dieses Video wurde entfernt. Tangen Harada Roshi starb 2018, und ich will dies zum Anlass nehmen, in Bälde etwas Ausführlicheres zu ihm im Blog zu machen. (03.08.2019)]

Zeit und Uhr

Seit einiger Zeit trage ich keine Armbanduhr mehr. Manchmal, wenn ich Termine habe, nehme ich das Handy mit, das dann auch als Uhr dient. Heute las ich: "Uhren machen keinen Unterschied. Es sind nicht die Uhren, nicht die kleinen spitzen Geräusche der Unruhe, die tickt und tickt und auch nicht die Jahrhunderte nicht der Tod, der kommt, was immer wir tun. Zeit ist Anwesenheit. Der Tennisball von gestern ist unwiderruflich fort, man kann ihn nicht mehr zurückschlagen. Es gibt einzig und allein ein Jetzt und dieses Jetzt wird niemals enden." [Lars Gustafsson: Jahrhunderte und Minuten. Gedichte. (Frankfurt 2009)]

Baisaô, der Teemönch

Gekkai Genshô (1675-1763) erhielt die Tonsur mit elf Jahren vom Abt des Ôbaku-Tempels Ryûshinji, Kerin Dôryû. Bekannt wurde Gekkai als der Teemönch Baisaô,  nachdem er im Alter in den Laienstand gewechselt war auch als Laie Yûgai. Doch bereits als Mönch war er vor allem in Kyoto unterwegs, um den durch ihn bekannt gewordenen Sencha-Tee anzubieten - umsonst oder gegen eine kleine Spende. Es sind einige Briefe erhalten, in denen Baisaô u.a. auf die Kritik antwortet, er dürfe als Mönch doch keine Geschäfte betreiben. Baisaô erinnert sich an all die Meister, die als Sandalenflechter, Bootsmänner und sogar Schwertverkäufer ihr Einkommen hatten (was einmal mehr widerlegt, dass man im Zen auf eine wörtliche Befolgung der Gebote größten Wert legte). Man fühlt sich an Ikkyu erinnert, wenn Baisaô schreibt: "In einem Sutra heißt es: 'Wenn der Geist rein ist, sind es auch die Buddha-Länder.' Wenn der Geist also frei von Unreinheit ist, dann ist überall, wo du stehst, ein Buddhaland, s...

Missverständnisse im Buddhismus (IV):
Wiedergeburt

Zum Grundwissen im Buddhismus gehört die zwölfgliedrige Ursachenkette, die das "Entstehen in Abhängigkeit" beschreibt. Auf sie wird u.a. verwiesen, wenn Lehrer meinen, die Wiedergeburt sei nun mal ein unabdingbarer Bestandteil des Dharma. Was aber, wenn diese Kette nur acht Glieder hätte? Edward Conze deutete schon in Buddhistisches Denken (Frankfurt 1988) an, dass es sich "bei der Kette der zwölf Glieder, wie sie in der Orthodoxie der theravâdins und sarvâstivâdins erscheint, um eine spätere scholastische Version einer leicht abweichenden früheren Theorie handelt."* (S. 223)    "Unwissenheit wäre demnach nicht nur nicht unbedingt das erste Kettenglied, sondern ihr würden dem Suttanipâta zufolge upâdhi , "Zuneigungen"(?) vorausgehen, dem Majjhima-Nikâya zufolge die Ausflüsse (âsava). Außerdem enthalten einige der älteren Aufzählungen Bedingungen, die in der festgelegten Fassung des Grundsatzes fehlen, etwa "Wahrnehmungen" und "vielfä...

Hakuins Dokugo Shingyô: Mahngedicht (II)

"Ssuma aus der Sung-Zeit* war ein wahrer Prinz, wie schade, dass solch wertvolle Augen verschlossen blieben. Wann immer er schwierig zu lösende Koan las, behauptete er, es wären Rätsel zum Mönche-Ärgern. Für die schwersten Verbrechen müssen Menschen stets Buße tun, und die Verleumdung des Dharma ist kein geringes Vergehen! Viele Banden aus Schurken dieser Art gibt es auf der Welt, die Zen-Landschaft ist unglaublich öde. Wenn ihr aber einmal den Geist der Buddha-Patriarchen erfasst habt, wie könntet ihr da blind für deren Worte bleiben? Um festzustellen, wie authentisch eure eigene Verwirklichung ist, benutzt die Patriarchenworte wie strahlende Spiegel. Heutzutage ist die Zen-Übung anmaßend und flach, man folgt den Worten der Falschen oder den eigenen Launen. Wenn Hörensagen und Bücherwissen eure Bedürfnisse befriedigen, dann sind die Gärten der Patriarchen noch eine Million Meilen entfernt. Darum ersuche ich euch, große Menschen: Vergesst euer eigenes Wohlbefinde...

