Freitag, 22. Mai 2015

Amerikanisches Zen (II): Feministische Umdeutungen

Zu meiner Überraschung kann ich nach dem II. und III. Kapitel von "Hidden Lamp" das Buch nun doch empfehlen. Eine Fülle von Texten fand mein Gefallen, was auch an der Auswahl der kommentierten Geschichten lag. Ich mache mir aus Zeitgründen momentan nicht die Mühe, die Autorinnen alle zu verlinken: Pat Enkyo O'Hara (Maezumi-Glassman), Christina Feldman (Insight Meditation), Reigetsu Susan Moon (Shunryu Suzuki), Myoshin Kate McCandless (Suzuki), Catherine Genno Pagè (Genpo Merzel), Nancy Genshin Gebish (Maezumi), Tonen Sara O'Connor (Tozan Akiyama), Sobun Katherine Thana (Suzuki), Thannisara (Ajahn Chah, Chan, Reines Land), Myokei Lynda Caine-Barlett (Nichiren), Shinshu Roberts (Suzuki), Ursula Jarand (Soko Morinaga), Eve Myonen Marko (Glassman), Sallie Jiko Tisdale (Jiyu-Kennett), Laurie Scaley Senauke (Suzuki), Laura del Valle (Zoketsu Norman Fischer), Grace Schireson (Suzuki). Die vielen Nennungen von Lehrerinnen in der Suzuki-Linie täuschen etwas darüber hinweg, dass diese überproportional in dem Buch repräsentiert sind und es ebenso viele schwache Beiträge aus dieser Linie gibt. Die besseren sind insbesondere auf den Einfluss von Zoketsu Norman Fischer zurückzuführen, wie mir scheint. 
   Die größte Überraschung für mich war, dass erneut aus der Maezumi- und Glassman-Linie mehrere interessante Texte auftauchten (Eve Myonen Marko ist Bernie Glassmans Ehefrau, allerdings auch von ihm zu einer seiner Dharma-Erbinnen ernannt, was zumindest ungeschickt ist). Wie Ihr wisst, habe ich Glassman in erster Linie seine plakativen Meditationen in Konzentrationslagern übel genommen, weil sie vor allem vom Showeffekt leben. Was ich damit u. a. meine, hat ein ebenfalls lange von mir kritisierter und inzwischen etwas lieb gewonnener Jude, nämlich Henryk Broder erläutert. Aufgrund der o. g. Texte habe ich Glassman aber nun aus meiner Liste der nicht empfehlenswerten Zenlehrer entfernt. Ein Lehrer gewinnt eben durch gute Schüler/innen (Peter Matthiessen hatte ich schon empfohlen).
    Was in den fragwürdigen Kôan-Interpretationen auffällt, ist ihre feministische Umdeutung. Als Yuanwu Keqin einer Jiao-an rät, ihre Ansichten zu tilgen, um frei zu werden, entgegnet diese in einem Vers, es bliebe dennoch Sand in den Augen. Dies wird als Korrektur des Lehrers gesehen im Sinne von: "Auch dann werde ich noch ein Mensch sein." Diese Deutung mag gerade noch angehen. In anderen Fällen wird die Kraft eines Kôan jedoch geschwächt. Judith Simmer-Brown meint, nicht nur Buddhas, sondern alle Wesen seien durch die Vagina ihrer Mütter zur Welt gekommen. Wenn wir mal vom Kaiserschnitt absehen, gibt es hier ein Problem mit der buddhistischen Mythologie: Buddhas Mutter soll ihn ja durch den Eintritt eines weißen Elefanten seitlich in ihren Leib empfangen haben, und da trat er dann bei der Geburt auch aus. Genau wie bei der Christuslegende wird die Vagina also eher "geschont".
   In einigen Kôan, die wir kennen, sagt ein Schüler etwas offensichtlich Passendes, es wird aber vom Meister nicht angenommen. Nach einigem Hin und Her fragt der Schüler dann, wie es denn der Meister ausdrücken würde. Und dieser benutzt exakt die gleichen Worte wie der Schüler, die er eben noch aus dessen Munde ablehnte. Diese Geschichten zeigen uns vor allem, dass hinter dem Gesagten authentische Erfahrung stehen soll. Auf Nachplappern wird kein Wert gelegt. In einer Story dieser Art begegnet Chaochou (Joshu) einer alten Frau auf einem Acker und fragt sie, was sie täte, wenn sie einem Tiger begegne. Die Alte meint, sie habe vor nichts in der Welt Angst, und arbeitet weiter. Daraufhin brüllt Chaochou wie ein Tiger. Die Alte brüllt zurück. Chaochou kommentiert: "Da ist immer noch dies." Chi Kwang Sunim (Kusan) aber meint in ihrem Kommentar, beide seien im Gleichgewicht. Das geht mir dann, bei allem Charme gerade der Omis in Kôan, doch zu weit.



Montag, 11. Mai 2015

Ole macht den Hampelmann




Wie ich kürzlich schon schrieb, haben sich in den letzten Monaten die Zugriffe auf Beiträge über "Lama" Ole Nydahl auf diesem Blog gehäuft. Und die dämlichen Kommentare dazu, die ich meistens lösche. Sie sind fast immer anonym verfasst und kommen auch stets durch die Hintertür nach dem Motto: Ein guter Buddhist tut dies und das nicht (außer natürlich es ist der Ole) und wie man sich übles Karma auflade (das könnt ihr ja oben gut erkennen - wer nicht aufpasst, tanzt noch als Opi hässliche Weiber mit ner Flasche in der Hand an). Statt diese Beiträge freizuschalten und zu kommentieren, ging ich nochmal auf die Suche nach Youtube-Clips, die den Ole als den Dummschwätzer entlarven, für den ich ihn halte. Und siehe da, ich hab was Altes ausgegraben, wie Ihr unten seht. Hier ein paar Zitate, die klarmachen, wie Wohlfühlbuddhismus funktioniert (Übersetzung von mir):

"... die Meditation beginnen mit dem Gefühl: 'Ich meditiere nun zum Nutzen aller Wesen' und sie beenden, indem man all diese guten Gefühle teilt ... und für alle, die schnelle Erleuchtung wollen ... die offene, klare Essenz im Innern kontinuierlich erfahren wollen ... gibt es Methoden, bestimmte Formen der Energie und des Lichts zu visualisieren ... und Mantras oder Vibrationen zu benutzen ... und sie aufzulösen und immer wieder ins uns zu vermischen."

Ich habe schon Leute im Cannabisflash so daherreden hören. Erschreckend. Für mich hat der Mann - wahrscheinlich infolge seiner selbst eingestandenen Drogenexzesse (Details auch zu seiner Vergangenheit als Drogenhändler finden sich hier) - einen frühen Dachschaden davongetragen, der sich in seinem sinnlosen Geplapper äußert, das seine Anhänger, die hier auf diesem Blog kommentieren wollen, regelmäßig genauso wenig verstehen wie offenbar er selbst, und dass dann zum gleichen kopierten Gebrabbel in Schriftform führt.

Der beste Satz, in dem sich der Ole, natürlich auch wieder unbewusst, selbst beschreibt, ist hier: "The whole spiritual thing is missing." Eine wirklich traurige Stelle gibt es auch, bei ca. Minute 5, wo er berichtet, dass ihm sein Lama in Sikkim von der Knöchelverletzung seiner Mutter in Dänemark erzählte - und wie sich das später als wahr bestätigte. Man möchte fast weinen, wenn man sich den naiven Ole von einem tibetischen Scharlatan an der Nase herumgeführt vorstellt.

Ab ca. Minute 7 will der Ole den Zuschauern weißmachen - nachdem er sich und seine Clique zuvor als die Experten für Tod und Wiedergeburt ausgegeben hat -, dass der 15. Karmapa seine Wiedergeburt ganz exakt vorhergesagt hätte. Leider zeigt der Ole in seiner Mimik die ganze Palette von Zeichen, die darauf hindeuten, dass einer die Unwahrheit sagt bzw. nicht recht glaubt, was er von sich gibt, wozu das Heben der Augenbrauen und gehäuftes Zwinkern zählen.

Gegen Ende übernimmt der Moderator dann noch diesen Eso-Duktus, wenn nach dem Tod "regelmäßige Gedanken als objektive Teile äußerer Realitäten" erscheinen sollen.

Mit solchen Dingen hat es jedoch folgende Bewandtnis: Sie geschehen nicht nach dem Tod, sondern im gegenwärtigen Leben. Dies zeigte mir kürzlich erst wieder ein luzider Traum, in dem ich beschloss, die mich - im Traum - umgebenden Geistwesen oder Dämonen um Hilfe zu bitten, statt Schabernack mit mir zu treiben, was in den folgenden Tagen ein körperliches Problem beseitigte, worunter ich ein paar Wochen gelitten hatte, und zu weiteren "schönen" (und erotischen) Träumen führte. Dies sind und bleiben jedoch alles Ausgeburten eines (lebendigen) Geistes. Das läuft also in einer Art Selbsthypnose oder in einem Zwiegespräch mit dem eigenen Geist ab. 

