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Nur ein Mal Sex pro Woche?
Über die Kurzsichtigkeit von Medien und Dhammapada

Einer Studie zufolge soll mehr als ein Mal Sex pro Woche Paare nicht glücklicher machen. Man bat Paare, die Frequenz ihres Sexes zu erhöhen, und kam zum Ergebnis, dass sie mit einem Mal pro Woche am glücklichsten waren. Dann stellte man noch einen Zusammenhang zum finanziellen Status her: Wer nicht viel hatte, also gerade genug zum Leben, dem ging es dennoch gut, wenn er ausreichend Sex bekam.     Wie selbstverständlich verbreiteten Medien (zuletzt auch Werner Bartens als Medizin-Experte bei der SZ) diese Botschaft, die für die meisten sexmüden Paare erleichternd klingen dürfte. Sie passt auch ins allgemein eher sexualkonservative Klima, zumal kaum darauf hingewiesen wurde, dass sehr viele Menschen gar nicht in einer Partnerschaft leben. So wie auch ich momentan und schon seit Längerem nicht. Und ich hatte mir just vor Kurzem so meine eigenen Gedanken zu dem Thema gemacht, da mir seit ein paar Jahren die Möglichkeit offensteht, im Grunde jeden Tag Sex zu haben - und ich di...

Mord an einem tibetischen Mönch:
Reinkarnation entdeckt

"Haha, der wahre Buddha ist irgendwo da draußen die Welt der Zukunft so beginnt sie. Irgendwo, da ist sein Haus, sein Haus, das ist das Draußen. Ho ho, einen langen, langen Tag fleht der Kuckuck Buddha an." (Ko Un: Zen-Gedichte, was'n das?) Als ich kürzlich mal nachschaute, was aus dem Prozess gegen die Mörder von Akong Rinpoche geworden ist, las ich, dass die Verhandlung gegen sie läuft. Unmittelbar nach dem Mord gab es diverse Thesen, etwa die Chinesen könnten ihn in Auftrag gegeben haben (Akong war tief in das tibetische Reinkarnationsgefüge involviert und hatte beim Auffinden des 17. Karmapa geholfen - wir erinnern uns, der 16. litt offenbar unter einer "Schizosubtilie",  einer Spaltung seiner subtilsten Energien, weswegen er sich gleich zwei Mal reinkarnieren musste). Andererseits waren Akong oft seine tollen Kontakte nach China vorgeworfen worden, wo man ihm sogar den Titel "Living Buddha" verliehen hatte. Von Seiten des mut...

Ein Zen-Mönch hat kein Geld

"Je höher der Gipfel der Erleuchtung erklommen wurde, desto weiter wird die Aussicht auf die Möglichkeiten moralischen Handelns." Kaiten Nukariya, einst Professor der Sotoshu-Universität in Tokio, versucht in "The Religion of the Samurai: A Study of Zen Philosophy and Discipline in China and Japan" (1913) die Sonderstellung des Zen herauszuarbeiten. Dabei gelingen ihm neben etwas seltsamen Passagen auch ein paar interessante Abschnitte. So erzählt er von der aufrichtigen Armut des Zen-Lehrers Fu-gai. Der hatte einen für die Essenszuteilung verantwortlichen Schüler. Eines Tages bat dieser den Meister, keine weiteren Schüler mehr aufzunehmen, weil er sonst nur noch minderwertige Nahrung an die immer zahlreicher werdende Anhängerschaft verteilen könnte. Fu-gai streckte ihm die Zunge heraus und fragte: "Schau nun mal in meinen Mund und sag mir, ob da noch immer eine Zunge drin ist." Das bestätigte der Schüler, woraufhin Fu-gai meinte: "Dann mach d...