Der Dalai Lama spricht ... Unsinn

Da hatten mich schon einige Aussagen im Interview des Dalai Lama (DL) mit der Bild-Zeitung überrascht, z.B. dass er neun Stunden schläft und Kindererziehung nur als Belastung ansieht (kurz danach jedoch u.a. die Familie als einen "wirklichen Wert des Lebens" bezeichnet). Am dümmsten war seine Aussage, er läse keine Romane, sie seien "nur Fiktion". Zwei Stunden nach meiner Lektüre dieses Interviews - bei dem ich ihm entgegnet hätte, auch der Pali-Kanon sei schließlich nur ein Märchenbuch, genau wie der Koran, die Thora und das Neue Testament, es käme halt drauf an, was man daraus macht - erkannte ich dann in Tobias Wolffs Roman "Alte Schule" , wie sehr das Lesen von "Fiktivem" das Leben von Menschen beeinflussen kann, und wie stark ein authentisches Leben die Schreibe. Es ist wirklich traurig, dass der DL der ihm von Kindesbeinen eingetrichterten Weltsicht keine anderen Horizonte beifügt. Hat er wirklich nicht verstanden, dass auch die Schreibe...

Hakuins Dokugo Shingyô: Mahngedicht (I)

Zen-Meister Hakuin (1686-1769) verfasste einen Kommentar zum Herzsutra mit dem Titel Dokugo Shingyô (Zen-Worte fürs Herz). Daraus möchte ich seine ermunternden und selbstironischen Schlussverse übersetzen. "Diese vom Unkraut gewürgten Felder aus Siebenwort-Furchen, diese Türme aus Geschwätz in fünf Zeilen, waren nicht für die Augen hartherziger alter Priester gedacht, ich schrieb sie für euch Mönche auf, die ihr frierend und hungrig in euren Hütten hockt. Denn solange ihr nicht den Weg findet und euch nicht selbst verwandelt, bleibt ihr einer bodenlosen Grube gefangen. Seht es ein: Das Problem ist euer augenloser Zustand. Wenn ihr auf ein Wort trefft, das ihr nicht versteht, dann zerbeißt es sofort! Kaut es durch bis ins Mark! Sobald ihr bis auf die Knochen in kalten Todesschweiß getränkt seid, sind alle Zen-Koan mit Stamm und Wurzel ausgerissen. Mit Mühen und Beschwerden erhaschte auch ich einst einen Blick auf die Grenze und zerbrach die unjustierte Waage. Ist e...

Missverständnisse im Zen (II):
Paramita

Unter (Zen-)Buddhisten, die besonderen Wert auf die Einhaltung der sîla, der Verhaltenregeln, legen, findet man häufig die Tendenz, die sechs Tugenden ( paramita: Freigebigkeit, Sittlichkeit, Geduld, Bemühen, Meditation, Weisheit) nebeneinanderzustellen. Wie wir jedoch im Herzsutra lesen, ist die Weisheit das wesentliche Element: "Das Weisheits-Paramita ist das große Mantra, das wunderbare Mantra, das höchste Mantra, das alles Leiden beenden kann." Damit ist das Leiden der Illusion gemeint. Weisheit verschafft einen klaren Blick. Weder die Sittlichkeit noch die Geduld noch die Meditation allein  - oder auch gemeinsam - sind also dazu in der Lage, und man sollte nicht glauben, dass sie unabdingbar zur Weisheit führten (eine solch stufenweise Entwicklung wird jedoch häufig von Anhängern des tibetischen Buddhismus postuliert).    In seinem Theaterstück über den 6. Patriarchen Huineng hat es der chinesische Literaturnobelpreisträger Gao Xingjian schön zusammengefasst. Er verw...

Missverständnisse im Buddhismus (III): Selbstmord

Immer wieder findet man seltsame Ansichten von Buddhisten, nach denen so etwas wie ein individuelles Herz oder Bewusstsein nach einem Selbstmord überleben könnte und durch diesen ein ungünstiges Karma sich fortpflanze (etwa bei Dr. Lautwein ). Die Ansichten im Pali-Kanon bezüglich des Suizids sind jedoch durchaus nicht eindeutig, sondern komplex, um nicht zu sagen: widersprüchlich. Im Samyutta Nikaya (S.4.23.) lesen wir von Godhika, der sich erdolchen will. Da er nicht mehr am Leben hängt, darf er das und findet gar Erleuchtung im Selbstmord. Interessanterweise ist es hier Mara, Buddhas übler Gegenspieler, der darauf pocht, Bhikkhus dürften nicht Hand an sich selbst legen.    Im Vinaya, dem Verhaltenskodex für Ordinierte, finden wir dann detaillierte Ausnahmen für den Selbstmord (durch Nicht-Essen), darunter auch bei unheilbaren Krankheiten. (Vin. A. [Kommentar] 467)    Seltsam mutet der Tenor an, der den Erwachten unter derartigen Umständen die Selbsttötung erlaub...

