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Posts mit dem Label "Khmer Rouge" werden angezeigt.

Gedicht eines Kambodschaners (II)

 WASSERBÜFFEL, KOBRA UND EIN KRIEGSGEFANGENER Arbeit, Arbeit – Bäume fällen und entwurzeln, Buschwerk beseitigen, Reis verpflanzen, keine Zeit zum Ausruhen. Mittags allein; als ich das Bambusdickicht beseitigt habe, öffnet eine schöne schwarze Kobra ihre Haube vor mir und stellt ihre Macht zur Schau. Sie dachte, ich sei ihr Feind. „Sie ist schön, genau wie in den Indianerfilmen!“, rief ich mir selbst zu, während meine Knie schlotterten. „Oh Kobra! Dein Fleisch und Blut sind wahrlich Buddhas Fleisch und Blut . (1) Ich bin zwar nur ein Kriegsgefangener, aber nicht deine Mahlzeit. Du, Kobra, bist frei, und wenn mein Fleisch wirklich dein Blut ist, verteidige mich mit den Geistern dieser Sümpfe, um mich zu Buddha, Dharma und Sangha zu führen.“ Die Kobra starrte mich mit liebevoller Güte an, senkte dann ihren Kopf. Sie glitt in den Morast des Südens (2), und ich kehrte zu meinem Überlebenswerk zurück.              ...

Gedicht eines Kambodschaners (I)

ALBTRAUM Mich im Bett wälzend, verknäult wie ein Baby im Mutterleib, wünsche ich mir, sie würden niemals die Grenze überschreiten. Orientierungslos finde ich mich irgendwie am Rande eines Bambusdickichts im offenen Felde wieder. Das Poltern der Panzer und das Trommeln der Soldatenschritte lässt jeden Bambusdorn erzittern. Bald schon bringen die Schreie „Fasst sie! Fangt sie lebend!“ mein Blut in Wallung und lassen meine Knie schlottern. Ich ziehe mein Hemd aus, verstecke mein Gesicht, umklammere einen Bambusstängel, halte den Atem an, wünsche nochmals: „Oh Gott, stimme sie um!“ Als sie näher und näher kommen, werde ich kleiner und kleiner, klein genug, um in den Bambusstängel einzutreten. Doch noch immer rezitiere ich mit zitternder Stimme – „Buddho!“ Ein Grashalm mag Tautropfen tragen, doch keine Scherben zerbrochenen Glases! „Dharmo!“ Ein Grashalm mag Tautropfen tragen, doch keine Schrapnellkugeln! [U Sam Oeur: Träume im Konzentrationslager ...