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Posts mit dem Label "Kambodscha" werden angezeigt.

Meister Bo: Weil es Zen macht!

In diesem Buch werden zuerst die üblichen buddhistischen Dogmen (Vier Edle Wahrheiten, Achtfacher Pfad, Sitzemeditation usw.) als unzulänglich vom Tisch gewischt. Im Hauptteil erläutern Bezüge zum Alltagsleben die Bedeutung alter und poetischer Zen-Weisheiten aus dem Zenrin kushû , die traditionell als Antworten auf Kôan gelten. Leser/innen werden angeregt, ihr eigenes Leben unmittelbar und ohne rituelle Umwege von Zen bereichern zu lassen.   Meister Bo: Weil es Zen macht! Glücklich leben ohne Buddhismus. 116 Seiten. Taschenbuch. 10 €. ISBN: 9783753499505. Bestellen + Leseprobe   [Der folgende Text wurde von mir nicht ins Buch aufgenommen, ist also nicht lektoriert; er verwendet vergleichsweise viele Redewendungen aus dem Zenrin kushû . Seine Botschaft ist heikel und bedarf sicher der Diskussion. Sie verbindet die Philosophie des Zen mit derjenigen der Kampfkunst. Der passende Spruch für diese im Nachhinein berichtete Geschichte eines „Versagens“ könnte lauten: „Den Bo...

Trink den Zen-Meister und verrat deine Religion (wenn's sein muss)!

"Die meisten Regisseure machen Filme mit ihren Augen.  Ich mache Filme mit meinen Eiern." (Alejandro Jodorowsky) Heute weiche ich von den Themenbeiträgen ab und fasse so einiges zusammen, was mir in Sachen Zen und Buddhismus kürzlich unter die Augen kam und durch den Kopf ging. Ich hoffe, meinen Lesern ist noch nicht alles davon bekannt.    In einer Bar in Vientianne (Laos) soll es einen Cocktail namens "Zen-Meister" geben, der aus finnischem Vodka, Minze, Pampelmusen- und Limettensaft gemixt wird. Dass Zen-Meister nahe am Alkohol gebaut sind, wäre die nahe liegende Pointe, ich will aber auf etwas anderes hinaus, nämlich den verspielten Charakter des Zen, der es einem erlaubt, sich weder über solche Namensgebungen noch über Gebrauchsartikel oder gar Bars selbst, die "Buddha" und dergleichen heißen, aufzuregen.     In der Sendung "lesenswert" war kürzlich der Autor Martin Mosebach zu Gast, ein für mich unleserlicher literarischer Lan...

Wie Bill Gates sein Geld verschwendet:
"Lucky Iron Fish"

Vor ein paar Wochen verdeutlichte ich noch einmal meine Einstellung zur Spendenwilligkeit an Organisationen. Ich habe hier im Blog auch schon behauptet, dass selbst Menschen wie ich, die nicht viel verdienen oder besitzen, einen ebenso großen Effekt im Leben von Armen erzielen können wie die reichsten Menschen dieser Welt. Damit wollte ich ermuntern, einen eigenen Beitrag zu leisten, aber möglichst im persönlichen Kontakt zu denen, die Hilfe brauchen, ohne Mittelsmänner und gern auch mit dem Wunsch verbunden, die Beschenkten mögen eine Gegenleistung bringen, die ihnen ihre Würde belässt oder zurückgibt.     Nun habe ich ein konkretes Beispiel gefunden, wie die Bill Gates Stiftung offenbar mit ihren Geldern umgeht. Zum "Lucky Iron Fish"  habe ich ein bisschen recherchiert, nachdem ich einen in Cannes ausgezeichneten Promo-Clip für dieses Projekt gesehen hatte. Siehe da, ein Dr. Charles hat also (offenbar noch als Student) bei einem Kambodscha-Besuch die schöne Idee...

Die Schande der Shaolin
(107 kg*)

Was gibt's Neues? Der Bergsteiger und Musiker Reinhard Seitz erzählt in einem Interview , dass er seit 16 Jahren Zen praktiziert und die Methode des "Kinhin" auf seinen Besteigungen anwendet: "Ich gehe Schritt für Schritt und ich denke nur daran, dass ich den einen Schritt gehen muss. Es zählt nur diese Bewegung, denn es gibt in diesem Moment nichts anderes." Ein anderer hat es weniger mit dem Schrittezählen. Shi Yongxin, der feiste Abt des Shaolinklosters, dem man eigentlich schon ansah, dass er dem Motto der alten Meister: "Ein Shaolin-Mönch zu sein und kein Kung Fu zu können, ist eine Schande" nichts abgewinnen dürfte, wurde nun von einem ehemaligen Mönch der üblichen Schandtaten bezichtigt, die Äbte so gern begehen, als da wären: Unterschlagung, Sex (inklusive Abtreibung) sowie Luxusgier. Höhepunkte seiner Aktivitäten waren der Versuch, das Kloster an die Börse zu bringen, und der Plan für einen Ableger in Australien mit Luxushotel und - A...