Der große Irrtum des Ole Nydahl und seiner Anhänger besteht darin, dass sie diese Projektionen des eigenen Geistes nach außen übertragen und damit den Kardinalfehler begehen, gegen den sich der Kern der buddhistischen Lehre richtet: Nicht die Welt und unsere Überzeugungen als Ergebnis unserer eigenen Vorstellung zu erkennen. Das Traurige ist, einen buddhistischen Lehrer seinen eigenen Illusionen aufsitzen, damit durch die Welt reisen und andere Leute belästigen und in eine ähnliche Verwirrung stürzen zu sehen. Tatsächlich ist Ole Nydahls ganze Lehre m. E. auf eine unbegründete Angst vor etwas Nachtodlichem zurückzuführen, was ganz einfach als vortodliche Imagination durchschaubar sein kann. Genau wie alle Spinnereien, die sich im Hirn so abspielen, und denen wir - wenn wir ihre Subjektivität und Begrenztheit erkannt haben - nach Belieben Aufmerksamkeit widmen können oder auch nicht. So locker könnte man das jedenfalls handhaben, wenn man nicht irgendwann einmal einen Horrortrip erlebt und - statt ihn angemessen zu verarbeiten - sein ganzes Leben vor ihm Reißaus genommen hätte. Die ganzen Reisen des "Lama" Ole Nydahl um die Welt sind in meinen Augen nichts anderes als eine fortwährende Flucht vor diesem von seinem eigenen (Körper und) Geist fabrizierten Horror. Diese Angst spricht auch aus vielen Kommentaren von Nydahl-Anhängern, die sich regelmäßig durch ihr falsches Verständnis von Karma verraten.



Dienstag, 5. Mai 2015

Crowdfunding für Film über Soyu Matsuoka

Soyu Matsuoka (1912-1997) war neben Sokei-an, Nyogen Senzaki u. a. einer der Pioniere des Zen in den USA. Ende der 40er Jahre eröffnete er einen Zentempel in Chicago, verließ aber später die Soto-Schule Japans, da er ihre Ausbildungsklöster und ihre Authorität für hinderlich auf dem Weg der persönlichen Erfahrung des Zen hielt. Matsuokas Dharma-Erben wurden folglich auch immer wieder in Frage gestellt. Einer von ihnen, Zenkai Taiun Michael Elliston (der 2007 offiziell von Shohaku Okumura, einem Schüler Kosho Uchiyamas [Antaiji], bestätigt wurde), will sich nun auf die Spuren seines Lehrers in Japan begeben. Ein junges Filmteam möchte dazu eine Doku drehen und stellt ihr Projekt auf der Crowdfunding-Plattform "Kickstarter" vor. Ich könnte mir vorstellen, dass bei der Recherche in Japan einige Überraschungen zutage treten, und habe selbst einen kleinen Beitrag gegeben.
   Zitat von Matsuokas Nachfolger Zenkai: "Don't Americanize Zen!" Ich empfehle sein Teisho  über "Dying" und den Tod seines Bruders.

[Foto zeigt Soyu Matsuoka und Shunryu Suzuki; Video: Sakanaction: ライトダンス ]

Samstag, 2. Mai 2015

Amerikanisches Zen (I): Frauen und Sex

Ich lese gerade "The Hidden Lamp", herausgegeben von Zenshin Florence Caplow und Reigetsu Susan Moon (Wisdom 2013), mit einem Vorwort von deren Rôshi Zoketsu Norman Fischer, einem der brauchbaren US-Zenlehrer. Es handelt sich um eine Sammlung von kurzen Geschichten und Kôan aus der buddhistischen Tradition, in denen Frauen eine Rolle spielen. Alle werden auch von Frauen kommentiert, also von Buddhistinnen, in der Regel Zen-Lehrerinnen. In den kommenden Beiträgen will ich mich dem ein oder anderen Abschnitt aus diesem Buch widmen. Im Ganzen taugt es m. E. nicht für eine Übersetzung [Im zweiten Teil wird deutlich werden, warum ich meine Ansicht änderte, ich lese das Buch langsam.]

Um mich nicht zu beeinflussen und da mir die meisten Autorinnen unbekannt waren, habe ich mir stets erst ihre Darlegungen durchgelesen, dann ihren Hintergrund nachgeschlagen. Neben einem Glossar und der Auflistung der Textquellen enthält das Buch nämlich auch eine Bibliografie und ein paar Sätze zu jeder Lehrerin. Heute bin ich mit etwa einem Viertel des Buches durch. Etwas überraschen mag die überwiegende Mittelmäßigkeit, die aus den Erbinnen der Shunryu Suzuki-Linie spricht. Schwach erscheint in diesem Buch auch die Linie Houn Jiyu-Kennetts. Bestätigt hat mich das psychologisierende und oft wertende Schreiben der Schülerinnen aus dem Umfeld Philipp Kapleaus und die Unklarheit, die häufig aus Beiträgen von Schülerinnen Seung Sahns spricht (siehe rechts die Rubrik "Lehrer, von denen der Asso-Blog abrät").

Zugesagt haben mir so weit die Beiträge von Merle Kodo Boyd [Bernard Glassman/Wendy Egyoku Nakao], Angie Boissevain [Kobun Chino/Vanja Palmers], Daiyu Judith Randall [Shunryu Suzuki/Paul Haller] und - mit Abstrichen - Natalie Goldberg [Dainin Katagiri & TNH]. Um das vorwegzunehmen: Ich finde es erfreulich, wenn (ehemalige) Schüler/innen mäßiger Lehrer einen guten Eindruck bei mir hinterlassen. Im Falle Frau Goldbergs aber scheinen mir die "Abstriche" auf Einflüsse von TNH zurückzuführen zu sein, bei dem sie "ordiniert" haben will.

Eine Lehrerin, die mir ein Begriff war, da Eido Shimano Roshi sie zur Nachfolgerin ernannte, ist Roko Sherry Chayat. Sie schreibt an einer Stelle über ihre Kôan-Schulung: "Ich wusste, dass meine Antworten der Herausforderung nicht gerecht wurden. Ich spürte, dass das Kôan eine aggressive körperliche Handlung erforderte." Das ist umso bemerkenswerter, als sie - wie Goldberg zu Katagiri - eine sexuelle Beziehung zu ihrem Lehrer gehabt haben soll. Dieses Thema spielt auch in den ersten von mir kritisierten Textpassagen eine Rolle.

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In einer bekannten Zengeschichte unterstützt eine Frau zwanzig Jahre lang einen Einsiedlermönch. Dann testet sie ihn, indem sie ihre junge, hübsche Tochter vorbeischickt. Der Mönch lehnt die körperliche Annäherung an sie ab, die alte Mutter verbrennt daraufhin dessen Einsiedlerhütte. Die Pointe ist offenbar, dass die Zenübung nicht zum Leugnen einfachster körperlicher Bedürnfisse führen sollte. 

Zenkei Blanche Hartman jedoch macht in ihrem Kommentar daraus den Ansatz eines feministischen Manifestes. Prinzipiell kann ein solcher Tonfall in einem Buch dieses Anliegens nicht überraschen. Es sind jedoch die ungeklärten Widersprüche in ihrem Text, die aufhorchen lassen. So sagt sie an einer Stelle: "Ich spüre, dass es einen Weg zu leben gibt, auf dem nicht jeder zum Sexualobjekt verdinglicht ("without objectifying anyone as a sexual object"), wo aber die Schönheit von Menschen weiterhin gewürdigt wird. Dies bedeutet, nach den Geboten zu leben." Ein paar Absätze danach zitiert sie Bruder Steindl-Rast: "Wenn ich jeden auf die gleiche Art lieben will, dann muss ich entweder zölibatär leben oder sehr promisk!" 

Nun ist bei dogmatisch Gläubigen die Pflege extremer Gegensätze nichts Neues, aber wie könnte ein promiskes Leben ohne die unterstellte Objektifizierung der Frau einhergehen, die eine Standardfloskel des Feminismus ist? Ich wundere mich darüber, dass eine Zenlehrerin nicht den Tatsachen ins Auge schaut: Zum einen ist mit der Lust auf Menschen nicht automatisch verbunden, sie nicht mehr als Subjekt wahrzunehmen. Zum anderen werden ja gar nicht alle Frauen begehrt, sondern die Schönen am häufigsten und intensivsten; es sind also bei Weitem nicht alle Menschen betroffen. 