Missverständnisse im Buddhismus (II): Zölibat

Zu seinem 75. Geburtstag meinte der Dalai Lama kürzlich, der Zölibat sei etwas, was ihn "von gewöhnlichen Tieren unterscheidet". Und: "Sex macht den Menschen gemein mit allen anderen Tieren." Im Gegensatz zum Dalai Lama kann sich jedoch so manches Tier auch ohne Sex per Jungfernzeugung fortpflanzen und würde sich deshalb gewiss vom "gewöhnlichen Dalai Lama" unterscheiden wollen, so zum Beispiel die Tigerpython, die Truthenne, der Hammerhai, die Honigbiene, der Komodowaran und die Pechlibelle (wieso "Pech"?). Damit haben sie nicht das Problem des zölibatären Dalai Lama, durch ihr Verhalten zum Aussterben ihrer Art beizutragen - und dass, wo doch der Buddha sagte, dass es eine besondere Gnade sei, als Mensch geboren zu sein. Durch den Zölibat wird die Wiedergeburtslehre (vom Menschen) gleich mit ad absurdum geführt.    Dass der Sex den Menschen nicht mit Tieren gemein macht, liegt aber vielmehr daran, dass er bei uns Menschen nicht primär zur Fort...

Missverständnisse im Buddhismus (I): Leiden

In seinem Buch "Weshalb Sie kein Buddhist sind" stellt Dzongsar Jamyang Khyentse aus Bhutan folgende Definition auf: Ein Buddhist ist, wer folgende Wahrheiten akzeptiere: 1. Alle zusammengesetzten Dinge sind unbeständig. 2. Alle Empfindungen sind schmerzvoll. 3. Kein Ding besitzt eine innewohnende Existenz. 4. Nirwana ist jenseits aller Vorstellungen. Ich als Zen-Buddhist muss widersprechen. Da ist mein Alltag, und von dem habe ich doch recht klare Vorstellungen. Seltsamerweise ist er mit Nirwana identisch. Ein anderes Nirwana kümmert mich nicht.    Punkt 2 habe ich übersetzt aus "All emotions are pain". Doch das ist nur der Fall, wenn man die FALSCHE Sichtweise auf die Emotionen hegt. Ist das nicht lustig? Mit der rechten Sicht verliert nämlich die Vergänglichkeit der Phänomene ihre Bedeutung und ihre GEGENWÄRTIGKEIT tritt in den Vordergrund. Einen Orgasmus erleben heißt dann einen Orgasmus erleben - und nicht nicht über seine Endlichkeit nachdenken. Selbst wenn ...

Noch eine Dharani-Zauberformel

Zu den schönsten Mangas dieser Erde gehören die drei Serien von Kazuo Koike und Goseki Kojima: Lone Wolf and Cub (auch auf Deutsch), Samurai Executioner und Path of the Assassin. Aus Volume 5 dieser Reihe (erschienen bei Dark Horse 2007) stammt eine weitere Dharani-Zauberformel. Ich übersetze die Silben. Zu lesen sind die Bilder von oben nach unten und von rechts nach links! Zum Vergrößern bitte anklicken. Rin = Stärke Pyô = Kanal Tô = Harmonie Sha = Heilen Kai = Gefühl von Gefahr Jin = Gedankenlesen Retsu = Kontrolle über Raum und Zeit Zai = Kontrolle über den Himmel und die Elemente Zen = Erleuchtung Akuma Kôfuku = Dämonen ergeben sich Onteki Taisan = Verschworene Feinde sind in die Flucht geschlagen Shichinan Sokumetsu = Die sieben Widrigkeiten verschwinden augenblicklich Shichifuku Sokushô = Die sieben Wohltaten entstehen sogleich

