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Hôzôin-ryû: Die buddhistische Speerkampf-Schule

    Die Hôzôin-ryû hat sich auf den Speerkampf (sôjotsu) spezialisiert und ist in Verbindung mit der buddhistischen Kegon-Schule entstanden. Ihr Begründer Hôzôin In(n)ei (1521-1607) war Mönch im Kôfukuji (Nara) und praktizierte Kampfkünste, u.a. den Speer unter Daizendayû Moritada, bei Kitabatake Tomonori (Kashima Shintô-ryû), seinerseits ein Schüler von Tsukahara Bokuden , und bei Onishiki Shuken (Katori Shintô-ryû), die Schwert- und Speerkunst integrierten. Der Legende nach soll er beim Anblick der im Wasser gespiegelten Mondsichel zu einem besonderen Speer (jumonji-[kama]yari) inspiriert worden sein, wie Ihr ihn in obiger Abbildung erkennt. So begründete er seine Schule, denn bald schon wollten es ihm die anderen Mönche im Tempel nachmachen, der fortan von diversen Größen der Kampfkunst (u.a. auch Yagyû Munenori) aufgesucht wurde. Inei gab sie zunächst an Hôzoin Inshun (1589-1648) weiter, dem man sogar einen legendären Kampf mit Miyamoto Musashi nachsagt. Diese Schule hat...

Gewinnen und verlieren

Manchmal ist es gut, ein wenig zu warten. Wie mit diesem Blog-Beitrag. Nach dem DFB-Pokalfinale juckte es mich bereits in den Fingern, einen Text über die mangelnde Fairness im Profifußball zu verfassen. Das Champions Legue-Endspiel setzte dem Ganzen dann die Krone auf. Was war geschehen? Eigentlich nicht viel. Mein Bruder, Eintracht-Fan (ich Bayern-Anhänger) meinte deshalb: "Die Bayern werden's verkraften." Und ein paar Wochen danach spielt das Ganze tatsächlich in meinem Denken und Fühlen kaum noch eine Rolle. Ich habe aber einige prinzipielle Überlegungen angestellt, wie ich schon seit Langem als quasi erfolgsverwöhnter Fan einer Topmannschaft mit der Konkurrenz umgehe. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich sehr wohl über einen "verdienten" Sieger freuen kann. Es gab mal eine Saison, in der die Eintracht glänzte und beinahe Meister wurde. Dann eine, wo es Schalke nur knapp verpasste. Und ein paar Jahre, wo Dortmund den Bayern Paroli bieten konnt...

Wenn Mönche mit Tigern handeln (104 kg*)

Aus aktuellem Anlass habe ich den Beitrag über "Effektiven Altruismus" mit einem weiteren Zitat aus dem neuen Sawaki-Buch um zwei Wochen verschoben (nächsten Mittwoch folgt ein weiterer Beitrag zum Tierschutz, der ebenfalls schon heute gut gepasst hätte). Die beiden Kommentare, die bereits eingegangen waren, werden dann in zwei Wochen freigeschaltet. Danke! Seit einigen Tagen wird also im thailändischen "Tiger Tempel" ( Wat Pa Luangta Maha Bua Yannasampanno) aufgeräumt. Der Tempel war eine Touristenattraktion, weil man sich dort mit schläfrig wirkenden Tigern, die oft von Mönchen sogar unangekettet spazieren geführt wurden, fotografieren lassen konnte. Sein Umsatz soll mehrere Millionen US-Dollar im Jahr betragen haben. Tierschützer erhoben immer wieder Vorwürfe, zuletzt auch wegen illegalen Tierhandels (abgesehen davon, dass die Haltung der Tiere dort gegen thailändisches Recht verstieß). In China werden z. B. Tigerkrallen und -penisse als Potenzmittel ver...

Warum so viele Kambodschaner aus Thailand flohen

Die fluchtartige Rückkehr von über 200.000 Kambodschanern in ihr Heimatland dürfte eine komplexere Ursache haben als die bloße Furcht vor harschen Maßnahmen der thailändischen Militärregierung gegen illegale Einwanderer. Dafür spricht zum einen, dass auch viele legale Einwanderer das Land verlassen haben, zum anderen, dass es keine Massenflucht von Arbeitern aus Myanmar und Laos gab, die unter den gleichen unterschiedlichen Voraussetzungen (mal mit, mal ohne Pass) in Thailand arbeiten. Es ist ja bekannt, dass der kambodschanische Premier mit dem im Nachbarland geschassten Thaksin Shinawatra befreundet ist, und leicht kann man sich ausmalen, wie die beiden einen Plan ausheckten, die momentane Thai-Regierung zu destabilisieren und in Misskredit zu bringen. Dazu wurde zum einen das Gerücht gezielt gestreut, dass Einwanderer misshandelt oder gar ermordet worden seien (damit auch die Legalen Angst bekämen), zum anderen ging etwa unter den Illegalen die Mär um, wer nach dem 25. Juni nach Ka...

Die Kommerzialisierung der Shaolin

Am Samstag Abend lief unter "Spiegel TV" (d.h.: besserer Boulevardjournalismus) ein mehrstündiges Porträt über einen engagierten jungen Mann, der sich dem "Shaolin-Tempel" in Kaiserslautern angeschlossen hat. Sein Werdegang wurde über einen längeren Zeitraum verfolgt, Ausschnitte dieser Sendung hatte ich schon mal gesehen. Keine Frage, der junge Mann meinte es ernst und war sympathisch. Wie ein freundlicher, harmloser Herbergsvater kam dann sogar der Abt rüber, Shi Heng Zong genannt, oder auch: der Sitaigung. Da macht einen ja schon mal stutzig, dass ein bärtiger Deutscher nur noch mit chinesischen Namen tituliert wird. Dabei hat er die buddhistischen Essensgebete durchaus eingedeutscht, und auch die Aufnahmezeremonie des jungen Mannes als Mönch lief ganz verständlich und routiniert auf Deutsch ab. Man muss den Leuten hinter dem Tempel auch ihre Ehrlichkeit (oder Naivität?) lassen, mit der sie den Werdegang des Abtes beschreiben, den wir natürlich - bei seiner Le...

Yakuza als Bettelmönche

Vor drei Jahren strahlte Fuji TV einen Bericht über falsche Mönche beim Betteln aus. Zu Beginn kommt auch kurz Muho, der (echte) Abt des Antaiji, zu Wort, der den Fakes auf seinen Bettelgängen zur Tag- und Nachtgleiche schon begegnet ist. Susanne König hat dankenswerterweise den Beitrag ins Deutsche übersetzt. [Der Film auf Youtube wurde inzwischen leider entfernt.] VERFOLGT!!! RÄTSELHAFTE GRUPPE VON BETTELMÖNCHEN Sprecher: Vor den Tempeltoren sieht man manchmal Mönche, die um Almosen bitten. Definition des Wortes Takuhatsu (um milde Gaben bitten) eingeblendet: Mönche in der Ausbildung gehen von Tür zu Tür und bitten um ein Almosen mit ihren metallenen Schälchen. Sprecher: Sie stehen in den Tempeln oder laufen durch die Straßen und erhalten Opfergeld. Aber es heißt, darunter seien auch einige schwarze Schafe. Ein Mann, der oft als Mönch auftaucht: Wir lesen Handlinien, schreiben auf den Handrücken Sanskritzeichen. Solche Sachen machen wir. Normalerweise machen Bettelmönche ...