Vor ein paar Tagen rief ich eine junge Mutter an, die sich vor zwei Jahren noch prostituierte. Dann erbte ihr Lebensgefährte, der Vater ihres Kindes, eine Menge Geld und ein Haus von einem alten, wahrscheinlich schwulen Ausländer, der an einer langwierigen Krankheit verstorben war. In der Übergangszeit, als das Erbe vor Gericht geklärt wurde, ging sie noch anschaffen. Wir hatten immer ein angenehmes Verhältnis, das auch kaum getrübt wurde, als ihre damals beste Freundin (meine Hauptgefährtin) sich mit ihr etwas verkrachte. Einmal kroch sie für eine Nacht bei mir unter, weil sich ihr Partner eine Nebenfrau genommen hatte und sie darüber erbost war. Inzwischen hat dieser von dem Erbe ein Internetcafé eröffnet, in dem sie arbeitet. 
   Ihre alte Telefonnummer funktionierte noch. Ich erkundigte mich vorsichtig, ob sie denn noch mit Ausländern Sex habe. Sie lachte und sagte: "Mit dir schon." Ich frage mich also, ob Frauen wie Zenkei Blanche Hartman oder Männer wie Steindl-Rast begreifen, dass es eine Art "unabhängiger promisker Lust" gibt, die nicht bindet und den anderen als Person wahrnimmt und achtet, aber als eine unter vielen. Der Ausschließlichkeitsanspruch, der aus den Worten dieser beiden Lehrer spricht (im Falle des Christen aus der Vorstellung des Zölibats) kann für mich kein Zeichen spiritueller Reife sein. Er spiegelt jedoch eine typische Wunschvorstellung gewöhnlicher Frauen an ihre Partner wieder.

Deutlich wird dies auch im Kommentar von Hoka Chris Fortin zu Miaozongs bekanntem "Dharma-Interview". Miaozong studierte, noch bevor sie Nonne wurde, bei Meister Dahui (Tahui) und bekam ein Zimmer im Gebäude des Abtes. Das brachte den Obermönch auf die Palme, weshalb Dahui ihm riet, doch mal mit der Dame zu reden. Miaozong fragte diesen Mönch dann, ob er ein weltliches oder ein Dharma-Gespräch wolle. Dieser verlangte ein Dharma-Gespräch. 
   Zunächst musste er seine Gehilfen wegschicken, dann rief sie ihn herein. Dort lag sie splitternackt auf dem Rücken. Der Mönch deutete auf ihre Genitalien und fragte: "Was für ein Ort ist das?" Miaozong erwiderte: "All die Buddhas, Patriarchen und Mönche kommen von da." Der Mönch fragte: "Darf ich eintreten?" Miazong sagte: "Pferde ja, Esel nein." Da fiel dem Mönch nichts mehr ein und Miaozong erklärte das Gespräch für beendet.

In Fortins Kommentar heißt es nun: "Miaozongs grenzenloses Vertrauen in den reinen Dharmakörper der Übung und ihr verkörperter Glaube ("embodied faith") in die Heiligkeit eines Frauenkörpers fanden in mir Widerhall wie das Brüllen eines Drachen." Doch obwohl sie später schließt, Ansichten, die Frauen diskriminieren, seien laut dieser Geschichte keine Brücke zur Erleuchtung, übersieht Fortin in ihrem gesamten Text die Pointe dieses Kôan aus dem Shonan Kattoroku: Der Obermönch hätte Miaozong besteigen und lieben sollen, damit seine heimliche Eifersucht und verklemmte Sexualität geheilt worden wären. Miaozong bot ihm nicht weniger an, als sie auch Dahui angeboten hat oder hätte.

Fazit: Gebote werden selbst dann gelebt, wenn man seiner erotischen Zuneigung zu anderen Menschen Ausdruck verleiht. Dies geschieht - so wollen es auch traditionelle Zen-Stories - nicht selten im körperlichen Liebesakt. Wer seine Liebesfähigkeit nicht auf die ausdehnen kann, die davon sich und andere ernähren, der kann in meinen Augen keine angemessenen Kommentare über einen Mönch, der ehrlich zu seiner Impotenz stand, oder eine Nonne, die sich schlicht einem Eifersüchtigen zum Sex darbot, verfassen. An dieser Krankheit leidet im Allgemeinen das ganze Teisho-Gewese im Zen. Es ist wie bei einer billigen thailändischen Seifenoper, wo man die Pointen im Voraus kennt, weil sie sich seit Dekaden nicht ändern und kaum mal einer mit einem anderen, frischen Blick auf die Überlieferung schaut.

[Video: Sakanaction, weitere schöne Videos auf ihrem Youtube-Channel]

Freitag, 27. März 2015

Wolf-Dieter Nolting, Christoph Hatlapa und die "Rei-Bande" (II): Angebliche Mönchsordination

Indiz 6:
Über Wolf-Dieter Nolting wird beim "Zen Kreis Europa" und "Zen Kreis Kiel" behauptet:
"1986 wurde er im Myoshin-ji (Kyoto) zum Mönch ordiniert."

Über Christoph Hatlapa wird bei der Choka Sangha behauptet:
"1987 wurde er im Myoshinji-Kloster in Kyoto/Japan zum Zenpriester und Zenmönch ordiniert."

Ich habe den Myoshinji-Tempel diesbezüglich kontaktieren lassen und - unter Angabe ihrer bürgerlichen wie der buddhistischen Namen (Rei Shin bzw. Rei Ho) - gefragt, ob dies stimmt.  
Die Antwort des Myoshinji:

"Wir haben nachgeschlagen, aber die Namen der Personen sind nicht im Mönchsstand (僧籍 sôseki) der Gruppe/Sekte des Myôshinji.
Mit freundlichen Grüßen
Kyôke-Center" 

お返事遅れて申し訳ありません。
調べましたが、妙心寺派の僧籍にこの方の名はございませんでした。
よろしくお願いいたします。
教化センター



[Natsume Mito: "Maegami Kirisugita"]

Mittwoch, 25. März 2015

Die "Rei-Bande": Intermezzo
mit einem Hinweis auf Masters & Johnson

Im Forum "Buddhaland" hat der Moderator Ji'un Ken (Alf Bartholdy), der dort erst kürzlich nach einer Abmahnung meinerseits die Veröffentlichung einer privaten Email rückgängig machen musste, folgendes behauptet: "Ich habe heute eine Mail von der "japanischen Botschaft" in Hamburg bekommen, mit der Bitte, meinen Streit mit Herrn K. selber zu klären. Dieser hat dort per Mail nachgefragt, ob sie wirklich etwas für mich übersetzt hätten, denn es könnte sein, das ich lüge."

Wie üblich, ist diese Behauptung aus dem Zusammenhang gerissen. Ji'un Ken hatte behauptet, die "japanische Botschaft" in Hamburg angeschrieben zu haben. Es gibt dort jedoch nur ein Generalkonsulat, die Botschaft sitzt in Berlin. Da also zunächst nicht klar war, wen er überhaupt kontaktiert hatte, schrieb ich zur Sicherheit gleich auch noch die Botschaft in Berlin an, die übrigens antwortete, sie würde keine Übersetzungsanfragen bearbeiten.

Dem Generalkonsulat in Hamburg hatte ich folgendes geschrieben:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem buddhistischen Forum behauptete heute ein User namens Ji'un Ken (bürgerlich Alf Bartholdy), dass er die "japanische Botschaft" in Hamburg um die Übersetzung eines Artikels aus einer buddhistischen Zeitschrift gebeten habe: 
Den Artikel sende ich Ihnen im Anhang. 

Möglicherweise hat er gelogen, oder aber er meinte Ihr Japanisches Generalkonsulat. (...)"

Die Möglichkeit, dass Ji'un Ken gelogen haben könnte, bezog sich also zunächst auf seine eigene sachlich falsche Aussage, er habe die "japanische Botschaft" in Hamburg angeschrieben - da es eine solche dort ja nicht gibt. Wenn man behauptet, eine offizielle Stelle an einem Ort angeschrieben zu haben, die es dort gar nicht gibt, setzt man sich natürlich dem Verdacht aus, gelogen zu haben. Oder aber dem, dass man da eine Bildungslücke hat. Darum habe ich dies gleich mit bedacht: Falls er das Generalkonsulat gemeint haben solle, habe ich demzufolge KEINE Lüge unterstellt, wie aus meiner Formulierung ("oder") eindeutig hervorgeht.

Als klar wurde, dass das Generalkonsulat tatsächlich involviert war, habe ich nachgehakt, was denn dort nun übersetzt wurde, da Ji'un Ken den Passus, den er zitierte, nicht in Anführungszeichen setzte und damit nicht als wörtliches Zitat markierte. Daraufhin wurde ich auf Bartholdy zurückverwiesen.

***

Drollig ist - im gleichen Thread - auch der Beitrag von blue_apricot, dem Pendant zu "stiller_raum", das mal wieder nicht mehr an sich halten konnte und sich über seine Gesinnung verriet:

"Die Verantwortung wie sich das weiter entwickelt, ich meine auch im Hintergrund, nicht für jeden sichtbar, die liegt auch bei uns allen. Er agiert jetzt in Thailand und von da ausgehend - und seine Emotionen und Handlungen, die hier vielleicht aufgeheizt werden, werden auch vor Ort wirksam. Ich möchte nicht daran beteiligt sein, wenn er sich das die nächste "Hure" greift um sich auszuagieren oder irgendein Video mit angeblichen Mönchen beim Sex veröffentlicht, mit Leuten, die sich in ihrer Armut nicht mehr zu helfen wissen Sein ganzes Vorgehen, seine Sichtweisen sind abscheulich und inhuman, und mit nichts zu rechtfertigen."

