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Posts mit dem Label "Vegetarismus" werden angezeigt.

Richard David erpricht sich

[Gastbeitrag von Emil Blau] "Tiere essen" von Safran Froer hat Richard David Precht angeblich nicht gelesen (sein neues Werk heißt dennoch "Tiere denken"), Peter Singer kennt er wohl. Als bekennender Fleischesser (aber nur, wenn er weiß, woher es kommt) gibt er dem üblichen populären Vegetarismusgefasel damit nur einen kleinen Dreh und schwimmt ansonsten ganz auf der Mainstreamwelle mit. Da meint er, wir wären gebissmäßig nie dafür geschaffen gewesen, rohes Fleisch zu essen, ja hätten erst einmal das Feuer entdecken müssen - und unterschlägt unsere anatomische Evolution, die Beschaffenheit unserer Verdauungsorgane oder die Leichtigkeit, mit der man rohen Fisch verspeisen kann (und viele Innereien oder das Blut von Säugetieren). Er glaubt, wenn man Besuche auf Schlachthöfen zum Pflichtprogramm in Schulen machte, würden 70 Prozent der Kinder kein Fleisch mehr essen wollen - empfiehlt aber weder einen saftigen Kochkurs noch den Ausflug mit einem Jäger oder Fischer ...

Warum Buddhisten keine Vegetarier sein müssen

Ein Leser fragte mich neulich, warum ich - bei meiner Empathie für Menschenaffen - so spitz auf buddhistische Vegetarier reagiere. Ich nehme das zum Anlass, meine Position ausführlicher als vor ein paar Jahren darzustellen.    Zunächst geht es mir nicht um gesundheitliche oder ökologische Aspekte, wie ich hier schon einmal schrieb. Auch ich senke meinen Cholesterinspiegel, wenn ich auf tierische Produkte verzichte, beanspruche weniger Anbaufläche und verursache weniger CO2-Ausstoß, sollten meine Nahrungsmittel überwiegend vegetarisch sein. Mir geht es allein um die unzureichende ethische Begründung von Buddhisten, und ich ergänze noch, die mangelnde Logik prominenter Philosophen wie Peter Singer . Ich will darstellen, warum gerade der Buddhismus sich eignet, die verzerrte Sicht aufs Leiden zu korrigieren. 1) Es gibt eine Regel, kein Leben zu nehmen. Im Ordenskodex für Mönche wird klar, dass menschliches Leben über tierischem steht. Ein weiterer Hinweis sind die Essensv...

Tiere essen oder leben wie die Bishnoi?

"Oh, sie verwechselten Essen mit Geist, sie dachten, sie könnten sich zu besseren Menschen essen, ohne zu begreifen, dass essen eins ist, die Vorstellungen, die das Essen weckt, etwas anderes." (Karl-Ove Knausgaard: Lieben. btb 2013)  Auf ARTE sah ich kürzlich eine Doku über die kleine Gemeinschaft der  Bishnoi , die nach fünfhundert Jahre alten 29 Regeln  eines Guru lebt und nicht nur auf das Essen von Tieren verzichtet, sondern diese auch unter Einsatz des eigenen Lebens schützt. Ihre Naturverbundenheit dehnt sich sogar auf Planzen aus, das Fällen und Beschneiden von Bäumen ist untersagt und es sollen nur Kleiderfarben getragen werden, für deren Herstellung weder Tiere noch Pflanzen dran glauben müssen (von den genannten Regeln würde allerdings die gegen den Opium-Genuss vernachlässigt ...).                                           Zu dieser Ze...

Altes von der vegetarischen Front: Vanja Palmers

In der Ausgabe 04/2013 von Buddhismus Aktuell  spekulierte der Zenlehrer Vanja Palmers über unsere "besonders enge" Verbundenheit mit dem Schwein. Ich schrieb einen Leserbrief an die Redaktion, gehe aber nicht davon aus, dass er abgedruckt wurde. Hier zunächst mein Kommentar, danach weitere Ausführungen zu Palmers seltsamer Logik. Ich sollte vorausschicken, dass ich auf einem Bauernhof groß wurde und zwei Schweine zu meinen Freunden zählte (beide später geschlachtet).    "Vanja Palmers wirft einiges durcheinander, was man sauber trennen sollte. Ärzte empfehlen überwiegend gemäßigten Fleischkonsum, nicht den völligen Verzicht. Aus der Massentierhaltung folgt nicht, dass man Vegetarier oder Veganer werden muss, da man sich auch mit Wild oder über andere Tierhalter gemäßigt versorgen kann. Will man der Umwelt nutzen, so wäre es angebrachter, auf Schafs- und Rindfleisch zu verzichten, da beides eine schlechtere Ökobilanz aufweist als das des Schweines. Tatsächlich ...

Die Bodhidharma-Legenden

Wiki hat sie schön chronologisch zusammengestellt. Erst zur Zeit Dôgens wurde aus dem Sitzen Bodhidharmas vor der Wand ein neunjähriges. Dieses exzessive Zazen allerdings war hier der Ausdruck oder die Angewohnheit eines bereits Erleuchteten, denn Bodhidharma war ja bereits ein "bestätigt Erwachter", als er zum Shaolintempel kam (der Rückschluss, man müsse ausdauernd vor einer Wand hocken, um zu erwachen, ist auch deshalb unlogisch, weil ja schon Bodhidharmas Nachfolger Huike schlichtweg nach einem Dialog mit seinem Lehrer erwachte). Interessant ist auch, dass zunächst das Lankavatara-Sutra, später dann (auch) das Diamantsutra von Bodhidharma an seinen Nachfolger weitergegeben worden sein soll. Es gibt einige umtriebige Buddhisten, wie Thich Nhat Hanh und den Macher von "Dark Zen", die nicht zuletzt deshalb dem Lankavatara-Sutra eine große Bedeutung beimessen (und zum Beispiel einen ständigen Streitpunkt, den Vegetarismus, damit begründen). Tatsächlich kann man sa...

