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Posts mit dem Label "Kritik" werden angezeigt.

Der fragwürdige Kôdô Sawaki?

Bei der Vorbereitung unseres neuen Buchs mit Sawaki-Sprüchen sagte uns ein Soto-Mönch, man sollte sie eigentlich nur noch mit Kommentaren publizieren. Im Folgenden deshalb ein paar Beispiele aus Zen ni kike („Frag das Zen“, hg. von Kushiya Shusoku, Daihorinkaku 1986/2015; eigene Formulierung, vgl.:   „An Dich“, Übersetzung: Muho Nölke, Angkor Verlag 2017) mit Hinweisen zur kritischen Reflektion. I. Zen-Phrasen „Selbst ein Nichtsnutz erkennt: ‚Alles ist eins‘, wenn er zu seiner wahren Natur erwacht.“ „ Wenn du den Dingen auf den Grund gehst, verschwindet die Grenze zwischen dir und dem Universum.“ Die Alleinheit, das Einssein mit dem Universum: Eine seltsame Vorstellung, wo wir doch den größten Teil davon nicht einmal kennen. Sind wir etwa auch mit dem Vakuum und der Strahlung eins? Warum wird immer wieder auf solche Bilder zurückgegriffen, statt konkret greifbare Analogien zu finden?   II. Mangelnde Erfahrung „Alle reden von Liebeshochzeiten, aber ist das nicht Sen...

Dôgen lehrte kein Shikantaza ...
und kritisierte heftig andere Lehrer

Shikantaza Hier wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass man Dôgen Zenji auch anders verstehen kann, ja verstehen sollte, als es die Sôtô-Schule gemeinhin tut und viele von ihren Mitgliedern in Deutschland. Im neuen Buch von Steven Heine ( Dogen and Soto Zen, Oxford 2015 ) findet sich der Aufsatz "Dogen’s Use of Rujing’s ‘Just Sit’ (shikan taza) and Other Koans” von T. Griffith Foulk, den der Herausgeber folgendermaßen zusammenfasst: "Eine zentrale These dieses Kapitels ist, dass Dogen tatsächlich nicht die Art von Zazen lehrte (oder sich auch nur ausdachte), die ihm von modernen Soto-Gelehrten und Zen-Lehrern gemeinhin als Shikantaza zugewiesen wird. Foulk analysiert im Detail, dass Dogens Anweisungen fürs Zazen diesen Ausdruck nicht verwenden und auch keine Methode empfehlen, die sich mit dem deckt, was heutige Forscher über Nur-Sitzen sagen." Foulk zeigt vielmehr auf, dass Dôgen "Nur-Sitzen" als Kôan verstand . Dôgen habe Sitzen auf mehr...

Wie Dôgen Zenji Laien die Chance zur Erleuchtung absprach

Kürzlich habe ich einen Essay  von Hoyu Ishida aus dem Jahr 1989 für ein buddhistisches Forum zusammengefasst. Er handelt von einem signifikanten Wandel in Dôgens Ansichten zu einigen Rinzai-Lehrern und zum Laientum. Ishida räumt zunächst ein, dass viele der genannten Thesen zu dieser Zeit kontrovers diskutiert wurden. Dazu zählt auch die zweifelhafte Autorenschaft Dôgens am Kapitel „Bendôwa“ aus dem „Shôbôgenzô“. Dieses sei offenbar ursprünglich gar nicht fürs Shôbôgenzô geschrieben worden. Die darin einige Jahre nach seiner Rückkehr aus China (1227) geäußerten Ideen deckten sich mit denen des Fukanzazengi (spätestens 1233), das ein „universelle Empfehlung des Zazen“ darstelle. Die Thesen darin: -           Zazen ist der wahre Buddha-Dharma, da alle Buddhas und Meister durch Zazen erwacht seien -           Zazen ist kein Mittel zum Zweck (der Erleuchtung), sondern Erleuchtung selb...