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Posts mit dem Label "Islam" werden angezeigt.

Die Welt der Literatur:
Eine Begegnung mit Indonesien (105 kg)

Als Übersetzer bin ich fasziniert von der  UNESCO-Statistik  weltweiter Übersetzungen der Jahre 1979 bis 2015. Welche Überraschungen sich da auftun! So ist meine Lieblingsautorin aus Kindertagen, Enid Blyton, weltweit am vierthäufigsten aller Autor(inne)n übersetzt. Unter den noch aktiven Autoren finden sich relativ viele Frauen. Weltweit ist lediglich ein Südostasiate unter den Top 50, und das ist Bhagwan (Osho) auf Rang 39. Die Österreicher schätzen Graham Greene (Platz 3) und Jacques Derrida (6). Die Finnen Alexander Milne ("Pu der Bär", Rang 2). Die US-Amerikaner Rudolf Steiner (Rang 1), die Gebrüder Grimm (2), Johannes Paul II. (6) und Platon (7). Die Engländer Euripides (6). Die Nepalesen vor allem japanische Autoren. Die Burmesen Jack Higgins (1). Die Japaner Nora Roberts (1). Die Chinesen Dale Carnegie (1). Die Brasilianer Og Mandino ("Das Geheimnis des Erfolgs" und andere Ratgeber, Rang 8). Die Südkoreaner Herman Hesse (2) und Bhagwan (8). Die Indonesier K...

Religion als Pflicht:
Mosebach und Kermani
(106 kg)

Im SZ-Magazin 35/2015 unterhielten sich die Autoren Martin Mosebach (Katholik) und Navid Kermani (Islamwissenschaftler und Muslim) über den Glauben. Anwesend ist natürlich ein SZ-Journalist. Kermani hat sich Verdienst erworben, indem er auf die "Schönheit des Islam" hinwies. Kürzlich betrachtete er mit  "Ungläubigem Erstaunen" fasziniert die Bilderwelt des Christentums. Die Konversation der beiden war dennoch in mancher Hinsicht erschreckend.     Zunächst das Positive. In einer Moschee gäbe es kein Zentrum, weil Gott überall gegenwärtig sei, so Kermani. Solch ein Satz weckt angenehme Assoziationen in Zenbuddhisten, die sich mit allen Phänomenen verbunden fühlen. Doch Kermani bedauert auch, dass "sowohl katholische als auch islamische Traditionen wegbrechen" und dies "gefährlich" sei, weil sie meist als Fundamentalismus zurückkehrten und so Gewalt entstünde. Dies ist ein leicht durchschaubarer Versuch, die gegenwärtigen gewaltsamen Exzesse von...

Hinrichtungsvideos der IS oder:
Wie weit darf Karikatur gehen?

In der Vergangenheit suchte ich zwei Mal nach Videos von Enthauptungen durch Anhänger des "Islamischen Staates" (IS). Da ich nicht so zügig fündig wurde, wie ich dachte, gab ich die Suche jedoch bald auf. Ich verstand, dass viele Provider diese Videos alsbald zu löschen trachteten. Kürzlich aber fand ich recht schnell den Film über die Verbrennung des jordanischen Piloten. Als ehemaliger Student der Filmwissenschaften staunte ich nicht schlecht über die Gestaltung dieses sadistischen Mordes mit den Mitteln des fiktiven Hollywood-Kinos. Da wurden digitale Grafiken wie in einem SF-Thriller mit Tom Cruise eingeblendet, die den Standort von Personen verrieten. Da wurde durch schnelle Schnitte auf den an den Gitterstäben seines Käfigs rüttelnden Gefangenen noch einmal kurz auf dessen Angst und vergeblichen Protest verwiesen. Der Soundtrack kleisterte das Ganze zu einem der widerlichsten Filmchen zu, die ich je sah. Was die tumben IS-ler nicht verstanden: Indem sie einen zu Allah ...

Sam Harris oder:
Warum man sich dem "Bösen" in sich stellen muss

"Menschen, die nicht inmitten des Bösen das Anhalten und Sehen praktizieren können,  empfiehlt der Buddha die Tugend als den Weg." (Chih-i) Theravada-Spezialist Hans Gruber beschäftigte sich  kürzlich  recht begeistert mit Sam Harris , einem Vertreter des "Neuen Atheismus", der seine Kritik besonders am Islam festmacht und mit mir einige Ansichten teilt, etwa die, dass man keine Religion benötigt, um moralisch gefestigt leben zu können. Harris ist einer, der sich nicht durch Denkverbote einschränken lässt, und so kommt er darauf, dass die Folter eines Menschen, von dem man Informationen zum Schutze vieler bekommen könnte, nicht unmoralischer sein kann als das Auslöschen von Massen durch eine Bombe. Harris' Sprache ist klar, seine Logik überzeugend. Da seine Positionen aber im Einzelfall reaktionärer Politik dienen können, wird er von den (linken) "Spekulativen Non-Buddhisten" nur ungern herangezogen. Dabei teilen sie die Forderung, auch Spiritual...