Theravada-Mönche beim Sex

Das erste Video ist recht explizit, deshalb nenne ich bloß den Titel auf Youtube und empfehle es - aus rein rechtlichen Gründen - nur über 18-Jährigen. Man findet es durch Eingabe von "The Bad monk having sex with woman In USA 2". Es zeigt einen kambodschanischstämmigen Mönch aus Lowell (Massachusetts), der zweitgrößten Khmer-Community in den USA, zunächst bei der Massage einer Landsfrau und dann bei erstaunlich geschickten Hüftdrehungen auf ihr. Insofern kann man es fast schon als unfreiwilliges Lehrvideo bezeichnen, da "Rühren" und damit der seitliche Druck auf die inneren Schamlippen als eine der Techniken mit dem höchsten Befriedigungsgrad für Frauen gilt. - Danach wechseln sie noch die Stellung. Das zweite Video ist aus Thailand, dort stellt die Polizei gerne Täter öffentlich mit Bild an den Pranger. Opfer, die auf der Polizeistation mit Fingern auf festgenommene Diebe zeigen und ähnliches, sind Alltag im Fernsehprogramm. Der Polizist in folgendem Clip fr...

Warum so viele Kambodschaner aus Thailand flohen

Die fluchtartige Rückkehr von über 200.000 Kambodschanern in ihr Heimatland dürfte eine komplexere Ursache haben als die bloße Furcht vor harschen Maßnahmen der thailändischen Militärregierung gegen illegale Einwanderer. Dafür spricht zum einen, dass auch viele legale Einwanderer das Land verlassen haben, zum anderen, dass es keine Massenflucht von Arbeitern aus Myanmar und Laos gab, die unter den gleichen unterschiedlichen Voraussetzungen (mal mit, mal ohne Pass) in Thailand arbeiten. Es ist ja bekannt, dass der kambodschanische Premier mit dem im Nachbarland geschassten Thaksin Shinawatra befreundet ist, und leicht kann man sich ausmalen, wie die beiden einen Plan ausheckten, die momentane Thai-Regierung zu destabilisieren und in Misskredit zu bringen. Dazu wurde zum einen das Gerücht gezielt gestreut, dass Einwanderer misshandelt oder gar ermordet worden seien (damit auch die Legalen Angst bekämen), zum anderen ging etwa unter den Illegalen die Mär um, wer nach dem 25. Juni nach Ka...

Die "professionelle Freundin" in Südostasien

"Sex work is work - defend our right to livelihood!" "Save Us From Our Saviours!" (Slogans des 'Women Network for Unity' in Kambodscha) [Foto: Keller/Pattaya] Eine der erfrischendsten Lektüren der vergangenen Wochen (neben belletristischen Werken Richard Brautigams) war die gut lesbare, wissenschaftliche Studie Heidi Hoefingers "Sex, Love and Money in Cambodia: Professional girlfriends and transactional relationships " (Routledge 2013, teuer, aber über die Fernleihe zu bekommen). Ausgiebige Erfahrungen mit solchen "Freundinnen" habe ich selbst gemacht, wenn auch in Thailand. Tatsächlich sprengten diese jedes Klischee über die Prostitution, in der die Frauen arbeiten. So kroch schon eine kurzfristig mit ihrem Kind bei mir unter, als sich ihr Thai-Lebensgefährte eine Nebenfrau nahm ("Ich kann ihn im Moment nicht mehr sehen. Meinst du vielleicht, es ist okay, wenn ich mir nun auch einen Nebenmann nehme?"), andere ...

Monk-eee

"Schließlich bist du in der Lage, Affen zum Weinen zu bringen, indem du nur eine Augenbraue anhebst ..." (Zenmeister Tetsugen Dôkô in einem Brief an den Meisterbogenschützen Hoshino Kanzaemon) Wer mehr wissen will: Makaken und Männerfreundschaften.

