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Posts mit dem Label "Selbstmord" werden angezeigt.

Buddhaland-Bullshit: Selbstmord

Ich möchte in Zukunft seltsame Ansichten aus anderen Blogs oder Foren aufgreifen, bevorzugt wahrscheinlich aus dem "Buddhaland" (eine unerschöpfliche Fundgrube groben Unsinns) und von Brad Warner. Verweisen möchte ich auch auf meine kleine Liste mit Literaturempfehlungen jenseits des Buddhismus, die ich - rechts in der Spalte unter den Infos zu meiner Person - jeweils am Monatsanfang erneuern will und die einen Teil meiner aktuellen Lektüre wiederspiegelt.   Im "Buddhaland"  fragte gerade ein User, was der Buddhismus zum Selbstmord sage. Den Buddhismus gibt es ja nicht, also ergab sich gleich eine Bandbreite von Antworten. Zwei der intelligenteren stammen von den Usern accinca und Sudhana und verschweigen doch einen Teil der Überlieferung oder sind sich deren Widersprüchen gar nicht bewusst. Schauen wir uns an, was dabei herauskommt. Beide User, obschon der eine Zen vertritt und der andere Theravada, legen offenbar gleichermaßen Wert auf die schriftliche Ü...

PHOWA, Bhutan und Buddhistische Apps

Aktuell! Eine email-Anfrage erreichte mich, sie bezog sich auf Phowa. Ich will sie Euch so wenig vorenthalten wie meine Antwort, damit nicht noch mehr Leute auf das Geschwätz der Ole Nydahl-Fraktion und des Dilgo Khyentse hereinfallen, auf den ich im zweiten Teil dieses Beitrages weiter eingehe. Zunächst die Anfrage: "Ich beziehe mich auf Beiträge in Ihrem ASSO BLOG. Sie äussern sich wohltuend sehr kritisch über OLE NYDAHL und insbesondere zur PHOWA-Praxis. Sie scheinen sich damit auszukennen und scheinen der Einzige im deutschsprachigen Internet, der diese Praxis kritisiert. Könnten Sie Auskunft darüber geben : Was hat es genau auf sich mit dieser “Magie” ? Kann man TATSÄCHLICH vom Meditieren ein äusserliches Zeichen bekommen, ohne dass jemand “nachhilft” ? (Loch im Kopf, Blut etc.) Das beunruhigt mich ziemlich… Vielen Dank für einen Hinweis !" Meine Antwort, leicht überarbeitet: Hallo Pietro (oder wer auch immer dahinter steckt),...

Die Zen-Erfahrung

In der Hoffnung, dass es einige Leser interessiert, will ich in den kommenden Wochen Lektüre aufarbeiten. Ich werde die für mich - gerade im Zusammenhang mit gängigen Klischees übers Zen - interessantesten Stellen übersetzen und mit Stichworten oder Überschriften versehen. Thomas Hoover hat in The Zen Experience (Neuauflage bei Penguin 2010, als ebook momentan kostenlos!) ein paar wichtige Zitate aus der Überlieferung zusammengetragen. 1. Was ist Sitzmeditation? "Sitzen bedeutet nach außen überall ohne jedes Hindernis zu sein und nach innen keine Gedanken zu aktivieren. Meditation bedeutet innerlich die ursprüngliche Natur zu entdecken und nicht verwirrt zu werden." Die von außen auftretenden Probleme werden also nicht als Hindernisse gesehen und innerlich keine anhaftenden Gedanken daran geknüpft. Dies ist eine andere Umschreibung von Gleichmut. Der Sinn der Meditation ist die tiefe Erkenntnis des eigenen Wesens, nicht verwirrt zu werden deutet an, dass man si...

Dôgens EIHEI KOROKU (IX):
Die Selbsttötung des Chuan-tzu

Die folgende Geschichte gibt uns einen Hinweis darauf, dass ein Erwachter in Sachen Selbsttötung frei ist (und sich nicht, wie ein christlicher Fundamentalist, sklavisch an ein Gebot des Nicht-Tötens halten muss).        W isst ihr nicht, dass den Zen-Meister Chia-shan, als er Obermönch in Ching-kou war, auf dem Weg in die Vortragshalle ein Mönch fragte: ‚Was ist der dharmakâya ?‘ – ‚Er hat keine Form.‘ – ‚Was ist das Dharma-Auge?‘ – ‚Es hat keinen Makel.‘ Als er dies hörte, brach Tao-wu in Gelächter aus. Chia-shan stieg von seinem Sitz herab und richtete seine Kleidung. Dann warf er sich nieder und fragte Tao-wu [1] nach dem Grund. Tao-wu erwiderte: ‚Ich habe einen Bruderschüler, der andere in einem Boot auf dem Fluss Hua-ting belehrt. Wenn du ihm begegnetest, würdest du es sicher verwirklichen. Du solltest deine Kleidung besser gegen die eines schriftkundigen Lehrers tauschen.‘ Chia-shan nahm diesen Rat an, löste die Mönchsversammlung auf und begab sich...

Missverständnisse im Buddhismus (III): Selbstmord

Immer wieder findet man seltsame Ansichten von Buddhisten, nach denen so etwas wie ein individuelles Herz oder Bewusstsein nach einem Selbstmord überleben könnte und durch diesen ein ungünstiges Karma sich fortpflanze (etwa bei Dr. Lautwein ). Die Ansichten im Pali-Kanon bezüglich des Suizids sind jedoch durchaus nicht eindeutig, sondern komplex, um nicht zu sagen: widersprüchlich. Im Samyutta Nikaya (S.4.23.) lesen wir von Godhika, der sich erdolchen will. Da er nicht mehr am Leben hängt, darf er das und findet gar Erleuchtung im Selbstmord. Interessanterweise ist es hier Mara, Buddhas übler Gegenspieler, der darauf pocht, Bhikkhus dürften nicht Hand an sich selbst legen.    Im Vinaya, dem Verhaltenskodex für Ordinierte, finden wir dann detaillierte Ausnahmen für den Selbstmord (durch Nicht-Essen), darunter auch bei unheilbaren Krankheiten. (Vin. A. [Kommentar] 467)    Seltsam mutet der Tenor an, der den Erwachten unter derartigen Umständen die Selbsttötung erlaub...