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Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik

[Im Folgenden ein Beitrag, der verschiedene Texte aus diesem Blog verbindet und auf Anfrage eines buddhistischen Magazins zustande kam, das ihn schließlich aber selbst in einer stark vereinfachten Form und ohne die Bezüge zum Machtmissbrauch für zu akademisch befand. Den vierten Teil über tibetisches Zen habe ich hier weggelassen, weil er erst kürzlich in diesem Blog zu lesen war.] Das frühe Chan und die besondere Zen-Ethik Teil I: Die Vorläufer Seng-chao und Chih-i In der jüngeren Zeit sind das Fehlverhalten und der Machtmissbrauch buddhistischer Lehrer in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dabei fiel mir auf, dass sich bei einigen Schülern (ich bitte die weibliche Form jeweils mitzudenken) auch nach der Aufdeckung von Skandalen eine unrealistische Erwartung hartnäckig hält, die zwei wesentliche Charakteristika hat: Zum einen wird auch der nächste Lehrer als etwas angesehen, der etwas besitzt, was man selbst nicht habe; zum anderen soll auch er wieder exemplarisch ...

Naikan

Kürzlich wurde mir ein Buch voller amüsanter taoistischer Übungen und sinnlosem Aberglauben geschenkt. Diese Stelle jedoch gefiel mir: "Zu Hause behandelte Wang Liping seine Eltern mit größtem Respekt, der von tiefen und echten Gefühlen getragen war. Beim stillen Sitzen gingen seine Gedanken oft zurück in die Kindheit, als seine Mutter ihn voller Liebe aufgezogen hatte, und vor seinen Augen erschienen Szenen, die ihre Mühe bei der Erziehung von sechs Kindern zeigten. Diese Bilder der Erinnerung waren so klar und wirklich, dass sie Lipings Herz rührten. Wenn Kinder in die Liebe ihrer Eltern eingehüllt sind, so halten sie das für völlig normal und natürlich, wie ins Licht der Sonne eingetaucht zu sein, und nichts kann ihre emotionale Bindung erschüttern. Wenn Menschen sich als Erwachsene der Fürsorge ihrer Eltern erinnern, wie könnten sie beim Gedanken an die elterliche Liebe nicht Rührung empfinden?" (Chen Kaiguo/Zheng Shunchao: Der Meister vom Drachentor. München 2000) Diese...