Diesen Beitrag habe ich nicht gemeldet, weil sich daran noch einmal die Gesinnung von feigen anonymen Stalkern im Internet aufzeigen lässt. Zunächst wird der Ausdruck "Hure" nicht von mir benutzt, sondern von einer von diesem Berufszweig (und wohl auch der Sexualität im Allgemeinen) offensichtlich angewiderten Person. Dazu kommt eine Prise Hobby-Psychologie und eine dickere Portion Dummheit: Die in den Videos gezeigten Mönche sind zweifelsfrei ebensolche, der in Thailand ertappte wurde von der Polizei überführt, ein Geständnis findet sich im Video. Der Kambodschaner mit den rotierenden Hüften lebt in den USA (!), und er wurde zur Massage der von ihm bestiegenen Frau gerufen. Es handelt sich also keinesfalls um "Leute, die sich in ihrer Armut nicht mehr zu helfen wissen".

Dazu gibt es eine schöne Anekdote. Kürzlich sprach ich mit einem Leutnant der Einwanderungsbehörde über den Umgang mit Wanderarbeitern in Thailand. Es ging um die Berufsmöglichkeiten dieser Menschen. Da sagte er nicht ohne Ironie, man habe ein Abkommen ("MoU") mit den Nachbarländern (Kambodscha, Myanmar, Laos) getroffen, nach dem deren Arbeiter eben bevorzugt die Jobs erledigen dürften, die Thais selbst oft nicht mehr machen wollten. Darum dürfen sie momentan zwar für den Mindestlohn auf dem Bau schwitzen oder Zimmer putzen (was natürlich auch fast jede thailändische Prostituierte könnte), aber zum Beispiel nicht in besser bezahlte Massagejobs, wie etwa im Spa, die Thais vorbehalten bleiben sollen.
   Zur Erinnerung: Es gibt hier praktisch keine Arbeitslosigkeit, darum ist jeder Einwurf, thailändische (!) Freudenmädchen hätten keine Wahl, absurd. Das Bruttoinlandsprodukt Thailands ist gut 5 mal so hoch wie das Kambodschas (nach Schätzungen eines hiesigen Magazins soll das Durchschnittseinkommen incl. Schwarzgelder bei 25.000 Baht, also ca. 700 Euro, pro Person in Thailand liegen).

Danke, blue_apricot, dass du uns noch einmal Einblick in die Denkweise spinnerter Aktivistinnen gegeben hast. Heute findet sich in der Süddeutschen übrigens ein Artikel über die Prostitution in der Schweiz mit einem geschätzten Anteil der Zwangsprostitution von gerade mal 10 (zehn) Prozent! Nur, falls du jetzt gleich wieder auf diese Schiene hüpfen willst. 

Bedanken möchte ich mich auch für jede Hilfe bei Adrenalin- und Testosteronausschüttungen. Wie du ganz richtig sagst, stilles Früchtchen, funktioniert ein Mann in der Regel so: Je lebendiger er ist, desto mehr Frauen möchte er befriedigen. Gerade habe ich einem Amerikaner am Strand, der u. a. meinte, man könne in Thailand keinen kostenlosen Sex bekommen und die professionellen Freundinnen ("professional girlfriends") würden allesamt ihren Orgasmus vortäuschen, verschiedene Merkmale erklärt, wie man diesen oder zumindest ihren Genuss erkennen kann. Neben der veränderten Intensität ihres "Ausflusses" und vor allem des verstärkten Geruches gibt es da ein ganz sicheres Merkmal: Die Verfärbung (Rötung) der inneren Schamlippen. Und nun schau mal nach, ob sich da bei dir noch so viel tut wie bei einigen Freudenmädchen in Pattaya, ehe du anderen deine Lustfeindlichkeit als Ethik reinschieben willst.

Oder stell einfach mal selbst einer am Straßenrand bettelnden Kambodschanerin mit Baby im Arm 2 Kilo Carnation-Pulver vor die Knie, statt das Geld dafür bei geistesschwachen buddhistischen Lehrern zu lassen, die deine Verwirrung nur vertiefen, statt sie aufzulösen. Oder begib dich auf der Suche nach einer migränegeplagten anderen Bettlerin zu - oja, echten ! - Mönchen in den Tempel, wo sie dir den Weg zu Migranten weisen, die billig oder kostenlos in armseligen Barracken hinter den schönen Buddhahallen hausen dürfen.

Du Blödschwätzerin. [Aufgrund von neuerlicher Kommunikation im Buddhaland gelöscht.]



[Amy Suzuki - "A Token of Love"]

Mittwoch, 18. März 2015

Wolf-Dieter Nolting, Christoph Hatlapa
und die "Rei-Bande" (I)

[Update 28.03.] Ich habe gerade die Liste der Lehrer, von denen der Asso-Blog abrät, um zwei Namen und ihr Gefolge erweitert: Wolf-Dieter Nolting (Rei Shin Bigan) und Christoph Hatlapa (Rei Ho). Beide Lehrer habe ich über die Webseiten ihrer Sangha kontaktiert und um eine Kopie ihrer Dharma-Übertragung (inka shomei) - ein Schriftstück (ichi mai) der Rinzai-Tradition - gebeten. Im Falle von Nolting antwortete ein Dirk Künne u. a., er habe sich "entschieden Nolting nicht mit derlei Kinderkrankheiten zu belaestigen", mit Bezug auf eine um diese Lehrer entbrannte Diskussion im Forum Buddhaland. Künne aus dem "Wol(k)entor-Tempel" hatte allerdings zuvor Folgendes angeboten: "Falls es Sie interessiert kann ich Ihnen noch alte Vorträge raussuchen aus den 80er Jahren (von Sesshins in Deutschland), in denen Saidan Oi Roshi offiziell die Liniennachfolge und Aufgaben von Hatlapa und Nolting anspricht." Zunächst bestand ich auf dem Beleg für die Dharma-Übertragung, die Nolting und Hatlapa behaupten, von Oi Saidan Rôshi (Hokoji) erhalten zu haben. Als man mir lediglich anbot, vor Ort Einblick in diese zu nehmen, bat ich im Gegenzug um diese Vorträge - es kam aber von Seiten Herrn Künnes nichts mehr. Wir werden uns nachher mit den Widersprüchen in den Zeitangaben beschäftigen, die allein schon aussagekräftig sind. 
   Anders lief es bei Christoph Hatlapa. Er sandte folgenden Bericht aus einer japanischen buddhistischen Zeitschrift als Beleg, mit den Worten: "Oi Saidan hat in dem Ihnen vorliegenden Artikel alle seine Dharmanachfolger 1997 öffentlich bekanntgegeben, darunter auch mich." Hatlapa hat die maßgebliche Textpassage in dem Artikel weder markiert noch übersetzt. Da er, wie man in seinen Podcasts hört, nicht einmal den namen "Jôshû" korrekt aussprechen kann, darf man sowieso davon ausgehen, dass er weder Japanisch kann noch sich lange genug in Zenklöstern aufhielt, um dort eine klassische Kôan-Schulung abzuschließen. Die entscheidende Stelle in dem Artikel lautet: 

„Es gibt von Oberpriester Oi Saidan 2 japanische Zen-Priester, 8 buddhistische Laienbrüder und 5 deutsche HÔSHI. [Es folgen Namen und Tempel der Japaner, darunter Muka Reikô (向井令孝).] Die deutschen HÔSHI sind Nolting (Anwalt), Eckhart (Lehrer), Hatlapa (Anwalt), Robert (Musiker) und Anato(h) (Ärztin).“ 

Bei so vielen Anwälten möchte ich das passende Vokabular wählen.

Der Hôshi (oder hosshi) ist lediglich ein Dharma-Lehrer (siehe Baroni: Illustrated Encyclopedia of Zen Buddhism, Rosen Pub Group 2002, S. 138). 

Sowohl über Hatlapa als auch über Nolting wird aber mehrfach, auch auf den Webseites ihrer Sangha, behauptet, sie hätten von Oi Saidan sogar den Rôshi-Status zugesprochen bekommen


"Rôshi" oder "shike" wird im Rinzai-Zen genannt, wer Dharma-Übertragung (inka shomei) durch einen anderen "rôshi" hat.

Dazu der Abt des Antaiji, der zeitweise in einem Rinzai-Tempel übte: "In Rinzai Zen, it is relatively easy to say who is a rôshi and who is not. Anyone who is authorized by another rôshi (i.e. his teacher) is a rôshi. This authorization (officially the "inka-shômei" document) is documented on a piece of paper, that is why it is also called colloquially "ichi-mai", that is "one sheet (of paper)"." [Mehr Infos zu den Rängen im Rinzai auf Englisch hier.]

Indiz 1: In den Kreisen dieser Lehrer wird offenbar "Dharma-Siegel" als "inka" verstanden (siehe den vorletzten Link oben). Niemand, der daraufhin angesprochen wurde, hat bisher bestätigt, je ein solches Übertragungsdokument von Nolting und Hatlapa gesehen zu haben oder es beschreiben zu können (obwohl beide mir per email anboten bzw. anbieten ließen, es vor Ort einzusehen).

Interessant ist auch: Ein "Zen-Meister" (shike) ist im Rinzai üblicherweise unverheiratet (siehe Jorn Borup: Japanese Rinzai Zen Buddhism, Brill Academic Pub 2008). 

