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Posts mit dem Label "Bodhidharma" werden angezeigt.

Zen als nicht-religiöse Lebensweise (Essay)

[Auch diesen Beitrag habe ich vor einigen Monaten bei einem (Essay-)Wettbewerb eingereicht. In gekürzter Form erscheint er im buddhistischen Magazin "Ursache & Wirkung". Er fasst einige im Lauf der Zeit in diesem Blog verhandelte Ideen zusammen und soll zu einem zukunfttauglichen Zen hinführen.]   Zen als nicht-religiöse Lebensweise   „Weder wasche ich mir die Hände noch schere ich mir das Haupt, ich lese keine Sutren und halte keine Regeln ein, verbrenne keinen Weihrauch, mache keine Sitzmeditation, vollführe keine Gedenkzeremonien für einen Meister oder Buddha.“ Chin’g gak Kuksa Hyesim (1178-1234)   Im Laufe der buddhistischen Geschichte bildete sich eine Tradition namens Zen (chin. Chan) heraus. Üblicherweise wird sie der Schule des „Großen Fahrzeugs“ (Mahayana) zugerechnet, im Unterschied zur älteren Schule des „Kleinen Fahrzeugs“ (Hinayana oder besser: Theravada). Da Religion unter anderem ein Beachten von Vorschriften erfordert, halten einige d...

Die Schule der drei Stufen (sanjiejiao) und frühes Chan

Der Mönch Xinxing (540-594) begründete die Sanjiejiao , die „Schule der drei Stufen“, die trotz offizieller Unterdrückung mehrere hundert Jahre lang recht populär war. In ihr werden fühlende Wesen nach ihrer spirituellen Auffassungsgabe unterteilt in Weise, Narren und die dazwischen. Xinjing hielt seine Zeitgenossen für Narren, die sich auf universelle Lehren (pufa) einer letztgültigen Wahrheit verlassen mussten, welche die Unterscheidung von rein und unrein oder richtig und falsch überschreitet. Weise hingegen konnten von den Lehren unterschiedlicher Schulen (biefa) profitieren. Die Sanjie -Gemeinschaft konzentrierte sich auf fünf Klöster in der damaligen Hauptstadt Chang’an, hatte aber Anhänger im ganzen Land. Zu ihrem klösterlichen Leben gehörten Bußrituale, Rezitationen, der Almosengang; schon kleine Vergehen wurden geahndet. Bekannt war auch ihr „Unerschöpfliches Warenhaus“ (Wujinzang) , das zinslos Güter an Bedürftige verlieh. Xinjing lehrte, gemäß der Buddha-Natur alle Leb...

Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik

[Im Folgenden ein Beitrag, der verschiedene Texte aus diesem Blog verbindet und auf Anfrage eines buddhistischen Magazins zustande kam, das ihn schließlich aber selbst in einer stark vereinfachten Form und ohne die Bezüge zum Machtmissbrauch für zu akademisch befand. Den vierten Teil über tibetisches Zen habe ich hier weggelassen, weil er erst kürzlich in diesem Blog zu lesen war.] Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik Teil I: Die Vorläufer Seng-chao und Chih-i In der jüngeren Zeit sind das Fehlverhalten und der Machtmissbrauch buddhistischer Lehrer in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dabei fiel mir auf, dass sich bei einigen Schülern (ich bitte die weibliche Form jeweils mitzudenken) auch nach der Aufdeckung von Skandalen eine unrealistische Erwartung hartnäckig hält, die zwei wesentliche Charakteristika hat: Zum einen wird auch der nächste Lehrer als etwas angesehen, der etwas besitzt, was man selbst nicht habe; zum anderen soll auch er wieder exemplarisch ...