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Der Zen-Freier im Übungsfeld Prostitution

"... rät Nagarjuna dem König, Prostituierte arbeiten zu lassen, um jene zufrieden zu stellen, die nach Befriedigung ihrer sexuellen Lust suchen. (...) Diesen Rat untermauert Nagarjuna mit Hinweis auf den Buddha selbst, der in einem früheren Leben einmal achtzigtausend Prostituierte in sein Land lud. (...) Lasst alle, die danach streben,  mit schönen, wohl geschmückten Frauen zusammen sein, und Ihr werdet die Gabe erlangen, die gute Lehre besser zu behalten.   Einst sorgte der Überwinder für die Befriedigung aller Bedürfnisse und ließ achtzigtausend Mädchen holen, die über alle Vorzüge verfügten." [Jeffrey Hopkins: Nagarjunas Juwelenkette. München 2006]  *** Um bei künftigen Diskussionen auf einen grundlegenden Beitrag verweisen zu können, führe ich nun meine Gedanken zur Ethik im Umgang mit Prostitution aus. In Foren begegnet man in der Regel nur anonymisierten Vorwürfen, die sich bestimmter Sprechblasen und Klischees bedienen und für mich nur noch „postfeministisch“...

Neues aus Thailand:
Buddhistische Tierliebe

Ich bin mal wieder unterwegs und weiss noch nicht, was in den kommenden Wochen aus den Updates hier im Blog wird. Neulich fand ich in einer Art Waldstueck zwei junge Kaetzchen. Weit und breit kein Muttertier zu sehen, die beiden suchten gleich meine Naehe, ich nahm sie mit ins Hotel. Dass haette ich besser bleiben lassen. Die Putzfrau, die ich so lange kenne wie Thailand (seit 17 Jahren) und die sich stets als Katzenfreundin erwiesen hatte, winkte ab. Zwei Weibchen, wie sie gleich feststellte, und keinen Bock auf deren Nachwuchs. Ich versuchte es in zwei Tierheimen, hinter denen offenbar Auslaender stecken. Die haben es mit Hunden. Dann im Rathaus. Man versprach mir auf der Hotline der City Hall, mich zurueckzurufen, sobald man Interessenten fuer die Katzen gefunden hatte. Ich hoerte nichts mehr von dort. Dann wurde mir eine Familie in der Strasse hinterm Hotel empfohlen, die bereits Katzen gehabt hatte und tierlieb sei. Dort brachte ich eine Kiste Katzenfutter, eine Transportbox und S...

Das Sutra vom Respekt den Eltern gegenüber (I)

[Dieses Sutra ist apokryph, gehört also nicht zum engeren Kanon buddhistischer Schriften. Dennoch ist es in Japan und China populär und wurde wohl geschaffen, um den Angriffen von Konfuzianern auf die buddhistische Ethik entgegenzuwirken. Entsprechend finden sich darin konfuzianische Ideale der Pietät gegenüber den Eltern wieder.] So habe ich gehört: Einst hielt der Buddha sich bei Shravasti im Jeta-Hain auf, im Garten des Wohltäters für Waisen und Einsame, gemeinsam mit zwölfhundertfünfzig großen Bhikshu und allen achtunddreißigtausend Bodhisattvas.    Zu dieser Zeit führte der von der Welt Geehrte die große Gemeinschaft auf einen Spaziergang gen Süden. Plötzlich stießen sie auf einen Knochenhaufen am Straßenrand. Der von der Welt Geehrte drehte sich danach um, brachte seine fünf Gliedmaßen auf die Erde und warf sich respektvoll nieder.    Ananda legte seine Handflächen zusammen und fragte den von der Welt Geehrten: „Der Tathagata ist der Große Lehrer der drei W...