Es befremdet mich, dass Hatlapa ein öffentliches Vorzeigen seiner Übertragungsurkunde ablehnt. Ich bin Tausende Kilometer von ihm entfernt und fordere daher andere auf, dort hinzugehen und ein Foto des Dokumentes zu machen.
   
***

In einer weiteren email schrieb Hatlapa, auf die Frage, wann er denn nun "Dharma-Nachfolger" geworden sei: 

"Ich wurde 1993 als Dharmanachfolger von Oi Saidan Roshi bestimmt. Mein Dharmasiegel datiert vom 8.12.1993. Oi Saidan hat in dem Ihnen vorliegenden Artikel alle seine Dharmanachfolger 1997 öffentlich bekanntgegeben, darunter auch mich. Der Vortrag im Jahr 2000 [auf der EXPO] stellt lediglich eine öffentliche Bekräftigung dar."

Indiz 2: Siehe die email von Künne oben, in der von Artikeln aus den 80er-Jahren die Rede ist, wo bereits die Liniennachfolge von Hatlapa und Nolting angesprochen worden sein soll. 

***

Kommen wir zu Wolf-Dieter Nolting, über den dies behauptet wird: 

"1986 wurde er im  Myoshin-ji (Kyoto) zum Mönch ordiniert und 1987 von Oi Saidan Roshi als Lehrer und als sein erster  deutscher Dharma-Nachfolger bestimmt."

Indiz 3: Schauen wir auf die Übersicht der Wiki über die Zen-Graduierungen, so wird deutlich, dass eine Ernennung zum Lehrer UND Dharma-Nachfolger nach einem Jahr Ordination nicht vorgesehen ist. 

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Einer derjenigen, der von Wolf-Dieter Nolting Dharma-Übertragung (inka shomei) bekommen haben will, ist Michael (Rei Ko) Sabaß. Auf der Webseite des Zen-Kreis Bremen heißt es: 

"1996 erhielt er von Rei Shin Sensei Dharma und Lehrerlaubnis."

Und hier heißt es sogar: 

"1990 begann Michael Sabaß seine Lehrtätigkeit im Zenkreis-Bremen unter Verantwortung von Rei Shin Sensei, der ihm 1995 die Dharma-Nachfolge und ein Jahr später die vollständige Lehrerlaubnis übertrug."

Indiz 4: Rei Shin, also Wolf-Dieter Nolting, ist laut dem Zen Kreis Basel erst 1998 selbst zum Rôshi ernannt worden. Nur ein Rôshi kann jedoch die Dharma-Nachfolge vergeben.

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Weiter heißt es bei Sabass über einen Sai Sho Sensei:

"Er wurde im Mai 2008 von Rei Ko Sensei [Michael Sabaß] zum Dharma-Nachfolger ernannt und im August 2009 als Zen-Lehrer anerkannt."

Noch einmal: Nur ein Rôshi ernennt im Rinzai einen anderen zum Dharma-Nachfolger (rôshi, shike). Damit ist selbstverständlich auch eine Lehrerlaubnis verbunden.

Obwohl weiter oben steht, dass Sabaß bereits 1995 oder 1996 die "Dharma-Übertragung" erhalten haben soll, wird er mit Bezug auf 2008 noch als einfacher "Sensei" (Lehrer) bezeichnet.

***

Indiz 5: In diesem neueren Interview, das lange nach dem von Hatlapa gesandten Artikel entstand, erwähnt Oi Saidan Rôshi ausdrücklich nur noch Dr. Nadine (Rei Myo) Tierelinckx, die im Übrigen auf meine Anfrage zu ihrem Status - und dem der anderen "Rei-Brüder" - überhaupt nicht geantwortet hat:

"Sie ist Deutsche und sie war hier 10 Jahre. Dann habe ich ihr die Qualifikation (Dharmaübertragung) gegeben. 30 verschiedene Leute haben ein Zen-Dojo gegründet."

Dr. Tierelinckx schreibt auf Ihrer Webseite tatsächlich von einem langen Aufenthalt in Oi Saidans Tempel und von ihrer "Dharma-Übertragung" (inka shomei) im Jahre 2006. Dieser Begriff wurde aber im o.g. Interview nicht mit einer Fußnote versehen, so dass wir nicht wissen, welches japanische Wort Oi Saidan Rôshi benutzte - das Wort "Qualifikation" klingt jedenfalls verdächtig nach etwas anderem, und als solle hier erneut etwas verschleiert werden. Fest steht, dass er außer ihr die anderen 30, die Dôjôs gründeten, kurz zusammenfasste. Kein weiterer deutscher Schüler von ihm wird als Dharma-Nachfolger genannt, hingegen wird zwischen den Zeilen jeder abgekanzelt, der nicht lange genug bei ihm lernte - und nur als "Dôjô-Gründer" bezeichnet. Bemerkenswert. Und typisch japanisch, weil die anderen nicht einfach ihr Gesicht verlieren sollen. 


 

[ Nakata Yasutaka: "Liar Game"]

***

Indiz 6:  In diesem Artikel aus dem Jahr 2006 (!) wird über einen der angeblichen "Dharma-Erben" namens Eckhart, der im o.g. Bericht aus der japanischen buddhistischen Zeitschrift im gleichen Atemzug (und Rang) mit Hatlapa und Nolting genannt wird, gesagt: 
"Eckhart Gattermann (...) war (...) von 1984 bis 1988 Schüler des Abtes und Repräsentanten mehrerer Zen-Linien, Oi Saidan Roshi. Gatterman (...) ist in seinem Glauben ordiniert, was dem Status eines Pastors in christlichen Gemeinden gleichkommt. Er war oft in Japan und er hat zudem die Lehrbefugnis."

Auf Gattermanns Sangha-Website heißt es: 

"Eckhart Reitetsu Gattermann ist seit damals [1984] Schüler von Oi Saidan Roshi und von diesem inzwischen als Nachfolger anerkannt worden."

Es ist kaum anzunehmen, dass Gattermann in einem Interview von 2006 den "Dharma-Erben"-Status geleugnet hätte, den sich Hatlapa und Nolting aus o.g. Bericht einer japanischen buddhistischen Zeitschrift aus dem Jahr 1997 ziehen, in dem Gattermann gleichrangig genannt wurde. Gattermann sah sich noch neun Jahre danach offenbar nur mit einer Lehrbefugnis ausgestattet, was den Kreis zur obigen Lesart "hôshi" (Dharma-Lehrer) schließt.

Aus den genannten Gründen rate ich davon ab, bei diesen Lehrern Zen zu praktizieren.

(Wird fortgesetzt, auch mit Bezug auf inhaltliche Verdrehungen der "Rei-Bande".)

[Anmerkung: Es ist anzunehmen, dass die verlinkten Websites inhaltlich infolge dieses Beitrages geändert werden. Ich habe deshalb Screenshots als Belege angefertigt.]

Freitag, 6. März 2015

Theravada-Mönche beim Sex

Das erste Video ist recht explizit, deshalb nenne ich bloß den Titel auf Youtube und empfehle es - aus rein rechtlichen Gründen - nur über 18-Jährigen. Man findet es durch Eingabe von "The Bad monk having sex with woman In USA 2". Es zeigt einen kambodschanischstämmigen Mönch aus Lowell (Massachusetts), der zweitgrößten Khmer-Community in den USA, zunächst bei der Massage einer Landsfrau und dann bei erstaunlich geschickten Hüftdrehungen auf ihr. Insofern kann man es fast schon als unfreiwilliges Lehrvideo bezeichnen, da "Rühren" und damit der seitliche Druck auf die inneren Schamlippen als eine der Techniken mit dem höchsten Befriedigungsgrad für Frauen gilt. - Danach wechseln sie noch die Stellung.

Das zweite Video ist aus Thailand, dort stellt die Polizei gerne Täter öffentlich mit Bild an den Pranger. Opfer, die auf der Polizeistation mit Fingern auf festgenommene Diebe zeigen und ähnliches, sind Alltag im Fernsehprogramm. Der Polizist in folgendem Clip fragt das Freudenmädchen unter anderem nach dem Preis für die Nummer (400 Baht, damals ca. 10 Euro).

