Montag, 25. April 2011

Muho und Brad ...

... hatten einen kleinen Disput. Dabei wurden interessante Fragen aufgeworfen. Brad Warner meint, in einer offiziellen Zen-Linie authorisiert zu sein sei wichtig, wenn auch keine Garantie für Qualität (und verweist auf das Beispiel Genpo Merzel). Muho hält es in seiner Rubrik "Lotus in the fire" für wesentlich, dass ein Übender lange in einer Gemeinschaft sich an anderen reibt und seine Ecken und Kanten womöglich abschleift. Ich kann beide Einstellungen verstehen, und doch regte sich sofort Widerspruch. Zum einen kommt es mir so vor, als sei es auch gut möglich, sich außerhalb eines Klosters an anderen Menschen zu reiben und sich ggf. mit ihnen zusammenzutun. In unserer modernen Gesellschaft ist es jedoch ein Leichtes, einen Lebensstil als Single zu pflegen, so dass sich die Übung, die manch einer z.B. in Form einer Wohngemeinschaft auf sich nimmt, als beinahe überflüssig erweist. Desweiteren kann mich kein Zen-Kloster wirklich auf das ernüchternde Nebeneinander mit Muslimen vorbereiten, vor allem wenn diese sich z.B. den gemeinschaftlichen Verpflichtungen (wie der Hausordnung) entziehen. 
   Zum anderen könnte ich - und das juckt mich nun ungemein - durch die Herstellung von Videos im Stile von Brad den Beleg erbringen, dass man überhaupt keine Dharma-Übertragung nachweisen muss, um zu wissen, dass man sogar dann ein Buddhist ist, wenn man nicht die Gebote (jukai) [an]nimmt (was Brad für wesentlich hält, ich für ein überflüssiges Ritual). Das Witzige ist, dass hier der Unterschied nur graduell ist: Brad beharrt auf einer gewissen "Linientreue" unter Bemühung von Formalkriterien, ohne den Dachverband der Soto-shu zu benötigen und unterstellt Muho, der könne die Soto-shu für wichtig halten (obwohl Muho dort eher aus formalen Gründen firmieren dürfte). Gewiss unterscheiden sich die beiden durch das Ausmaß ihres Zazen (in Antaiji ca. 1.800 Stunden pro Jahr), die "Dimension", wie es Muho nennt.
   Am Ende seines Beitrages räumt Muho den Verdacht aus, er würde sich für einen perfekten Bodhisattva halten. Er sagt jedoch auch, er würde gar nicht behaupten, ein Bodhisattva zu sein. Das hat mich zunächst ein wenig überrascht. 
   Ein Bodhisattva ist ein "Erleuchtungswesen", dass mittels Erkenntnis und Tugendhaftigkeit die Buddhaschaft anstrebt. Ausschlagebend ist der Wille, der Erleuchtungsgeist, bodhicitta. Ich habe kein Problem damit, mich als Bodhisattva zu bezeichnen, weil das keineswegs Fehlerfreiheit meint, sondern nur einen Weg beschreibt (dessen Ziel unerreichbar ist - um es im Zen-Jargon zu sagen, weil es bereits erreicht/verwirklicht ist). Aus diesem Grund ist auch keine formelle Bestätigung meiner selbst nötig. Ich halte dieses Verständnis für grundlegend in der Auseinandersetzung mit Lehrern. Wie in anderen Lebensbereichen kann man natürlich von den Erfahrungen anderer lernen. Letztlich bestätigt man sich jedoch selbst.
   In einer email klärte Muho seinen Satz dann auf: "Was ich meinte ist: Ich BIN kein Bodhisattva, ich bin nur auf dem Weg. Natürlich könnte man jetzt auch sagen, dass gerade der, der auf dem Weg ist, ein Bodhisattva ist. Aber dann geht es so wie mit Satori, Loslassen, Zufriedenheit etc. Wenn Du sagst: „Das ist es!“ – dann ist es das nicht mehr.  Deshalb heißt es fuer mich von Anfang an: „Ich bin es nicht, aber ich richte mein Leben danach!“

Freitag, 22. April 2011

Hat Euch der Buddhismus was gebracht?

