Mittwoch, 20. September 2017

Wenn ich Kanzler wäre ... Mein Traum-Kabinett (Viererkoalition)

Kürzlich schrieb ich einem hier hartnäckig nach den Unterscheidungsmerkmalen buddhistischen Erwachtseins Fragenden von meinen gerade besonders intensiven Träumen (das liegt u.a. an momentan konzentrierten Textstudien und Übersetzungen aus dem Zen). Eines Nachts wachte ich z.B. auf und konnte mich an das Wort NAVENTUR erinnern. Ich googelte es, und es machte auf Latein Sinn (was ich vor 40 Jahren sogar mal gelernt habe), dort bedeutet das zugehörige Verb etwa "mit Begeisterung etwas vollbringen" - allerdings handelt es sich hier um die dritte Person Plural Konjunktiv Präsens im Passiv. Hmm ... 

Ein paar Wochen später holte ich wegen morgendlichem Baustellenlärm eine Stunde Schlaf mit Ohropax nach, als ich plötzlich im Traum auf meinem ehemaligen Balkon (heute hab ich keinen mehr) hinter dem Vorhang einiger Katzen ansichtig wurde, wovon eine schlief und eine andere den Rücken krümmte und fauchte, so als habe sie vor etwas Schiss. Da entdeckte ich auf dem Balkonboden ein offenbar ebenfalls schlafendes Tigerjunges. Ich versuchte eine der Katzen ins Zimmer zu hieven, aber es gelang nicht. Und wo war mein Hund (ich habe gar keinen Hund)? Da wurde ich wach. Und da ich gerne auch mal tagträume, spann ich die Geschichte einfach weiter, stellte mir vor, dass "mein Hund" längst auf den Nachbarbalkon gesprungen war usw. (Ich mache das immer so. Wenn ich z.B. in einem Traum kämpfe und meine Gegner noch nicht erledigt sind, ehe ich aufwache, dann wird das eben im Wachzustand zuende gedacht). Nach dem Duschen setzte ich mich an die Korrekturen des Zenrin Kushû, das ich gerade überarbeitet als Ebook herausgebracht habe. Und welche Textpassage war die erste, an der ich nach meinem Nickerchen weiterarbeite?

陷虎之機
165.     Kanko [no] ki.
Ein Tiger einfangendes Strategem.

Eine Falle bauen, um einen Tiger zu fangen. Wilde Handlungen eines strengen Zen-Mönches. Im Innern das Herz eines schrecklichen Diebes.
 

Ist das nicht wieder witzig, wie hier eins zum andern kommt und einen geradezu einlädt, nach einer Verbindung der Geschehnisse und "Sinn" zu suchen? In jedem Fall kann ich nur als Zen-Infizierter sprechen. Dort gibt es zwar auch die abgewandelte Weisheit, dass viele Wege nach Rom führen. Aber aus meiner Sicht bestehen zumindest relativ viele Kennzeichen (wie sie u.a. auch in der obigen Sammlung möglicher Antworten auf Kôan beschrieben sind), die man als typisch für den Zen-Weg herausarbeiten kann. Da ich für dieses Jahr schon Zusammenfassungen akademischer Arbeiten angekündigt habe und immer auch ein bisschen was aus den Neuerscheinungen einstreuen möchte, merke ich mir dieses Thema mal für nächstes Jahr vor.

Einstweilen kann ich es nicht lassen, von einem weiteren Traum zu erzählen (manchmal sind es auch einfach Erkenntnisse direkt nach dem Aufwachen, wie z.B. die DBU in einem offenen Brief aufzufordern, die Ole Nydahl-Sekte rauszuschmeißen, die schließlich ihren eigenen Club hat - doch dazu später mehr). In diesem Fall hatte ich nach dem Aufwachen aus eher diffusen Vorstellungen von Treffen mit Politikern die Idee, dass ich als Kanzlerkandidat im TV-Duell die Frau Merkel als wankelmütige Irrationale bloßgestellt hätte, die mit ihrem abrupten Ausstieg aus der Kernenergie und ihrem nicht abgestimmten Hereinlassen von Flüchtlingen große finanzielle Belastungen und soziale Spannungen auf uns geladen hat, und deren widerlicher Opportunismus (ich stimme gegen gleichgeschtliche ... aber da ich mich nun mal verplappert habe und die Wahl gewinnen will ...) nur noch mehr zu ihrer Unberechenbarkeit beiträgt (ein Merkmal, das sie mit Trump gemein hat, aber besser verbirgt, oder sagen wir: ohne dessen Fähigkeit zu klaren Ansagen zu besitzen). 