Samstag, 28. Februar 2015

Sacks ohne Sex?
Wie man auf sein Leben zurückschauen kann

In der New York Times schrieb Oliver Sacks ("Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte") gerade von seinen Lebermetastasen und blickte auf sein Leben zurück. Ich verdanke dem Neurologen Einsichten in die (stets individuell zu betrachtende) Migräne, mit der ich mich schon mein halbes Leben herumschlage. Und die Erkenntnis, dass teure neue Triptane als Schmerzmittel oft den Schmerz wiederkehren lassen (ich nannte sie mal "die Zigarette der Migräne-Industrie"), den die kaum noch verschriebenen, alten Ergotamine (mit denen Sacks lange arbeitete) schlicht beendeten.
   Sacks zeigt sich dankbar für die neun Jahre nach seiner ersten Krebsdiagnose, auch für diejenigen Menschen, die seine Metastasen entdeckten. Dann geht er auf die Autobiografie von David Hume ein, die dieser angesichts seines nahenden Todes verfasste. Auch für die Jahre, die Sacks Hume überlebte, ist er dankbar, da sie mit hoher Produktivität gefüllt waren. Er stimmt mit ihm, trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere, in dieser Erkenntnis überein: "Es ist schwer, mehr vom Leben losgelöst zu sein als ich es im Moment bin." Sacks will nach Möglichkeit noch reisen, seine Einsichten und Freundschaften vertiefen, denen, die er liebt, Lebewohl sagen und viel schreiben. Was er nicht will, ist, seine Lieblingsnachrichtensendung im TV weiter verfolgen. Politische Fragen würden sich nicht mehr ihm, sondern den kommenden Generationen stellen. Er schließt damit, dass es ein enormes Privileg und Abenteuer gewesen sei, auf diesem "schönen Planeten" gelebt zu haben. Das klingt irgendwie buddhistisch. So fasst er es zusammen:

"Ich liebte und wurde geliebt. Mir wurde viel gegeben und ich habe etwas zurückgegeben. Ich habe gelesen, Reisen unternommen, nachgedacht und geschrieben. Ich hatte Verkehr ("intercourse") mit der Welt, den speziellen Verkehr zwischen Schriftstellern und Lesern."

Sacks, geboren 1933, machte einschneidende Erfahrungen mit Amphetaminen in seiner Studienzeit, hat gesund gelebt, ging täglich schwimmen, aß Bananenmüsli zum Frühstück und abends Reis mit Fisch. Trotzdem hatte ich bei der Lektüre seiner Worte kein gutes Gefühl. Irgend etwas stimmte da nicht. Ich nahm das zum Anlass, mir zu überlegen, was ich denn, mit 50 Jahren, bei einer solchen Diagnose sagen würde. Plötzlich erschien mir die Aufzählung all der Dinge, für die er dankbar war, als banal. Es fehlte mir auch eine gewisse Ehrlichkeit (z. B. die Frage, warum diese Dösel seine Metastasen nach erfolgreicher Behandlung eines Melanoms am Auge vor neun Jahren nicht früher erkannt haben, obwohl diese angeblich nur eine zweiprozentige Wahrscheinlichkeit hatten). Mir war das alles zu einfach. Natürlich habe auch ich geliebt und wurde geliebt. Auch mir wurde viel gegeben und ich habe etwas zurückgegeben. Auch ich habe gelesen, Reisen unternommen, nachgedacht und geschrieben. Allerdings war das auch schon vor 25 Jahren so. Sollte ich mich nun darüber freuen, dass ein finanziell sicher ganz anders als ich aufgestellter Sacks seine ökonomischen Verhältnisse mit keinem Wort als wichtig erwähnte? 
   Dann stolperte ich über den letzten Satz des obigen Zitates. "Intercourse", Verkehr mit der Welt, als Autor (gedanklich) mit Lesern. Warum hatte er hier keine Frau erwähnt, warum keine Familie?
   Die Antwort ist einfach. Sacks, der zeitweilig unter Gesichtsblindheit litt und sich als schüchtern sieht, lebte allein, heiratete nie und bezeichnet sich als zölibatär. Wie man es von zölibatären Mönchen und Nonnen erwarten würde, ersetzte auch er Hinweise auf die Fleischeslust metaphorisch durch nicht-sexuelle Kontakte mit der menschlichen Gemeinschaft.
   Meine Ausführungen hätten hingegen so geendet: "Ich hatte Geschlechtsverkehr mit der Welt, und oft noch lieber Oralverkehr, besonders den speziellen Verkehr zwischen Freier und Freudenmädchen."

Die Pointe hier ist also, dass ich das alles auch schon vor 25 Jahren hätte sagen können. Demzufolge hätten die genannten Charakteristika eines dankbaren Lebens nicht viel mit einer ausgedehnten Lebensdauer zu tun. Sacks sagt aber auch, zwischen den Zeilen, dass er am liebsten so weitermachen würde wie bisher. Solange sich diese Selbst-und-Andere-Befriedigung in Form von Lesen, Schreiben, Lieben und Kommunikation also nicht abnutzt und langweilig wird, kann man eigentlich schlecht einen Punkt bestimmen, an dem es "reicht". Im Grunde wäre eine ebenso angemessene Reaktion die vehemente Beschwerde: "Die Metastasen kommen zu früh!" Ich würde sofort zustimmen, denn Sacks ist einer der wenigen mir bekannten Zölibatären, denen die Enthaltsamkeit nicht zu Kopf gestiegen ist (d. h. die klar dabei blieben - oder wurden).

In einem tieferen Sinn müssen solche Konzepte jedoch, von einer buddhistischen Warte aus, als behelfsmäßig erscheinen. Nimmt man lieben, geben, denken, lesen, reisen und schreiben weg - was ist dann noch? Welche "Wahrheit" hat dann noch Bestand? Die genannten Kriterien von Sacks Glück mögen tröstlich sein, aber sie sind auch relativ. Ein kleiner Exkurs:

Einmal ging ich mit einem verheirateten einheimischen Reisebüroleiter in Thailand zu einem dämmrigen Karaoke-Schuppen. Es entsprach der thailändischen Gepflogenheit, dass die Ehefrau solche Ausflüge dulden darf (in China ist vielerorts noch heute die Konkubine akzeptiert, und viele Thais sind chinesischstämmig und haben mit ihren Nebenfrauen davon abgekupfert). Dennoch musste der Schuppen irgendwie dunkel sein, weil eine Restscham zu schützen war. Ein bisschen Fummeln vorab, und der Mann hatte seine Gespielin gefunden. Er wartete auf meine Wahl, und ich fragte, was er denn zahlen müsse. Es war doppelt so viel wie ich für gewöhnlich in diesem Land für Freischaffende hinblätterte. Ich lehnte ab und überließ ihn seinem Vergnügen. 
   Mit den Jahren habe ich zwei Dinge über diese Begegnungen gelernt: 
   1) Es gibt keinen zwingenden Zusammenhang zwischen den Kosten für Sex und dessen Qualität. Teure Huren waren im Schnitt nicht besser als billige. Als mich kürzlich zwei Leute im Hotel in der gleichen Nacht ansprachen, dass sie sich nebenher was mit der Vermittlung von Edelhuren verdienten, staunte ich nicht schlecht, welche Summen manche Dösbaddel da bereit sind zu zahlen. Anlass war, dass zwei aufgedonnerte Frauen an mir und dem Security-Mann vorbei zu ihrem Auto gingen. Der Mann sagte, die könne ich kommen lassen, und ich sagte ihm, wie viel ich zahlen würde, woraufhin er erschüttert abwinkte. "Aber", sagte ich zu ihm, "die sehen doch überhaupt nicht besser aus als 'meine'." Woraufhin er sich auf den Standard-Irrglauben zurückzog, die billigen hätten Aids. Das aber wäre, wenn es überhaupt stimmte, eh nicht mein Problem, da ich schon immer Kondome verwende. Ich hatte in den knapp vierzig Jahren, seit ich geschlechtsreif bin, nicht eine Geschlechtskrankheit. 
   2) Es gibt keine Gewähr dafür, dass kostenloser Sex besser ist als köstlicher. Der Sex mit Professionellen war für mich, wie man aufgrund von deren Erfahrung erwarten kann, im Schnitt besser als der kostenlose Sex, der mir in einem halben Jahrhundert vergönnt war. In der Regel bekommen gewöhnliche Frauen einen Schrecken, wenn ich ihnen von meinen Erfahrungen berichte, weil sie fürchten, dass sie mich nicht befriedigen können. Sie wissen das also auch. In der Öffentlichkeit äußert sich dieser Frust der gewöhnlichen Frauen dann z. B. in Propaganda für den angeblichen Schutz von Huren, der in aller Regel von diesen selbst heftig abgelehnt wird. Tatsächlich wollen diese Frauenschützer den Huren schaden, weil sie Konkurrenz darstellen.

Etwas anderes ist die "Liebe". Wenn Sachs davon schreibt, geliebt zu haben und geliebt worden zu sein, dann stellt er das nicht in einen notwendigen Zusammenhang mit der (ausgelebten) Sexualität. Etwas von Liebe zu verstehen, ohne damit automatisch Sex zu verbinden, ist tatsächlich eine Freude. Sex unter Umständen zu betreiben, die dem Gegenüber seine Würde lassen, ist sogar eine Kunst. Wenn die Freude in eine Kunst übergehen will, entstehen die besten feuchten Orgasmen. Von Geld sind sie so wenig beeinflusst wie das Glück von Sacks. 

