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Posts mit dem Label "Shobogenzo" werden angezeigt.

Eido Shimano Roshis letztes Teisho - über Dogens "Shoji"!

[Dieser Beitrag wurde einige Wochen im Voraus verfasst.] In diesem Blog findet sich bereits eine gewisse Würdigung von Eido Shimano Roshi bzw. noch eher eine Verteidigung gegen die Schmierkampagne, der er in hohem Alter ausgesetzt war. Mitverantwortlich waren Initiativen aus dem Umfeld von Richard Aitken und von Kobutsu Malone sowie "Enthüllungen" von Mark Oppenheimer, der in einem Youtube-Interview mit Buddhist Geeks einen Praktizierenden derart zitiert: Von den großen vier japanischen Lehrern, die in die USA entsandt wurden, seien drei durch ihr sexuelles Fehlverhalten in Verruf geraten, sowie ein Schüler des vierten. Mit den dreien sind Maezumi, Shimano und Sasaki gemeint. Irgendwo habe ich mal ein Filmchen verlinkt, in dem Maezumis Tochter dazu Stellung nimmt; sie sagt, er sei ein schlechter Vater gewesen, aber wenn sie sähe, welche Wirkung er mit seiner buddhistischen Arbeit erzielt hätte, würde ihr das großen Respekt abringen. Der vierte war Shunryu Suzuki, und der ...

Das Shôbôgenzô, Zweitübersetzungen und die Fehldeutungen von Steineck

Nicht vergessen:  Nach Yoga und Meditation wird das Ego der Menschen   laut einer Studie   größer! Folgerichtig wird es nun mal wieder Zeit, hier Dampf abzulassen. Zu den größten Dummheiten im Vereinsmeierbuddhismus - und leider auch in Teilen der Akademie - gehört die reflexhafte Kritik an so genannten Zweitübersetzungen, also solchen, die nicht aus der Originalsprache eines Textes erfolgten, sondern über Umwege, meist aus dem Englischen. Im Laufe meiner Verlagstätigkeit kam es hierbei zu zwei sehr aufschlussreichen Entblödungen von Japanologen. Die erste betraf das "Bushidô", einen langen Essay von Inazô Nitobe über den Ehrenkodex der Samurai. Als ich ihn übersetzte und dank eines Filmes und Zitates von Tom Cruise auch gut verkaufte, wurde auf einer akademischen Mailingliste von mindestens einem Japanologie-Professor kritisiert, ich habe ja mangels Japanischkenntnissen nicht aus dem Original übersetzen können. Der Essay war jedoch von Nitobe auf Englisch verf...

Menzan Zuihos Neuentdeckung von Dogen Zenji

Vor vielen Jahren veröffentlichte ich eine erbauliche und bebilderte Schrift von Menzan Zuiho (1683-1769), „Das Leben des Zen-Bettlers Tosui“ (dessen Neffe übrigens Menzans Ordinationsmeister war). Menzan wurde freilich bekannter als Interpret der Schriften von Dogen Zenji (1200-1253), die jahrhundertelang eine untergeordnete Rolle gespielt hatten; so gab es bis ins 17. Jh. hinein nicht einmal Kommentare zu dessen Hauptwerk Shobogenzo . Insofern ist Menzan für viele Ansichten zum Zen, wie sie heutzutage vorherrschen, mitverantwortlich.   Seine Rückbesinnung auf Dogens Ideen lief unter dem Slogan fukko 復古, wie auch die Reformen zur zeremoniellen Dharma-Übertragung durch Manzan Dohaku (1631-1741, fortan: Dohaku), der sich auf ein Kapitel jenes Shobogenzo berief. Dohaku hatte zunächst die Hausregeln des Eiheiji als verbindlich für alle Tempel des Soto-Zen erklärt und hernach die Schriften von Dogen als maßgeblich für die die gesamte Soto-Schule. Im 17. Jh. kam es deshalb zu...

