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Die Ittô-ryû-Schwertkampfschule

Die Ittô-ryû („Ein-Schwert-Schule“) ist der Vorläufer zahlreicher Schwertkampfschulen Japans und wurde von Ito Ittôsai Kagehisa begründet. Frage: Was ist die Grundlage unserer Schule? Antwort: Wie traditionell überliefert wurde, ist die Basis unserer Schule die Schwerkunst des Verborgenen Schwertes (in-ken). Verborgen meint das, was keine sichtbare Form hat. Unsere Schule lehrt Manifestationen der Freiheit, die in Himmel und Erde verborgen ist, was man in-ken nennt. Dies bedeutet nicht, gewitzt etwas zu verstecken, was eine sichtbare Form hat. Himmel und Erde denken nicht, sie sind nicht berechnend, und doch folgen die Jahreszeiten aufeinander und alle Verwandlungen, die damit einhergehen. In-ken ist im Herzen verborgen, und wenn es die Umstände erfordern, manifestiert es sich als Wunderbares Schwert (myo-ken). Frage: Sind in-ken und myo-ken einfach das Herz, oder kommt myo-ken aus in-ken ? Antwort: Myo ist kein subtiles Strategem von Worten oder Handlungen. Im Buddhismu...

Hôzôin-ryû: Die buddhistische Speerkampf-Schule

    Die Hôzôin-ryû hat sich auf den Speerkampf (sôjotsu) spezialisiert und ist in Verbindung mit der buddhistischen Kegon-Schule entstanden. Ihr Begründer Hôzôin In(n)ei (1521-1607) war Mönch im Kôfukuji (Nara) und praktizierte Kampfkünste, u.a. den Speer unter Daizendayû Moritada, bei Kitabatake Tomonori (Kashima Shintô-ryû), seinerseits ein Schüler von Tsukahara Bokuden , und bei Onishiki Shuken (Katori Shintô-ryû), die Schwert- und Speerkunst integrierten. Der Legende nach soll er beim Anblick der im Wasser gespiegelten Mondsichel zu einem besonderen Speer (jumonji-[kama]yari) inspiriert worden sein, wie Ihr ihn in obiger Abbildung erkennt. So begründete er seine Schule, denn bald schon wollten es ihm die anderen Mönche im Tempel nachmachen, der fortan von diversen Größen der Kampfkunst (u.a. auch Yagyû Munenori) aufgesucht wurde. Inei gab sie zunächst an Hôzoin Inshun (1589-1648) weiter, dem man sogar einen legendären Kampf mit Miyamoto Musashi nachsagt. Diese Schule hat...

III. Die Verbindung von Kampfkunst und Lebenskunst (Takuan Soho und Suzuki Shosan)

Mit Beginn des 16. Jahrhunderts trat Japan in eine befriedete Phase, die Tokugawa-Ära, ein. Seine Kriegerkaste konnte ihre Künste nun nicht mehr wie gewohnt verwenden. Der damalige Abt des Daitokuji, Takuan Soho (1573-1645), wurde als Ratgeber solcher Samurai bekannt, die ihre Fertigkeiten infolgedessen spiritualisierten. Takuan erläuterte, wie der buddhistische (Nicht-)Geist der Erkenntnis zu vereinbaren ist mit Leben und Tod des Schwertes, genauer: wie dieser Nicht-Geist funktioniert bzw. wie höchste Konzentration mit der Flexibilität des Loslassenkönnens in Einklang gebracht werden kann. Dabei folgte er der seit Nagarjuna aus den Weisheitssutren entlehnten Auffassung, dass Weisheit (prajna) über geschickte Mittel (upaya) kreativ angewendet werden solle. Die Zen-Künste, in denen erworbene Meisterschaft mit Freiheit und Ästhetizismus einhergeht und ihren Ausdruck über die erlernte Kunst hinaus im Alltagsleben sucht, sind ein gutes Beispiel hierfür. Das Schwert selbst stand im...