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Posts mit dem Label "Ju-ching" werden angezeigt.

T. J. Kodera über die für Dôgen prägenden Jahre in China (und das Hôkyô-ki)

1980 erschien in London Takashi James Koderas Studie Dogen’s formative years in China . Auch wenn für Teile davon neuere Erkenntnisse vorliegen, will ich einige Punkte Koderas widergeben. So weist er darauf hin, dass Dôgen in China zunächst bei Lehrern der Lin-chi (Rinzai-)Tradition lernte und von diesen sogar die Empfehlung stammte, den „authentischen Lehrer“ Ju-ching aus der Ts’ao-tung (Sôtô)-Schule aufzusuchen, der tatsächlich vom Lin-chi-Meister Wu-chi Liao-p’ai als Abt auf dem T’ien-t’ung-Berg eingesetzt worden war. Sowohl Ju-chings als Dôgens Kritik an der Lin-chi-Schule erscheinen so m. E. in einem anderen Licht. Koderas Werk bezieht sich auf Dôgens  Hôkyô-ki , für das ich gerade eine Übersetzung vorlegte. Kodera ist bewusst, dass wir uns bei vielem, was wir von Ju-ching erfahren, auf Dôgen als Quelle stützen müssen. Ju-ching glaubte, dass der wahre Dharma nur in sein Kloster übertragen worden sei (S. 60) und dass entschlossene Buddhisten bei längeren Sitzmeditatione...

Wie Dôgen seinen Lehrer Ju-ching verfälschte
(Essay von Heine)

Heute fasse ich zusammen: Stephen Heine: Did Dogen go to China. Japaneses Journal of Religious Studies 30/1-2: 27-59 (2003). Dieser Essay von Heine , Professor für Religionswissenschaft, untersucht u. a. den Wahrheitsgehalt der Behauptung, dass Dôgen zwischen 1223 und 1227 auf seinen Reisen durch China unter der Führung von Meister Ju-ching Erleuchtung erlangte. Es werden dazu verschiedene Dokumente herangezogen, u. a. das Teiho Kenzeiki zue aus der Tokugawa-Ära in der Interpretation von Nara Yasuaki und ein preisgekröntes Buch von He Yansheng über Dôgens Beziehung zu China. Dôgens Zitate und Anspielungen auf Texte der Sung-Zeit dienen als wichtige Basis für die Interpretation chinesischen Chans. Seine Hauptquellen umfassen die Aufzeichnungen Hung-chihs und von Dôgens Lehrer Ju-ching, die er beide als „alte Meister“ (kobutsu) bezeichnet (Ju-ching auch als seinen „früheren Lehrer“,   senshi ), sowie verschiedene Kôan-Sammlungen und „Übertragungen der Lampe“. Dôgen hab...

Wie Dogen seinen Meister verklärte

Auf dem Zennist-Blog, den ich rechts verlinke, ist eine interessante Analyse von Carl Bielefeldt (der u.a. das Übersetzungsprojekt des Shobogenzo in Stanford betreut) zusammengefasst. Ich erlaube mir, diese hier kurz auf Deutsch wiederzugeben. Dogen erwähnt vor 1240 seinen chinesischen Lehrer Ju-ching nur spärlich. Sein Tsao-tung (jap. Sôtô)-Erbe beanspruche auch keine besondere Stellung im Chan (Zen). Das "Shôbôgenzô" sei hingegen - als überlieferte Lehre - Bestandteil aller Chan-Traditionen. Nach 1240 versuchte Dôgen offenbar, seine eigenen Anschauungen durch Rekurieren auf Ju-ching zu legitimieren. (Das ist ein bisschen so, wie wenn manche Zen-Lehrer heute beiläufig erwähnen, dass sie bei Sawaki Roshi waren und von dem und dem die Dharma-Übertragung bekamen - schwupp, schon identifiziert man das, was sie sagen, mit allen Genannten). Bielefeldt stellt fest, dass Ju-ching in China jedoch kein herausragender Meister gewesen sein kann. Außer Dogens Zeugnissen gibt es nu...