Neues aus Kambodscha:
Leere Worte

Im Schoenewortemachen sind die Khmer recht gut. Das geht schon an der Grenze los. Ich bin wieder mal ueber Land und Poi Pet aus Thailand eingereist. Ein kostenloser Shuttle bringt einen aus dieser schmuddeligen Casinostadt raus zum Busbahnhof. Dort kann man dann ein Ticket bis Siem Reap (Angkor) erstehen. Ich sass mit drei Mitarbeitern der Tourist Association im Bus, zwei beschaeftigten sich waehrend der Fahrt mehrfach mit ihrem Handy oder Smartphone, einer mit seinem Laptop. Wir kamen ein klein wenig ins Gespraech. Irgendwann bog der Bus dann von der Hauptstrasse auf unbefestigte, holprige Wege ab. Sorry, meinte einer der drei zu mir, als sie ihr Ziel, ein besseres Haus in einem abgelegen Dorf (Baray Village) erreicht hatten, vor dem ein teurer Gelaendewagen stand. Ich holperte zurueck zur Hauptstrasse. Dort wurde mir dann gesagt, da ich der einzige Fahrgast sei, muesse ich mitsamt meinem Gepaeck auf ein Moped umsteigen und die restlichen zwanzig Minuten nach Siem Reap darauf zurueck...

Neues aus Kambodscha:
Dreck, Trekker, am dreckigsten

Hier spielen gerade ein paar Dutzend kreischende kambodschanische Jungs um mich rum im wahrscheinlich groessten Internetcafe Siem Reaps (nahe Angkor), das gleichzeitig auch ein Burgerladen ist, mit angeschlossenem Designercafe und ueberteuertem Supermarkt. Der Laerm ist unfassbar. Zwischen Maedchen und den Jungen der Khmer liegt eine charakterliche Entfernung wie zwischen Erde und Sonne. Die erwachsenen Maenner sind teils auch nicht viel besser. Von den Maedchen, die ich vor gut zehn Jahren hier kennenlernte, haben fast alle inzwischen geheiratet und mehrere Kinder. In vielen Faellen leben sie in den Doerfern rund um Angkor und bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Verkaeufe von T-Shirts und Souvenirs an Touristen. In vielen Faellen haben ihre Maenner einen Job in der nahe gelegenen Stadt Siem Reap gefunden und halten sich inzwischen eine Nebenfrau bzw. besuchen ihre eigentliche Ehefrau nur noch tageweise. In einem Fall laesst der Ehemann dann 15 Dollar fuer seine Gattin und die geme...

Neues aus Thailand: Khmer (I)

Seit langem sind mir die Khmer ans Herz gewachsen, und so habe ich diesmal bewusst Kontakt zu einigen kambodschanischen Bettlern gesucht, die man hier in den Strassen sitzen sieht. Meist sind es die Muetter mit ihren Kindern. Gelegentlich setzt sich ein Kind mit einem Plastikbecher in einiger Entfernung der Mutter hin und bekommt in der Regel mehr Geld als die Erwachsene. Kuerzlich zeigten mir die meist illegalen, d.h. ohne Pass eingereisten Khmer mal, wie sie hier in Thailand so wohnen (ein Pass kostet sie etwa 5.000 Baht, die sie eben in der Regel nicht uebrig haben, im Gegensatz zu vielen kambodschanischen Bauarbeitern, die hier zwischen 180 und 250 Baht (ca. 4,30 bis 6 Euro) am Tag verdienen und oft legal mit Visum im Land sind). Die Fahrt mit dem Songthaeo, dem klassischen Pritschentaxi, dauerte eine Dreiviertelstunde in die drittnaechste Stadt. Dort ging es durch vom Regen aufgeweichte Erde in eine duerftige Absteige, in der es aber immerhin ein Hockklo und eine Duschbrause g...

Der Streit um Ruinen

Wo habe ich denn schon mal meinen Besuch in Preah Vihear geschildert? Ich hoffe, es war nicht hier im Blog. Zur Zeit geht es dort wieder rund. Thailändische und kambodschanische Soldaten stehen in der Grenzregion bereit, Tote gab es auch schon (selbst unter Zivilisten), und das alles, weil der Tempel einst  vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag den Kambodschanern zugeschlagen wurde und seit ein paar Jahren UNESCO-Weltkulturerbe ist. Freilich, schon als letzteres noch keine beschlossene Sache war, nutzten thailändische "Kräfte" immer mal wieder den alten Streit, um von landesinternen politischen Problemen abzulenken. Einmal sprach mich sogar in einem Family Mart (einer Art rund um die Uhr geöffneten Mini-REWE) an der Kasse ein angetrunkener Thai an, wie ich das denn fände, jetzt ginge es den Khmer in Preah Vihear an den Kragen, nicht wahr (das Fernsehen hatte von der Zuspitzung des Konfliktes gesprochen, nachdem ein paar Thais, u.a. ein Mönch, illegal die Grenze übertr...

