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Posts mit dem Label "Linji" werden angezeigt.

Weisheiten aus den Briefen von Ying-an

  Im Folgenden Auszüge aus Briefen des Zen-Meisters Yingan Tanhua (1103-1163), dem Dharma-Nachfolger von Huqiu Shaolong (1077-1136), der wiederum Yuanwu Keqin, den Autor des Biyanlu (jap. Hekiganroku ) beerbt hatte. Mehr findet sich in Thomas Cleary: Chan Instructions (2016). „Beim über den ganzen Tag verteilten Erregen der Gedanken sei unmittelbar offen und leer – wie leerer Raum, ohne jegliche Form –, so dass die Gedanken nicht ergriffen werden können; außen und innen werden eins, Wahrnehmung und Objekte verschwinden, ebenso Mysterium und Verständnis; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind gleich. Erlangst du diesen Zustand, giltst du als freier Wanderer ohne Spitzfindigkeiten.“ „Wenn du in dieser Schule erfolgreich sein willst, gibt es keine besondere Technik, außer das Rückgrat aufzurichten. Wenn du darüber hinausgehst, verbindest du die Natur und das Leben von allem in der Welt mit einer zerrissenen Schnur, so dass niemand dem Netz entkommt.“ „Dies nennt man: die Mel...

Wie Dôgen Zenji Laien die Chance zur Erleuchtung absprach

Kürzlich habe ich einen Essay  von Hoyu Ishida aus dem Jahr 1989 für ein buddhistisches Forum zusammengefasst. Er handelt von einem signifikanten Wandel in Dôgens Ansichten zu einigen Rinzai-Lehrern und zum Laientum. Ishida räumt zunächst ein, dass viele der genannten Thesen zu dieser Zeit kontrovers diskutiert wurden. Dazu zählt auch die zweifelhafte Autorenschaft Dôgens am Kapitel „Bendôwa“ aus dem „Shôbôgenzô“. Dieses sei offenbar ursprünglich gar nicht fürs Shôbôgenzô geschrieben worden. Die darin einige Jahre nach seiner Rückkehr aus China (1227) geäußerten Ideen deckten sich mit denen des Fukanzazengi (spätestens 1233), das ein „universelle Empfehlung des Zazen“ darstelle. Die Thesen darin: -           Zazen ist der wahre Buddha-Dharma, da alle Buddhas und Meister durch Zazen erwacht seien -           Zazen ist kein Mittel zum Zweck (der Erleuchtung), sondern Erleuchtung selb...

Was bedeutet Ethik im Zen (I)?

[Foto: Keller/Mülldeponie Anlong Pi, Warten auf das Müllauto] Vorläufer Nagarjuna: Karma verpflichtet zum rechten Miteinander Nagarjuna beschäftigte sich in mehreren Werken mit buddhistischer Ethik, so im Bodhisambâraka, Suhrlekha und Ratnâvalî. Im Mûlamadyamakakârikâ (MMK) entwirft er die Parallele zwischen gewöhnlichem Gesetz (vyavahâra) und karmischer "Schuld" (rna) , womit er zugleich einen Widerspruch zwischen Gesetzgebung und Gerechtigkeit zu verneinen scheint. Das höchste Ziel (paramârtha) menschlicher Freiheit - Nirwana - sei in den Transaktionen einer funktionierenden Gemeinschaft zu verwirklichen. Die Sarvâstivâda-Schule des Buddhismus verstand unter svabhâva Unabhängigkeit und Autonomie, die Fähigkeit, aus sich selbst heraus Normen zu entwickeln und diesen zu folgen; vom Ausmaß dieser Fähigkeit hingen tugendhaftes Verhalten und das Erlangen der Erleuchtung ab, es gab Handlungen des Anhaftens und Handlungen der Freiheit. Nagarjuna suchte diesen Du...