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Wie man die Robe ablegt ... oder auch nicht ...

... macht gerade Genpo Merzel vor - und im Gegensatz zu unserem novizengeilen Vietnamesen ist der ja sogar mal authentisch in eine Traditionslinie aufgenommen worden. Gestolpert ist er über außerehelichen Sex. Brad Warner meinte dazu treffend: Dieser Kram schert mich wenig, aber wie er mit seinem "Big Mind" den Leuten vorgebliche Zen-Weisheiten für teures Geld verkauft. Und ganz richtig vermutet Warner, dass es nun noch schlimmer mit dem Merzel kommen könne, denn dieses Mind-Business will er keineswegs aufgeben - ist ja auch klar, erst kommt die Erkenntnis (wie man mit dem Zen Geld scheffeln kann) und dann die Praxis (das Scheffeln) -, doch wer wird ihm wohl dann noch Contra geben? Ginge es wirklich um Zen, würde er freilich andere Prioritäten setzen. Das Gleiche blüht uns natürlich mit jenem Vietnamesen, der in Frankfurt und im Odenwald seine Geschäfte betreibt - selbst wenn er entrobt, wird er weiter Unsinn verzapfen, sich dafür gut bezahlen lassen und den Eindruck erwe...

Zur Rente in den Tempel

Neulich sprach ich mit einem Freund aus Jugendtagen. Er meinte, ich hätte mal behauptet, nicht lange zu leben. "So mit 40, 50, hast du damals geglaubt, wär's eh für Dich vorbei." - Hmm. 50? "Dann hab ich ja noch ein paar Jahre", hab ich ihm geantwortet. Und erinnerte mich zum einen an die alte Weisheit (ob aus dem Zen oder nicht), jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte (aber wer tut das eigentlich?). Zum anderen auch an meine Begegnung mit Nishiyama Roshi auf dem Frankfurter Flughafen, als ich schon Mitte 30 war und er sagte: "Oh, you are so young, so young". Das gefiel mir. Also sagte ich meinem (jungen, weil gleichaltrigen) Freund: "Heute denke ich anders. Ich glaube lieber, ich würde alt, dann hab ich noch genug Zeit, alle Bücher zu lesen, die mich interessieren." Das ist natürlich, streng genommen, "Anhaften", aber es entspricht auch dem Rat fürs Zazen, wenn es einem ungemütlich wird: Stell dir einfach vor, es hört nie au...