Shen-hui und Aspekte von Dôgens Lehre

"Dieser Körper selbst ist Buddha (sokushin jôbutsu) ." (Dôgen, Kûkai zitierend) Hoyu Ishida beschrieb in einem Aufsatz das Problem der Praxis in Shen-huis Lehre von der plötzlichen Erleuchtung. Shen-hui (670-762), ein Schüler des sechsten Patriarchen, behauptete, dessen Lehre unmittelbaren und plötzlichen Erwachens sei direkt von Bodhidharma übermittelt und ginge bis auf die legendären sieben Buddhas zurück. Er behauptete (fälschlich) auch, die Lehre des namensähnlichen Shen-hsiu (605?-706) und seiner Nordschule würde ein "allmähliches Erwachen" propagieren. Tatsächlich deuten die verschiedenen Erweckungserfahrungen Hui-nengs selbst (laut Plattform-Sutra beim Hören des Diamantsutra, bei dessen Auslegung und beim Verlassen des Tempels) auf einen eher graduellen Weg hin.    Da mit dem Menschen von Beginn an nichts verkehrt sei, stelle laut Shen-hui die Methode der Konzentration auf dem Weg zum Erwachen eine unerleuchtete Technik dar, zumal sie sich an äußere Le...

Brad Warner-Bullshit: Wiedergeburt

果報を求めたり間違うた理屈を言うている者は皆外道である。ヤレ死んでも 未来   は ないとか 、ヤレ あるとか 、卑しくも独断の混じった学理を唱える者はみな外道である "Wer nach Belohnung sucht oder von irregeleiteten Theorien spricht, ist ein gedo (Nicht-Buddhist). Besteht er darauf, auch nur auf geringste Weise theoretische Lehren mit persönlichem Dogmatismus zu vermischen, zum Beispiel mit der Behauptung, dass es nach dem Tod zukünftiges Leben gäbe oder nicht gäbe (!), ist er ein Nicht-Buddhist."  Das ist von Kôdô Sawaki und stammt aus seinen Kommentaren zum Shôdôka . Ich habe die Stelle im Buch anders übersetzt, hier ist sie etwas wörtlicher, wie sie mir Okumura Shohaku freundlicherweise vorlegte. In meiner englischen Vorlage war die Stelle "oder nicht" in Klammern, und ich wollte sicher gehen, dass sie von Sawaki stammt. Interessanterweise hat Okumura nämlich diese Ansicht übernommen, es gäbe hinsichtlich eines Lebens nach dem Tode weder eine bejahende noch verneinende Antwort. Und nun fand ich diese Ansicht auch bei Brad Warner ....

Wie Dôgen Zenji Laien die Chance zur Erleuchtung absprach

Kürzlich habe ich einen Essay  von Hoyu Ishida aus dem Jahr 1989 für ein buddhistisches Forum zusammengefasst. Er handelt von einem signifikanten Wandel in Dôgens Ansichten zu einigen Rinzai-Lehrern und zum Laientum. Ishida räumt zunächst ein, dass viele der genannten Thesen zu dieser Zeit kontrovers diskutiert wurden. Dazu zählt auch die zweifelhafte Autorenschaft Dôgens am Kapitel „Bendôwa“ aus dem „Shôbôgenzô“. Dieses sei offenbar ursprünglich gar nicht fürs Shôbôgenzô geschrieben worden. Die darin einige Jahre nach seiner Rückkehr aus China (1227) geäußerten Ideen deckten sich mit denen des Fukanzazengi (spätestens 1233), das ein „universelle Empfehlung des Zazen“ darstelle. Die Thesen darin: -           Zazen ist der wahre Buddha-Dharma, da alle Buddhas und Meister durch Zazen erwacht seien -           Zazen ist kein Mittel zum Zweck (der Erleuchtung), sondern Erleuchtung selb...

Irrtümer von Gudo Wafu Nishijima und Brad Warner

Um die Reihe meiner anderswo zensierten Beiträge zu komplettieren und bevor ich mich in den nächsten Wochen wieder verstärkt Texten und Literatur zuwende, will ich hier auf meinen Versuch eingehen, das Vermächtnis des kürzlich verstorbenen Gudo Wafu Nishijima zu relativieren, wie es auf Sweeping Zen [Website gelöscht, Januar 2019] von einem seiner Schüler (Jundo Cohen) zusammengefasst wurde - und wie es Nishijima selbst darstellte. [Anmerkung: Mein Kommentar wurde dort nun doch noch nachträglich freigeschaltet.] Zunächst ist interessant, wie Jundo und Brad Warner auf meinen Einwurf, Nishijima habe wohl keinen Tempel gehabt und seine Schüler seien wohl nicht bei der japanischen Sôtô-Schule registriert, auf der selben Plattform reagieren (sie finden Hinweise vor allem in einem Buch, haben sich also wohl selbst mit Nishijima in dessen Wohnung getroffen). Auf die Bemerkung Warners, Dôgen Zenji selbst hätte mit der japanischen Sôtô-Schule heute nichts zu tun haben wollen, antwortete ich,...