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Posts mit dem Label "Shenhui" werden angezeigt.

MOU Zongsan übers Chan: Tathagata-Zen vs. Meister-Zen (+ Corona-Update)

(Corona-Update) Welche Ironie, dass ausgerechnet ein gebürtiger Thailänder, der seit ein paar Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft hat und vom Fach ist, uns nicht nur einen anderen Blick aufs Corona-Virus eröffnet, sondern sich vor allem über unsere althergebrachte duckmäuserische Art entsetzt, mit der wir die Einschränkung unserer Freiheiten hinnehmen. Um es vorwegzunehmen, hier in Thailand herrscht auch draußen nicht nur Maskenzwang (dass Masken in dieser Hitze schnell durchfeuchten und dann beim Betreten von Gebäuden nicht mehr richtig wirken, ist ja bekannt), es sind z.B. Aktivitäten am Strand bei Androhung einer einjährigen Haftstrafe untersagt und ein Normalzustand sei laut Gesundheitsminister erst zu erwarten, wenn die Neuinfektionen einstellig sind (das heißt höchstens bei 9 pro Tag liegen!). Ich als Asthmatiker mit ein paar anderen chronischen Beschwerden bin natürlich vorsichtig, aber was mir auch auffällt, ist, wie erfolgreich die Panikmache bei den Leuten angekommen ...

Das Karma-Verständnis im frühen Chan

Den Philosophieprofessor Robert Zeuschner (geb. 1941) werden einige Leser noch nicht kennen. Er ist u. a. literarischer Nachlassverwalter von Edgar Rice Burroughs, dem Erfinder von „Tarzan“! Im Jahr 2000 erschien seine vergleichende Studie Classical Ethics, East and West. Hier interessiert uns nun aber ein Beitrag aus dem Jahr 1981, auf den ich mit Freuden stieß, weil er schön übersichtlich die Texte der ersten chinesischen Chan-Patriarchen zum Karma zusammenstellt: „The Understanding of Karma in Early Chan Buddhism“, in: Journal of Chinese Philosophy 8 (1981). Zeuschner fiel die recht freie Interpretation des Karma durch japanische Zen-Meister auf, und er fragte sich, ob schon im chinesischen Chan eine solche vorhanden war. Zunächst klärte er deshalb das indische bzw. übliche Verständnis des Begriffes. Wir kommen darauf ggf. vergleichsweise zurück, wenn wir die Unterschiede im Chan benennen. Zeuschner sieht Chan als das einzigartige Ergebnis verschiedener Einflüsse: 1) d...

Zum Disput über allmähliche und plötzliche Erleuchtung

John McRae* weist darauf hin, dass es unmöglich ist, die Lehren Hui-nengs (638-713), der als der sechste Patriarch gilt, mit Gewissheit zu bestimmen. Sein Schüler Shen-hui (684-754) zitierte ihn in seinen umfangreichen Schriften nicht, und das Plattform-Sutra stammt aus der Ochsenkopf-Schule und weist mehr Übereinstimmung mit deren Lehre auf als mit der Shen-huis. Die berühmte Zeile aus Hui-nengs Erweckungsversen „Ursprünglich gibt es da nicht ein einziges Ding“ kommt so tatsächlich in Texten der Nordschule Shen-hsius vor (eine informell organisierte Gruppe in den damaligen Hauptstädten Loyang und Ch’ang-an seit Beginn des 8. Jh.s, die von sich als der „Lankavatara-Schule“ und der „Lehre vom Ostberg“ sprach), so dass deren Ideen sich folglich auch im Plattform-Sutra finden. McRae weist anhand verschiedener Texte nach, dass Shen-hui zunächst selbst den Lehren der Nordschule anhing und sich auch in deren Überlieferung Kritik an Punkten findet, die Shen-hui anspricht, darunter auch an de...