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Posts mit dem Label "Shen-hsiu" werden angezeigt.

Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik

[Im Folgenden ein Beitrag, der verschiedene Texte aus diesem Blog verbindet und auf Anfrage eines buddhistischen Magazins zustande kam, das ihn schließlich aber selbst in einer stark vereinfachten Form und ohne die Bezüge zum Machtmissbrauch für zu akademisch befand. Den vierten Teil über tibetisches Zen habe ich hier weggelassen, weil er erst kürzlich in diesem Blog zu lesen war.] Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik Teil I: Die Vorläufer Seng-chao und Chih-i In der jüngeren Zeit sind das Fehlverhalten und der Machtmissbrauch buddhistischer Lehrer in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dabei fiel mir auf, dass sich bei einigen Schülern (ich bitte die weibliche Form jeweils mitzudenken) auch nach der Aufdeckung von Skandalen eine unrealistische Erwartung hartnäckig hält, die zwei wesentliche Charakteristika hat: Zum einen wird auch der nächste Lehrer als etwas angesehen, der etwas besitzt, was man selbst nicht habe; zum anderen soll auch er wieder exemplarisch ...

Warum es viele sechste Patriarchen gab

Beschäftigen wir uns nun mit einigen Aspekten des chinesischen Chan, die die frühe Übertragungshagiographie und den etwas künstlichen Streit um plötzliche oder allmähliche Erleuchtung kennzeichnen. Ich fand einen alten Aufsatz von Hu Shih (1891-1962), einem chinesischen Philosophen und Diplomaten, der zeitweise Präsident der Peking Universität war und sich besonders für die Verwendung von Umgangssprache in der Literatur einsetzte. In “Is Chan (Zen) beyond our understanding?” ( Philosophy East and West , Vol. 3, No 1, 1953) geht es ihm zum einen darum, im Gegensatz zu D. T. Suzuki aufzuzeigen, dass Zen durchaus gewissen Logiken folgt. Zum anderen gelingt es Hu Shih, uns die Bedeutung von Shen-hsiu zu verdeutlichen, der im Alter von über neunzig Jahren von der Kaiserin Wu in die Hauptstadt Changan eingeladen wurde. Er hatte bis dahin ein zurückgezogenes Leben in den Wutang-Bergen verbracht und wurde nun im Jahre 701 buchstäblich an den Hof getragen, wo man ihn bis zu seinem Tod im Ja...

Zum Disput über allmähliche und plötzliche Erleuchtung

John McRae* weist darauf hin, dass es unmöglich ist, die Lehren Hui-nengs (638-713), der als der sechste Patriarch gilt, mit Gewissheit zu bestimmen. Sein Schüler Shen-hui (684-754) zitierte ihn in seinen umfangreichen Schriften nicht, und das Plattform-Sutra stammt aus der Ochsenkopf-Schule und weist mehr Übereinstimmung mit deren Lehre auf als mit der Shen-huis. Die berühmte Zeile aus Hui-nengs Erweckungsversen „Ursprünglich gibt es da nicht ein einziges Ding“ kommt so tatsächlich in Texten der Nordschule Shen-hsius vor (eine informell organisierte Gruppe in den damaligen Hauptstädten Loyang und Ch’ang-an seit Beginn des 8. Jh.s, die von sich als der „Lankavatara-Schule“ und der „Lehre vom Ostberg“ sprach), so dass deren Ideen sich folglich auch im Plattform-Sutra finden. McRae weist anhand verschiedener Texte nach, dass Shen-hui zunächst selbst den Lehren der Nordschule anhing und sich auch in deren Überlieferung Kritik an Punkten findet, die Shen-hui anspricht, darunter auch an de...

Wie Dôgens Zen sich von Hui-nengs unterscheidet
(Auszüge von Carl Bielefeldt)

Carl Bielefeldt ist ein Dôgen-Experte, der einige der Ansichten vertritt, die ich hier schon äußerte. Zum Beispiel die, dass Dôgen ein "politcal manqué" gewesen sei, ein "verhinderter Politiker" (eigentlich ist manqué ja jemand, der eine bestimmte Erwartung oder Ambition nicht erfüllt). Er sagt das im Band "Dogen Studies" von William LaFleur (S. 41). In seinem Buch "Dogen's Manual of Zen Meditation" (Berkeley, London 1988) schreibt Bielefeldt über Hui-neng und die drei attributlosen Schulungen ("three attributeless disciplines", wu hsiang san hsüeh ): Der Unterschied, sagt Huineng, zwischen seiner eigenen Lehre von der spontanen Erleuchtung und der des graduellen Erwachens seines Rivalen aus der Nördlichen Schule, Shen-hsiu, sei der, dass Letzterer noch dem konventionellen Verständnis anhafte und Ethik, Meditation und Weisheit als etwas präsentiere, dass in die Praxis umzusetzen sei. Hui-neng sagt...