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Posts mit dem Label "Schreiben" werden angezeigt.

Hölle (Satire)

man nennt mich corona. ich bin wie ihr, will leben und mich vervielfältigen. warum ich rücksicht auf kinder nehme? sie betrachten mich nicht als feind. sie nehmen mich an. sie sind die zukunft. dies ist euer letzter weckruf.   ja, jetzt steht ihr still. ihr habt angst und begreift langsam, dass die ganze welt ein schicksal teilt. ihr macht die erde kaputt, doch bevor das passiert, sendet sie uns, um euch kaputtzumachen. ich bin nur die vorhut, aber wenn ihr wüsstet, was für gemeine verwandte ich habe ... wie wär‘s, wenn wir lebewesen allesamt einen weg zur friedlichen co-existenz fänden?  *** [Wie ich kürzlich erwähnte, nehme ich in diesem Jahr an Schreibwettbewerben teil, um nicht aus der Übung zu kommen - das jahrelange Übersetzen von Zen-Texten war doch etwas einseitig. Hier nun zur Abwechslung mal ein solcher Beitrag, der es nicht in die Endauswahl schaffte. Das vorgegebene Thema hieß: "Mehr Licht". In Bälde werde ich wieder Aufsätze mit buddhistischer Thematik ...

Schreiben ist Religion

Heute las ich in "On Becoming a Novelist" von John Gardner (1933-1982). Er war Autor und Schreiblehrer, mit Einfluss auf einen meiner Lieblingsautoren, Raymond Carver. Der letzte Absatz seines Ratgebers für Romanautoren zieht eine interessante Parallele zwischen dem religiösen Pfad und dem Weg eines Autors. Ich übersetze:    "Der wahre Romanautor ist einer, der nicht aufgibt. Romane schreiben ist nicht so sehr ein Beruf wie es ein yoga ist, ein 'Weg', eine Alternative zum gewöhnlichen Leben-in-der-Welt. Sein Nutzen ist quasi-religiös: eine veränderte Qualität von Geist und Herz - Befriedigungen, die kein Nicht-Autor verstehen kann; die Härten dieses Lebens bringen im Allgemeinen nur dem Geist (spirit) Gewinn. Wer sich authentisch zu solch einer Tätigkeit berufen sieht, dem genügt dieser spirituelle Gewinn."