Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Meditation" werden angezeigt.

Boshan III: "Sprechen ist es nicht, Schweigen ist es nicht, Sehen und Hören ist es nicht, Loslösen von Sehen und Hören ist es auch nicht. Wie verstehst du das?"

Aus aktuellem Anlass: GuiDos YouTube-Kanal Angkor Verlag Shi Heng Yi-Kritik Thich Nhat Hanh-Kritik +++++++++++++++++++++++  Ein Altehrwürdiger sagte: "Es ist wie mit einem Menschen, der zehntausend Feinden gegenübersteht: Er starrt ihnen in die Gesichter, ohne irgendeinen Spielraum für ein Zwinkern." Dieser Ausspruch gilt wesentlich für die Meditation. Wenn du dich selbst noch nicht durchdrungen hast, kannst du nur deine eigenen Angelegenheiten handhaben, aber nicht andere lehren. Das wäre wie mit einem, der was über die Hauptstadt erzählt, ohne je dagewesen zu sein - nicht nur narrt er die Zuhörer, sondern auch sich selbst. (...) Begreifst du jedoch tatsächlich die Bedeutung, bist du dir so sicher wie beim Anblick deiner eigenen Eltern im Tageslicht, und es gibt keine größere Freude in der Welt. (...) Entwickle einfach einen Sinn für den Zweifel, um der geistigen Freiheit Durchdringen zu nähren, wo es nichts zu bekommen gibt und niemanden, der es bekommt - wie bei einem Luft...

Boshan II: "In den Momenten, wo du nicht gegenwärtig bist, bist du wie tot."

Aus aktuellem Anlass: GuiDos YouTube-Kanal Angkor Verlag Shi Heng Yi-Kritik Thich Nhat Hanh-Kritik +++++++++++++++++++++++  "Der eigene Geist ist Buddha" wird wahres Vertrauen genannt, während etwas außerhalb des Geistes erfassen zu wollen als falscher Glaube gilt. "Budda sein" erfordert Untersuchen und Klären, "der eigene Geist" wird im wirklichen Leben persönlich erfahren. Wenn du den Zustand ohne Zweifel erlangst, heißt dies wahres Vertrauen. Doch zu sagen "Geist ist Buddha", ohne den eigenen Geist zu kennen, also nur einer Vermutung aufzusitzen, ist falscher Glaube. Die Alten übten Konzentration beim Pfirsichpflücken, beim Umgraben der Erde und bei anderen Alltagshandlungen. Wie könnte es also angemessen sein, Konzentration darauf zurückzuführen, lange gesessen und dabei den Geist von Aktivität abgehalten zu haben? Dies wäre falsche Konzentration, es ist nicht der wahre Zweck des Chan. Inmitten von Aktivität kannst du nicht erfassen, wo sein ...

Boshan I (Wuyi Yuanlai, 1575-1630)

Aus aktuellem Anlass: GuiDos YouTube-Kanal Angkor Verlag Shi Heng Yi-Kritik Thich Nhat Hanh-Kritik +++++++++++++++++++++++ Warnung an Anfänger in der Meditation Meditation erfordert einen festen Entschluss, Geburt und Tod zu durchdringen, die Welt zu durchschauen, Körper und Geist als bedingtund ohne wirkliche Autonomie zu erkennen. Wenn du das große Prinzip in dir nicht entdeckst, wird der ständig geborene und sterbende Geist ununterbrochen so weiterfunktionieren und der Dämon der Unbeständigkeit nicht einen Augenblick zur Ruhe kommen. Nutze diesen einen Gedanken wie einen Ziegel, mit dem du an eine Tür klopfst. Sitze wie in einem Feuer, aus dem du entkommen willst. Du sollst an nichts anderes denken und keine Hilfe von anderen erwarten. Sorge dich nicht um das Feuer oder um dich selbst, vertage diese Aufgabe nicht auf später.  Beim Meditieren ist es wichtig, einen fragenden Geist zu entwickeln. Wenn du zum Beispiel überlegst, woher du bei deiner Geburt kamst, kannst du dich darüb...

