Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Moral" werden angezeigt.

SARS-COV2: Warum eine (allgemeine) Impfpflicht undemokratisch und unmoralisch ist

[Die Beiträge zur Wiederbelebung in Kampfkünsten erscheinen am 17.12.21, 01.01.22 und 01.02.22]       1) Es wird behauptet, Ungeimpfte würden andere gefährden. Es wird zugleich behauptet, wer sich impft, sei fast vollständig vor schweren Krankheitsverläufen und Tod geschützt. Demnach gefährden die Ungeimpften vor allem sich selbst, also die Gruppe der relativ Gleichgesinnten, deren überwiegendes Motiv eine Skepsis zumindest gegenüber den momentan angebotenen Impfstoffen ist (inbesondere den auf mRNA- und Vektoren basierten). Der sehr kleine Teil von Menschen, der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen kann, ist keine Bedrohung für unser Gesundheitssystem und bliebe auch bei der vollständigen Impfung aller anderen gefährdet. 2) Die Ansteckungsgefahr durch die Geimpften selbst ist signifikant hoch, wie man etwa am Beispiel Gibraltar sieht, wo fast die gesamte Bevölkerung geimpft ist, aber die höchsten Inzidenzen verzeichnet werden ( https://www.welt...

Das Verwechseln von Erwachen und moralischer Reinheit

"Es geht im Leben nicht um den Tod oder das Leiden. Sondern alleine um die Moral. Nur um die eigene natürlich! Am Ende geht es nicht um Trauer oder Glück. Sondern um richtig oder falsch. Am Ende stehen wir alleine da vor unserem Gewissen. Auf der Leiter, die Jakob in der Bibel im Traum sieht, bin ich deshalb immer nur nach oben gegangen: Es gab Niederlagen, einige sogar. Aber ich habe - in guten wie in schlechten Zeiten - immer meiner eigenen Moral standgehalten. Das Leid vergeht. Das Gewissen? Bleibt."   ( Die kürzlich verstorbene Jeanne Moreau laut SZ.de) Im Forum "Buddhaland" wird gerade die Fundamentalkritik des Unbuddhisten diskutiert. Seit Jahren versucht er ja seinen Standpunkt in immer neuen Formulierungen verständlich zu machen (ein Schicksal, das ich gewissermaßen mit ihm teile), und diesmal hat er ihn auf folgende Thesen kondensiert: Der Dharma sei nicht rein, es gebe im Laufe der Übertragung über die Jahrtausende einen Übersetzungsprozess...

Der Mord am Gorilla Harambe

"Wo Tiger und Mensch zwei sind, kann er sterben.  Doch w o Tiger und Mensch eins sind, gibt es keine Furcht , keine Gefahr.  Welche s Geschöpf, das eins mit sich ist, würde sich schon selbst angreifen?" (Meister Po in der TV-Serie "Ku ng Fu")   Kein Ereignis hat mich in den letzten Wochen so bewegt wie der Mord am Silberrücken Harambe , einem Gorilla, der im Zoo von Connecticut gefangen war. Das Filmmaterial dürfte hinlänglich bekannt sein. Auf dieser Seite des US-TV-Senders ABC  (auf dem kleinen Bildschirm im rechten Frame) macht ein Moderator am Ende die treffende Bemerkung: "Der Gorilla hat nichts falsch gemacht." Getötet wurde er trotzdem, um, so hieß es, das Leben eines kleinen Jungen zu retten, der zu ihm mehr oder weniger auf eigenen Wunsch (und durch Nachlässigkeit der Mutter) ins Gehege gefallen war.    Die Argumente, die für die Tötung von Harambe angeführt wurden, können mich nicht überzeugen, selbst wenn sie von angeblichen E...

