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Posts mit dem Label "Korea" werden angezeigt.

Kyong Ho (1849-1912): Die große Angelegenheit von Leben und Tod (Auszüge)

Kyong Ho (Gyeogheo) gilt als ein Begründer des modernen koreanischen Seon (Zen) und dessen 75. Patriarch. Nach einem Leben im Kloster, als Eremit und unter Laien zog er sich angeblich 1903 in ein Fischerdorf zurück, wo er arbeitete und Kinder unterrichtete. Ich übersetze hier einen gerafften Ausschnitt eines Textes, der mich amüsierte, weil er andeutet, wie man als Vogel oder Schmetterling wiedergeboren werden könnte (wäre das nicht schön?). Offenbar entgeht dem Meister hier der Dualismus, der einer Abwertung solcher Existenzformen zugrunde liegt (man beachte hierzu auch den letzten Absatz). Neben seinen offensichtlich brauchbaren Hinweisen zur Konzentration auf "Schlüsselfragen" ist er noch in der buddhistischen Kosmologie befangen - ein Phänomen, das man bis in unsere Zeit antrifft. Kyong Hos Sterbegedicht ist so überliefert:  "Das Mondlicht des klaren Geistes  verschluckt die ganze Welt. Wenn Geist und Licht verlöschen:  Was ist dies?"   ***   "Um Buddhascha...

So Sahn (1560-1604): Der Spiegel des Zen II

7 Ich würde gern  nur eins sagen: Alles Denken abschneiden, alle Bedingungen vergessen, während ich hier sitze und nichts zu tun habe: Und doch kommt der Frühling und überall wächst das Gras von selbst. Kommentar: Alles Denken abschneiden und von allen Bedingungen, von Ursache und Wirkung lassen: Dies bedeutet, die Wahrheit in deinem eigenen Geist zu erlangen. Dann kannst du ein wahrer Mensch des Weges genannt werden, der nichts mehr verwirklichen muss. So einer ist ungehindert und erschafft von Augenblick zu Augenblick nichts: Wenn er hungrig ist, isst er, wenn er müde ist, schläft er. Er wandert frei zwischen den klaren Flüssen und blauen Bergen umher. Er mischt sich gelassen und ohne Hindernis unter die Geschäftigen in Häfen und Wirtshäusern. Das Auf und Ab der Zeiten interessiert ihn nicht, und doch kommt der Frühling und die Gräser sprießen, wie ehedem.  Wann immer Denken aufkommt, sollte man nach innen und nach seinem eigenen wahren Geisteslicht Ausschau halten.  Ga...

So Sahn (1520-1604): Der Spiegel des Zen I

So Sahn war ein einflussreicher koreanischer Seon(Zen)-Mönch, dessen "Spiegel des Zen" noch heute in Klöstern gelehrt wird. Er fasste darin mit 86 Abschnitten wesentliche Lehren der Tradition zusammen, die er kommentierte und mit Versen versah. Im Gegensatz zu Hakuin hatte er große Sympathien für den Buddhismus des Reinen Landes. Leider insistiert er in mehreren Kapiteln z.B. auf einem Verständnis der Gebote, wie ich es schon desöfteren kritisierte, und schließt Shen-hui als Erben Hui-nengs aus; darum will ich mich auf ein paar Highlights seiner Schrift beschränken.   2  Das Erscheinen der Buddhas und Patriarachen in dieser Welt kann mit Wellen verglichen werden, die plötzlich in einem windstillen Ozean auftauchen. Kommentar: Das Wort "Buddha" verweist auf Shakyamuni Buddha, "Patriarch" auf den Ehrwürdigen Mahakashyapa. Ihr Kommen in die Welt gilt als große Freundlichkeit und Mitempfinden, denn es sollte dem Erretten aller Lebewesen vom Leiden dienen.  Was...

