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Posts mit dem Label "Dogen" werden angezeigt.

Muzhou Daoming („Chen Zunsu“, 780-877)

Muzhou war ein Schüler von Huangbo Xiyun. Er wurde später zum Lehrer von Yunmen Wenyan. Es heißt, er habe schon am Gang seiner Schüler deren Verfasstheit erhört. Als es zu Unruhen im Land kam, kehrte er zu seiner Mutter zurück, um ihr beim Flicken von Sandalen auszuhelfen. Eines Tages sprach Muzhou zur Mönchsversammlung: „Hat jemand von euch den Zugang erlangt? Wenn nicht, sollt ihr genau danach streben. Wenn ihr einen Zugang erlangt, werdet ihr mir gegenüber keine Undankbarkeit zeigen.“    Ein Mönch verbeugte sich und sagte: „Ich würde Euch gegenüber keine Undankbarkeit wagen.“    Muzhou sagte: „Du hast es bereits getan.“ *** Der leitende Mönch suchte Muzhou auf. Dieser fragte: „Kannst du mir die Nur-Bewusstseins-Lehre erläutern?“ Der Mönch sagte: „Das traue ich mir nicht zu.“    Muzhou meinte: „Am Morgen ins Westparadies reisen, am Abend ins Land der Tang zurückkehren. Verstehst du?“ Doch der Mönch verneinte.    Muzhou sagte: „Oh, ...

Eido Shimano Roshis letztes Teisho - über Dogens "Shoji"!

[Dieser Beitrag wurde einige Wochen im Voraus verfasst.] In diesem Blog findet sich bereits eine gewisse Würdigung von Eido Shimano Roshi bzw. noch eher eine Verteidigung gegen die Schmierkampagne, der er in hohem Alter ausgesetzt war. Mitverantwortlich waren Initiativen aus dem Umfeld von Richard Aitken und von Kobutsu Malone sowie "Enthüllungen" von Mark Oppenheimer, der in einem Youtube-Interview mit Buddhist Geeks einen Praktizierenden derart zitiert: Von den großen vier japanischen Lehrern, die in die USA entsandt wurden, seien drei durch ihr sexuelles Fehlverhalten in Verruf geraten, sowie ein Schüler des vierten. Mit den dreien sind Maezumi, Shimano und Sasaki gemeint. Irgendwo habe ich mal ein Filmchen verlinkt, in dem Maezumis Tochter dazu Stellung nimmt; sie sagt, er sei ein schlechter Vater gewesen, aber wenn sie sähe, welche Wirkung er mit seiner buddhistischen Arbeit erzielt hätte, würde ihr das großen Respekt abringen. Der vierte war Shunryu Suzuki, und der ...

T. J. Kodera über die für Dôgen prägenden Jahre in China (und das Hôkyô-ki)

1980 erschien in London Takashi James Koderas Studie Dogen’s formative years in China . Auch wenn für Teile davon neuere Erkenntnisse vorliegen, will ich einige Punkte Koderas widergeben. So weist er darauf hin, dass Dôgen in China zunächst bei Lehrern der Lin-chi (Rinzai-)Tradition lernte und von diesen sogar die Empfehlung stammte, den „authentischen Lehrer“ Ju-ching aus der Ts’ao-tung (Sôtô)-Schule aufzusuchen, der tatsächlich vom Lin-chi-Meister Wu-chi Liao-p’ai als Abt auf dem T’ien-t’ung-Berg eingesetzt worden war. Sowohl Ju-chings als Dôgens Kritik an der Lin-chi-Schule erscheinen so m. E. in einem anderen Licht. Koderas Werk bezieht sich auf Dôgens  Hôkyô-ki , für das ich gerade eine Übersetzung vorlegte. Kodera ist bewusst, dass wir uns bei vielem, was wir von Ju-ching erfahren, auf Dôgen als Quelle stützen müssen. Ju-ching glaubte, dass der wahre Dharma nur in sein Kloster übertragen worden sei (S. 60) und dass entschlossene Buddhisten bei längeren Sitzmeditatione...

„Auch Roboter haben die Buddha-Natur.“

Künftig wird es hier ein paar Ausflüge in die ferne Vergangenheit des Zen geben. Wenden wir uns heute also mal einem zukunftsträchtigen Thema zu, den Robotern. Obiges Zitat stammt von einem der Pioniere der Roboterentwicklung, Masahiro Mori (geb. 1927), der einige seiner Thesen im Aufsatz „Uncanny Valley“ (Unheimliches Tal) vorlegte. Ich fasse hierzu Takeshi Kimuras Artikel „Masahiro’s Buddhist Philosophy of Robots“ ( Paladyn, Journal of Behavioral Robotics, Vol. 9/2018) zusammen. Seit einiger Zeit beschäftigen sich Robo-Ethiker mit Fragen wie der, inwiefern religiöse Menschen gegenüber künstlicher Intelligenz offen sind, was man von Sexmaschinen zu halten hat oder wie ein Roboter in islamischen Ländern koran-konform autistischen Kindern helfen kann. Weiter wurde moderne Technologie als vergleichbar angesehen mit rituellen und magischen Akten, zumal sie oft Ekstase und Erstaunen auslöse. Masahiro Mori ist nun ein Sonderfall, denn er praktiziert Zen (womit er 1969 beim Rinzai-Mei...