Geburtsfehler der Religion

Fundamentalisten gibt es auch im Buddhismus zuhauf. Nicht nur Theravadins, die am Wortlaut des Palikanon kleben, auch solche, die das Wort ihrer Lehrer und Überlieferungen - welcher Tradition auch immer - wie als gottgegeben ansehen. Stefan Weidner verglich das in seiner Islambetrachtung "Mohammedanische Versuchungen" (Frankfurt 2008) so: "Wie jede Religion die Mängel ihres Anfangs bis zu ihrem Verblühen mit sich herumschleppt und manche an diesen Mängeln verblüht ... Keine Religion ist frei davon, und die Aufgabe der Theologen besteht häufig nur darin, diese Mängel in Vorteile umzudeuten, sie wegzudiskutieren oder auf günstige Weise zu begründen und zu rechtfertigen. Sie gleichen damit den Chirurgen, die Geburtsfehler nachträglich operativ korrigieren, und wie ein Erwachsener nach einer solchen Operation von seinem ursprünglichen Gebrechen kaum etwas spürt und man es ihm nicht ansieht, erkennt der unbefangene Gläubige bei einer theologisch gut verarzteten Religion ...

Hübsch'er Islam

Ein namhafter deutscher Autor, der sich zum Islam bekehrte, ist Hadayatullah Hübsch. In seinem Buch Fanatische Krieger im Namen Allahs (München 2001) stellt er eindrucksvoll klar, dass der Koran und die Spruchsammlungen Mohammeds (Hadith) jedweden Terror verbieten. Im Dialog mit Muslimen kann ein Nicht-Muslim sich also darauf vorbereiten, diesen mit „eigenen Waffen“ zu schlagen, indem er sich mit der religiösen Tradition des Islam auseinandersetzt. Denn gerade sozial ausgegrenzte und womöglich noch mangelhaft gebildete Muslime sind leichte Beute für Hassprediger, die Passagen des Koran aus dem Zusammenhang reißen und für ihre kriegerischen Thesen nutzbar machen. Wir sollten hingegen auf der ethischen Potenz des Koran beharren, also aus religiösen Werken den „guten“ Kern herausschälen, der unser Leben in der Gegenwart bereichern kann. So verbietet Sure 4, Vers 33* den Selbstmord, Sure 5, Vers 35 den Mord (außer den aus Rache an einem Mörder und in Abwehr von „Gewalttaten im Land“!)...

Mufti-Gemuffel

Hier kann man gut erkennen, dass Textkenntnis rhetorisch hilfreich sein kann ... [Das Youtube-Video wurde entfernt. Stand: Januar 2019] Und ein Artikel (auf Englisch) über das Leiden in Japan von einem meiner Lieblingsautoren, Paul Theroux (dem man vor 30 Jahren in Nagasaki sagte, als er dort zu weinen anfing: "Aber hätten wir die Atombombe gehabt, hätten wir sie auf euch geworfen.")

Frauen im Islam: Die Minangkabau

Vorneweg: Was Sarrazin tatsächlich sagt. Keine Regel ohne Ausnahmen: Kürzlich schrieb ich noch, dass der Islam den Frauen weniger Freiheiten gewähre als der (Zen-)Buddhismus. Wie um mich Lügen zu strafen, fiel mir der folgende Text ins Auge:    "Die Minangkabau sind ein malaiisches Volk, das im Padang-Hochland von Sumatra lebt. (...) Die Mehrzahl von ihnen sind Muslime und betreiben Nassreisanbau. (...) Im Gegensatz zu anderen Ethnien in Indonesien haben die Minangkabau ein matrilineares Verwandtschaftssystem, das heißt, die Erbschaft geht von den Müttern auf die Töchter über. (...) So ergibt sich eine interessante Mischung aus dem indigenen Gewohnheitsrecht (adat) und islamischen Gesetzen, die patrilinear ausgerichtet sind. (...) In Bezug auf die rumah gadang (Wohnhäuser) obliegen den Frauen die Bestimmungsrechte, die Männer bezeichnen sich selbst als 'heimatlos'." (Gabriele Fahr Becker: Ostasiatische Kunst (Ullmann 2008). Das Buch, eher: der Katalog, kostet nu...

Der Schleier als Reizwäsche

Vor vielen Jahren hatte ich eine türkische Freundin. Zuhause und unterwegs sollte sie eigentlich ein Kopftuch tragen, doch wenn sie bei mir oder unter Freunden war und sich von ihren Eltern unbeobachtet wusste, legte sie es ab. Wenn wir telefonierten, kroch sie bei sich unter eine Wolldecke, damit sie niemand in ihrer Wohnung hören konnte.    Eines Tages überraschte ich sie mit einem schwarzen Tuch. Ich bat sie, es um ihren Kopf zu binden, wie es ihre Tradition vorsah. Dann sagte ich ihr, dass es mich erregte, und wir machten rum. Ein paar Jahre später hatte ich eine andere Freundin. Jemand, der nach Afghanistan ging, fragte mich, ob er mir etwas mitbringen könne. Ich bat um eine Burka , weil ich meine damalige Freundin fragen wollte, ob sie die mal für mich anzöge - um dann mit ihr zu vögeln. Der unter obigem Link abgebildete Nikab, der die Augen freilässt, ist allerdings noch schärfer, und wenn man einmal einer so verschleierten Saudi in die Augen geschaut hat, weiß man um s...