Die 10 Schüler Buddhas (X): Mahakatyayana

10.       Mahakatyayana: Unübertroffener Lehrer Der Junge, der zu schlau war Mahakatyayana, der als Junge Nalaka genannt wurde, wurde als Sohn einer Brahmanen-Familie in Avanti, im südwestlichen Teil des heutigen Indiens, geboren. Er hatte einen intelligenten älteren Bruder, der begeistert unter verschiedenen Lehrern studierte und dessen tiefgreifendes Wissen allgemeinen Respekt hervorrief. Doch Nalaka konnte schon Lehrinhalte nach einmaligem Hören verstehen, für die sein Bruder ein Jahr lernen musste, um sie zu beherrschen. Von Eifersucht getrieben dachte der Bruder sogar über Mord nach. Der Vater des Jungen ahnte dies und vertraute Nalaka seinem Onkel Ashita an, der voraussagte, dass der Neugeborene Siddhartha Gautama die Erleuchtung empfangen und zu Buddha Shakyamuni werden würde. Unter Ashitas Führung entwickelte sich Nalaka bis zu dem Punkt, an dem er übernatürliche Kräfte erlangte. Eines Tages, an seinem Totenbett, sagte Ashita zu Nalaka, dass ein Buddha ...

Die 10 Schüler Buddhas (IX): Aniruddha

9.       Aniruddha: Herausragend in geistiger Erkenntnis Von Geburt an glücklich Aniruddha war Shakyamunis Cousin väterlicherseits. Von allen Schülern  war sein geistiges Auge am Besten ausgebildet, die Wahrheit der Welt sowie das Leben und Sterben der anderen wahrzunehmen,. Als Sohn einer reichen Familie fehlte es ihm an nichts. Er wurde in seiner Kindheit von vier Kindermädchen betreut. Schon früh wurde er mit dem Studium verschiedener Fächer vertraut gemacht, wie der Arithmetik und Kunst. Er bezauberte seine Gefährten mit seinem guten Aussehen und seinem wohlproportionierten Körper. Seine Familienmitglieder waren von den Wundern, die um ihn herum passierten, erstaunt. Zum Beispiel hieß es, wenn er mit seinen Händen Wasser aus einer dreckigen Pfütze schöpfte, würde das Wasser sofort süß und sauber. Jeder, der ihn kannte, war fest überzeugt, dass er von Geburt an besonders gesegnet war. Ins religiöse Leben Später beobachtete er viele junge Männer der Sha...

Die 10 Schüler Buddhas (VIII): Subhuti

8.       Subhuti: Der die Wahrheit der Leere verwirklicht Im Jetavana-Kloster Subhuti, einer der zehn Hauptschüler Shakyamunis, war als sorgfältiger Beobachter der Wahrheit von shunyata bekannt, was oft als Leere übersetzt wird, aber eher der Bedeutung von Relativität gleich kommt. Es heißt, dass seine Teilnahme an auffälligeren Tätigkeiten verhindert wurde durch seine Annahme dieser Glaubenslehre und ihrer erhabenen spirituelle Übungen. Das ist auch der Grund, warum sein Name nur selten in den heiligen Schriften auftaucht. Durch das Festhalten an diesem schwierigen Konzept gewann er die eifrige Bewunderung von Gläubigen, die ihm Opfer in noch nie dagewesenen Mengen darbrachten. Darüberhinaus verdankte er seiner starken Gewissenhaftigkeit das warme Vertrauen Shakyamunis.    Subhuti fehlte es, als Sohn einer reichen Familie, an nichts. Sein Onkel Sudatta baute das Jetavana-Kloster, in dem Shakyamuni oft unterrichtete. Wegen seiner Hingabe für den budd...

Die 10 Schüler Buddhas (VII): Upali

7.       Upali: Hervorragend in der Einhaltung der Regeln Vom Barbier zum Mönch Fast alle Schüler, die bis jetzt in dieser Serie vorgestellt wurden, waren Nachkommen aus aristokratischen Familien. Upali hingegen war anders. Als Abkömmling der Shudra-Kaste war er ein Barbier. Später wurde er für sein sorgfältiges Verständnis und die genaue Ausübung der Regeln Shakyamunis berühmt.    Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Upali für das religiöse Leben entschieden hat. Einer Darstellung zufolge war er ein gewissenhafter Barbier, der hart für die Shakya-Kaste arbeitete. Als Shakyamuni sechs Jahre nach seiner Erleuchtung in seine Heimatstadt zurückkehrte, hatte Upali die Ehre, ihm den Kopf zu rasieren. Von Shakyamunis Aura völlig hingerissen, flüsterte Upali: „Wie wunderbar muss es sein, ein Schüler dieses bewundernswerten Menschen zu sein.“    Aus Anlass dieses Besuchs drängte Shakyamunis Vater, König Sudhodana, mindestens ein Mitglied jeder Fa...