Wie auch immer, sie könnte von mir als "Mutter der Nation" das Familienministerium haben, obgleich dann in der Opposition, aber das wäre, nimmt man ihre letzten Klarstellungen zur Machtgeilheit, wohl unter ihrem Niveau. Ich hätte auch für Thomas de Maizière noch ein Plätzchen, falls kein gestandener General (a.D.) das Verteidigungsministerium übernehmen könnte. Immerhin führten diese Gedanken dazu, dass ich mich durch die Webseiten der Parteien klickte, und am Ende hatte ich mein Dreamteam zusammen. Das Ganze fußt auf der einfachen Vorstellung, dass ich durch das TV-Duell (spätestens) mit Merkel gleichgezogen hätte, wir wären bei je 33 %, die restlichen würden sich so aufteilen: FDP 11, Linke 9, Grüne 6, AfD 6, andere 2 %. Da Rot-Rot-Grün nicht für eine absolute Mehrheit reichen würde, käme die FDP ins Boot, Lindner und Kubicki bekämen die Ministerien ihrer Kompetenz und noch eines für ihre Partei, und weil Sarah Wagenknecht ein nur scheinbar kleineres innehätte (das in Zukunft aber wegen der Flucht-Ursachenbekämpfung einen größeren Stellenwert bekommen wird), würde auch die Linke drei Ministerien erhalten. Ja, das wäre ein bunter Haufen mit viel Kompetenz an den richtigen Stellen (ich weiß, nicht überall, dazu kenne ich zu wenige Politiker). Als I-Tüpfelchen würden meine Regierungssprecher ein Paar bilden, damit Anne (so sie) Will noch ihren Talk machen kann. Sebastian Edathy käme zurück, noch als Parteiloser, und würde mithelfen. DAS wären Paukenschläge! 

Vor Längerem habe ich mal in einem Forum gesagt, mit Martin Schulz habe die SPD eine Chance, und anfangs sah es ganz so aus. Dann trödelte er wie ein Seelsorger herum. Wäre ich in Martin Schulz' Lage gewesen, hätte es noch eine andere Option gegeben. Ich hätte mich mit Lindner so arrangiert, dass er (wie oben) sogar Koalitionen zugestimmt hätte, die er eigentlich ablehnt (die in diesem Fall aber möglicherweise wegen des Stimmenzuwachses der FDP überflüssig geworden wären). Ich hätte nämlich Lindner statt mich zum TV-Duell geschickt und als Kanzlerkandidaten präsentiert. "Hört mal, Genossen und Genossinnen", hätte ich gesagt, "mit mir wird das nix, aber dieser Edelrhetoriker Lindner wird Merkel wie eine lahme Ente aussehen lassen und auch noch die Stimmen aller unentschiedenen jungen Frauen abgreifen. Nach dem TV-Duell wird die FDP auf 20 % kommen, ich werde lieber unter ihm Außenminister, und Sigmar hat dann mehr Zeit für die Familie, wenn er sich ums Inland kümmert."

Und so sähe das Kabinett aus (möglicherweise fehlen ein paar akademische Titel):

Bundesminister des Auswärtigen: Martin Schulz (SPD)
Bundesminister des Innern: Sigmar Gabriel (SPD)
Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz: Wolfgang Kubicki (FDP)
Bundesminister der Finanzen: Christian Lindner (FDP)
Bundesminister für Wirtschaft und Energie: Olaf Scholz (SPD)
Bundesministerin für Arbeit und Soziales: Andrea Nahles (SPD)
Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft: Cem Özdemir (Grüne)
Bundesminister der Verteidigung: Harald Kujat (General a.D.)
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Katja Suding (FDP)
Bundesminister für Gesundheit: Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD)
Bundesministerin für Verkehr und digitale Infrastruktur: Katja Kipping (Linke)
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Dr. Simone Peter (Grüne)
Bundesministerin für Bildung und Forschung: Doris Ahnen (SPD)
Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Dr. Sarah Wagenknecht (Linke)
Bundesminister für besondere Aufgaben: Dr. Gregor Gysi (Linke)
Regierungssprecher/in: Anne Will / Sebastian Edathy




Donnerstag, 14. September 2017

Sogyal Lakar / Rinpoche und die Illusionsmaschine seiner Kritiker

Zuletzt wurde ausgiebig der Fall Sogyal Lakar/Rinpoche in buddhistischen Zirkeln diskutiert. Ein weiterer guter Beleg für Karma, könnte man meinen, hat er sich doch nach lange bekannten Sexskandalen mit Schülerinnen einfach nur weiter zwanghaft in seine Neigungen verstrickt, bis nun einige mit Beschwerden an die Öffentlichkeit traten. Am Beispiel einer Stellungnahme der "Aro-Gemeinschaft" des tibetischen (Nyingma) Buddhismus lässt sich gut aufzeigen, welcher Illusionsmaschine sich diejenigen bedienen, die nicht bereit sind, ihre eigene Überlieferung hinreichend zu hinterfragen. 