Zen ist für gar nichts gut (sagte einst Kodo Sawaki Roshi). Das könnte ich auch den nervenden Lesern schreiben, die mir hier wiederholt Kommentare schickten, ich solle doch erst mal an mir arbeiten statt andere kritisieren. Aber freilich, die Arbeit an sich selbst hört nie auf, doch was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ich hoffe doch, auch der Ole und der Dalai und die Thichs arbeiten an sich selbst. Und das, obwohl ich sie hier bloßstelle. Denn was hat das eine mit dem anderen zu tun?
    Das Shurangama-Sutra, das ich heute verlosen will, hat insofern mit diesem Blog zu tun, als es ähnlich rotzige Einwürfe von Wolf Schorat in seiner eigentümlichen Übersetzung enthält. Hier ein Beispiel:

"Sein Geist wird dann auferstehen um dann in das Netz zu fallen mit seinem Kopf der dann im Gewebe gefangen ist und dann wird er in die endlose Hölle kommen wo er beides seinen Einatmen fühlt der transformiert wird in bittere Kälte die den Körper beißt und sein Ausatmen verbrennt. (Dann folgt die gleiche Scheiße wie in den vorherigen Texten, wie die Organe in Metall und Waffen und dergleichen Schwachsinn verwandelt werden und derjenige schweres Leiden ausgesetzt ist.)

Das Kursive sind Schorats Anmerkungen, das davor ist seine Übersetzung. Von Kommas hat er wohl noch nichts gehört, und es ist kaum erträglich, dass seine zweibändige Ausgabe die einzige beinahe vollständige Übersetzung dieses Sutras ins Deutsche ist (erschienen 2003 und 2004 in seinem TonStrom-Verlag). Wir haben jedoch einige gute englische Übersetzungen im Netz, und in nicht allzu ferner Zukunft könnte ich  vielleicht selbst die in meinem Verlag auch nur gekürzte Version (ein Reprint von Raoul von Muralt) mal vervollständigen. Einstweilen kann ein Mensch mit Humor die Ausgabe von Schorat bei mir gewinnen, wenn er/sie eine email-Adresse im Kommentar hinterlässt (wer nichts gewinnen will, darf dennoch mitmachen und kann auf die Angabe der email verzichten). Ich möchte dazu Folgendes wissen:

1) Was hat Euch der Buddhismus an Vorteilen/Fortschritten gebracht?
2) Inwiefern hat Euch der Buddhismus (bzw. die Beschäftigung damit) womöglich geschadet?

Mittwoch, 20. April 2011

Die Kalachakra-Folklore

Kalachakra wird u.a. mit "Rad der Zeit" übersetzt. So nannte auch Werner Herzog seinen Film aus dem Jahre 2003, der zunächst das gleichnamige Ritual in Bodhgaya zeigen sollte, das der Dalai Lama damals aber wegen Krankheit absagen musste. Kurz danach fand es in Graz statt. Werner Herzog drehte dort auf Initiative von Anhängern des DL und mit dessen Einverständnis. Schließlich sah man nicht viel mehr als das Erstreuen und Verwischen eines Sandmandalas, der Rest blieb nebulös. Herzog enthielt sich eines kritischen Kommentars, auch wenn manche Bilder für sich sprachen. Beim Verteilen von geweihten Gerstenkügelchen und anderen Fressalien beispielsweise gab es ein Gerangel und Gedrängel wie unter Hungernden in Haiti, absolut kein Benimm. Die Gläubigen schnappten sich auch Grashalme, weil sie glaubten, darin könnten ihre Träume "gespeichert" werden. Ein Buddhist aus der Mongolei in tibetischer Robe ließ ein paar Vögel frei, weil sie, um Buddha werden zu können, frei sein müssten. Durch Gitterstäbe von den Armen getrennt, legten die Mönche diesen etwas in deren Bettelschalen. Der Kailash wurde von Herzog als "der heilige Berg der Buddhisten" bezeichnet, als gäbe es außer diesen Folklore-Hippies keine anderen.   Der Höhepunkt war, den Dalai Lama sagen zu hören, dass alle Menschen gleich seien, just nachdem man ihn standesgemäß mit "Your Holiness" angesprochen hatte. So viel Realsatire hätte ich Herzog gar nicht zugetraut, und sie war auch nicht beabsichtigt. Weder stellte er einen Zusammenhang zwischen nutzlosen Ritualen her (die Tibeter beteten zu Hunderttausenden für DLs Gesundheit, er konnte aber dennoch das Ritual in Bodhgaya nicht vollziehen und musste später ganz profan an der Gallenblase operiert werden), noch beleuchtete er den seltsamen Mythos hinter Kalachakra. Er entstand erst im 10. Jahrhundert in Indien und wurde früh mit der Astrologie verknüpft. In seinen prophetischen Texten sagt er kriegerische Auseinandersetzungen mit Feinden des Buddhismus voraus, die mithilfe des Reiches Shambala besiegt werden, was dann ein "Goldenes Zeitalter" einläute. Damit kann aus heutiger Sicht eigentlich nur die Vernichtung des Islam gemeint sein, ich frage mich nur, warum der DL im gleichen Film dann dazu rät, dass jeder seiner angestammten Religion treu bleiben soll. Ach, ich weiß, dieser Krieg zwischen Spirituellen und Un-Geistlichen ist nur symbolischer Natur und spielt sich im Individuum ab. Wie auch immer, die Tibet-Romantiker kann offenbar gar nichts schrecken.