Missverständnisse im Zen (I):
Bodhidharmas Mark

Ich möchte in loser Folge eine Reihe "Missverständnisse im Zen" und "Missverständnisse im Buddhismus" nutzen, um mit den m.E. gröbsten Lehr- und Denkfehlern der buddhistischen Tradition aufzuräumen.  Heute geht es um die falsche Deutung von Bodhidharmas "Mark"-Gleichnis. Bodhidharma hatte vier seiner Schüler auf ihr Verständnis geprüft und ihnen gesagt, dass sie seine Haut, sein Fleisch, seine Knochen und sein Mark erlangt hätten. Das "Mark" besaß Dazu Huike (487-593), der Bodhidharmas Dharma-Nachfolger wurde. Soweit scheint klar, dass es sich hier um unterschiedliche Stufen der Verwirklichung handelt und nur das "Mark" dem völligen Erwachen entspricht.    Dôgen meinte jedoch: "Alle vier Schüler hatten Verwirklichung und Verstehen. Jedes Menschen Erlangen ist Haut, Fleisch, Knochen, Mark." Dôgen meint, dass Bodhidharmas Aussage nicht bedeute, das Verständnis des einen sei tiefer als das des anderen. In dieser für Dôgens Stil ...

Wie nützlich ein (totes) Schwein sein kann

In den vergangenen Tagen habe ich oft Tiere zum Gegenstand des Blogs gemacht - und die Notwendigkeit sie zu töten, trotz anderer Erwartungen, die man Buddhisten gegenüber hegt. Nun erschien im SZ-Magazin eine Übersicht der Produkte, die man aus einem geschlachteten Schwein herstellt. Darunter sind viele, die nicht nur ich nicht missen möchte. Sicher gibt es hier und da Alternativen, interessant ist jedoch auch, welches Dana, welche Gabe, ein solches Schwein darstellt. Daraus wird nämlich u.a.: - Brot - Kaugummi - Negativfilm einer Fotokamera - Herzklappe - Seife - Erdbeer-Käse-Kuchen - Streichholz - Wein - Fruchtsaft - Tiramisu - Farbe - Lakritz - Bremsscheibe eines Zuges - Patronenkugel - Bier - Heparin (Blutgerinnungshemmer) - Papier usw. usf. Nicht zuletzt auch Hunde- und Schweinefutter. Ja, das Leben eines Vegetariers ist nicht so einfach, will er konsequent sein ... (Foto: Scott Bauer/Wikipedia.de)

Warum trotz Buddha nicht alles Leiden überwindbar ist

 (recycelt von einer Mailingliste) I. Liebeskummer/von Geliebten getrennt zu sein: Vom Buddha als Leiden bezeichnet. II. Krankheit: Vom Buddha als Leiden bezeichnet. Diese beiden Dinge greife ich exemplarisch heraus. Allgemeine Ansicht: Wir können nicht das Leiden, sondern die Einstellung dazu, das "Leiden an dem Leiden" ändern. Was heißt das für I? Wir können also das Leiden am Liebeskummer ändern. Richtig? Ja. ABER: Wir können auch den Liebeskummer selbst meditativ eliminieren. Darum geht es, auch im Theravada. Nicht nur, nicht am Leiden des Kummers zu leiden, sondern den Kummer nicht aufkommen zu lassen. Was heißt das für II? Wir können das Lamentieren über Schmerzen ändern. Richtig? Ja. ABER: Wir können den Schmerz ab einer gewissen Stärke NICHT meditativ eliminieren. Wir können es NICHT verhindern, dass er aufkommt. Wir reden nicht von den gleichen Dingen. Der Schmerz existiert auch ohne das Leiden daran. Der Liebeskummer nicht. Genau genommen ist v...

AQAL! oder: Der Handel mit Zigaretten

Schön, wenn einem der Blog-Update mal so leicht gemacht wird. Christoph Jantzen vom Haus Lueginsland hat mir mal wieder aus der Seele gesprochen. Ganz nebenbei erwähnt er auch noch ein Zigarettenunternehmen, dessen Glimmstängel augenscheinlich in Südostasien achtjährige Kinder kaufen und rauchen können (während man hierzulande einen auf Jugendschutz heuchelt). Und wer genau liest, versteht auch, warum ich mir bei einem Spiel der Japaner im Achtelfinale lieber die Haare raufe als morgen zu jubeln, wenn Thomas Müller dem Maradonna zeigt, was ein wirklich bodenständiger Ballkünstler und a Pfundskerl ist.  (Abbildungen: Packung der Marke "Victory" mit grafischer Anlehnung an die Kulturdenkmäler von Angkor Wat, dem Wahrzeichen Kambodschas; erworben von einem Kind hinter einem Verkaufsstand in Kambodscha, an dem auch Kinder diese Zigaretten kaufen konnten. Zum Vergrößern bitte anklicken.)

