Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Krieg" werden angezeigt.

Weiteres Interview mit Joshu Sasaki

Was ist die Essenz des Zen-Buddhismus? Wer ist es, der eine solche Frage stellt? Jemand, der Zen praktizieren will, oder jemand, der gar kein Interesse an Zen hat? Welche Qualifikationen hat der Fragesteller? Ich nehme an, er bildet sich ein, dass jeder wissen will, was die Essenz des Zen ist. Doch im Buddhismus sprechen wir eher vom „ursprünglichen Gesicht“, und weil ich kein Gelehrter bin und nicht weiß, was der Fragende mit Essenz meint, kann ich nur antworten, dass sie sich im ursprünglichen Gesicht manifestiert. Alles hat also eine Essenz im Sinne eines ursprünglichen Gesichts. Es ist die Essenz einer Blume, zu blühen, die Essenz einer Katze, Mäuse zu fangen – so manifestiert alles sein ursprüngliches Gesicht. Auch wir Menschen manifestieren unser ursprüngliches Gesicht, die Frage ist also, wie wir dieses verstehen können. Welchen Wert hat Zen für die westliche Welt? Wer ist es, der einen Wert beimisst? Wer sucht nach Wert? Das Erste, was Zen hierzu zu sagen hat, ist: Wi...

Krieg

Wilfred Owen (1893-1918):   Anthem for Doomed Youth Owen starb als englischer Soldat mit 25 Jahren eine Woche vor dem Ende des 1. Weltkrieges. Seine Gedichte, die sich meist mit Kriegsthemen auseinandersetzen, wurden postum von seinem Freund, dem Dichter Siegfried Sassoon, zusammengetragen. What passing-bells for these who die as cattle?    Only the monstrous anger of the guns.    Only the stuttering rifles‘ rapid rattle Can patter out their hasty orisons. No mockeries now for them; no prayers nor bells,    Nor any voice of mourning save the choirs, - The shrill, demented choirs of wailing shells;    And bugles calling for them  from sad shires. What candles may be held to speed them all?    Not in the hands of boys, but in their eyes Shall shine the holy glimmers of good-byes.    The pallor of girls‘ brows shall be their pall; Their flowers the tenderness of patient minds, And each ...

Kriegermönche auch in Korea: Hyujŏng

Hier ein Beispiel für freiwilligen militärischen Einsatz von Mönchen aus Korea. Es stammt aus dem bisher noch unveröffentlichten Manuskript von Heinrich Dumoulin über Zen in Korea, das in den Reprint der "Geschichte des Zen-Buddhismus" (erscheint im Juni) einfließen wird. "Die Biographie erzählt, wie Hyujŏng (1520-1604) nach der Erleuchtung durchs Land wandert, für längere oder kurze Zeit in Klöstern und Einsiedeleien verweilt und „wie im Traum“ das reife Alter von dreißig Jahren erreicht. Inzwischen ist die Wiederherstellung des Sangha unter König Myŏngjŏng im vollen Gang. Hyujŏng wird vom Herrscher ins Richteramt für die Examina des Sutrenbuddhismus (Kyo) und wenig später des Meditationsbuddhismus (Sŏn) berufen. Die Stellung im öffentlichen Leben verschafft ihm Ansehen, doch ihn zieht es in die Einsamkeit. So legt er nach wenigen Jahren die Ämter nieder und sucht ein stilles Bergkloster auf, wo er als Lehrer Sutren erklärt (Kyo) und als Meister Jünger zur Erleucht...

Verdienst durch Kriege: Buddhismus und Gewalt

Heute wies mich Muho auf ein aktuelles Buch hin. "Buddhist Warfare" ist gerade bei Oxford University Press erschienen und versammelt Aufsätze, die belegen, dass in verschiedenen buddhistischen Ländern und Traditionen Buddhismus und Gewalt eine Allianz eingingen. Es handelt z.B. vom 5. Dalai Lama, der es guthieß, dass ein mongolischer Herrscher seine Rivalen aus dem Weg räumen ließ; es wird von buddhistisch motivierter Gewalt im heutigen Südthailand geschrieben; Brian Victoria darf noch mal über den Faschismus in Japan herziehen u.v.m. Am Interessantesten verspricht die Auseinandersetzung von Stephen Jenkins mit dem Arya-Bodhisattva-gocara-upayavisaya-vikurvana-nirdesa Sutra zu sein, in dem geschrieben steht, wie man durch Kriege Verdienst gewinnt. Ja, so etwas gibt es im Buddhismus. Da fällt mir die Geschichte von Dasui ein, der in der Tang-Dynastie unter Meister Guishan Lingyou  (771-853) übte, seinerseits Begründer einer der "Fünf Häuser" des Zen, und den wir...