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Posts mit dem Label "Bodhisattva" werden angezeigt.

Slavoj Zizek kritisiert den Buddhismus

Wer Englisch kann (obwohl er oder sie vielleicht, wie ich und Slavoj Zizek das Wort "sword" lange falsch aussprach), der wird an des Philosophen folgender Kritik am Buddhismus seine Freude haben, sofern er Dinge unterschreiben kann, die auch hier im Blog oft ein Thema waren:    - es ist ein Irrglaube zu meinen, durch ethisches Tun würde Nirwana erreicht, bzw. Erleuchtung erlangt zu haben würde bedeuten, man sei ein tugendhafter Mensch (Zizek lobt hier D.T. Suzuki und das Zen, weil diese einem solche Illusionen nehmen - "ein Erleuchteter kann auch ein Folterer sein");    - die große Schwäche buddhistischer Praktizierender liegt in ihrer Selbstbezogenheit, statt sich anderen selbstlos zuzuwenden ("encounter");    - der grundsätzliche Irrtum des Buddhismus bestünde darin, dass die Menschen alle nicht leiden wollten, im Gegenteil würden sie - Zizek benutzt den Film Noir und das Verlieben als Beispiele - das Leiden zuweilen sogar suchen: die Fäh...

Eine weitere Art des Gelübdenehmens ...
und das Magzin ZEN ROAD

[Foto: Keller/Anlong Pi] Kürzlich ließ ich mich für das neue Magazin "Zen Road" schriftlich von seinem Macher Jonas (aus der Sangha um Philippe Coupey) interviewen. Die Gelegenheit nahm ich dankbar an. Meine Antworten gab ich auf Englisch, wie sie in der englischsprachigen Ausgabe des Magazins zu finden sind, sie wurden also für die deutsche Fassung rückübersetzt. Es ist natürlich angenehm, mal etwas Platz für die eigenen Ansichten zu haben, die in den üblichen buddhistischen Magazinen nicht gern gesehen sind, weil deren Macher in der Regel Lehrern anhängen, die in diesem Blog fertiggemacht werden. Bemerkenswert ist jedoch auch, dass - obwohl ich im ersten Teil meine Auffassung von Übung und Praxis erläutere und Bezug auf die Chan-Geschichte nehme - bei der Zusammenfassung behauptet wird, ich "würde nicht einmal Zen praktizieren". Insbesondere im Umfeld der Deshimaru-Schüler ist oft nur schwer vorstellbar, dass das Praktizieren von Zen uanbhängig von Zaze...

Warum frühes Chan den säkularen Buddhismus vorwegnimmt

"Ein Sutra sagt: 'Schneide alles Böse ab, kultiviere das Gute, dann wirst du zum Buddha.'  Das sind falsche Gedanken, die dein eigener Geist erzeugt." Ich möchte nun die versprochene Entgegnung auf einige neuere Blogs und Bewegungen formulieren, in der Hoffnung, dass diese auf ihrem Weg davon inspiriert sein mögen. Der Einfachheit halber fasse ich unter dem "Säkularem Buddhismus" der Überschrift hier mal all die Bestrebungen zusammen, abseits von etabliertem Buddhismus (ob er nun vornehmlich Religion oder Spiritualität ist) eine moderne, aufgeklärte, kritische Praxis der Buddha-Lehre zu etablieren. Ich werde natürlich den erheblichen Unterschieden in Blogs, die ich zeitweise hier verlinkt hatte, so nicht gerecht. Aktiv sind vor allem Stephen Batchelors "Secular Buddhism", in Deutschland etwa "Der Unbuddhist", dann international Glen Wallis "Speculative Non-Buddhism" und weitere, die sich - meist mit akademischem Hintergru...

Die Fallstricke für einen Bodhisattva

"Diese vier, Râshtrapâla, sind Fallgruben für Bodhisattvas. Welche vier? Mangel an Respekt; Undankbarkeit und Spaß an der Täuschung; Ruhm- und Gewinnsucht; Betrug und Prahlerei." "Diese vier, Râshtrapâla, bedeuten ein Hindernis für die Erleuchtung der Bodhisattvas. Welche vier? Mangel an Glauben, Trägheit, Arroganz und Gedanken des Neides und der Eifersucht bezüglich anderen." "Diese vier, Râshtrapâla, sollten nicht von einem Bodhisattva aufgesucht werden. Welche vier? Ein verderbender Freund; einer mit falschen Mutmaßungen über die Dinge; einer, der den wahren Dharma ablehnt; einer, der Weltliches begehrt." "Diese vier Dinge, Râshtrapâla, führen zum Leiden der Bodhisattvas. Welche vier? Hochmut bezüglich der eigenen Erkenntnis, Gedanken von Neid und Eifersucht, ein Mangel an Hingabe, die Anwendung einer unzureichenden Erkenntnis." "Diese vier, Râshtrapâla, sind Fesseln für Bodhisattvas. Welche vier? Verachtung anderer Mensch...