Dieser Aro-Familienzweig dürfte nur wenigen bekannt sein, er beruft sich vor allem auf erleuchtete Frauen und die "Visionärin" Aro Lingma, der schon bei ihrer Geburt allerhand Wunderzeichen der Natur usw. nachgesagt wurden. Der "Unbuddhist" übersetzte dankenswerterweise eine Stellungnahme dieser Linie zum Fall Sogyal. In dieser wird einerseits erfrischend deutlich, was an Lehrern wie Sogyal kritikwürdig ist, andererseits grenzt man sich durch den Hinweis auf andere tibetische Gurus ab, die das, was Sogyal für sich reklarmiert, auf die rechte Weise angewendet hätten. Hierin besteht das erste Problem, denn hätte mich z.B. ein Meister mit "verrückter Weisheit" (dort: yeshe cholwa) oder "zornvollem Mitgefühl" (tröwo tshul) behandelt, hätte ich - wie wohl die meisten Menschen - gesagt: "Steck dir deine Verrücktheiten sonst wo hin und behellige mich nicht mit deinen Marotten." Was im tibetischen Kulturkreis durchgehen mag als etabliert, funktioniert anderswo noch lange nicht. Der Hinweis auf lange Studien von Logik und Philosophie ihrer Meister kann diese Erkenntnis nicht mindern, denn die tibetische Logik unterscheidet sich von der westlichen. Schaut man sich an, wer dann von der Aro-Gemeinschaft ins Feld geschickt wird, um als leuchtendes Gegenbeispiel zu dienen (ich musste diese Gesellen alle erst mal googeln), dann findet man doch tatsächlich solche Beschreibungen: 

- konnte Vögel aus der Luft durch Mudra anlocken und aus der Hand füttern, die teils auf seiner Schulter saßen, und "Regen anhalten" (Chhimed Rigdzin), 
- hatte als Kind viele Visionen (Kunzang Dorje). 

Ich bin aus diesem Grund zunächst zum Schluss gekommen, dass mir ebenfalls der Titel "Rinpoche" zusteht (harharhar). Schlimmer noch ist aber dieses Geschwurbel aus Kunzang Dorjes Autobiografie: "Ich wurde von ihrer (der Meister) unfassbarer Güte erfüllt und brachte ihre Methoden zur Anwendung: die üblichen äußeren und inneren Vorbereitungen, die Entwicklungsstufe des Mahayoga, die Aktivitäten von Annähern und Erfüllen (kyerim und dzogrim), die Drei Wurzeln (Lama, Yidam und Khandro), die fünf unterstützenden Yoga-Zyklen des Anuyoga Dogrim, die durch tsalung und tikle wirken, den Khorde Rushen Dzogchen Atiyoga-Zyklus der Übung, das ursprüngliche Trekchö, das spontan manifestierte Tögal und Psal aus den Drei Serien des Dzogchen." Wow! Na dann: Herzlichen Glückwunsch, Rinpoche, du scheinst ja alle wichtigen Prüfungen bestanden zu haben, was auch immer sie bedeuten. Die Frage ist nur: Welchen Nutzen über diese innerreligiöse Rhetorik hinaus hatte das, außer Visionen und vielleicht der Tatsache, dass hungrige Spatzen beim Burger King - Verzeihung, das war ja Rinpoche Gi Do, also: Raben auf den Bergkönig hinabstießen, um sich aus seiner Hand satt zu fressen?

Leider zeigt sich der "Unbuddhist" auch hier wieder als Opportunist, die Stellungnahme dieser Sekte kommt ihm gerade recht bei seinem Feldzug gegen einen weiteren sexuell auffälligen Lehrer. Wir haben leider keine Möglichkeit, das Sexualleben der Meister dieser Aro-Gemeinschaft mit dem Sogyals abzugleichen, was wir jedoch leicht erkennen können, ist a) dass sie sich in ihrem eigenen begrenzten ethnischen Kulturrahmen bewegen, der voller Aberglauben ist und z.B. verbreitete (Natur-)Ereignisse geradezu archaisch als Kennzeichen von Heiligen deutet, b) nicht viel wirklich Brauchbares bei ihrem ganzen komplizierten Eso-Duktus herausgekommen ist. Natürlich behauptet diese Sekte, dass bei ihr verrückte Weisheit und zornvolles Mitleid niemals jemandem geschadet hätten. Interessanterweise tut dies auch ein weitaus bekannterer Lehrer, dessen Beitrag ich im Folgenden kritisiere, Dzongsar Jamyang Kyentse, der überaus umtriebig vor allem (seine) buddhistische Lehre zu verbreiten scheint. Aus seinen Zeilen wird jedoch klarer, warum das Verteidigen asozialer Verhaltensweisen den tibetischen Gurus so wichtig ist - damit sie sich selbst so lange austoben können, bis ihnen ihre Fehltritte von frustrierten Schülern vorgehalten werden. Das Ganze ist also vor allem ein mächtiger Ego-Trip, und ich werfe dem "Unbuddhisten" vor, dass er solche Verklärungen unkommentiert übernimmt, wo er doch anderswo behauptet, es ginge ihm um tief gehende Missvertändnisse im Buddhismus. 