Der Laie Pang, Briefe von Ying-an, Gedichte von Wenxiang + Meditationsanleitungen

  "Der Schlüssel zur Arbeit für Buddha ist das Erschöpfen des Körpers, schmerzhaft bis auf die Knochen, ermüdend über lange Jahre hinweg, aufmerksam der Gemeinschaft gegenüber, im Gras liegend, im Frost schlafend, unermüdlich bis zum Tod. Wer dies tun kann, ist ein echter Entbehrer."   (Ying-an) Neben Briefen von Chan(Zen)-Meister Ying-an und Gedichten von Wenxiang enthält dieses Buch klassische Meditationsanleitungen. Die Texte stammen vor allem aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Ying-an: Briefe     7   Wenxiang: Gedichte      53   Foxin Bencai: Anleitungen zur Sitzmeditation      75   Changlu Zongze: Prinzipien der Sitzmeditation      78   Hongren: Abhandlung über das Höchste Fahrzeug      83   [Appendix] Hakuin: Die vier Arten der Erkenntnis      93   "Die Natur sieht auf alle Menschen wie auf ein einziges Kind.        Wenn gewi...

Die vier Dhyana (jhana) nach Hsuan Hua

  (Foto: Kungming2, wikipedia.de) Die Zustände der vier Dhyana   Der Prozess der Untersuchung von Chan ist ähnlich wie ein Studium. Man geht von der Grundschule zur Sekundarschule, zur Hochschule und dann zu einem Forschungsinstitut. Nachdem man diese vier Stufen durchlaufen hat, kann man einen Doktortitel erhalten. Die Dharma-Tür der Chan-Untersuchung ist auch so. Sie ist in vier Stufen unterteilt, das heißt, die vier Zustände des Chan. Diese werden im Folgenden kurz beschrieben:   1.     Das erste Dhyana. "Die Stufe des Glücks, die die Wesen zurücklässt". Das bedeutet, dass wir uns von unserer Beziehung zu allen Wesen lösen und eine andere Art von Glück erlangen. Dieses Glück ist anders als das der gewöhnlichen Wesen. Es kommt aus dem Inneren der Fähigkeit unserer Selbstnatur. Wenn wir den Zustand des ersten Dhyana erreichen, hört unsere Atmung auf. Die äußere Atmung hört auf, während die innere Atmung lebendig wird. Dieses Phän...

Eine Meditationsanleitung aus dem "tibetischen Zen"

[Der folgende Text (Lung chung) findet sich in mehreren Manuskripten aus Dunhuang, u.a. in Pelliot tibétain 699 . Er dürfte zu seiner Zeit eine sehr beliebte Meditationsanleitung gewesen sein. Einige Hinweise wie ein Zitat aus den „Fragen und Antworten zu Vajrasattva“ verweisen auf das tibetische Umfeld, in dem der Text entstand. Siehe hierzu auch meinen Beitrag aus dem letzten Jahr zum Buch Tibetan Zen von Sam van Schaik (Boston 2015) sowie den im Blog vom 01.07.21.] Die kurzgefassten Gebote Alle zahllosen fühlenden Wesen sind im Samsara gefangen, dem Fluss des Leidens und der Falle der Unwissenheit. Um dieses zu zerstören und sie zum Nirwana zu bringen, in dem keine Anhäufungen (skandha) zurückbleiben, tue das Folgende: Kreuze Füße und Hände. Strecke dein Rückgrat. Bewege deinen Körper nicht. Sage nichts. Wende dich ab, ohne die täuschenden sechs Geistestore und ihre Objekte zu beschäftigen, und betrachte deinen eigenen Geist. Du wirst sehen: Der Geist hat überhaupt nichts S...

Meister Moheyans Einführung in die unmittelbare Meditation

 [Mehr zu Meister Moheyan und Tibetan Zen hier . In Kürze gibt es eine Fortsetzung.] Meister Moheyans Einführung in die unmittelbare Meditation Die Wurzel des weltlichen Kreislaufs von Geburt und Tod ist der Geist, der in Begriffen denkt. Warum ist dies so? Die Bewegung des konzipierenden Geistes geschieht aufgrund von Eindrücken, die stets in ihm vorhanden waren. Du nimmst gemäß dieser Geistesregungen wahr, handelst gemäß deiner Vorstellung und erfährst die Folgen gemäß deiner Handlungen. Somit ist alles, von den Höhen der Buddhaschaft bis zu den Tiefen der Hölle, von deinen eigenen Konzepten abhängig, du siehst das, was du selbst projizierst. Wenn ein solcher Geist aber nicht entsteht, dann kann man nicht am kleinsten Teil gewöhnlicher Phänomene festhalten. Ein Mensch, der weiß, dass dies der Weg der Dinge ist, sollte sich anderer Aktivitäten enthalten, nur an einem Ort bleiben und sich von Umtriebigkeit fernhalten, mit gekreuzten Beinen und geradem Rücken sitzen und nicht ...