Noch einmal zum Nicht-Denken, Brad Warner und Dôgen

"Da ich das Kloster nun ganz für mich allein hatte, beschäftigte ich mich mit dem bemitleidenswertesten aller heimlichen Vergnügen eines Mönchs: Ich googelte spirituelle Lehrer aus allen Traditionen auf YouTube und wies sie dann hochmütig zurecht. Meistens deshalb, weil sie etwas nicht genau auf die Art und Weise ausdrückten, wie ich es getan hätte; vorausgesetzt, ich hätte den Mut und das Mitgefühl aufgebracht, die jemand braucht, um überhaupt ein Filmchen von sich zu drehen und so seine spirituelle Lehre zu verbreiten." (Shozan Jack Haubner: Zen Berserker. Aurum/Kamphausen 2014) *** Ich gehe nun auf einen Kommentar von "Reiko" ein, der mich zum Beitrag vom 1. Februar erreichte, weil er die gute Gelegenheit bietet, das Problem aufzuzeigen, das ich in der heute gängigen Verengung des Zen unter Rückgriff auf Dôgen sehe. Hier ist er nochmal:   "In meinem Verständnis ist der Gedanke des Nicht-Denkens nichts anderes, als einen Gedanken als G...

Zum Ende eines amerikanischen Zen-Forums

"Ich glaube, dass uns letzten Endes Gram umbringt, Gram über die Welt und weil uns nicht geglaubt wird. Überaus lebenspendend dagegen ist, wenn anerkannt wird, dass man tatsächlich die Wahrheit kennt, die Wahrheit seines eigenen, faktischen Lebens." (Harold Brodkey: Die Geschichte meines Todes. Rowohlt 1996) *** Adam Tebbe hat das Zen-Forum sweepingzen beendet. Wie man dort lesen kann, sieht er sich nun "in Christus wiedergeboren". Er meint, dass es nicht im Sinne Gottes sei, auf andere Religionen wie den Buddhismus zu verweisen, weswegen auch die ganzen alten Beiträge, die andere ihm lieferten, nicht mehr einsehbar sind (außer über Webarchive). Sein unvollendetes Filmprojekt , mit dem er Zen-Lehrer in den USA porträtierte, gedenkt er ggf. noch auf Youtube kostenlos zur Verfügung zu stellen.    Da ich gerade meinen gesamten Blog durchgehe, um mir noch einmal in Ruhe zu vergegenwärtigen, welche Themen ich hier schon aufgegriffen habe (und um hier...

Ist Erleuchtung eine Illusion?

"You are afraid of awakening. Let go of that!" (Garry Shandling in der HBO-Doku " The Zen Diaries of Garry Shandling" ) Ausgehend von einem Beitrag Brad Warners hat Muho in mehreren Teilen zum Thema "Erleuchtung" Stellung bezogen. Dieses Thema beschäftigt auch immer wieder buddhistische Foren. Zunächst ist kaum verwunderlich, dass sich Brads und Muhos Ansichten hierzu unterscheiden, auch wenn sie beide der Sôtô-Schule nahestehen und ihre Lehrer von Kôdô Sawaki beeinflusst wurden. Bezüglich der Nishijima-Linie hatte ich hier schon den Verdacht geäußert, dass sie solche "Nachfolger" anzog, die auf eher leichte und schnelle Weise einen offiziellen "Status" im Zen anstrebten. Antaiji ist hingegen ein Kloster, das traditionell auf eine Ausbildung im Sinne Dôgen Zenjis Wert legt, weswegen man von dort erwarten darf, dass man sich im Rahmen Dôgenscher Rhetorik erklärt. Die Beiträge von Muho und Brad sind deshalb eine gute Gelegenheit, ...

Menzan Zuihos Neuentdeckung von Dogen Zenji

Vor vielen Jahren veröffentlichte ich eine erbauliche und bebilderte Schrift von Menzan Zuiho (1683-1769), „Das Leben des Zen-Bettlers Tosui“ (dessen Neffe übrigens Menzans Ordinationsmeister war). Menzan wurde freilich bekannter als Interpret der Schriften von Dogen Zenji (1200-1253), die jahrhundertelang eine untergeordnete Rolle gespielt hatten; so gab es bis ins 17. Jh. hinein nicht einmal Kommentare zu dessen Hauptwerk Shobogenzo . Insofern ist Menzan für viele Ansichten zum Zen, wie sie heutzutage vorherrschen, mitverantwortlich.   Seine Rückbesinnung auf Dogens Ideen lief unter dem Slogan fukko 復古, wie auch die Reformen zur zeremoniellen Dharma-Übertragung durch Manzan Dohaku (1631-1741, fortan: Dohaku), der sich auf ein Kapitel jenes Shobogenzo berief. Dohaku hatte zunächst die Hausregeln des Eiheiji als verbindlich für alle Tempel des Soto-Zen erklärt und hernach die Schriften von Dogen als maßgeblich für die die gesamte Soto-Schule. Im 17. Jh. kam es deshalb zu...