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Posts mit dem Label "Buddhismus" werden angezeigt.

Thich Nhat Hanh und die Verstrickung vietnamesich-buddhistischer Mönche in Gewalt und Kommunismus

[Der folgende Antrag ging im Rahmen des Projektes "Grenzgänger" 2019 an die Robert-Bosch-Stiftung, die u.a. Recherchen in Vietnam förderte. Er wurde nicht angenommen, was angesichts der folgenden Corona-Paranoia recht egal war - eine Verwirklichung in 2020 wäre sowieso unmöglich gewesen. Vielleicht greift ja ein Journalist die Anregungen auf.]    [Dieses Cover sah ich beim Warten in der Orthopädie im BPH, Pattaya, März 2021]    Der buddhistische Lehrer Thich Nhat Hanh (fortan TNH), bürgerlich Nguyen Xuan Bao, darf als international angesehen gelten. Einst wurde er sogar von Martin Luther King für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Als Friedensaktivist hat er sich und seine Gemeinschaften (Order of Interbeing, Plum Village) erfolgreich etabliert. Seit den 60er Jahren wurden nicht nur etliche Ländereien und Immobilien erworben (in Deutschland vor einigen Jahren ein ehemaliges Militärgebäude, das zum Seminarzentrum EIAB ausgebaut wurde), sondern auch umsatzstarke T...

Ein paar Filmtipps zwischendurch

Wie auch hier im Blog zu erkennen ist, bin ich momentan besonders mit Übersetzungen beschäftigt und habe nur bedingt Zeit für anderes. Meinem Hobby Film konnte ich dennoch nebenher ein paar Wochen intensiv frönen, und neben neueren Werken meiner chinesichen Lieblingsregisseure Zhang Yimou (Shadow) und Jia Zhangke (Asche ist reines Weiß) auch ältere Kunst von Robert Altman (Images) und Luis Bunuel (Los Olvidados) entdecken. Und zwar auf Amazon Prime (die ersten 30 Tage Mitgliedschaft sind dort kostenlos, was jeweils neu für die jeweiligen Länderzugänge von Amazon gilt, also z.B. Amazon US, Amazon UK etc.) Da ich im Ausland bin und nicht weiß, welche der nun folgenden Tipps mit buddhistischen Inhalten bei Euch zur Verfügung stehen, ist ggf. zu überlegen, ob einer der VPN-Anbieter Sinn macht. Einige der erwähnten Titel sind kostenpflichtig. In Ai-un: Hugo Makibi Enomiya-Lasalle (2016) finden sich Originalaufnahmen mit dem Jesuitenpater, der zwischen Christentum und Zen vermittelt...

Der Irrtum von Tenzin Palmo: Sex durch die Hintertür

"Listen, I'm as big a liar and a cheat as anyone else." (Marian Engel: Sarah Bastard's Notebook. Paperjacks 1974) In der jüngeren Vergangenheit haben besonders drei Darstellungen von Sexualität mein erfreutes Erstaunen, meinen Beifall und mein herzhaftes Lachen ausgelöst, weil sie den verbreiteten Vorurteilen zur Sexualität und der jüngst wieder recht schwermütigen Debatte um #metoo eine fulminante Horizonterweiterung entgegensetzten. Zum einen sind das die Kolumnen einer Edelprostituierten, die sich als Kindfrau vermarktet und in der WELT (unter ihrem Herausgeber Stefan Aust in den letzten Jahren inhaltlich stark verbessert) als "Kanarienvögelchen" Augen öffnendes Insiderwissen preisgibt (unten ein Video, in dem man sie am "Philosophischen Stammtisch" sieht). Zum zweiten ist es die Amazon -Produktion "Caligula" , und hier die Folgen 6 und 16 über recht promiske junge Japanerinnen ("Experienced Girls"), die m...

Éric Ripert - Buddhist am Herd

Éric Ripert (geb. 1965) ist Koch und betreibt u.a. das mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete und auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisierte Restaurant Le Bernardin in New York. Er fiel mir in der TV-Serie Treme von David Simon ( The Wire, The Deuce ) auf, wo er einmal als "Buddhist" bezeichnet wurde. Tatsächlich steht er dem "City Harvest Food Council" vor, einer Hilfsorganisation ähnlich unserer "Tafel" (wenn auch wesentlich größer), die bis heute über 300 Millionen Kilo Nahrungsmittel rettete und an Bedürftige verteilte. Ripert veranstaltet auch mit anderen namhaften Köchen ein Benefizdinner als Hauptsponsor des Tibetan Aid Project , das 1969 von Tarthang Tulku begründet wurde und bis jetzt u.a. zwei Millionen buddhistischer Textausgaben vor allem an Bibliotheken in der Himalaya-Region verteilte.  Ripert war mit einem weiteren bekannten TV-Koch, Anthony Bourdain, in Frankreich unterwegs, als dieser im Juni 2018 überraschend Suizid beging, wov...

Lüge und Heuchelei im tibetischen Buddhismus und bei Thich Nhat Hanh

"(...) die Verwechslung zwischen dem Überbau als allgemeinem Phänomen, d.h. dass bestimmte Gedanken zu einem bestimmten Zeitpunkt notwendig sind, andere unmöglich, und der öffentlichen Lüge. Eine vernünftige Überbautheorie muss bei der Ideologie vollständige Aufrichtigkeit, höchste Anstrengungen und absolute Redlichkeit voraussetzen, bevor eventuell das Gegenteil bewiesen worden ist, Die Philosophen der Aufklärung sind bei Gott keine Heuchler.    Heuchelei, d.h. öffentliche Lüge, wird erst in dem Moment zu einer Ideologie, wo diese gestorben ist und mit künstlichen Mitteln aufrechterhalten werden muss. Dieser Zustand ist ein Sonderfall, und er fasziniert mich. Man stößt darauf in Gesellschaften, die ausgeprägte Harmonietheorien über sich selbst haben." (Lars Gustafsson, Jan Myrdal: Die unnötige Gegenwart. Hanser 1975) Kürzlich hatte ich eine Diskussion auf einem Blog, der sich mit vor allem sexuellem Missbrauch im Buddhismus beschäftigt und von Maß- und Stellungnah...