Angkor 2001

(Zwischen 1999 und 2001 wurde der Angkor Verlag gegründet, der seinen Namen den Erlebnissen in Kambodscha verdankt.) Mit 35 Kilogramm Brillenspenden im Gepäck flog ich diesmal direkt nach Siem Reap, auch wenn aufgrund eines Monopols von Bangkok Airways die Preise für die Flüge aus Bangkok völlig überzogen sind. Dafür hatte man mich das Übergepäck kostenlos in die Propellermaschine mitnehmen lassen. Wir flogen knapp über einer Wolkendecke, Blitze zuckten um uns herum. Ich fragte mich, warum dieser Fall nicht auf meiner Videokassette gegen Flugangst behandelt wurde. Bei der Landung bizzelte es plötzlich heftig an der Stelle, an der die Nase in die Stirn mündet. Später erklärte mir mein Hals-Nasen-Ohren-Arzt, dass diesem harmlosen Phänomen mit Nasentropfen (nicht Meerwassersprays) vorzubeugen wäre, es aber in manchen Fällen auch auf eine Nervenreaktion von der Halswirbelsäule aus zurückzuführen sei, die durch die Veränderung der Druckverhältnisse im Flieger bewirkt würde.  ...

Angkor 1999 (IV)

   Als ich dem japanischen Filmteam begegnete, fiel mir ihr Dolmetscher auf, ein Khmer, der Japanisch konnte und den Namen einer Mangafigur trug: Akira. Er lud mich in sein im Aufbau befindliches Kriegsmuseum ein, dass er bald eröffnen wollte. Ich fuhr durch ein Gebiet neben der Straße nach Angkor, wo man vor allem Kriegs- und Minenopfer sowie ehemalige Bewohner von Flüchtlingslagern angesiedelt hatte. Die Lager befanden sich an der Grenze zu Thailand. Akira war Minenräumer gewesen und lange Zeit auch für die UN im Einsatz. Er hatte sich Land an dem kleinen Flüsschen gekauft, das nach Siem Reap führte, und damit vielen Einheimischen die Angst vor diesem Areal genommen, das als stark vermint galt. Noch schlief er in einem Wachturm, hinter Reissäcken und unter einem Maschinengewehr. Ebenerdig befanden sich seine Ausstellungsräume, entschärfte Minen unterschiedlichster Art, mit Hinweisschildern in verschiedenen Sprachen versehen. Akira konnte zu jeder eine Geschichte erzählen....

Angkor 1999 (III)

    In Siem Reap fragte ich eines Abends einen Khmer auf der Straße nach dem Weg zum Krankenhaus. Er erkundigte sich, ob mir etwas fehle. Nein, meinte ich, aber ich hätte einige Medikamente dabei, die von der Behandlung meines krebskranken und inzwischen verstorbenen Vaters übrig geblieben waren, darunter ein paar starke Schmerzmittel. Da stellte sich heraus, dass mein Gegenüber Arzt in einem Kinderkrankenhaus war. Dieses Hospital sollte ein paar Tage später offiziell eröffnet werden. Es war von einem amerikanischen Fotografen japanischer Abstammung mithilfe finanzkräftiger Freunde gebaut worden, weil sich die medizinische Versorgung des Provinzkrankenhauses in Siem Reap katastrophal darstellte. Nachdem zu Zeiten der Roten Khmer, besonders zwischen 1975 und 1979, die gesamte Intelligenz und Bildungsschicht Kambodschas ausgerottet worden war, herrscht nun extremer Nachholbedarf bei der Ausbildung von Medizinern. Das Angkor Hospital for Children (AHC) , so ...

Angkor 1999 (II)

   Mit Rain fuhren wir zum Thai-Boxen. Khmer gegen Thai, so sahen die aufregendsten Kämpfe aus. Ich schloss mit Rain Wetten ab, natürlich auf die Thais, die ich in ihrem Heimatland oft genug kämpfen gesehen hatte. Das war ein Fehler. Die Khmer-Kämpfer waren so voller Wut und Hass auf ihre Nachbarn, dass sie sie nach Strich und Faden verprügelten. Ich saß am Gang, wo die geschlagenen Thais von ihren Gehilfen weggeschleppt wurden. Der Kampfgeist der Khmer war also ungebrochen. Joy wollte nicht mehr zurück und schlief mit Rain unter dessen Moskitonetz, im Freien, vor den Zimmern des Gästehauses, wie viele Fahrer. Einige wohnten zu weit weg, um abends zu ihren Familien zurückzukehren, andere hatten kein Zuhause. Außerdem war das eine Schutzmaßnahme, denn schon einmal waren des Nachts Überfälle auf Gäste oder schlafende Fahrer verübt worden, deren Mopeds beliebtes Diebesgut darstellen. Rain düste nachts so schnell aus Angkor heraus, wie er konnte. Man hatte einmal einen Fahrer v...