In vielen Gesellschaftssystemen, so auch in Thailand, stellt sich die Frage nach kostenlosem Sex im Grunde gar nicht. Kürzlich ging ich in eine Apotheke und verlangte für die Behandlung eines Bakeriums das vielfach billigere Antibiotikum statt dem Standardmedikament. Der junge studierte Apotheker, der mich bereits kannte, sagte lachend, in Thailand würde man Leute wie mich als "khii niau" (geizig) ansehen. Ich meinte, Sparen sei ein Talent. Woraufhin die PTA, die neben ihm saß, eine schöne Transsexuelle, die mich schon oft angelächelt hatte, das Gesicht verzog und fragte, ob ich denn wohl eine Freundin habe. Der Sinn der Frage war: Wie willst du denn eine Freundin bekommen, wenn du geizig bist - das heißt: nicht großzügig Geld dahingibst? Ich fragte sie ihrerseits, ob sie einen Freund habe, sie bejahte, ich machte das Geldzählzeichen zwischen den Fingern, und sie nickte. Ihr Typ hatte also Geld, und damit war alles für sie geregelt. Wären nicht Kunden in dieser Apotheke nachgerückt, ich hätte mir die Zeit genommen, ihr zu erklären, dass Männer wie ich nicht mit einer Frau zusammenleben, die auf Geld aus ist. Wir ficken mit solchen Frauen, so möglich, aber sie können sich aufgrund ihrer Käuflichkeit oder Geldgeilheit kein Recht erwerben, das Leben mit uns zu verbringen. Eine solche Vorstellung ist in vielen Ländern - und die PTA meinte, das müsse sogar in Deutschland so sein - völlig abwegig. Die Frauen verstehen größtenteils gar nicht, wovon da einer wie ich redet. Sie glauben, der Mann müsse sich das Recht erwerben, mit einer Frau (dauerhaft) zusammen zu sein, indem er (dauerhaft) Geld für sie ausgibt. Dies zieht sich durch die ganze Gesellschaft. In einer solchen Gesellschaft ist der Sprung in die Prostitution dann auch nur ein Hüpfer. Die Ehe und Partnerschaft ist ein Geschäft, und wer rechnen kann und GeschäftsMANN ist, wird sich kaum darauf einlassen. Ob das nun in euren Beziehungen auch so ist, liebe Leser dieses Blogs, möget ihr euch selbst fragen.

Ich lebe zwar nicht zölibatär wie Sacks, aber womöglich haben wir für unsere Entscheidungen ein ähnliches Motiv. Unsere relativ große Freiheit aufzugeben kommt nicht so einfach in Frage. Die Frau, die an unsere Seite passte, ist uns einfach nicht übern Weg gelaufen. Oder wir haben es nicht bemerkt. Für mich ist es ehrlicher, zu zahlen, als Frauen vollzulabern oder mir willige Dharma-Schülerinnen heranzuziehen und sie zu manipulieren, wie es etliche buddhistische Lehrer gezielt tun. Mir missfällt auch die diesbezügliche Auswahl.
   Es ist wirklich eine Frage des Alterns: Wie man sich daran gewöhnen kann und seine Freuden davon unabhängig genießt, das scheint mir "mit der Zeit" immer leichter zu werden. Nicht nur haben wir das Märchen durchschaut, dass da jemand sein müsse; wir haben aus der ernüchternden Erkenntnis des Gegenteils einen Vorteil ausgedehnterer Freiheit gemacht.
   Was nicht leichter wird ist hingegen, gute Freudenmädchen zu finden (nur die schlechten zu meiden wird einfacher). Insofern sollte ich mir womöglich ein Beispiel an Sacks nehmen und öfter mal schwimmen gehen.



[Spaghetti Vabune! - "Favorite Song"]

Mittwoch, 25. Februar 2015

Rinzai Roku (Neuübersetzung)

"Linji döste in der Mönchshalle. Huang-po sah ihn und schlug mit seinem Stock auf die Plattform. Linji hob den Kopf. Als er Huang-po erkannte, döste er weiter."

Eine neue Übersetzung des Linji Yulu (Rinzai Roku) war nötig. Zum wiederholten Mal hatte ich den O. W. Barth Verlag auf einen Titel aufmerksam gemacht, den er vor Jahren mal aufgelegt, dann aber offenbar vergessen hatte und den die Zen-Gemeinde braucht. Ich hätte ihn selbst neu aufgelegt. In der Regel führt ein solches "Aufstöbern" dann aber doch zu den gewünschten Aktivitäten des anderen Verlags und er nimmt die Sache in die Hand. 

Bei genauerer Durchsicht gefielen mir jedoch die redundanten Kommentare von Soko Morinaga in dieser Fassung nicht, und ich beschloss, zeitgleich eine eigene Übersetzung herauszubringen. Linji ist relativ selbsterklärend. 

(Aus der Einleitung) "Linjis Stil ist durch eine gewisse Rohheit in der Sprache und im Handeln gekennzeichnet. Bekannt wurde seine Methode der „Drei Geheimnisvollen Tore“: Das 1. Tor lautet „Geheimnis in Essenz“ und zieht buddhistische Philosophie, etwa Yogacara, zur Erklärung von Phänomenen heran. Das 2. Tor lautet Geheimnis im Wort“ und benutzt das Hua Tou (jap. wato), um konzeptionelles Denken von Schülern zu entwirren. Dabei handelt es sich in der Regel um kurze Sätze, die zum Gegenstand der Meditation werden, wie „Was ist dies?“, „Wer bin ich?“. Diese Methode wurde später von Dahui Zonggao (1089–1163) ausgearbeitet.  Das 3. Tor lautet „Geheimnis im Geheimnis“ und verwendet non-verbale Kommunikation, Hiebe und Schreie zum gleichen Zweck."  

Neu im Buchhandel! (Das Ebook gibt es noch ein paar Wochen zum ermäßigten Preis.)

Freitag, 20. Februar 2015

Kindergarten "Buddhaland"


Gerade wurde mir aus dem Forum Buddhaland aus einem nur für registrierte User sichtbaren Bereich ("Anregungen und Kritik") folgender Beitrag des Moderators "Ji'un Ken" (Alf Bartholdy) zugespielt:

"Guido Keller hat sich meiner Meinung nach nur seinem Hang zur Selbstdarstellung verschrieben. Einen Hang der Selbstdarstellung, bei dem es mir schwerfällt, ihn nicht als krank zu bezeichnen. Obwohl er hier gesperrt ist, setzt er alles daran, hier immer wieder zu schreiben. Er verschleiert seine Identität mit immer neuen Nicks und benutzt Tornetzwerke oder Ähnliches, um seine IP zu verschleiern.
   Ich kann ihn nicht mehr ernst nehmen und ich bedauere das. Ansonsten habe ich nicht vor, mit dir weiter über Guido zu diskutieren."

(Thread "Werbung im Buddhaland", 22.01.2015, 19:07)

Daran ist Etliches falsch. Ich war meines Wissens nie unter meinem bürgerlichen Namen angemeldet und kann darum auch nicht als solcher gesperrt sein - sondern nur mein jeweiliger Username. Von "Verschleierung" kann auch keine Rede sein, weil die Moderatoren schon Beiträge gelöscht haben, in denen User mit bürgerlichem Namen angesprochen wurden - das wird im Buddhaland in der Regel nicht gewünscht und ist keine Voraussetzung für die Anmeldung. Der Regelfall ist also o. g. "Verschleierung", was leider häufig zu dem üblichen anonymen Geschwafel von Feiglingen führt. - Die Nutzung des Tor-Netzwerkes - die ich dem Moderator übrigens selbst mitteilte, sonst  hätte er sie gar nicht bemerkt - ist zeitweilig  nötig, wenn ich in einem Land mit Internet-Zensur schreibe. 

Zu diesem Moderator ist Folgendes zu sagen. Er hat meine Usernamen oder "Avatare" - m. E. sobald er merkte, dass ich dahinter steckte bzw. es selbst offenbarte - mehrfach unter Verletzung der dortigen Forumsregeln gesperrt. Nach diesen Regeln ist zuvor eine Verwarnung nötig, dann könne eine zeitweilige Sperre von - nach seinen Angaben - sieben Tagen erfolgen, dann eine Sperre von - nach seinen Angaben - einem Jahr (eine Regel, an die er sich schon bei anderen Usern nicht hält, wie deren vorzeitige "Wiederkehr" zeigt). In keinem der genannten Fälle hat sich der Moderator an diese Regel gehalten, entweder folgte die Sperre ohne Ankündigung oder Begründung, oder sie erfolgte für einen anderen Zeitraum (wahrscheinlich gleich unbefristet). Ji'un Ken ist offenbar kommunikationsgestört, da er die Diskussion zu seinen Regelverstößen verweigert.

Die Regeln in einem Forum gelten für beide Seiten, User wie Betreiber oder Moderatoren. Werden regelwidrige Entscheidungen getroffen, sind diese als nichtig zu betrachten.

In einem Fall hat Ji'un Ken allerdings mit meinem "Avatar" (Aliasnamen) über das Forum Kontakt aufgenommen und sehr bald von seiner Vergangenheit erzählt. Bereits nach einigem Austausch hat sich darin für mich ein eklatanter Widerspruch in seiner Darstellung dieser Vergangenheit gezeigt. Er schien das Ganze - meiner Ansicht nach - vor sich her zu tragen, um damit möglicherweise etwas zu entschuldigen. 

Auffällig ist, wie empfindlich er auf das Thema "Sexualität" im Forum reagiert. Zuweilen hat er seine Moderatorenfunktion offenbar nicht mehr im Griff. Ich schrieb an anderer Stelle, dass er darum und aus oben genannten Gründen sich nicht als Moderator eignen würde. Sein Gehabe wurde noch verschärft, nachdem ich die Linie, in der er praktiziert (Oi Saidan), hier und im Forum kritisiert hatte. 