Dienstag, 19. April 2011

Die Gegenwart beeinflusst die Vergangenheit


 "In dieser Erzählung ist es, wie ihr hört, ein alter Mann, der spricht. Das bereitet mir fünfzig Jahre danach ein wenig Unbehagen. Sicher kann das Gegenwärtige das Vergangene verursachen und verändern! Nur die, welche nicht verstanden haben, dass das ganze Universum im Grunde genommen auf einmal gegenwärtig ist, glauben, dass Ursachen nur in die eine Richtung gehen. Wie oft habe ich nicht gesehen, dass Ereignisse, beispielsweise am Ende der achtziger Jahre, Dinge zutiefst beeinflusst haben, die mir in den fünfziger Jahren zugestoßen sind."

[Lars Gustafsson: Frau Sorgedahls schöne weiße Arme (Frankfurt 2011); Foto: Suz (Wikipedia)]

Sonntag, 17. April 2011

"Wir wollen alle,
dass die Buddhisten glücklich sind"

""Ach ja, richtig. Nun, die heutige Nörgelei könnte davon handeln, was passiert, wenn ich mich verliebe. Obwohl ich versuche, es nicht mehr zu tun. Ich weiß dann nicht, wo ich bin."
   "Ich verstehe nicht ganz."
   "Wenn ich mich wirklich in Sie verlieben würde, dann würde ich nach dem Auflegen [des Telefonhörers] auf halbem Weg feststecken. Ich wäre von Raum und Zeit losgelöst, halb hier und halb dort. Und ich weiß nicht einmal, wo dort ist. Wenn wir dagegen das Gespräch sofort beenden, gibt es kein Problem. Ich bin da, wo ich bin, wie die Buddhisten es vorziehen."
   "Wir wollen alle, dass die Buddhisten glücklich sind."
   "Es sind die kleinen Buddhisten in uns selbst, die mir Sorgen machen."
   "Sie haben mir aber immer noch nicht erzählt, was passiert, wenn Sie sich wirklich verlieben. Es sei denn, Sie wollen es nicht."
   "Meine Augen zerstören Sie.""

 [Jonathan Lethem: Du liebst mich, du liebst mich nicht (Berlin 2007); Foto: Fred Benenson (Wikipedia)]

Freitag, 15. April 2011

Die dicke Nonne und der schmale Mönch

Es war einmal, vor vielen Jahren ... Philippe Coupey wollte ein Teisho-Buch mit Lehren von Deshimaru Roshi bei mir verlegen. Irgendwann gab es eine Diskussion um die ersten offiziellen westlichen Zen-Meister in den USA, und ich erwähnte Jiyu-Kennett. Damals hatte ich mir ein paar Schriften von ihrem Kloster Shasta Abbey bestellt, darunter auch ein liturgisches Werk mit Noten und detaillierten Zeremonien für Feiertage sowie Rezitations- und Sutrentexten auf Englisch, aus dem ich links eine Seite abgebildet habe. Dann noch ein Tondokument, auf dem die Meisterin sprach - es war unerträglich lahm und zum Einschlafen. Mehr wusste ich nicht über sie, aber nach dem Motto: Wenn wir draufhauen, bleibt kein guter Zen-Meister übrig, hat sich nun auch zu ihrer offenbar herrischen Person ein kritischer Blog (auf Englisch) finden lassen.

