Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "So Sahn" werden angezeigt.

So Sahn (1560-1604): Der Spiegel des Zen II

7 Ich würde gern  nur eins sagen: Alles Denken abschneiden, alle Bedingungen vergessen, während ich hier sitze und nichts zu tun habe: Und doch kommt der Frühling und überall wächst das Gras von selbst. Kommentar: Alles Denken abschneiden und von allen Bedingungen, von Ursache und Wirkung lassen: Dies bedeutet, die Wahrheit in deinem eigenen Geist zu erlangen. Dann kannst du ein wahrer Mensch des Weges genannt werden, der nichts mehr verwirklichen muss. So einer ist ungehindert und erschafft von Augenblick zu Augenblick nichts: Wenn er hungrig ist, isst er, wenn er müde ist, schläft er. Er wandert frei zwischen den klaren Flüssen und blauen Bergen umher. Er mischt sich gelassen und ohne Hindernis unter die Geschäftigen in Häfen und Wirtshäusern. Das Auf und Ab der Zeiten interessiert ihn nicht, und doch kommt der Frühling und die Gräser sprießen, wie ehedem.  Wann immer Denken aufkommt, sollte man nach innen und nach seinem eigenen wahren Geisteslicht Ausschau halten.  Ga...

So Sahn (1520-1604): Der Spiegel des Zen I

So Sahn war ein einflussreicher koreanischer Seon(Zen)-Mönch, dessen "Spiegel des Zen" noch heute in Klöstern gelehrt wird. Er fasste darin mit 86 Abschnitten wesentliche Lehren der Tradition zusammen, die er kommentierte und mit Versen versah. Im Gegensatz zu Hakuin hatte er große Sympathien für den Buddhismus des Reinen Landes. Leider insistiert er in mehreren Kapiteln z.B. auf einem Verständnis der Gebote, wie ich es schon desöfteren kritisierte, und schließt Shen-hui als Erben Hui-nengs aus; darum will ich mich auf ein paar Highlights seiner Schrift beschränken.   2  Das Erscheinen der Buddhas und Patriarachen in dieser Welt kann mit Wellen verglichen werden, die plötzlich in einem windstillen Ozean auftauchen. Kommentar: Das Wort "Buddha" verweist auf Shakyamuni Buddha, "Patriarch" auf den Ehrwürdigen Mahakashyapa. Ihr Kommen in die Welt gilt als große Freundlichkeit und Mitempfinden, denn es sollte dem Erretten aller Lebewesen vom Leiden dienen.  Was...