Hier also mein Kommentar, wie ich ihn auf "Buddhismus Aktuell" hinterließ.

Dieser Beitrag von Dzongsar Jamyang Khyentse ist gut verständlich, hinreichend interessant geschrieben, aufschlussreich, zu lang, und vor allem – überwiegend der Horror. Bis auf die beiden Teile, die sich kritisch zur Tibet-Euphorie von Westlern äußern und die Fragen anreißen, die sich Schüler von Sokyal hätten stellen sollen. Immerhin lässt sich an dem Essay das ganze Problem des Vajrayana und seiner Lehre aufzeigen.

Zunächst spricht Dzongsar ausdrücklich alle Buddhisten an, da der Vajrayana dem Buddhismus zugehörig sei. Mit seinem Hinweis auf die Ursprünge dieser Schule, wo Tilopa seinen Schüler Naropa aufforderte, einer Frau in den Hintern zu zwicken und Essen zu stehlen, könnte sich einem Zyniker bereits das ganze Dilemma dieser Schule offenbart haben: „Kein Wunder“, würde der sich sagen, „daraus konnte ja nichts werden als die Herabwertung von Frauen und materielle Gier.“ Also das, was Sogyal nun vorgeworfen wird. Aber ich habe ja weitergelesen und kann mich gern auch noch an dem Rest abarbeiten.

Ich weiß, wovon Dzongsar spricht, auch wenn ich im Zen stehe. Da er ausgerechnet Chögyam Trungpa als offenbar ehrwürdigen Gegenpart Sogyals mehrfach anführt (ein kurzer Blick in Wikipedia genügt, um zu verstehen, dass dessen Methoden ebenfalls einigen Menschen ganz übel aufstießen), nehme ich mir die Freiheit, Chogyams Defintion der „vierten abhisheka“ anzuführen. In „The Tantric Path of Indestructible Wakefulness“ (Shambala 2013) vergleicht er sie mit dem Anhalten von Gedanken (das wir im Zen durch Chih-i kennen) und Aufhebung der Subjekt-Objekt-Dichotomie sowie der Erkenntnis, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eins sind – alles übliche Themen des Zen und auch dort Erfahrungen des Erwachens. Chogyam sagt dann interessanterweise noch, dies bedeute, auch befreit zu werden von „mein Besitz“. Offenbar sah das für ihn z.B. so aus, 40.000 USD im Jahr für seinen Kokainkonsum auszugeben (John Steinbeck IV: The Other Side of Eden. Prometheus 2001). Jedenfalls könnte man aufgrund der Tatsache, dass Sogyal materielle Begierden pflegt, recht schnell jegliche Frage seiner „mahasiddha“-Schaft vom Tisch wischen. „Diese Ansicht ist grundlegend für den Buddhadharma“, könnte man mit Dzongsars Worten von anderer Stelle sagen. Es ist bezeichnend, dass dieses Thema von ihm nicht groß verhandelt wird.

Sehr lange versucht er jedoch wortreich die Kennzeichen praktisch jeder sexuell ausbeuterischen Sekte zu verteidigen. Dazu gehört die absolute Schweigepflicht gegenüber der Außenwelt, die Dzongsar als Verstoß gegen samaya bezeichnet, also gegen Vajrayana-Gelübde. Nach denen ist freilich nicht nur Respektlosigkeit gegenüber dem eigenen Meister, sondern auch das Herabmindern von Frauen untersagt, also hätte Sogyal offenbar den ersten Verstoß gegen samaya begangen. Dzongsar würde einer Frau, die sich von ihrem Guru körperlich, emotional oder finanziell ausgebeutet empfindet, raten, dies gemäß ihrer Gelübde nur mit diesem selbst zu besprechen. Es liegt eigentlich nahe zu vermuten, dass Dzongsars Schüler/innen damit potentiell den gleichen Gefahren ausgesetzt sind wie die Sogyals, denn hier wird ein in sich geschlossenes System zementiert.

Schließlich ist zu fragen, warum sich Dzongsar so windet, klipp und klar zu schreiben, dass es sich bei Sogyal Lakar um keinen Erwachten handelt. Möglicherweise liegt es daran, dass – wie Dzongsar zitiert – dies nur Erwachte selbst erkennen könnten, und er sich nicht dazu zählt.