Kusan Sunim (1909-1983) über Träume

(Sorry, ich war mit der Kommentarsichtung hintendran, alles wurde nun freigeschaltet.) (Quelle Foto: terebess) Träume entstehen aufgrund des folgenden Prozesses. Dinge, die in der phänomenalen Welt durch die fünf Sinnesbewusstseine (Auge, Ohr, Nase, Zunge und Körper) erfahren werden, und geistige Objekte, die im Verstand durch das sechste Sinnesbewusstsein (das Verstandesbewusstsein) erfahren werden, werden in gut und schlecht unterschieden und durch das siebte Bewusstsein, das Regierende Bewusstsein, in Bezug auf das „Ich“ beurteilt. Das achte, das Speicher- Bewusstsein, zeichnet die Eindrücke der Dinge auf, die bis zum und durch das sechste Bewusstsein erlebt wurden, sowie die verschiedenen Arten von guten, schlechten, richtigen und falschen Urteilen, die vom siebten Bewusstsein gefällt wurden, und speichert sie. Das neunte, das Geist-König-Bewusstsein, auch das Reine-Bewusstsein genannt, hat die Kontrolle über alle Bewusstseine bis zum achten. Wenn wir in den Schlaf eint...

Verschiedene Ansätze zur Kôan-Übung im koreanischen Zen (Seon)

Der im Westen wohl bekannteste Lehrer des koreanischen Zen (Seon), Seung Sahn, adaptierte eine  japanische Methode des Kôan (gong’an)- Studiums mit dokusan , privaten Einzelgesprächen, und dem Abarbeiten zahlreicher Kôan. In Korea konzentriert man sich traditionell auf die entscheidende Phrase eines gong’an , das hwadu (chin. huatou ), und es finden nur selten Zwiegespräche mit dem Lehrer statt, der die Erleuchtungserfahrung seiner Schüler eher nach dem beurteilt, was dieser vorausging, nicht nach dem, was aus ihr folgt. Laut einem von Koreas angesehensten Lehrer, Songdam sunim (geb. 1929), ist das entscheidende bei der Arbeit mit dem hwadu der Zweifel und das Beobachten des Zweifels an diesem hwadu , bis dieser Zweifel so stark wird, dass er „das ganze Universum erfüllt“. Es gehe nicht, wie im Rinzai, um das Einswerden mit dem Kôan (jap. narikiru ) oder um eine passende Antwort darauf. Als Meditationstechnik empfiehlt Songdam sunim die Atemtechnik durch den Unterleib (kor. danj...

Der koreanische Mönch Musang (680-756)

Die Geschichte, wie man im 8. Jhd. den Kopf des mumifizierten sechsten Patriarchen Hui-neng nach Korea (Silla) schaffen wollte, unterstreicht, dass dieses Land einen gebührenden Platz in der Überlieferung des Chan (Zen) einzunehmen gedachte. Musang (Wu-hsiang oder "Meister Kim", wörtlich: "formlos") war in einer Zeit in der chinesischen Provinz Szechuan und ihrer damaligen Hauptstadt Ch'eng-tu aktiv, in der die Buddhisten der ostasiatischen Länder sich zwar im Dialog befanden und gegenseitig willkommen hießen, aber durch politische Interessen und Spannungen zunehmend vereinnahmt wurden. Musang soll der dritte Sohn eines Silla-Königs gewesen sein und 728 durch den dortigen Regenten Hsüan-tsung in Chang-an empfangen worden sein. Er begab sich dann nach Szechuan, wo er auf Ch'u-chi (T'ang ho-shang, 669-736) stieß, der die Robe Hui-nengs durch eine Herrscherin empfangen hatte und ihm die Dharma-Übertragung verlieh (wobei Musang sich vorher noch einen Finger...

Der koreanische Mönch Wonhyo

"Das Falsche wird von selbst verschwinden, während das Richtige sich offenbart - so wie echtes Gold aus sich selbst strahlt, und falsches nicht." Wonhyo Taesa (617-686) war einer der führenden Denker der koreanisch-buddhistischen Tradition von "Essenz-Funktion" (chin.  體用).  Er verfasste über   80 Werke, von denen seine Kommentare zum Mahayana Mahaparinirwana- und Vajrasamadhi-Sutra und zum "Sutra der Glaubenswerweckung" ( Mahāyāna śraddhotpādaśāstra)   am einflussreichsten wurden. Letzteres, das Ashvagosa zugeschrieben wird, aber chinesischen Ursprungs sein soll, vereinfachte Wonyho zu der Botschaft, dass das Universum kein dunkel und hell, kein Leben und keinen Tod kenne und nur sich selbst habe, ohne irgendwelche Etikettierungen.        In China und Japan wurden besonders Vertreter der Huayan- bzw. Kegon-Schule von Wonhyo beeinflusst.  Die Inhalte dieser Traditionen, das ostasiatische Yogâcâra und das Thema Buddha-Natur standen ...

