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Posts mit dem Label "Palikanon" werden angezeigt.

I. Das Überwinden des Palikanon und der geschickten Mittel

[Ausblick: Ich habe vor, jeweils zu Beginn und Mitte der folgenden Monate neue Beiträge einzustellen (also etwa 20 Texte bis Jahresende 2018), die von meinen Erkenntnissen und/oder akademischen Arbeiten handeln.] In der heutigen Darstellung des Zen finden sich häufig zwei Probleme. Zum einen wird eine Herleitung des Zen über den Palikanon versucht, die zuweilen krampfhaft wirkt. [1] Zum anderen – und das hängt damit zusammen – wird in aller Regel aus der Perspektive des „Unerwachtseins“ argumentiert, also so, als seien die „geschickten Mittel“ des Lehrens und der Lehre ein wesentlicher Bestandteil der buddhistischen Praxis und Erkenntnis. Auf diese Weise verfangen sich dann die Adepten ständig in den klassischen logischen Widersprüchen und der einschlägigen buddhistischen Rhetorik. Diese Probleme begleiten freilich die ganze Geschichte des Zen, und darum ist für dessen Reformierung eine Klärung dieser Punkte vonnöten. Kürzlich habe ich eine Textsammlung von frühen Chan-Me...

Brad Warner-Bullshit: Wiedergeburt

果報を求めたり間違うた理屈を言うている者は皆外道である。ヤレ死んでも 未来   は ないとか 、ヤレ あるとか 、卑しくも独断の混じった学理を唱える者はみな外道である "Wer nach Belohnung sucht oder von irregeleiteten Theorien spricht, ist ein gedo (Nicht-Buddhist). Besteht er darauf, auch nur auf geringste Weise theoretische Lehren mit persönlichem Dogmatismus zu vermischen, zum Beispiel mit der Behauptung, dass es nach dem Tod zukünftiges Leben gäbe oder nicht gäbe (!), ist er ein Nicht-Buddhist."  Das ist von Kôdô Sawaki und stammt aus seinen Kommentaren zum Shôdôka . Ich habe die Stelle im Buch anders übersetzt, hier ist sie etwas wörtlicher, wie sie mir Okumura Shohaku freundlicherweise vorlegte. In meiner englischen Vorlage war die Stelle "oder nicht" in Klammern, und ich wollte sicher gehen, dass sie von Sawaki stammt. Interessanterweise hat Okumura nämlich diese Ansicht übernommen, es gäbe hinsichtlich eines Lebens nach dem Tode weder eine bejahende noch verneinende Antwort. Und nun fand ich diese Ansicht auch bei Brad Warner ....

Das mangelnde Mitempfinden buddhistischer Mönche

Nicht jeder kann in den buddhistischen Orden eintreten. Bei der klassischen Aufnahmezeremonie wird der Anwärter u. a. gefragt, ob er Epilepsie, Ekzeme, Lepra oder Tuberkulose habe. Weitere Ausschlussgründe nach dem Vinaya lesen sich wie eine Manifestation der Mitleidslosigkeit. Besonders "Aussätzige", also solche mit deutlich sichtbaren, eiternden Hautkrankheiten, wurden geschasst. Kein Wunder also, dass der Buddhismus in Sachen Nächstenliebe immer wieder schlecht gegenüber dem Christentum abschneidet. Da hilft es auch nicht, als Erklärung anzuführen, man wolle die Mönche nicht damit belasten, sich um Kranke kümmern zu müssen. Geistige Ausschlussgründe kann es natürlich kaum geben, da ja die Trübung des Geistes das Gegenteil von Erleuchtung ist und damit alle, die den buddhistischen Weg einschlagen, Geisteskranke sein müssen. Warum also tatsächlich dieses Beharren auf einem "reinen" Äußeren von Ordinierten? Für mich belegt das nur die Heuchelei der ebenfalls vorhan...