Sogyal Lakar / Rinpoche und die Illusionsmaschine seiner Kritiker

Zuletzt wurde ausgiebig der Fall Sogyal Lakar/Rinpoche in buddhistischen Zirkeln diskutiert . Ein weiterer guter Beleg für Karma, könnte man meinen, hat er sich doch nach lange bekannten Sexskandalen mit Schülerinnen einfach nur weiter zwanghaft in seine Neigungen verstrickt, bis nun einige mit Beschwerden an die Öffentlichkeit traten. Am Beispiel einer Stellungnahme der "Aro-Gemeinschaft" des tibetischen (Nyingma) Buddhismus lässt sich gut aufzeigen, welcher Illusionsmaschine sich diejenigen bedienen, die nicht bereit sind, ihre eigene Überlieferung hinreichend zu hinterfragen.  Dieser Aro-Familienzweig dürfte nur wenigen bekannt sein, er beruft sich vor allem auf erleuchtete Frauen und die "Visionärin" Aro Lingma, der schon bei ihrer Geburt allerhand Wunderzeichen der Natur usw. nachgesagt wurden. Der "Unbuddhist" übersetzte dankenswerterweise eine Stellungnahme dieser Linie zum Fall Sogyal. In dieser wird einerseits erfrischend deutlich, wa...

Der koreanische Mönch Musang (680-756)

Die Geschichte, wie man im 8. Jhd. den Kopf des mumifizierten sechsten Patriarchen Hui-neng nach Korea (Silla) schaffen wollte, unterstreicht, dass dieses Land einen gebührenden Platz in der Überlieferung des Chan (Zen) einzunehmen gedachte. Musang (Wu-hsiang oder "Meister Kim", wörtlich: "formlos") war in einer Zeit in der chinesischen Provinz Szechuan und ihrer damaligen Hauptstadt Ch'eng-tu aktiv, in der die Buddhisten der ostasiatischen Länder sich zwar im Dialog befanden und gegenseitig willkommen hießen, aber durch politische Interessen und Spannungen zunehmend vereinnahmt wurden. Musang soll der dritte Sohn eines Silla-Königs gewesen sein und 728 durch den dortigen Regenten Hsüan-tsung in Chang-an empfangen worden sein. Er begab sich dann nach Szechuan, wo er auf Ch'u-chi (T'ang ho-shang, 669-736) stieß, der die Robe Hui-nengs durch eine Herrscherin empfangen hatte und ihm die Dharma-Übertragung verlieh (wobei Musang sich vorher noch einen Finger...

Wie Dôgen zum Vinaya stand (und ein Schmankerl zu Buddhas Vielweiberei und Konkubinen)

D o gens nach dem Vinaya ordinierter Meiste r Ju-ching, der zudem den Satz der 48 B odhisattva-Gelübde pflegte, dürfte kaum einem Mann wie D o gen das Dharma-Erbe übertragen h aben, wenn dieser nicht in China seine Ordination im Vinaya nachgeholt hätte. Tatsächlich hat auch schon Eisai, den D o gen ja ausdrücklich lobt und unter dessen Schüler Myozen er studierte, den Vinaya vollumfänglich eingefordert. Dogen hat sich also nicht nur von Ju-ching, sondern auch vom Tendai-Buddhismus und Eisai gleich mehrfach distanziert: 1) Dogen lehrte Ejo, die wesentliche Lehre ( shû , chin. tsung) des Zen sei die Sitzmeditation. Er sagte sogar, es sei falsch, das Wesentliche des Zen einzig im Befolgen der Regeln zu suchen. Dogen gab an, frühere Schüler Eisais in ihrem wörtlichen Verständnis der Gebote korrigiert zu haben. 2) Dogen betonte wiederholt, dass alle drei Aspekte der buddhistischen Lehre (Gebote/Regeln, Meditation, Weisheit) gleichzeitig im Akt der Zenmeditation verwirkli...

Der koreanische Mönch Wonhyo

"Das Falsche wird von selbst verschwinden, während das Richtige sich offenbart - so wie echtes Gold aus sich selbst strahlt, und falsches nicht." Wonhyo Taesa (617-686) war einer der führenden Denker der koreanisch-buddhistischen Tradition von "Essenz-Funktion" (chin.  體用).  Er verfasste über   80 Werke, von denen seine Kommentare zum Mahayana Mahaparinirwana- und Vajrasamadhi-Sutra und zum "Sutra der Glaubenswerweckung" ( Mahāyāna śraddhotpādaśāstra)   am einflussreichsten wurden. Letzteres, das Ashvagosa zugeschrieben wird, aber chinesischen Ursprungs sein soll, vereinfachte Wonyho zu der Botschaft, dass das Universum kein dunkel und hell, kein Leben und keinen Tod kenne und nur sich selbst habe, ohne irgendwelche Etikettierungen.        In China und Japan wurden besonders Vertreter der Huayan- bzw. Kegon-Schule von Wonhyo beeinflusst.  Die Inhalte dieser Traditionen, das ostasiatische Yogâcâra und das Thema Buddha-Natur standen ...