Der Handel mit Fleisch

(recycelt aus einem Forum)   Von den "fünf Arten des Handelns" ist für mich das Verbot des Handelns mit Fleisch (wozu dann wohl auch Fisch gehören dürfte) unhaltbar. Man braucht nur den Fernseher einzuschalten, um mindestens drei Mal die Woche irgendwelche Fischer in buddhistischen Ländern zu sehen, deren Überleben genau davon abhängt - und nicht deshalb gefährdet ist, weil sie dies tun, sondern weil große Fangflotten die Meere leerfischen. In Kambodscha müssen einige sogar mit Rattenfleisch handeln. Ich würde wahrscheinlich einem Mönch an der Robe zerren, würde ich mitbekommen, dass er einem solchen Rattenfleischändler, der am Ende des Tage 4 Dollar Gewinn gemacht hat, dies noch untersagen will, während er selbst sich - womöglich noch im Widerspruch zum Vinaya - im Tempel von einem kleinen Jungen massieren lässt. Die Praxis spricht hier eine andere Wahrheit als die Theorie. Für den Rattenfleischhändler und Fischer führt der Verzicht auf den Fang und Handel mit Tieren konkret...

Würde ein falscher Zen-Meister
sich als schwul outen?

Aus einer Vortragsankündigung der Pagode Phat Hue (Fremdkommentar in eckigen Klammern): "Schau einmal hoch zum Himmel, er ist ohne Grenze. [nee] Schau einmal tief in dein Herz, es ist auch grenzenlos. [nee] Aus Angst engen wir uns ein. [man sollte von sich in Einzahl reden] Erlauben uns nicht, uns zu entfalten. Man lebt nur einmal! Wenn du jetzt nicht lebst, wann dann? Durchbreche deine Grenzen, sei frei!" Da bleibt mir nur noch zu sagen: Ja! Hui, wirf schnell die Robe ab und bekenne dich zu dem, was du bist!  Wenn du's jetzt nicht tust, wann dann?

Die Dharani-Zauberformel

Zum Vergrößern bitte draufklicken: [aus: Kazuo Koike, Goseki Kojima: Path of the Assassin , Vol. 4, Darkhorse 2006]

Tierjagd in Tibet und andere Bücher

In ihrer Essaysammlung Notizen über Tibet beschreibt Tsering Woeser, wie ihre Cousins auf einer gemeinsamen Fahrt zu einem Nonnenkloster alle möglichen Tiere abknallen, die ihnen vor die Flinte kommen. Wer sich für Literatur aus Tibet interessiert, wird hier fündig. Zen-Meister Hengchuan sagte: "Wenn Deshan einen Mönch durchs Tor treten sah, ergriff er seinen Stab und schlug diesen damit. Wenn Muzhou einen Mönch durchs Tor treten sah, sprach er unverzüglich: 'Ein offensichtlicher Fall - ich erspare dir dreißig Stockschläge.' Dies geschah, weil die Meister von den Mönchen verlangten, alles vollständig aufzugeben.    Heutzutage sind die Zen-Gemeinschaften öde und geschmacklos, keiner ist da, der würdig wäre, die Tradition fortzusetzen. Der Grund liegt darin, dass keiner bereit ist, alles vollständig aufzugeben.    Was ihr alle da vor euch seht - wo werdet ihr es hintun, wenn ihr es aufgebt? Was ihr in euren Herzen hegt - wo werdet ihr es hintun, wenn ihr es aufgebt?...

(Un-)Buddhistische Gedanken
eines schwedischen Autors

"Zugleich wurde mir klar, dass dies ein schwedischer Gedanke war. In Schweden spielten alte ranzige Hassbeziehungen eine eigentümlich große Rolle, besonders im akademischen und bürokratischen Leben. Senegalesen haben fast überhaupt kein Talent zum Hassen. Vielleicht, weil sie religiöse Menschen sind. Mann kann seine Feinde vernichten oder ihnen verzeihen, aber sie zu hassen, ist fast undenkbar. Für einen Diola, fast ausnahmslos im Wald mit seinem zutiefst solidarischen Leben aufgewachsen, ist Hass vermutlich ein viel zu egozentrisches Gefühl." "Doch der Augenblick selbst war völlig leer. Es gab keine Möglichkeit, zwischen dem Augenblick und dem Tod zu unterscheiden." [Lars Gustafsson: Trauermusik (München Wien 1984)]