In dem jedem der angeblich fast 3.000 Registrierten zugänglichen Forum hat er nun kürzlich die Userin "stiller_raum", wegen der ich das Forum erst vor ein paar Monaten abmahnte (was zur Löschung von zwei Beiträgen dieser Userin führte) regelrecht ermuntert, ihre Verleumdungen und Hasstiraden fortzuführen: "Ich lese mit und trage den Kinderkram mit Fassung. Aber schreibt ruhig weiter, wenn es euch beruhigt und evtl. dem Aggressionsabbau dient. Mir soll es recht sein." (21.01.2015, 12:01) Im Grunde hätte hier zumindest die Forumsregel der rechten Rede zu seinem Einschreiten führen müssen. Die genannte Userin hat auch hier im Blog u. a. zum Thema "Jack Kornfield" anonyme Beiträge hinterlassen und sich, wie vorhergesagt, als Stalkerin erwiesen, die immer wieder irgendwo leicht durchschaubare Lügen über mich, diesen Blog oder den Verlag verbreitet. [Freilich hat sie auch die Zugriffszahlen hier erhöht und mich auf die Idee gebracht, an dieser Stelle mehr für die von mir publizierten Bücher zu werben ;-)]

Wie Ihr wisst, halte ich mich in meinem Blog an meine eigenen Regeln. Darum nun hier meine Antwort auf Ji'un Kens obige, im Buddhaland-Forum geäußerten Sätze:

Alf Bartholdy hat sich meiner Meinung nach im Buddhaland einem Hang zur Zensur verschrieben. Einem Hang zur Unterdrückung der Meinungsfreiheit, bei dem es mir schwer fällt, ihn nicht als krank zu bezeichnen. Eine "biographische Belastung" (meine Worte) benutzte er mir gegenüber wie einen Hang zur Selbstdarstellung. Obwohl er meines Erachtens als Moderator unfähig ist, setzt er einiges daran, es zu bleiben. Diskussionen, die den Bereich der Sexualität streifen, unterdrückt er gerne (wenn ihm die die darin geäußerten Ansichten nicht passen). Er verschleiert seine Identität mit einem Namen, der wohl der Ordination einer fragwürdigen Sippschaft entstammt, und benutzt Ausreden, um seine mangelnde Forenkompetenz in Hinsicht auf Regeleinhaltung zu verdecken.

Ich kann ihn nicht mehr ernst nehmen und ich bedauere das.

Trotz Ji'un Kens m. E. unreifer Einstellung zu sexuellen Themen im Buddhaland hatte er mir einmal einen Text aus dem tantrischen Buddhismus zugestellt, der u. a. beinhaltete, sich den Samen des Lehrers in den Mund tröpfeln zu lassen! Als ich mich darüber amüsierte, schien ihn meine Haltung zu dem Text nervös zu machen und zu verärgern. Diese Anekdote mag wichtig sein, falls man meint, Ji'un Ken käme vor allem vom Zen. Dann bedenke man folgende Auffälligkeit:


Bestimmte User (z. B. "Losang Lamo", "Tashili", "Tara4U", "keks"**, "stiller_raum")** gehören offensichtlich zu der Anhängerschaft des tantrischen Buddhismus eines Lama Ole Nydahl ("Diamantweg"), die - wie ein ehemaliger Moderator namens "malsehn" im Buddhaland einst schrieb - sofort sich auf jeden einschießt, der Oles Unsinn bloßstellt, und entsprechende Threads zum Erliegen zu bringen trachtet. Da vergleiche man mal die Gelassenheit von Anhängern anderer Lehrer. Über meine Lieblinge könnt ihr lästern, so viel ihr wollt, ich würde mir trotzdem nicht die Mühe einer Intrige und Meinungsunterdrückung in einem Forum machen. Das zeigt nur, wes Geistes Kind diese Anonymen sind, und bestärkt mich in meiner Kritik. 

Es sieht auch nicht so aus, als würde der Administrator des Forums, Axel Jung, eine bedeutend andere Linie als sein Moderator vertreten, obwohl  Jung in seinem Blog u. a. der Aktfotografie frönt. Denn er steht in Verbindung mit "Zensho Kopp", den ich nicht nur hier in meinem Blog entlarvt habe, sondern einst auch im "Buddhaland" - noch vor Ji'un Kens Zeit als Moderator. Das hatte damals zu meiner allerersten regelwidrigen Sperre geführt.

Nachtrag: Mehr über Ole Nydahl und sein "Doppelleben" findet sich hier. Und weitere Erfahrungsberichte hier ("das scheint eine total verdrehte und sich geschlossene welt zu sein.").


   
[ Tempura Kidz -  ベジタリズム]


[Update 24.2.]

* Einige der Genannten (darunter auch solche, die meinen, sie würden keine Blogs lesen) haben in besagtem Forum auf diesen Beitrag mehr oder weniger angepisst reagiert, eine redet sogar immer noch von "Schläferprofilen" und glaubt, man könne solche schon früh erkennen. Was sie mit "Schläfer" meint, bleibt unklar. User mit mehreren hundert Beiträgen? Schlafwandler? Dann spricht sie wohl auch von sich selbst. Die Wortwahl verrät den Geist des Denunzianten. Den Traum der Machtlosen. Und wie ist es tatsächlich?

Nur wenn ich das so will. Und ich will das fast immer. Aber das kapieren bis jetzt weder die verdrehten Nydahl-Tussen noch ein wirrer Bilsing, Verzeihung, Bilsig.  

       
Wieso sollte auch jemand, der Schwachsinn in Foren verzapft, je persönlich dafür einstehen? Am Ende liest es noch der Arbeitgeber oder der buddhistische Lehrer. Dafür hat man ja seinen Avatar. Aber wie lustig, die Leute identifizieren sich dann doch damit und fühlen sich angesprochen. Selbst Zen-Übende klammern sich da plötzlich krampfhaft an eine künstliche Identität. Bloß nicht zu weit gehen und aus einem Forum fliegen. Absurd.

Was aber, wenn ich es nicht will?  
Tausend Teuro für jeden, der mir meine "Schläferprofile" nennt. 
Dämliches Geschwätz!   


** Beitrag von "keks" vom 16.2., 20:26, zu den jhana im Forum "Buddhistische Praxis" (Konzentrationsmeditation): "8. ist vergleichbar mit Nahtoderfahrung was dann wiederrum auch vertieft werden kann. Bei Nahtoderfahrung gibt es wiederrum 8 ? oder 9 ? Punkte - Tunnel, verstorbene Bekannte, Lebensrückschau, alles zu wissen noch bevor man fragte etc. Interessanterweise deckungsgleich mit Buddhas Erfahrungen. Bei geübten Praktizierenden rechnet man im Schnitt 20 Minuten pro Stufe." (Vgl. das Geschwurbel von Nydahl.)

[Update 25.2.]

Leider kann ich nicht direkt auf diesen Teil des Forums verlinken.
Sie versuchen das Rätsel zu knacken, sind aber irgendwie drollig hilflos.

Jiun Ken: "Macht euch keine Sorgen um ihn. Er ist hier schon wieder unterwegs und versucht seine Diskussionsthemen an den Mann oder die Frau zu bringen."

Ich war nie weg. Das ist der Vorteil von Vierfach-Accounts, und das kommt davon, wenn man unter den registrierten Benutzern Hunderte von Fake-Anmeldungen zulässt, um seine Mitgliederzahl aufzuhübschen. Es sind ja auch nur "Doppelaccounts" verboten.
 
Um Rechtsbrüche, wie dort bereits geschehen (siehe Abmahnung) und von Jiun Ken ggf. befördert, weiter im Auge zu behalten, ist zumindest ein vollwertiger Account mit Leseberechtigung der zugangsbeschränkten Foren leider vonnöten. Ansonsten sollte man meinen, dass in einem Diskussionsforum jeder seine Themen anbringt und es dafür da ist. Das sieht Jiun Ken aber bekanntlich anders.

"Tara4U" meint, dass alle Beiträge, die ihr gegen den Strich gehen, von einem "Troll" stammen müssten, und merkt gar nicht, dass sie damit selbst einer wird. Offenbar hält sie das Buddhaland, in dem sie gern im Chat sinnlose Smilies postet (deshalb hier die Anspielungen), und ihre unreflektierte Abwehrhaltung für "bedeutender" als diesen Blog und meint auch ein Rezept zu kennen, wie man stille User aus der Reserve locken kann. Wie gesagt, die obige Wette gilt. Sie darf sich damit trösten, dass ihre Beiträge hier öfter gelesen werden als im Buddhaland.

"wir wissen alle, wes Geistes Kind er ist"
Zu mehr als nebulösen Andeutungen reicht es nicht. Mal unter diesem, mal unter anderem Namen.
Ich weiß, wes Geistes Kind eine Tara ist: des Faschismus.

"Wichtig ist, nicht meinen sich in irgend einer Weise rechtfertigen zu muessen" (siehe Ole)
"Ich füttere dich nicht mehr"

Rülps!