Gedichte von Hyesim

Chin'gak Kuksa Hyesim (1178-1234) war wohl der erste Son(Zen)-Meister Koreas, der sich auf die Dichtung konzentrierte. Hyesim heißt "Weisheit-Glaube". Er empfing 1205 vom bekannten Chinul die Dharma-Übertragung, im gleichen Jahr, in dem der Chogye-Orden seinen Namen bekam, und sollte 1208 der nächste Hauptabt des Songgwang-Tempels werden, was er zunächst ablehnte. Nach dem Tode Chinuls im Jahr 1210 wurde er jedoch per königlichem Erlass dazu eingesetzt; aus diesem Tempel gingen sechzehn Patriarchen hervor. Das einzige überlieferte Werk mit seinen Versen, "Gedichte von Muuija", wird an der Universität von Komazawa in Japan aufbewahrt.  Eine englische Übersetzung findet sich in  Magnolia and Lotus: Selected Poems of Hyesim  (Buffalo 2012).  Allein an einem Teich sitzend, sehe ich auf dem Grund einen Mönch. Still lächeln wir einander an – ich weiß, seine Stimme wird nicht antworten. *** Frühlingsseidenraupen spinnen ihre Fäden, binden sich auf...

Was bedeutet Ethik im Zen (II)?

Harada Daiun Sogaku Roshi (1871-1961) Wonhyo: Regelbruch als Regeleinhalten Der Koreaner Wonhyo (617-686, siehe auch hier ) steht für die Tradition der verrückten Mönche. Wie der Laie Vimalakirti brach er Regeln, zeugte als Mönch mit einer Prinzessin einen Sohn (der ihn später als angesehener Gelehrter in Ehren hielt), wurde entrobt und zog singend und predigend durch die Lande - und das, obwohl von ihm mehrere Schriften überliefert sind, in denen er das Einhalten der Gebote betont (siehe etwa Palsim suhaeng jang ). Dies kann man als Widerspruch der Hagiographie sehen, oder - wie hier in diesem Blog empfohlen - als die Möglichkeit zu einer tieferen Einsicht, die alle großen Zenlehrer ihren Schülern neben ihrer traditionellen Schriftauslegung exemplarisch aufzeigten. Regeln sind für Wonhyo vorübergehender Natur, letztgültige gibt es nicht, sie zeichnen sich vielmehr durch bedingtes Entstehen und Leere aus. Dies heiße jedoch nicht, dass es keine Gebote gäbe, jedoch würde...

Der Zen-Meister Taego (III)

Wie man Zen studieren soll "Tage und Monate vergehen wie ein Blitz, beachtet die Vergänglichkeit. Wir gehen vom Leben in den Tod über in der Zeit, die es benötigt, ein- und auszuatmen. Es ist schwer, sich auch nur eines Morgens oder Abends sicher zu sein. Ob ihr geht, steht, sitzt oder liegt - verschwendet nicht eine Minute. Werdet immer mutiger und unerschrockener. Seid wie unser ursprünglicher Lehrer Shakyamuni, der energisch voranschritt.     Ist der Geistgrund gleichmütig, wach und still, werdet ihr tiefgründige Gewissheit über die Absicht der Buddhas und Patriarchen gewinnen. Ihr müsst dies auf die rechte Weise erreichen. Geist ist der natürliche Buddha, warum also woanders danach suchen? Legt eure zahllosen Angelegenheiten ab und erwacht. Am Ende des Weges ist es wie vor einer Eisenwand. Falsche Gedanken sind ausgelöscht, und sogar das Auslöschen ist fortgewischt. Körper und Geist scheinen in der Leere zu ruhen. In der Stille reicht das Strahlen eines Licht...