Und wer noch mehr Illusionen zerstört haben will, der lese, ebenfalls auf Englisch, Stuart Lachs' Ausführungen zu Sheng Yen und insbesondere seiner Autobiografie. Lachs hat jahrelang in Sheng Yens Sangha gearbeitet und kann präzise nachweisen, wo sich der gebürtige Chinese seine Biografie schönredet, um ein stimmiges Meister-Image zu erzeugen. Im zweiten Teil seines Essays behandelt  Lachs einen hier kaum bekannten Lehrer, der sich in eine homosexuelle Liebesgeschichte zu einem seiner Schüler verstrickte. Der Lachs schrieb mir mal in Bezug auf seine früheren kritischen Essays zum Machtmissbrauch im amerikanischen Zen auf meine Frage, ob er denn dort noch einen Roshi empfehlen könne: Nein, keinen.

[Abbildung: Jiyu-Kennett (Hg.): The Monastic Code [Shasta Abbey 1993], S. 8]

Sonntag, 10. April 2011

Schluss mit dem Scheiss von Powa und Ole Nydahl!

Wenn du denkst, dir gehen die Themen aus, tippt dir entweder ein Vietnamese wieder was von der Vietnam-Stasi in einen Kommentar oder ein Ole Nydahl-Anhänger schreibt mir Folgendes:

"Ich würde dir auf jeden Fall wünschen mal einen Phowa Kurs zu machen (bei einem Lama, den du schätzt natürlich). Deine Wiedergeburt im Reinen Land von Amithabe wäre dann gesichert, Samsara damit beendet (ohne Erleuchtung oder Befreiung zu Lebzeiten erlangt zu haben) und du könntest anderen während deiner Lebzeit helfen auch dorthin zu gelangen (wenn du die Zeichen kriegst wovon ich ausgehe). Das ist der wahre Sinn dieser Praxis und nicht um mit Toten ein Schwätzchen zu halten."

Ich habe einem Phowa-Kurs (nach Naropa) beigewohnt. Plötzlich trat etwas Blut aus meinem Scheitel. Das war urkomisch, denn ich hatte etwas nachgeholfen ... Bei Phowa geht es um psychische Manipulation des Schülers. Aberglaube zieht bekanntlich in die Richtung der Einbildung. Darum sage ich auch, dass es Bullshit ist und ich jeden Lama dieses Bullshits überführen kann. Die "Wiedergeburt im Reinen Land" ist hier und jetzt (eine andere ist für einen Zen-Buddhisten uninteressant und gilt als Illusion), und natürlich kann ich andere Menschen auf diesen Weg bringen, auch ohne den tibetischen Folklore-Kokolores anzunehmen.

Keinesfalls schicke ich diese Menschen aber zu Lamas, die glauben, das Bewusstsein würde z.B. aus dem Arschloch austreten. Da kommen bei mir nämlich täglich die Darmwinde raus, und der Witz ist, ich habe Menschen gesehen, die bei ihrem Tod gar keine neun Körperöffnungen hatten, sondern  mindestens elf. Tja, Pech gehabt, die alten Tibeter (und Theravadins) hatten wohl noch keine künstlichen Ausgänge. (Selbst damals hätten sie aber schon so manche Lippen-Gaumen-Spalten stutzig machen können.) 

Eine der Phowa (Yoga der Bewusstseinsübertragung)-Techniken läuft darauf hinaus, vermischt mit ein paar ähnlichen Übungen, den eigenen Bewusstseinsstrom in einen fremden hineinzuprojezieren. Ich fordere hiermit den anonymen Kommentator auf, seine Phowa-Lehrer deren Bewusstseinsstrom in meinen hineinprojezieren zu lassen. Schon einmal fragte mich eine Praktizierende dieses Unsinns, ob ich ihr das erlaube. Ich sagte ja, aber sie würde sicher erschrecken, wenn es ihr gelänge. Jeder Phowa-Lehrer sei also gewarnt: Er wird sich selbst erkennen und erschaudern :-)

[Ergänzend siehe diesen Beitrag.]