Wie nützlich ein (totes) Schwein sein kann

In den vergangenen Tagen habe ich oft Tiere zum Gegenstand des Blogs gemacht - und die Notwendigkeit sie zu töten, trotz anderer Erwartungen, die man Buddhisten gegenüber hegt. Nun erschien im SZ-Magazin eine Übersicht der Produkte, die man aus einem geschlachteten Schwein herstellt. Darunter sind viele, die nicht nur ich nicht missen möchte. Sicher gibt es hier und da Alternativen, interessant ist jedoch auch, welches Dana, welche Gabe, ein solches Schwein darstellt. Daraus wird nämlich u.a.: - Brot - Kaugummi - Negativfilm einer Fotokamera - Herzklappe - Seife - Erdbeer-Käse-Kuchen - Streichholz - Wein - Fruchtsaft - Tiramisu - Farbe - Lakritz - Bremsscheibe eines Zuges - Patronenkugel - Bier - Heparin (Blutgerinnungshemmer) - Papier usw. usf. Nicht zuletzt auch Hunde- und Schweinefutter. Ja, das Leben eines Vegetariers ist nicht so einfach, will er konsequent sein ... (Foto: Scott Bauer/Wikipedia.de)

Der Handel mit Fleisch

(recycelt aus einem Forum)   Von den "fünf Arten des Handelns" ist für mich das Verbot des Handelns mit Fleisch (wozu dann wohl auch Fisch gehören dürfte) unhaltbar. Man braucht nur den Fernseher einzuschalten, um mindestens drei Mal die Woche irgendwelche Fischer in buddhistischen Ländern zu sehen, deren Überleben genau davon abhängt - und nicht deshalb gefährdet ist, weil sie dies tun, sondern weil große Fangflotten die Meere leerfischen. In Kambodscha müssen einige sogar mit Rattenfleisch handeln. Ich würde wahrscheinlich einem Mönch an der Robe zerren, würde ich mitbekommen, dass er einem solchen Rattenfleischändler, der am Ende des Tage 4 Dollar Gewinn gemacht hat, dies noch untersagen will, während er selbst sich - womöglich noch im Widerspruch zum Vinaya - im Tempel von einem kleinen Jungen massieren lässt. Die Praxis spricht hier eine andere Wahrheit als die Theorie. Für den Rattenfleischhändler und Fischer führt der Verzicht auf den Fang und Handel mit Tieren konkret...

Die Dankbarkeit der Pflanzen

Es heißt: 'Sieht man Seltames, ohne sich viel zu wundern, hört es gleich auf, seltsam zu sein.' ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Abt Jôshin vom Shinjôin-Kloster nannte einen Mönch, dem er einst irgendwo begegnete, 'shirôri'. Als man ihn fragte, was das bedeuten solle, gab er zur Antwort: "Ich kenne dieses Ding auch nicht; sollte es aber existieren, dann gleicht es bestimmt dem Gesicht dieses Mönchs." ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ In Tsukushi lebte einst ein hoher Beamter, der viele Jahre hindurch jeden Morgen ein paar Rettiche rösten ließ und sie verzehrte, da er in ihnen vortreffliche Heilmittel für allerlei Krankheiten sah. Eines Tages umzingelten Übeltäter das Amtshaus in einem Augenblick, als niemand darin war, und versuchten es auszurauben. Da tauchten plötzlich zwei Soldaten in dem Hause auf, kämpften, ohne auf ihr Leben zu achten, und schlugen die Eindringlinge sämtlich in die Flucht. Der Beamte war aufs äußerste überrasc...

Nur von Luft leben? So nicht!

Ich fange mal meinen Blog an mit etwas, das hier wohl zu einem der Schwerpunkte werden wird - das Outen seltsamer, falscher, verirrter buddhistischer Lehrer. Gerade wurde ich auf Chuanxi hingewiesen, der aus China kommt. Hier stellt er die Frage: "Pflanzen haben auch Leben. Darf man sie essen?" Und die Antwort: "Auch beim vegetarischen Essen ißt man nicht aus Gier, sondern beschämt. Unser Praktizieren ist noch nicht gut genug, so dass wir Pflanzen noch als Nährstoffe essen. Das sind Nährstoffe der niedrigen Stufe. Wenn man sich gut genug geübt hat, braucht man keine solchen Nährstoffe von niedrigen Stufen. Man kann direkt Nährstoffe auf höheren Ebenen einnehmen." Tja, zu Anfang also mal ein Witz. Wirklich beschämend, mit was man so als buddhistischer Lehrer durchkommt. Ich rate dazu, Pflanzen als gleichwertige Lebewesen anzusehen. Das ist der buddhistische Weg. Die gleiche Sicht sollten wir auf Tiere haben. Alle sind die Buddha-Natur. Kein niedrig, kein hoch...