Der Zen-Meister Taego (II)

Wieder und wieder schau dir an, welche Form es hat. Plötzlich wirst du die Schranke der Buddhas und alten Patriarchen überwinden: Sie ist nur ein Lachen wert. *** Der Augenblick, bevor ein Gedanke geboren wird, ist bereits falsch. Versuchen, mehr darüber zu sagen, ist verfänglich. *** Wenn du auf natürliche Weise eins mit dem Geistgrund geworden bist, erreichst du den Ort, an dem du nichts weißt, nichts verstehst. Versuch nicht darüber nachzudenken, was dies ist, sei einfach aufmerksam und klar und halte dies allzeit aufrecht, was immer du tust, ob du dich bewegst oder stillstehst, redest oder schweigst.  *** Dieses Reich hat mich geboren, so wie in einem Senfkorn zehn Milliarden Länder verborgen sind. Pah! Wie roh und derb dieser Dorfmönch ist! Dem Herrscherwillen folgend, enthülle ich überflüssigerweise die Hässlichkeit meiner Familie. Die Buddhas und Patriarchen tadelnd, schaffe ich karmisches Leiden. Ha ha ha!    Von nun an werde ich nicht...

Der Zen-Meister Taego (I)

Taego (1301-1382) verkörperte koreanisches Zen und wetterte gegen minderwertige Lehrer und die allgemeine Dummheit. Ich möchte hier ein paar seiner stärksten Sätze aus dem Taego Hwasang Orok vorstellen. *** Hier ist ein gutes Zimmer für den König der Leere. Früher nannte man es Glückswolkenhöhle. Heutzutage lebt hier nur ein verarmter Mann des Weges. Mögen auch Buddhas und Patriarchen vorbeikommen, er wird sie nicht empfangen. Klaräugige Berobte können sich ihm nicht nähern. Doch sag mir, wer kann ihn sofort abschneiden?  Die Lehre gemäß des Buddha verbreiten, Wesen gemäß ihrer Fähigkeiten empfangen: Pah! Was für ein eitles Geschwätz! *** Der ganze Kanon der schriftlichen Lehren, die auf Worte Buddhas zurückgehen, ist nur ein geschicktes Mittel, um die innewohnende erleuchtete Natur der Menschen aufzuzeigen.  *** Geist ist Buddha, Buddha ist Geist. Außerhalb des Geistes kein Buddha, außerhalb Buddhas kein Geist. *** Nun, wo du dein Zuhause...

Antwort auf Seung Sahn

[Der folgende Briefwechsel mit Seung Sahn war natürlich nicht an mich gerichtet, sondern findet sich so ähnlich in "Nur weiß nicht" (Gießen 2010).] "Hallo Meister, (...) Alle Buddha-Statuen sind voller Stein. Alle Zen-Patriarchen sind voller Scheiße. Was kannst Du tun?" "Lieber Guido, wenn Deine Freundin Dich wirklich hundertprozentig liebt, wird sie wahrnehmen, warum Du Zen praktizieren willst und warum töten nicht gut ist. Dann wird sie zu angeln aufhören und wird Dir folgen. (...) Ich schneide Dir die Zunge ab - was kannst Du tun?" Ich lasse sie annähen, gehe aufs Klo und nutze meine Hand. Dann folge ich meiner Freundin an den Teich und erkenne, dass ein Fisch keine blöden Fragen stellt, wenn er an der Angel hängt.

Der seltsame Seung Sahn

Im Johannes Herrmann Verlag sind inzwischen drei Bücher des koreanischen Zen(Seon)-Lehrers Seung Sahn erschienen. Zunächst versprach mir die Lektüre Vergnügen, als ich las: "Wenn du keine Art von Geist bewahrst und nur die Richtung hast, alle Wesen zu retten, dann sind Gelübde nicht notwendig ...", doch bei weiterem Lesen wurde mir dann etwas bange, und das unten stehende Filmchen mag belegen, wieso. Seung Sahn (1927-2004) gehörte dem  zölibatären Chogye-Orden an, von dem ich mal einen kleinen (Co-)Übersetzerpreis fürs "Jikji" erhielt, das Fragment einer Koan-Sammlung, das nicht nur Weltkulturerbe ist, sondern auch das älteste aus beweglichen Metall-Lettern gedruckte Buch. In letzter Minute brachten die Koreaner im Jahr 2005, damals Gastland, eine englischsprachige Jikji-Übersetzung auf die Buchmesse, nachdem ich meine deutsche aus eigener Tasche finanziert hatte. Der (Geld- und Sach-)Preis des Chogye-Ordens kam mir wie ein billiges Trostpflaster vor. Leser finde...