Wie Buddhisten sich für den Tierschutz
einfangen lassen

Heute erreichte mich eine email, vielleicht unabsichtlich, weil ich im Adressbuch eines Zen-Zentrums bin. Oder hat sich da jemand erhofft, dass ich aus dem Thema einen Blog-Eintrag mache? Wie auch immer, man schaue sich zunächst mal folgende "Bilder des Grauens" an: In besagter email fanden sich ähnliche Fotos mit der Aufforderung, die email zu unterzeichnen und an Addressaten des eigenen Adressbuches weiterzuleiten. Ich mache das nicht. Wer mich mit Plattheiten wie "Das Meer färbt sich rot" ködern will, löst nur meinen Recherchereflex aus. Und siehe da, bei dem beanstandeten Abschlachten von Delfinen handelt es sich schlicht um die traditionelle Grindwaljagd auf den Faröer Inseln, die dort strengen Bestimmungen unterliegt und kaum noch eine Jagd ist, eher eine Einkesselung der Grindwale, die sich in Küstennähe herumtreiben, und das sind nicht besonders viele. Getötet werden sie üblicherweise auf die schnellstmögliche Art, mittels Durchtrennung des Rückenmarkes u...

Mach disch nackisch: Buddha Boy

Am einfachsten haben es beim Massenbeschiss durch diejenigen Betrüger, die den Buddhismus für ihre Eitelkeiten und ihre Besitzvermehrung ausbeuten, die Gutaussehenden. Das beste aktuelle Beispiel ist "Buddha Boy" (auch bekannt als Palden Dorje oder Tamang Tulku Rinpoche). In dem unten stehenden Video* sitzt er nackt zwischen zwei Lagerfeuern, muss aber ab und zu aufstehen und darauf achten, dass sein ansonsten offenes Haar, das er gern wie eine Frau aus dem Gesicht streicht, trotz Hochstecken kein Feuer fängt. Dass man sich laut Vinaya nicht nackt den Laien zu zeigen hat, kümmert ihn nicht, obwohl er im obigen Video noch behauptet, von sexuellem Fehlverhalten abzustehen (ca. bei Min. 3:30).    Wie funktioniert es hier, die Massen an sich zu ziehen, abgesehen vom transsexuellen Image? 1) Man bezichtige sich des Wundertuns (2:20). 2) Man behaupte, Wissen zu besitzen, dass andere nicht haben und für das sie nicht reif seien (in diesem Fall das von "Lok und Alok", 3...

Bestes buddhistisches Schimpfwort gesucht

Angeregt durch die Empfindsamkeiten auf einer Mailingliste und anderswo im Netz rufe ich nun einen Wettbewerb aus: Gesucht ist das härteste buddhistische Schimpfwort.     Ich geb mir hier in diesem Blog seit Anfang des Jahres Mühe, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen, z.B. auch dem, dass der Buddha nie aus der Haut gefahren wäre oder nie Leute runtergeputzt hätte (was ich  bzw. Bhante Dhammika am 21.02. widerlegte). Immer wieder verfallen Buddhisten in eine Art "Gesinnungsschnüffelei", wenn sie mit dem Hinweis auf die Rechte Rede Diskusssionen abwürgen wollen, die ihnen selbst Unwohlsein bereiten (und damit den Stand ihrer Entwicklung von Gleichmut dokumentieren). Statt nämlich zu begreifen, dass die Gesinnung eines anderen, zumal in Online-Foren, nicht ohne Weiteres erschließbar ist, haften sie am Buchstaben, an den Worten, wie Schriftgelehrte, die den Sinn dieses Satzes nicht verstehen:    "Was da aber bei einem, der mit heiligem, ungetrübtem Herzen ...

Warum das Mahaparinirvana-Sutra auf Deutsch aus dem Netz verschwand ...

Was passiert, wenn sich Übersetzer in Größenwahn steigern, weil sie z.B. von der Buddhist Text Translation Society zu gut bezahlt werden. Einst hat Dr. Tony Page den Übersetzer Stephen Hodge mit einer Übertragung des Mahaparinirvana-Sutras (MPNS) aus dem Tibetischen ins Englische beauftragt (und dafür bezahlt). Page, der fließend Deutsch kann, hat auf deren Grundlage dann eine Übersetzung ins Deutsche angefertigt und jahrelang auf seiner Website zur Verfügung gestellt (wo sich heute noch die "Langfassung" des Sutras von Kosho Yamamoto in Englisch findet). Dr. Page hat auch zahlreiche Aufsätze zum Sutra publiziert. Im Jahr 2006 schrieb Hodge noch auf Wikipedia: "Of course, I know Dr Page personally, value his friendship and have produced translations for him on a professional, contractual basis, that he has reproduced on his website -- a website in which I have no direct involvement whatsoever. I also happen to share some of the views which I believe he holds ......

Kopp und Byron Katie ...

