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Posts mit dem Label "Interview" werden angezeigt.

Weiteres Interview mit Joshu Sasaki

Was ist die Essenz des Zen-Buddhismus? Wer ist es, der eine solche Frage stellt? Jemand, der Zen praktizieren will, oder jemand, der gar kein Interesse an Zen hat? Welche Qualifikationen hat der Fragesteller? Ich nehme an, er bildet sich ein, dass jeder wissen will, was die Essenz des Zen ist. Doch im Buddhismus sprechen wir eher vom „ursprünglichen Gesicht“, und weil ich kein Gelehrter bin und nicht weiß, was der Fragende mit Essenz meint, kann ich nur antworten, dass sie sich im ursprünglichen Gesicht manifestiert. Alles hat also eine Essenz im Sinne eines ursprünglichen Gesichts. Es ist die Essenz einer Blume, zu blühen, die Essenz einer Katze, Mäuse zu fangen – so manifestiert alles sein ursprüngliches Gesicht. Auch wir Menschen manifestieren unser ursprüngliches Gesicht, die Frage ist also, wie wir dieses verstehen können. Welchen Wert hat Zen für die westliche Welt? Wer ist es, der einen Wert beimisst? Wer sucht nach Wert? Das Erste, was Zen hierzu zu sagen hat, ist: Wi...

JOSHU SASAKI (J): Interview mit David Chadwick (D) + Bob Halpern (B) (1969)

[ Hervorhebungen von mir.] B: Warum sind Sie nach Amerika gekommen? J: Dr. Harmon wollte Zen studieren und schrieb an den Myoshinji-Tempel in Kioto, der mich dazu berief, hierher zu reisen. B: Wann war das? J: 1962. Der Brief kam 1961. Bis dahin hatte ich nie daran gedacht, in die USA zu gehen. Außerdem war der Tempel, dem ich angehörte, sehr arm. Myoshinji meinte jedoch, ich würde hier von Nutzen sein. Es ist der Haupttempel meiner Rinzai-Schule. Ein weiterer bedeutender Tempel ist zum Beispiel der Ryutakuji. D: Könnte Roshi [der Ehrentitel für Sasaki] die Entwicklung seiner Zen-Gruppe beschreiben, wie sie begann und wie sie dieses Gebäude erwarb? J: Es begann vor siebeneinhalb Jahren. Kannst du siebeneinhalb Jahre lang jeden Tag eine Stunde Zazen praktizieren? So einfach war das in etwa. Ich hatte sechs Monate nachgedacht, ehe ich in die USA ging, zumal ich kein Englisch konnte. Im Juli 1962 kam ich an. In meinem linken Robenärmel trug ich ein Wörterbuch für Japanisch-En...