Brad Warner-Bullshit: Erleuchtung und Regeln

Wie letzte Woche (auch im Kommentar) angekündigt, möchte ich den Unterschied zwischen einer beschränkten buddhistischen Ethik - und dem Gefangensein mancher Buddhisten darin - zu einer tieferen moralischen Grundhaltung, wie sie meines Erachtens aus tatsächlicher Erkenntnis ("Erwachen") entspringt, weiter verdeutlichen. Letzte Woche wies ich schon darauf hin, dass man sogar hermeneutisch, also durch Interpretation von Texten und Tradition, in der Lage ist, fundamentalistische Deuter zu wiederlegen, die aus dem Dharma ableiten, weder der Organspende noch der Sterbehilfe oder dem selbstbestimmten Suizid zustimmen zu können. Ich denke, dass damit schon angedeutet wurde, wie eine weiter gefasstere, empatherische buddhistische Ethik aussehen könnte, als sie viele Dogmatiker, die auch im Internet die Mehrheit zu stellen scheinen, vertreten.      Heute dient mir ein Beitrag Brad Warners über "Erleuchtung und Jungfräulichkeit" als Ausgangspunkt. Vorausgeschickt werden mu...

Ein Zen-Mönch hat kein Geld

"Je höher der Gipfel der Erleuchtung erklommen wurde, desto weiter wird die Aussicht auf die Möglichkeiten moralischen Handelns." Kaiten Nukariya, einst Professor der Sotoshu-Universität in Tokio, versucht in "The Religion of the Samurai: A Study of Zen Philosophy and Discipline in China and Japan" (1913) die Sonderstellung des Zen herauszuarbeiten. Dabei gelingen ihm neben etwas seltsamen Passagen auch ein paar interessante Abschnitte. So erzählt er von der aufrichtigen Armut des Zen-Lehrers Fu-gai. Der hatte einen für die Essenszuteilung verantwortlichen Schüler. Eines Tages bat dieser den Meister, keine weiteren Schüler mehr aufzunehmen, weil er sonst nur noch minderwertige Nahrung an die immer zahlreicher werdende Anhängerschaft verteilen könnte. Fu-gai streckte ihm die Zunge heraus und fragte: "Schau nun mal in meinen Mund und sag mir, ob da noch immer eine Zunge drin ist." Das bestätigte der Schüler, woraufhin Fu-gai meinte: "Dann mach d...

Eido Shimano lebt (III): Gebote, Macht und Ideologien

Dieser Beitrag besteht aus drei Teilen. Zunächst werden Vorstellungen der Y-Buddhisten bzw. des Unbuddhisten kritisiert, dann wird auf die Bedeutung der Gebote im Zen und schließlich noch einmal auf das Shimano-Archiv  eingegangen. Teil I: Rhetorische Fehldeutungen des Y-Buddhismus Im Blog Der Unbuddhist  wird deutlich, was diesen Y-Buddhisten von X-Buddhisten unterscheidet: Er meditiert wie diese, ersetzt den buddhistischen Überbau (Rituale, Authorisierung usf.) aber durch einen eigenen, hier wohl eine marxistisch-feministisch inspirierte Ideologie. Das originäre Problem des X-Buddhismus sei ein „fehlendes ethisches Bewusstsein im Umgang mit Macht“ (wobei sich die Frage stellt, ob hier nur das Verhalten der „Mächtigen“ angesprochen ist oder auch das der „Untertanen“), er stelle ein „in sich geschlossenes System“ dar, das „nicht der Hilfe von außen“ bedürfe. Es wird behauptet, die Verteidigung Shimanos beruhe auf dem Hinweis auf dessen „Erleuchtung“, die seine Kritike...

Angeborene Moral und das, was uns glücklich macht

Vor sechs Jahren verfasste Peter Singer einen Artikel mit der Frage, ob wir unseren moralischen Ahnungen (moral intuitions) trauen sollten* und zitierte dabei die Versuche von Joshua Greene. Wenn auf einem Gleis ein Waggon heranrollt und man die Chance hat, durch Umstellen einer Weiche den Tod von f ü nf Menschen zu verhindern, die sonst vom Waggon getroffen w ü rden, jedoch auf dem anderen Gleis ein Mensch zu Tode k ä me, entscheiden sich die meisten Probanden daf ü r, den einen zu opfern und die f ü nf anderen zu "retten". Anders, wenn es darum geht, einen Menschen, der neben einem sitzt, von der Br ü cke zu sto ß en, um das Leben von f ü nf anderen auf dem Gleis zu retten, indem man so den Waggon blockiert - hier spielen die meisten Probanden nicht mehr mit. Bei der zweiten Entscheidung zeigte sich mehr Hirnaktivit ä t in den Arealen, die f ü r Emotionen zust ä ndig sind. Singer zieht daraus den Schluss, dass wir unseren Intuitionen gegen ü ber skeptisch sein sollten, de...