Es gibt weitere furchtbare Passagen in diesem Aufsatz, etwa wenn mittelalterlich anmutende Höllenstrafen für Schüler und besonders Lehrer beschrieben werden, die gegen die Vorschriften des Vajrayana verstoßen, Strafen, die schlimmer als Gefängnis und öffentliche Schmach wären, nämlich darin bestünden, in der Hölle keine Dharma-Predigt mehr hören zu können. Desweiteren wünscht sich Dzongsar zwar den Buddhismus vorzugsweise als überkulturell („jenseits von Kultur und Land“), ist aber offenbar blind dafür, dass er sich seitenweise aus einem ganz speziellen buddhistisch-ethnischen Kontext von Einweihung, Gelöbnissen und Strafen bedient, wie er in anderen buddhistischen Schulen so nicht vorhanden sind. Der Höhepunkt dieser Ignoranz zeigt sich, wenn er als die größte Gefahr für den Buddhismus das Ablehnen seiner Reinkarnationslehre bezeichnet – die zwar für die tibetische Kultur unabdingbar erscheint, in einigen anderen buddhistischen Schulen jedoch unerheblich geworden ist. Ein solch dogmatisches Problem hält Dzongsar also für schlimmer als das individuelle Leid, dass Charakterschweine in Lehrergestalt erzeugen. Da ist es kein Wunder, dass er auch noch meint, im Buddhismus gäbe es „historisch so gut wie keine Gewalt“, womit er nicht nur einen Teil der tibetischen Geschichte unter den Teppich kehrt, sondern eben gerade die Gewalt von Lehrern gegenüber Schülerinnen.

Ich mochte Dzongsars ersten Film. Dass der Buddhismus – zumal ein solcher, wie ihn Dzongsar ausmalt – in dieser Welt auf dem absteigenden Ast ist, kann mich nicht beunruhigen. Denn mir scheint, als würden immer mehr Menschen auf- oder erwachen.

 Copyright: Barbara Eckholdt / pixelio.de


Samstag, 9. September 2017

Aufforderung zum Ausschluss der Ole Nydahl-Gemeinschaften aus der DBU



Offener Brief

Aufforderung zum Ausschluss der Ole Nydahl-Gemeinschaften (Diamantweg, Karma Kagyü-Linie) aus der Deutschen Buddhistischen Union (DBU)


Liebe Mitglieder der Deutschen Buddhistischen Union,

ich bin Verleger und Übersetzer buddhistischer Literatur und rufe Euch zum Handeln auf!

In den vergangen Jahren ist der so genannte Lama Ole Nydahl in verschiedenen deutschen Medien kritisiert worden. Der Deutschlandfunk sprach im Juli 2017 seine islamfeindlichen Bemerkungen an und zitierte den Religionswissenschaftler Burkhard Scherer, der Nydahl „Macho-Buddhismus“, „auf stereotypen Geschlechterrollen basierten Hetero-Machismus" sowie einen „leicht homophoben Unterton“ vorwirft. Der Religionswissenschaftler Georg Schmid analysiert: „Welten trennen den Buddha von Lama Ole Nydahl und seinem Verständnis des reinen Geistes.“ Die Rede ist auch von „spirituellem Populismus“. Der Tibetologe Thierry Dodin sagte im Bayrischen Rundfunk: „Es fehlt einfach die Tiefe.“ Die Süddeutsche Zeitung kam nach einem Besuch einer Veranstaltung Nydahls zum gleichen Schluss: „Ohne Tiefgang“. Vorgeworfen wurde ihm u.a. sein schlichtes Verständnis von Karma, in dem er z.B. das Leiden von Afrikanern darauf zurückführt, „dass die Leute etwas getan haben in früheren Lebenszeiten, das zu diesem Glück oder Leid geführt hat“ (O-Ton Nydahl).

Das Verhalten und die Aussagen Nydahls entsprechen seit langer Zeit weder der buddhistischen Lehre noch dem Selbstverständnis der DBU. Im buddhistischen Bekenntnis, auf das man sich bei Euch einigte, wird das Leben im Daseinskreislauf als leidvoll erkannt, und diese Einsicht gibt bereits einen Hinweis auf den allgemeingültigen Ansatz der Buddha-Lehre, die keine Afrikaner oder Muslime ausnimmt. „Zu allen Lebewesen“ sei Mitgefühl und Gleichmut zu entwickeln, was Nydahl offenbar nicht gelingt, obwohl er sich mit dem Titel eines qualifizierten Lehrers schmückt. Die DBU sieht jedoch ihren Satzungszweck insbesondere durch den „Dialog mit anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften“ verwirklicht, den Nydahl sichtlich erschwert, wenn nicht im Einzelfall unmöglich macht. In einer aufgeklärten Gesellschaft kann „die Integration des Buddhismus in die Gesellschaft“, wie sie die DBU sucht, nicht mit billigen Erklärungen zum Leiden und mit der Herabsetzung von Menschen nach Geschlecht, Religion oder Herkunft gelingen.