Dienstag, 5. April 2011

Grüße aus Vietnam

Thãt bại
Bà ngoại
Thành công

Misserfolg
ist die Großmutter
des Erfolges


[Bùi Chát: One-rhyme poems (2009),
in leichter Abwandlung eines vietnamesischen Sprichwortes]

Samstag, 2. April 2011

Elias verteidigt Thich Thien Son (Thay)

"Bisher waren wir schlechter Presse stets mit würdevollem Schweigen begegnet; nun aber beschlossen wir, um des Propheten willen das Wort für ihn zu ergreifen und Zeugnis abzulegen." [E. L. Doctorow: Sweet Land Stories (Frankfurt 2011)]

Vor ein paar Wochen bekam ich, mit einigen Empfängern bei der Deutschen Buddhistischen Union (DBU), eine recht seltsame Mail, offenbar von einem Server der VW AG, und zwar von "Elias L." (Dong H. D.), Namen abgekürzt. Elias war im Alten Testament übrigens ein Prophet, sein Name bedeutet: "Mein Gott Eli ist JHWH."
   Kurz darauf musste ich feststellen, dass er die gleiche Mail auch in Vietnam-Foren postete, wo ich mich zu Thich Thien Son (TTS, alias Thay) geäußert hatte. Hier ein paar Perlen aus seiner email, um zu erkennen, wes Geistes Kind er ist:

  "Wir nähern uns dem Osterfest. (...) Das Osterfest ist ursprünglich ein Fest des Opferns und dieser Brauch ist so fest in uns verankert, das noch heute bestimmte Tiere zu Ostern "geopfert", bzw. gerne gegessen werden. Unschuldige Lämmer sollten damals die Götter gnädig stimmen und selbst Jesus opferte sich als 'Lamm Gottes' zum Wohle aller Menschen. Wie passend scheint da diese Gelegenheit; wieder solch ein Lamm, ein Bodhisattva, der zum Wohle aller fühlenden Wesen wirkt, anzuprangern, um ihn später zu opfern.
Gier, Hass, Neid, Stolz oder Hochmut sollten jedoch niemals Ursache und Beweggrund einer Handlung sein.
Denn; jeder, der daran mitwirkt, sollte sich das Gesetz von Ursache und Wirkung in Erinnerung rufen.
Jeder, der daran mitwirkt, erzeugt nicht nur Leid, sondern auch sein eigenes leidvolles Karma.
Jeder, der daran mitwirkt, ist wie ein Devadetta oder ein Judas der heutigen Zeit.
Und wenn Ihr mich fragt, ob ich Thay Thich Thien Son kenne?! Dann werde ich dies bezeugen, noch ehe der Hahn 3-mal gekräht hat.
"

Fangen wir hinten an, weil's so lustig ist. Als der Hahn drei Mal krähte - das steht biblisch für die Leugnung Jesu durch den Petrus. Ist das vielleicht eine Freudsche Fehlleistung unseres Elias? Will er seinen Herrn und Meister im tiefsten Innern also verleugnen?
    Elias hat völlig recht, man sollte nicht aus Gier und Hass handeln, sondern aus Weisheit - so wie ich ;-)
   Nicht zum ersten Mal erkennen wir am zweiten Teil des obigen Textes, wie TTS (Thay) lehrt, nämlich auf der Grundlage von Angsterzeugung. Bei seelisch geschwächten Menschen kann dies das gewünschte Ergebnis zeitigen und die Manipulierbarkeit dieser Menschen erhöhen. Elias hat es immerhin dazu gebracht, seinen Arbeitsplatz zu riskieren, denn emails dieser Art werden vom Arbeitgeber sicher nicht gern gesehen. Entscheidend ist hier, zu erkennen, dass das Ursache-Wirkungs-Prinzip einen auch in die Pflicht nimmt, Unrecht aktiv zu bekämpfen. Wer diest tut, erzeugt nicht Leid, sondern verhindert es. Wer TTS zur Entrobung führt, schützt die Sangha und, um es salopp zu formulieren, tut Gutes für sein Karma. Letztlich geht es freilich darum, das Karma "aufzulösen", also auch dessen "Leere" zu erkennen. Wie wir aus früheren Bemerkungen von TTS-Schülern wissen, ist ihm diese Zen-Lehre wohl nicht bekannt.
   Schließlich lassen sich durch neue indologische Studien die Missverständnisse bezüglich Devadatta abbauen.