Manchmal werden hier Kommentare geschrieben, bei denen ich mich gezwungen sehe, sie bei Veröffentlichung meinerseits zu kommentieren - um nicht irgendwelchen Scharlatanen zuzuspielen. So geschehen beim älteren Beitrag "Mach dir keinen Kopp" (zu finden über die Suche im Blog links oben). Auf meinen kritischen Kommentar zum Kommentar versuchte es der User Marc heute mit diesem Link. Dort berichtet jemand, wie eine andere von Esoterikern gehypte Person mit Fangfragen ihn darauf brachte, dass er seine Ansichten zu Kopp gar nicht klar verifizieren konnte. Ich darf Marc hier helfen, denn ich kann sie eindeutig beantworten und zweifle nicht, wie der Autor des verlinkten Beitrages, Moritz Boerner. Zunächst einmal schreibt dieser, dass Kopp über sich selbst (!) behaupte, ein "Zen-Meister" zu sein. Das wollen wir mal festhalten. Boerner - und dem User Marc - möchte ich hiermit jedoch sagen: 1) Ich kann klar erkennen, dass Kopp nicht erleuchtet ist. 2) Ich kann klar erkennen...

Gedicht eines Kambodschaners (II)

 WASSERBÜFFEL, KOBRA UND EIN KRIEGSGEFANGENER Arbeit, Arbeit – Bäume fällen und entwurzeln, Buschwerk beseitigen, Reis verpflanzen, keine Zeit zum Ausruhen. Mittags allein; als ich das Bambusdickicht beseitigt habe, öffnet eine schöne schwarze Kobra ihre Haube vor mir und stellt ihre Macht zur Schau. Sie dachte, ich sei ihr Feind. „Sie ist schön, genau wie in den Indianerfilmen!“, rief ich mir selbst zu, während meine Knie schlotterten. „Oh Kobra! Dein Fleisch und Blut sind wahrlich Buddhas Fleisch und Blut . (1) Ich bin zwar nur ein Kriegsgefangener, aber nicht deine Mahlzeit. Du, Kobra, bist frei, und wenn mein Fleisch wirklich dein Blut ist, verteidige mich mit den Geistern dieser Sümpfe, um mich zu Buddha, Dharma und Sangha zu führen.“ Die Kobra starrte mich mit liebevoller Güte an, senkte dann ihren Kopf. Sie glitt in den Morast des Südens (2), und ich kehrte zu meinem Überlebenswerk zurück.              ...

Gedicht eines Kambodschaners (I)

ALBTRAUM Mich im Bett wälzend, verknäult wie ein Baby im Mutterleib, wünsche ich mir, sie würden niemals die Grenze überschreiten. Orientierungslos finde ich mich irgendwie am Rande eines Bambusdickichts im offenen Felde wieder. Das Poltern der Panzer und das Trommeln der Soldatenschritte lässt jeden Bambusdorn erzittern. Bald schon bringen die Schreie „Fasst sie! Fangt sie lebend!“ mein Blut in Wallung und lassen meine Knie schlottern. Ich ziehe mein Hemd aus, verstecke mein Gesicht, umklammere einen Bambusstängel, halte den Atem an, wünsche nochmals: „Oh Gott, stimme sie um!“ Als sie näher und näher kommen, werde ich kleiner und kleiner, klein genug, um in den Bambusstängel einzutreten. Doch noch immer rezitiere ich mit zitternder Stimme – „Buddho!“ Ein Grashalm mag Tautropfen tragen, doch keine Scherben zerbrochenen Glases! „Dharmo!“ Ein Grashalm mag Tautropfen tragen, doch keine Schrapnellkugeln! [U Sam Oeur: Träume im Konzentrationslager ...

Kampf gegen brüchige Windmühlen

auf der suche nach einem Land wie dem Himmelreich irren wir hier umher Die letzte Entdeckung des Menschen ist, dass der Mensch selbst überhaupt nichts besonderes ist! Kopf mein Kopf denkst du  auch dieses Jahr  lauter Dinge undurchführbar in dieser Gesellschaft [drei Zitate von Ishikawa Takuboku (1886-1912) aus: Trauriges Spielzeug (Frankfurt und Leipzig 1994); Ishikawa wuchs als Sohn eines Zen-Priesters in Shibutami auf, der Vater "verlor sein Amt als Hauptpriester des Dorftempels, und zwar wegen Unregelmäßigkeiten bei der Abführung von Geldeinnahmen an die Zentrale der Sôtô-Sekte".]