Ich fordere Euch in der Deutschen Buddhistischen Union (DBU) als Dachverband buddhistischer Gemeinschaften darum auf, alle Mitgliedsgemeinschaften, die sich auf Ole Nydahl begründen, unverzüglich auszuschließen. Seine Sekte steht in meinen Augen – auch durch ihren Personenkult – der Verbreitung und Kenntnis der buddhistischen Lehre im Weg und sollte sich in Zukunft auf ihre eigene hinreichend etablierte „Diamantweg“-Organisation und deren millionenschwere Stiftung beschränken. Den offensichtlichen Unterwanderungsversuchen der Sekte in diversen buddhistischen Verbänden, Internetforen etc. sollte endlich auf intellektuell und ethisch verantwortungsvollem Niveau Einhalt geboten werden.

Mit Gasshô,

Guido Keller
Angkor Verlag

(gestern verschickt an Medien und Vertreter der DBU) 


Dienstag, 5. September 2017

Kaiten Nukariya: Die Religion der Samurai

[Auszug aus der Neuveröffentlichung des Klassikers aus dem Jahre 1913. Kaiten Nukariya: Die Religion der Samurai. Eine Studie zur Philosophie und Praxis des Zen in China und Japan. Übersetzt von Julian Braun..]

2.5 Die Ähnlichkeit der Zen-Mönche mit den Samurai

Lassen Sie mich kurz die Gemeinsamkeiten zwischen Zen und japanischem Rittertum aufzeigen. Erstens müssen sowohl Samurai als auch Zen-Mönche eine strikte Schulung durchlaufen und Entbehrungen ertragen, ohne sich zu beklagen. Selbst ein berühmter Lehrer wie zum Beispiel Eisai musste unter solch dürftigen Umständen leben, dass er und seine Schüler einmal für einige Tage nichts zu essen hatten.[1] Glücklicherweise wurden sie von einem Gläubigen gebeten, Sutras zu rezitieren, wofür sie zwei Rollen Seide erhielten. Die hungrigen jungen Mönche, denen in Erwartung der lang ersehnten Mahlzeit bereits das Wasser im Munde zusammenlief, waren enttäuscht, als die Seide an einen armen Mann weitergegeben wurde, der Eisai um seine Hilfe bat. Das Hungern hielt eine ganze Woche an, bis ein anderer armer Geselle auftauchte und Eisai darum bat, ihm irgendetwas zu geben. Da er nichts anderes mehr zu geben hatte, um sein Mitgefühl mit dem Armen zu zeigen, löste Eisai die bronzene Verzierung vom Bildnis des Buddha Bhecajya und gab sie ihm. Die jungen Mönche, erbost durch Hunger und den Ärger über diesen empörenden Akt gegenüber dem Objekt ihrer Verehrung, machten Eisai den Vorwurf: „Ist es, o Herr, für uns Buddhisten angemessen, das Bildnis eines Buddha zu zerstören?“ – „Nun“, erwiderte Eisai, „Buddha hätte sogar sein eigenes Leben für das Wohl leidender Menschen gegeben. Wie könnte er etwas dagegen haben, seinen Heiligenschein abzugeben?“ Diese Anekdote zeigt uns klar, dass Selbstaufopferung von äußerster Wichtigkeit in der Zen-Schulung ist.

2.6 Die redliche Armut der Zen-Mönche und der Samurai

Zweitens ist die so genannte redliche Armut ein Kennzeichen sowohl der Zen-Mönche wie der Samurai. Reichtum mit unehrenhaften Mitteln zu erlangen verstößt gegen die Regeln japanischer Ritterschaft bzw. bushidô. Der Samurai würde lieber sterben, als mit Mitteln, die unter seiner Würde sind, sein Leben zu erhalten. Es gibt viele Beispiele von Samurai aus der japanischen Geschichte, welche tatsächlich verhungert sind, ungeachtet des Umstands, dass sie hundert Goldmünzen hätten erhalten können, um ihre Ausgaben in der Not zu decken. Daher auch das Sprichwort: „Der Falke würde den Mais nicht anknabbern, selbst wenn er verhungert.“ In gleicher Weise sind keinerlei Fälle von Zen-Mönchen bekannt, damals wie heute, die durch unehrenhafte Mittel zu Reichtum gelangt wären. Eher würden sie mit Freude im Herzen der Armut begegnen. Fûgai, einer der bedeutendsten Zen-Lehrer vor der Restauration, unterstützte viele Mönchsschüler in seinem Kloster. Häufig waren sie zu zahlreich, als dass er ihnen mit seinen dürftigen Mitteln hätte helfen können. Dies bereitete seinen Schülern, die für die Versorgung mit Essen zuständig waren, einigen Kummer, denn es gab keine andere Möglichkeit, als den steigenden Bedarf mit minderer Qualität zu decken. Eines Tages rieten Fûgai daher seine älteren Schüler, keine neuen Schüler mehr im Kloster aufzunehmen. Der Meister gab zunächst keine Antwort, streckte aber dann seine Zunge heraus und sagte: „Jetzt blickt in meinen Mund und sagt mir, ob sich darin eine Zunge befindet.“ Die perplexen Schüler bejahten dies. „Dann macht euch darüber keine Gedanken. Wenn sich darin eine Zunge befindet, kann ich jede Art von Nahrung verkosten.“ Redliche Armut ist ohne Übertreibung eines der Kennzeichen von Samurai und Zen-Mönchen, daher das Sprichwort: „Der Zen-Mönch hat kein Geld, der begüterte Monto[2] weiß nichts.“

