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Posts mit dem Label "Eihei Koroku" werden angezeigt.

Dôgens EIHEI KOROKU (XXII):
Tugend

       (Dôgens Verse sind wichtig, um die immer wieder verdrehte Reihenfolge: 1. Weisheit, 2. Tugend zu verstehen.)                         Als der Zen-Meister Fa-yen einst Zazen bei Meister Kuei-shen übte, fragte dieser: „Alter Mönch, wo gehst du hin?“ – „Ich gehe auf eine Zen-Pilgerreise.“ – „Was ist das?“ – „Weiß ich nicht.“ –„Unwissenheit ist eins mit dem Weg.“ Bei diesen Worten erwachte Fa-yen. Wenn ein Erwachter auf eine Pilgerreise geht, ist er jenseits von Regeln. Wenn es ihm an vollkommener Weisheit fehlt,    wird es ihm auch an Tugend mangeln.

Dôgens EIHEI KOROKU (XXI):
Sünden

       Eines Tages sagte ein Laie zum zweiten Patriarchen Hui-ko: „Ich bin Euer Schüler und sehr krank. Darum möchte ich meine Sünden aus früheren Existenzen bereuen.“ Hui-ko erwiderte: „Bring mir deine Sünden. Ich werde sie für dich bereuen.“ Nach einer Weile meinte der Laie: „Ich kann meine Sünden suchen, aber nicht fassen.“ Hui-ko sagte: „Ich habe sie bereits für dich bereut. Du musst nur den Buddha, den Dharma und die Sangha im Geist behalten.“ Deine zahllosen Sünden sind nicht zu fassen, vielmehr sind sie das Reich wunderbarer Erleuchtung. Wenn dieser Laie plötzlich dieses Reich wiederentdeckt, wird ihm eine kühle Brise erfrischend entgegenwehen.

Dôgens EIHEI KOROKU (XX):
Das Wort "Weisheit"

        „Kuei-feng Tsung-mi [1] sagte: ‚Das Wort ‚Weisheit‘ ist ein Tor zu zahlreichen Wundern.‘ Der Zen-Meister Huang-lung Ssu-hsin [2] meinte: ‚Das Wort ‚Weisheit‘ ist ein Tor zahlreicher Übel.‘ Spätere Buddhisten haben sich über die vorläufigen Worte der beiden tugendhaften Mönche unterhalten. Solche, die den Dharma nicht kennen, versuchen zu entscheiden, welche besser sind. Aber in den letzten paar hundert Jahren konnten sie sich nicht entscheiden. Dennoch sind Tsung-mis Worte eine Fallgrube für einen Nicht-Buddhisten, weil ‚Weisheit‘ nicht immer zart oder grob ist. Huang-lungs Worte stehen noch für eine enge Sicht, weil ‚Weisheit‘ nicht immer falsch oder richtig ist. Heute frage ich sie nach ihren Worten. Mönche, wollt ihr dies verstehen?           Wenn der Ozean mit Wasser gesättigt ist, fließen zahlreiche Flüsse rückwärts.“ [1]    780–841, ein Mönch der Kegon-Sekte, der das Gennin-ron schrie...

Dôgens EIHEI KOROKU (XIX):
Die Pflaumenblüte

       „Ein gewisser Mönch sagte einst zu Chao-chou: ‚Es heißt, alle Dinge würden zu einen Ganzen reduziert. Wozu wird dann dieses reduziert?‘ Chao-chou antwortete: ‚Ich besaß eine Oberrobe aus Ching-chou, deren Gewicht sieben kin betrug.‘ Ein anderer Mönch sagte zum altehrwürdigen Wen-chu: ‚Es heißt, alle Dinge würden zu einem Ganzen reduziert. Wozu wird dann dieses reduziert?‘ Wen-chu erwiderte: ‚Der Huang-ho fließt um neun Biegungen.‘            Diese beiden altehrwürdigen Mönche erläuterten auf diese Weise. Doch ich möchte es anders ausdrücken. Wenn mich jemand das Gleiche fragt, sage ich: ‚Ein shujô ist mehr als sieben Fuß lang.‘ Mönche! Wie gut versteht ihr das?            Ich wollte einer Pflaumenblüte sagen: ‚Warum ist der Frühling gekommen?‘ Das tat ich dann tatsächlich, musste aber feststellen, dass die Pflaumenblüte die Antwort nicht kannte.“