Die Satzung hinter Phat Hue
und die Manöver "Thich Thien Sons" (alias Thay)

(recycled aus einem Forum, Stand der Recherche: Herbst 2009) Vorneweg, um meine Angaben zu verifizieren: Man bekommt Infos zu Vereinen unter handelsregister.de. Kosten: 4,50 Euro. Manchmal auch die Satzung. In diesem Fall nicht. Dann bestellt man sie beim zuständigen Amtsgericht, in diesem Fall: AG Frankfurt. Kosten: 12 Euro. --------- Es geht um den Verein "Deutsch-Vietnamesische Buddhistische Gemeinde e.V." (VR 12372), der hinter der Frankfurter Pagode Phat Hue steht. Ich werde nun einige Auffälligkeiten der Satzung mitteilen, auf die sich jeder selbst seinen Reim machen darf. 1) Vorgeschaltet sind der Satzung zwei Blätter mit Präambel zur "Buddhistischen Philosophie" und zum "Buddhistischen Bekenntnis", wo u.a. auch steht: "Ich will mich bemühen, ... keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen." 2) Die erste Fassung stammt vom 27. Mai 2001. Unterschrieben mit sieben vietnamesischen Namen für den Vorstand. 3) In § 5...

Für'n Arsch: Die Pagode Phat Hue und ihr Abt Thich Thien Son (alias Thay)

Ein ehemaliges Pagodenmitglied sandte die folgende email, die ich im Wortlaut unkommentiert wiedergebe, ohne mir deren Inhalt zu eigen zu machen. Darin erhebt der Mönch Hue Gioi, den die Pagode ausgerechnet noch als Teil ihrer Gemeinschaft auf der Website führt, schwere Vorwürfe gegen den Abt von Phat Hue, Thich Thien Son (alias Thay). Sie beziehen sich vor allem auf - nach den Ordensregeln - sexuelles Fehlverhalten (Oralverkehr, Analverkehr), das den lebenslangen Ausschluss von Thien Son (Thay) aus der Mönchsgemeinschaft zur Folge hätte, und u.a. auf Zollvergehen (also auch auf mutmaßliche "weltliche" Straftaten). Hue Gioi spricht davon, dass der Abt vor Hue Giois Ordination  auch mit ihm Sex hatte. Hue Gioi ("William Jackson") ist laut Facebook am 25.08.1982 geboren und stammt aus Westborough, Massachusets. Er hat nach meinen Informationen dem Abt eine hinreichende Frist gegeben, von sich aus zurückzutreten, die dieser ungenutzt verstreichen ließ. Ich verneige...

Der ausgegrabene Mönch (II):
nyûjô

"Bisweilen kam es vor, dass der ausgegrabene Mönch grimmig mit den Augen rollte und über dies und jenes seinem Unbehagen Ausdruck gab. Bald fand sich auch ein Name für ihn. Ausgehend von der Tatsache, dass er sich lange Zeit im Zustand des nyûjô * befunden hatte, nannten ihn die Leute Nyûjô no Jôsuke. Nach fünf Jahren wurde er mit einer armen Witwe aus dem Dorf verheiratet, und obwohl er nicht einmal wusste, wie alt er war, schien ihn nichts davon abzuhalten, seinen ehelichen Pflichten aufs eifrigste nachzukommen.    'Seht, das ist die so viel verheißende Lehre des Buddha', erheiterten sich die Leute (...).'" * Nyûjô heißt die Praxis im Buddhismus, bei der durch Lebendigbegrabenwerden eine günstige Wiedergeburt erwirkt werden soll. [Quelle: Ueda Akinari, Erzählungen beim Frühlingsregen (Frankfurt 1990), Erzählung "Die Bande über zwei Leben"; Foto: Keller, Bayon in Angkor; man beachte hier den Effekt des regelmäßig in der Bildmitte meiner Fotos vork...

Der ausgegrabene Mönch (I):
zenjô

"Am nächsten Morgen rief er sogleich einige Männer und befahl ihnen, an diesem Ort zu graben. Nachdem sie ein etwa drei Shaku tiefes Loch ausgehoben hatten, stießen sie auf einen großen Felsen. Diesen entfernten sie und entdeckten darunter zu ihrem Erstaunen einen Sarg, mit einer steinernen Platte verschlossen. Als die Männer auf Geheiß des Landherrn die Platte abhoben, fand sich im Sarg ein seltsames Wesen, das einer Mumie glich. In der Hand hielt es eine Glocke, und diese Glocke schlug es in bestimmten Abständen an. Wohl war es ein Mensch, doch glich das Wesen eher einem getrockneten Lachs, so verschrumpelt war es. Das Haar reichte ihm bis zu den Knien, und als die Männer es aus dem Sarg hoben, staunten sie, wie leicht es war. Während all dieser Handlungen hörte es nicht auf, die Glocke anzuschlagen.    'Gewiss handelt es sich hier um einen Fall von zenjô , wie es die Lehre des Buddha nennt', sagte der junge Landherr. 'Es ist dies eine heilige Handlung, um die Wiede...