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Haiku nach dem Tsunami

Harutsunami sarishi waga mura nomareyuku Frühlingswellen Als sie davonziehen verschlucken sie mein Dorf (SATÔ Kuniko, 79 Jahre, Minamisôma, Fukushima) *** Gareki nomi nokoru furusato yama warau Nur Trümmer sind in meiner Heimatstadt übrig Der Berg lacht (SAITÔ Keisui, 77 Jahre, Yamamoto, Miyagi) *** Aomuke no sentei ni hana chiriyamazu Auf dem Kiel  des gekenterten Schiffes unaufhörlich Blüten (TAKANO Mutsuo, 64 Jahre, Tagajô, Miyagi) *** Haha no koe kikitakute tutsu aomisaki Sie steht auf dem bemoosten Kap und wartet darauf die Stimme ihrer Mutter zu hören (KOWATA Sachiko,, 75 Jahre, Minamisôma, Fukushima) *** Gekishin ni taekishi fubo no haka arau Vater Mutter in wilden Beben wasche ich ihre Grabsteine (TAKAHASHI Aiko, 83 Jahre, Minamisôma, Fukushima) *** Zwischen dem 11. März und 31. August 2011 retteten Soldaten der japanischen Streitkräfte 19.286 Menschen, bargen 9.505 Leichen ...

Die Erde bebt

Eben erzählte eine Expertin auf CNN (während sie auf NHK die vom Tsunami gefährdeten Präfekturen in mehreren Sprachen runterbeteten), dass die Japaner zunehmend die Bauweise ihrer Häuser an buddhistischen Tempeln ausrichteten, weil man festgestellt hatte, dass diese den Erdbeben häufig widerstanden, ja sich mit ihnen quasi mitbewegten.      Heute morgen war ich mal wieder besonders dankbar, in einer Region zu leben, die von Naturkatastrophen weitgehen verschont bleibt. Und doch fühle ich mich auch körperlich dem Wandel etwa des Wetters zunehmend verbunden: Ist es bewölkt, steigt die Anzahl meiner Migräneattacken. Bei Sonnenschein geht's mir besser. Eine seltsame Form von Einheit mit der Natur, zumal es kein Gut und Böse darin zu finden gibt ...     Das sind vielleicht Problemchen, mag da einer kopfschüttelnd denken ... Das Leben ist ein einziger Widerspruch: „Hast du gesehen, was der da angestellt hat?“ Dabei hättest du es am liebsten selbst getan! (Kôdô ...