2.7 Die Männlichkeit der Zen-Mönche und der Samurai

Drittens zeichneten sich sowohl die Zen-Mönche wie die Samurai durch ihre Männlichkeit und ihre Würde im Betragen aus, zuweilen bis zum Grade der Rüdheit. Das hat seinen Grund zum einen in der harten Schulung, welche sie durchlaufen haben, und zum anderen in der Art der Unterweisung. Die folgende, von meinem Freund D. Suzuki übersetzte Geschichte,[3] vermag dies gut zu veranschaulichen.
Als Rinzai sich selbst eifrig der Zen-Schulung unter Obaku (chin. Huang-po, gestorben 850) unterwarf, erkannte der leitende Mönche seine Begabung. Eines Tages fragte ihn der Mönch, wie lange er sich schon im Kloster befinde, und Rinzai antwortete: „Drei Jahre.“ Der Ältere sprach: „Hast du dich je an den Meister gewandt und ihn um Unterweisung im Buddhismus gebeten?“ Rinzai antwortete: „Das habe ich nicht, da ich nicht weiß, was ich fragen sollte.“ – „Nun, du könntest zu ihm gehen und ihn nach dem Kern des Buddhismus fragen.“
Rinzai folgte diesem Rat, begab sich zu Obaku und wiederholte die Frage; doch bevor er sie zu Ende gestellt hatte, versetzte ihm der Meister einen Streich.
Als Rinzai zurückkam, fragte ihn der ältere Mönch, wie es ihm ergangen sei. Rinzai sprach: „Bevor ich meine Frage zu Ende stellen konnte, versetzte mir der Meister einen Schlag, aber ich verstehe die Bedeutung davon nicht.“ Der Ältere sagte: „Geh noch einmal zu ihm und stelle dieselbe Frage!“ Als er dies tat, erhielt Rinzai vom Meister dieselbe Antwort. Doch er wurde gedrängt, es noch ein drittes Mal zu versuchen; das Resultat veränderte sich jedoch nicht.
Schließlich begab er sich zum älteren Mönch und sagte: „Deinem Vorschlag folgend habe ich drei Mal meine Frage wiederholt und wurde drei Mal geschlagen. Ich bedauere sehr, dass ich aufgrund meiner Dummheit die Bedeutung davon nicht begreife. Ich sollte diesen Ort verlassen und woanders hingehen.“ Der Ältere sagte: „Wenn du uns verlassen willst, vergiss nicht, beim Meister vorbeizugehen und ihm Lebewohl zu sagen.“
Direkt danach traf der ältere Mönche den Meister und sprach: „Dieser junge Novize, der sich drei Mal nach dem Kern des Buddhismus erkundigte, ist ein bemerkenswerter Zeitgenosse. Wenn er kommt, um sich zu verabschieden, seid so gütig und nehmt Euch seiner direkt an. Nach einer strengen Schulung wird er sich als ein großer Meister erweisen, und wie ein großer Baum wird er der Welt einen erfrischenden Schatten spenden.“
Als Rinzai kam, um sich vom Meister zu verabschieden, legte ihm dieser Nahe, nirgendwohin anders zu gehen außer zu Daigu (Taiyu) von Kaoan, denn nur dieser wäre in der Lage, ihn in der Lehre zu unterweisen.
Rinzai begab sich zu Daigu, der ihn fragte, von wo er komme. Nachdem er erfahren hatte, dass er von Obaku kam, fragte Daigu weiter, welche Unterweisung er von diesem erhalten hatte. Rinzai sprach: „Ich habe ihn drei Mal nach der Essenz des Buddhismus befragt, und er hat mich drei Mal geschlagen. Aber ich verstehe bis jetzt nicht, ob ich daran schuld bin oder nicht.“ Daigu sagte: „Obaku war weichherzig wie ein seniler Mensch, und du bist in keiner Weise berechtigt, hierher zu kommen und mich zu fragen, ob du an irgendetwas schuld bist.“
Auf diese Weise gemaßregelt, dämmerte auf einmal die Bedeutung der ganzen Angelegenheit im Geist von Rinzai auf, und er rief aus: „Da ist überhaupt nichts Großartiges im Buddhismus von Obaku.“ Woraufhin ihn Daigu ergriff und sagte: „Diese gespenstische, unnütze Kreatur! Vor ein paar Minuten kamst du jammernd daher, fragtest mich, was falsch mit dir sei, und jetzt erklärst du kühn, dass da nichts Besonderes im Buddhismus von Obaku sei. Was ist der Grund dafür? Sprich schnell! Sprich schnell!“ Als Antwort hierauf schlug Rinzai drei Mal sanft mit der Faust über Daigus Rippen. Dieser ließ ihn los und sagte: „Dein Lehrer ist Obaku, und ich will nichts mit dir zu tun haben.“
Rinzai nahm Abschied von Daigu und kehrte zu Obaku zurück. Als dieser ihn nahen sah, rief er aus: „Verrückter Kerl! Was hilft es dir, fortwährend zu kommen und zu gehen?“ Rinzai antwortete: „Das liegt an Eurer senilen Freundlichkeit.“
Als Rinzai nach der üblichen Begrüßung an der Seite von Obaku stand, fragte dieser ihn, warum er diesmal gekommen sei. Rinzai sagte: „Eurer Vermittlung Gehorsam leistend, war ich bei Daigu. Dann bin ich wieder hergekommen.“
Als er weiter befragt wurde, erzählte er alles, was sich dort zugetragen hatte.
Obaku sagte: „Wenn dieser Kerl sich hier blicken lässt, werde ich ihm eine ordentliche Tracht Prügel verpassen!“ Rinzai antwortete: „Ihr braucht nicht so lange warten; nutzt genau diesen Augenblick!“ Und damit gab er seinem Meister einen Schlag auf den Rücken.
Obaku sagte: „Wie kann es dieser Wahnsinnige wagen, mir unter die Augen zu treten und mit den Schnurrhaaren des Tigers zu spielen?“ Rinzai stieß ein „Ho!“ aus,[4] und Obaku sagte: „Gehilfe, komm und bring diesen Wahnsinnigen zu seiner Zelle.“