Dôgens EIHEI KOROKU (XVIII):
Welche Sutren Dôgen liebte,
und welche nicht

        "Darum beschäftigt euch nicht mit den Aussagen von Konfuzius und Lao-tzu oder dem Shûramgamasamâdhi-nirdesha oder dem „Sutra über die vollständige Erleuchtung“; mein Meister hasste es, dass seine Zeitgenossen die oben genannten Sutren als grundlegend für den Zen-Buddhismus betrachteten. Studiert stattdessen die Texte der Buddhas und Patriarchen, von denen der vergangenen sieben Buddhas und des Bhagavat bis zu den heutigen. Wenn ihr absichtlich den üblen Weg von Ruhm und Gewinn einschlagt, wie könnt ihr das als buddhistische Übung bezeichnen? Der Tathâgata-Bhagavat, Mahâkâsh-yapa, die achtundzwanzig Patriarchen in Indien, die sechs in China, Ching-yüan und Nan-chüeh – wer unter ihnen betrachtete die oben genannten Sutren als das Schatzkammer-Auge des Wahren Dharma, den Wunderbaren Geist des Nirwana? Und welcher Patriarch sah Konfuzianismus und Taoismus als hervorragende Lehren der Buddhas und Patriarchen an oder neigte sich ihnen zu? Heutzutag...

Dôgens EIHEI KOROKU (XVII):
Was ist Karma?

    Dôgen sprach in der Vortragshalle: „Shâkyamuni Buddha sagte zu Menschen und Himmelswesen: ‚Menschen werden in Jambudvîpa [1] als Folge ihres besten Karmas geboren, doch in Uttarakuru [2] als Folge ihres schlimmsten Karmas.‘ Lasst mich euch erklären, Mönche: Was ist das schlimmste Karma? Es ist, Kot oder Urin auszuscheiden. Was ist dann das beste Karma? Es ist, früh am Morgen Haferschleim zu essen und mittags Reis, am frühen Abend Zazen zu machen und um Mitternacht schlafen zu gehen.“ [1]    Der südlichste der vier Kontinente nach indischer Vorstellung – die Menschenwelt. [2]    Der nördlichste der vier Kontinente nach indischer Vorstellung – seine Bewohner sollen tausend Jahre alt werden und fortdauerndes Glück erleben.

Dôgens EIHEI KOROKU (XV):
Was ist der Buddha?

           In der Vortragshalle fragte ein Mönch Dôgen: „Was ist der Buddha?“            Dôgen antwortete: „Er ist ein Mensch, der nirodha-satya verwirklicht hat – das Reich jenseits zukünftiger Leben oder besonderer Moral.“            Da meinte der Mönch: „Ich hoffe, Ihr lehrt mich nicht den Weg des Hînayâna [1] ?“            Dôgen erwiderte: „Niemals.“            Wann auch immer der Mönch dieselbe Frage wiederholte, gab Dôgen dieselbe Antwort.            Er sprach: „Vom Reich Buddhas aus ist der Himmel nicht hoch, noch ist die Erde dick; Berge und Flüsse sind nicht weit von Sonne und Mond entfernt; das Licht der zehn Richtungen durchdringt die zehn Richtungen. Da reitet ein Perser auf einem weißen Elefanten in die Buddha-Halle und ein Mann aus H...

Dôgens EIHEI KOROKU (XIII):
Tien-tung

          Am Tag einer Gedächtniszeremonie für den Abt Tien-tung sprach Dôgen in der Vortragshalle: „Ich ging ins China der Tang-Zeit und studierte den Weg Tien-tungs, wobei ich den Japans verlor. Doch meine Nase liegt vertikal und meine Augen horizontal, wie gehabt. Ihr dürft nicht sagen: ‚Tien-tung täuschte den Übenden Dôgen.‘ Es war eher so: Tien-tung wurde durch mich getäuscht und übertrug mir den Dharma.“