Die Verlockung ist groß. Schnell ein Buch zu Corona schreiben (wie es gerade ein offenbar verwirrter Möchtegern-Meister aus Berlin tat) oder ein paar mal das Thema im eigenen Blog aufgreifen (wie ich oder, noch häufiger, Brad Warner). Dabei gibt es für einen Zennie aber keinesfalls nur eine Vorgehensweise, nämlich das Ganze aus dem Blickwinkel des Buddhismus oder gar 800 Jahre alter Texte von Dôgen zu betrachten, der von solchen Epidemien weniger verstanden haben wird als ein unterdurchschnittich Gebildeter im Jahr 2020. Was ich bei Brad Warner lese, klingt zwar überwiegend vernünftig, aber es läuft auf das hinaus, was ich vor allem im Westen über die Medien und durch persönliche Kontakte beobachten konnte - unnötige Panik und Obrigkeitsglaube (bei Warner führt das dazu, dass er sich trotz siebenwöchiger Beinaheklausur nach eigenen Angaben fünfzehn Mal am Tag die Hände wäscht - er hat also vielleicht Dôgen einigermaßen begriffen, aber nicht, worum es gerade geht). ...
Kommentare eines Zen-Rüpels