Kiye Jilue: Ein Gespräch über die Kunst der Strategie (III)

   Der Gast fragte: „Warum habt Ihr Euer Heerlager dann nicht mit dem Schild ausgestattet?“   Die Antwort lautete: „Wie könnte sich jemand nur auf den Schild verlassen? Der Langstock des Yu-Klans bezwingt den Schild. Wenn dieser Langstock wechselweise mit Yin- und Yang-Kraft eingesetzt wird, verliert der Schild seine Kraft und kann besiegt werden.“    Der Gast fragte: „Warum habt Ihr dann nicht euer gesamtes Heerlager mit Langstöcken ausgestattet?“    Die Antwort lautete: „Wie könnte man sich allein darauf verlassen? Der Speer des Yang-Klans besiegt den Langstock. Da letztlich alle Stöcke kurz sind und der Speer lange, gewinnt der lange Speer stets gegen den kurzen Stock.“    Der Gast fragte: „Warum habt Ihr dann nicht euer gesamtes Heerlager mit dem Speer des Yang-Klans ausgestattet?“    Die Antwort lautete: „Der gerade Speer schlägt die mehrspitzige Bambuslanze und den Dreispitz-Speer. Laut der Fünf-Soldaten-Strategie (Ohbyun...

Kiye Jilue: Ein Gespräch über die Kunst der Strategie (II)

   Ich fragte: Ist das, was man kleines (Somun, 소문 ) und großes Tor (Daemun, 대문 ) nennt, links und rechts oder vorn und hinten?    Hu antwortete: Das große Tor ist vorn und das kleine Tor hinten. Vorn ist links und hinten ist rechts.    Ich erkundigte mich weiter: Was ist die "Hand des Yin-Yang" (Umyangsu, 음양수 )?    Hu antwortete: Eine Waffe wird mit den Händen geführt. Sie nach unten zu halten heißt Yin (kor. um ), sie nach oben zu halten heißt Yang. Mit Yang fordert man heraus, mit Yin zerstört und tötet man. So ist es mit allem.    Darüber wollte ich mehr wissen, und Hu fuhr fort: Wegen des Krieges sind all meine Soldaten besorgt, weil sie um die Sicherheit Koreas fürchten und nicht wissen, wann sie in ihre Heimat zurückkehren können. Darum habe ich dir nur eine ungefähre Antwort gegeben, ohne sie tiefer zu bedenken. Selbst die Cho- und die Je-Dynastie versagen, wenn sich im Land kein Talent findet, und sie erblühen, wenn solches Tale...

Kiye Jilue: Ein Gespräch über die Kunst der Strategie (I)

Ich, Han Kyo, fragte Hu Yu-kyuk: "Kann man zum Besonderen der Strategiekunst mittels einer Frage vordringen?"    Hu Yu-kyuk erwiderte: "Techniken sind von einfacher Art, doch das Prinzip ist tiefgründig. Offiziere und Generäle müssen die Tiefgründigkeit der Hand- (Subup, 수법), Fuß- (Jokbup, 족법) und Körpertechniken (Shinbup, 신법) erlernen, dann können sie die Vorzüge dieser Kunst verstehen. Das Prinzip zu meistern benötigt Zeit. Nur darüber zu reden ist nicht von Nutzen. Obwohl es sich nicht um etwas Geheimes handelt, ist es doch nur schwer in Worte zu fassen."    Ich erkundigte mich weiter nach dem Besonderen dieser Kunst, konnte jedoch Hus Antwort nicht recht erfassen, da sie sehr komplex war. Als ich nach der Einfachheit fragte, sagte er: "Einfachheit bedeutet zunächst Mut, dann Kraft, dann Kampfgeist und schließlich Geschwindigkeit."    Ich fragte weiter: "Die Zeichnungen des Chuk Kye-kwang zeigen vierundzwanzig Stellungen. Keine von diesen ist überf...