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Miyamoto Musashi: Der sechste Ring (Auszug)

  Schwertweg der fünf Stände Gohô no Tachimichi Die Kampfstrategie (heihô) ist der Weg. Die Prinzipien, die für das Kreuzen der Schwerter mit dem Feind gelten, sind auch auf die gesamte Armee anwendbar. Über den Sieg entscheidet nicht der Kampf gegen den Feind, in dessen Angesicht man blickt. Der Sieger steht schon vor Beginn des Kampfes fest. Ohne Abweichung muss der Weg der Kampfstrategie stets befolgt werden, doch darf man den Strategien auch nicht blind ergeben sein. Selbst Geheimnisse können nicht verborgen werden. Durchzuhalten wird viele Dinge offenbaren. In einem schwierigen Kampf warte, bis die rechte Zeit kommt. Man kann die Glocke nur schlagen, wenn man tief im Tempelinneren ist. Seit alters gibt es viele Dutzend Traditionen in Japan, die ihre eigenen Methoden der Schwertkampfkunst lehrten. Was sie für ihren Weg halten, besteht jedoch aus rohen Taktiken, die sich auf brutale Gewalt verlassen, oder sie bevorzugen umgekehrt Sanftheit und konzentrieren sich auf tri
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Zen-Worte und Ghibli (Auszug)

                                                                           (Zeichnung von Toshio Suzuki)   Ich bin Mönch des Zen-Buddhismus, genauer gesagt aus der Rinzai-Sekte. Der Tempel, für den ich als zwölfter Abt Sorge trage, ist der Daitakusan-Ryūunji in Tokyo im Bezirk Setagaya. Während der Edo-Zeit (1603–1868), noch zu Lebzeiten der 47 Samurai, und zwar im Jahre 1699 wurde dieser Zen-Tempel errichtet. Bis vor neun Jahren war ich in einer Übungshalle (jap. dōjō ) in Kyoto, um mich in den buddhistischen Übungen zu schulen. Ab meinem 22. Lebensjahr hatte ich über neun Jahre hinweg jeden Tag meine Zeit der Sitz-Meditation (jap. zazen ) und den „Lehrgesprächen zwischen Meister und Schüler“ (jap. zenmondō ) gewidmet, um durch diese Ausbildung, die sogenannte „Erleuchtung durch Zen“ (jap. zen no satori ) zu erlangen. Da ich einzig und allein nur diese Dinge über einen langen Zeitraum hinweg geübt habe, scheint es vielleicht so, dass ich mir in dieser Zeit wirklich viel angeeignet h

Joshu Sasaki: "Ihr Trottel" (Teisho 01.04.00)

Rede zu Buddhas Geburtstag (Hanamatsuri)   von Kyozan Joshu Sasaki Roshi 1. April 2000 Rinzai Ji Zen-Zentrum   Ich habe gestern auch darüber gesprochen, aber wie auch immer, wir haben gerade ein einwöchiges Dai-Sesshin beendet, und von allen, die an diesem Sesshin teilgenommen haben, sind einige gekommen, um den Geburtstag des Buddha zu feiern. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die eine ganze Woche lang mit mir geübt haben. Einige von Ihnen haben auch eine Menge Geld ausgegeben, um an dem Sesshin teilzunehmen.  Also, für die Leute, die sich beschwert haben und gesagt haben: „Mein Hintern tut weh“ oder „Meine Ohren schmerzen“ oder „Ich habe kein Auto, also kann ich nicht zum Sesshin kommen“: Ihr seid durchgefallen! Verstehst ihr, was Buddhismus wirklich ist? Wenn ihr es noch nicht versteht, müsst ihr eure Praxis immer fortsetzen. In dem Wissen, dass sie es noch nicht verstehen und dass sie ihre Praxis fortsetzen müssen, haben die Menschen, die gekommen sind, um