Daniel L. Everett lebte einige Jahre bei den Piraha (sprich: Pidahan)-Indianern am Amazonas. Er kam als Evangelikaler, ohne den Wunsch zu predigen oder zu taufen, jedoch mit der Aufgabe, das Neue Testament in die Sprache dieses Volkes zu übersetzen. Heute ist Everett vom Glauben abgefallen und den Indianern dankbar dafür. Als Linguist kritisiert er die etablierten Auffassungen etwa eines Noam Chomsky und plädiert dafür, Sprache im Zusammenhang mit ihrer Kultur zu begreifen. Denn er entdeckte, dass dieses Volk anders spricht, und dass dies mit seinem Denken und Leben zu tun hat. Die Piraha kennen keine Vergangenheit, reden mit Geistern, ihre Häuser sind offen und keine Statussymbole, weil alle das Gleiche besitzen, ihre Kinder erziehen sie schon ganz früh zur Selbständigkeit und nehmen dabei auch in Kauf, dass diese sich verletzen, ihre Toten begraben sie sitzend, weil sie es so für einfacher halten, ein Grab auszuheben. Everetts Bericht "Das glücklichste Volk" (München 2010)...
Kommentare eines Zen-Rüpels