Die Eigenschaften eines Bodhisattva (II)

"Ein Bodhisattva, Râshtrapâla, sollte vier Dingen desinteressiert gegenübertreten. Welchen vier? Dem Leben im Haushalt, Gewinn und Ruhm, dem Verbrüdern mit wohlhabenden Schutzherren und seinem Körper und Leben gegenüber." "Diese vier Dinge, Râshtrapâla, lassen Bodhisattvas ohne Bedauern sein. Welche vier? Nicht die Moral zu verletzen, das Wohnen in der Wildnis nicht aufzugeben, mit den vier Traditionen für spirituell Hochstehende übereinzustimmen* und tiefe Gelehrsamkeit zu erlangen." "Diese vier Haltungen, Râshtrapâla, sollten vom Bodhisattva nachgeahmt werden. Welche vier? Ein gutes Schicksal zu erlangen, indem man der Erscheinung eines Buddha begegnet; seinem Lehrer zu gehorchen und ihm frei von weltlichen Ansinnen zu dienen; Unterkünfte in abgeschiedenen Gegenden willkommen zu heißen, da man gegen Gewinn und Ruhm gleichgültig ist; Beredsamkeit bezüglich des tiefgründigen Dharma zu erlangen,indem man ihm unablässig folgt."  "Diese vier Dinge, R...

Die Eigenschaften eines Bodhisattva (I)

Das Râstrapâlapariprcchâ-Sûtra handelt vor allem vom abgeschiedenen Mönchsdasein im Walde - im Gegensatz zu einem Leben in etablierten Klöstern - und betont die Fähigkeit des Buddhisten zur Mildtätigkeit, d.h. zur Aufgabe eigenen Besitzes. In einer schönen Aufzählung von je vier Eigenschaften eines Bodhisattva antwortet der Buddha auf die Fragen des Râshtrapâla. Die interessantesten Stellen seien hier wiedergegeben. Zur Vertiefung wird empfohlen: Daniel Boucher: Bodhisattvas of the Forest and the Formation of the Mahâyâna (Honolulu 2008). "Ein Bodhisattva Mahâsattva, Râshtrapâla, der mit vier Dingen ausgestattet ist, erlangt Reinheit. Mit welchen vier Dingen? Mit Verhalten, das tugendhaftem Neigen und Streben entspricht; mit Gleichmut gegenüber allen Lebewesen; durch das Nachsinnen über die Leere; dadurch, dass er tut, was er ankündigt." "Diese vier Dinge, Râshtrapâla, sind Ermutigungen für Bodhisattvas. Welche vier? Das Erlangen der dhâranî*, das Erlangen tugendhaf...

Das Ksitigarbha-Sutra

Er kam herüber und deutete auf seinen Computer. Da sind mindestens eine Million Worte drin gespeichert, sagte er.    Nimm ein paar heraus und zeig sie mir, forderte ich.    Mit ziemlicher Begeisterung führte er vor, wie man das macht und drückte verschiedene Tasten, die eine Zeile mit Worten auf den Bildschirm brachten: Meister Zhidings Abhandlung über das Sutra der Großen Gelübde von Bodhisattva Ksitigarbha. Diese Zeile wurde gelöscht und von einem eng geschriebenen Text ersetzt, der wohl buddhistische Terminologie erläuterte.    Ich rückte näher heran, um die seltsame Kombination von Worten besser erkennen zu können, die nur verständlich wurden, wenn ich sie laut vorlas. Also las ich: puti sachui, mohe puti zhidi sachui, abgekürzt zu pusa*. Puti ist jue, das „erwacht“  bedeutet, sachui ist youqing, was „Wesen“ heißt. Oh, Bodhisattva heißt also „erwachte Wesen“. Puti ist auch dao, was „erleuchtet“ heißt, und sachui ist zhongsheng, was „fühle...

Der Laie Pang (I)

[Yün P'ang lebte von ca. 740-808] "Die Menschen besitzen ein Einrollen-Sutra ohne Form und ohne Namen. Kein Mensch ist in der Lage, es zu entrollen und zu lesen, keiner von uns kann es hören. Bist du fähig, es zu entrollen und zu lesen, dann trittst du in den Urgrund ein und bist im Einklang mit dem Geburtlosen. Keine Rede mehr davon, ein Bodhisattva zu werden - du musst nicht mal ein Buddha werden."