2.8 Mut und Gemütsruhe der Zen-Mönche und der Samurai

Viertens begegneten unsere Samurai, wie es wohlbekannt ist, dem Tod mit unerschrockenem Mut. Ein Samurai würde sich niemals von seinem Feind abwenden, sondern bis zu seinem Ende mit ihm kämpfen. Ein Feigling genannt zu werden, wäre für ihn eine schlimmere Beleidigung als der Tod selbst. Ein Bericht Tsu Yen (Sogen) betreffend, der im Jahr 1280 auf Einladung von Tokimune (Hôjô), dem General-Regenten nach Japan kam, veranschaulicht gut, wie sehr die Zen-Mönche unseren Samurai ähnelten.[5] Der Vorfall ereignete sich während seiner Zeit in China, als die einfallenden Armeen der Mongolen das ganze Land durchzogen. Einige der Barbaren, welche die Grenze zur Provinz Wan überquert hatten, drangen in das Kloster von Tsu Yen ein und drohten, ihn zu enthaupten. Tsu Yen setzte sich gelassen nieder, sein Schicksal erwartend, und verfasste folgende Zeilen:
Himmel und Erde bieten mir keinen Schutz;
ich bin zufrieden, sind Körper und Geist doch unwirklich.
Willkommen sei deine Waffe, o Krieger der Mongolen!
Ich spüre wie dein treuer Stahl, gleißend wie ein Blitz,
den Frühlingswind durchschneidet.
Das erinnert uns an Sang Chao (Sôjô),[6] der im Angesicht des Todes durch das Schwert von Vagabunden seinen Gefühlen mit folgenden Zeilen Ausdruck verlieh:
Im Körper gibt es keine Seele.
Der Geist ist in keiner Weise wirklich.
Nun erprobe deinen blitzenden Stahl an mir,
so wie er den Frühlingswind durchschneidet, welchen ich spüre.
Die Barbaren, durch die Gelassenheit und Würde von Tsu Yuen bewegt, nahmen zu Recht an, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Mönch handelte, und verschonten ihn und das Kloster.




[1] Die Begebenheit berichtet Dôgen in seinem Zuimonki.
[2] Priester der Shin-Sekte, welcher grundsätzlich über viel Geld verfügt.
[3] The Journal of the Pali Text Society, 1906-1907.
[4] Ein lauter Schrei, häufig von Zen-Lehrern nach Rinzai gebraucht. Die chinesische Aussprache ist hoh und wird mit katsu im Japanischen wiedergegeben; dabei ist tsu jedoch nicht hörbar.
[5] Kühner Staatsmann und Soldat, von 1264-1283 der wahre Herrscher Japans.
[6] Seng Chao war kein reiner Zen-Meister, sondern auch ein Schüler von Kumarajiva, dem Begründer der Sanlun-Schule. Dies ist ein höchst bemerkenswerter Beweis dafür, wie das Zen, und insbesondere die Rinzai-Schule, durch Kumarajiva und seine Schüler beeinflusst ist. Einzelheiten zu der Anekdote finden sich bei Egen.