Hosokawa Dogen, einer von Omori Sogens (1904-1994) Nachfolgern und Abt eines Rinzai-Tempels in Honolulu, beschreibt in Omori Sogen: The Art of a Zen Master (Kegan Paul 1999), welche Worte dessen Meister Seisetsu ihm kurz vor seinem Tod mit auf den Weg gab: „Verbreite den Geist der universellen Bruderschaft!“ (S. 53). Dahinter stand der Gedanke des hakko ichiu, der Buddhaschaft aller Lebewesen, auf deren Grundlage die Menschen eine friedliche Welt schaffen könnten. 1966 versuchte Omori mithilfe der US-Botschaft bei einem Besuch Vietnams deren buddhistischen Führer, der sich seit langem im Hungerstreik befand, nach Japan einzuladen und so vor dem Tod zu bewahren (S. 74). Im Hinblick auf den von Brian Victoria einst unter „metaphorische Rhetorik“ subsumierten Satz: „Zen und Schwert sind eins“ meint Omori: „In welcher Beziehung stehen die Kunst zu töten und die Kunst zu leben? Diese Frage kann nicht nur intellektuell beantwortet werden. Der Mensch verspürt einen inneren Drang oder vielmeh...
Kommentare eines Zen-Rüpels