Die Terasse des Leprakönigs ist ein Bühnenstück von Yukio Mishima (1925-1970), benannt nach dem gleichnamigen Tempelkomplex in Angkor. Am Ende gibt es einen Dialog zwischen der Seele, die stirbt, und dem Körper. Mishima interpretiert den Bayontempel mit seinen Gesichtern des Buddha Avalokiteshvara als quasi ewige, spiegelbildliche Verkörperlichung des Khmer-Königs Jayavarman VII., der den Bau in Auftrag gab. Die Idee, dass nicht die Seele, sondern der Körper unsterblich sei, findet hier ihren in Stein gemeißelten Ausdruck. Der Körper spricht zur Seele in einem zennahen Duktus: "Stirb nun also, verlösche. Der frische Morgenatem, der Morgenwind, in die weiten Lungen inhaliert - auf diese Weise beginnt der Tag für den Körper. Dann badet der Körper, kämpft, rennt, liebt, betrinkt sich mit den besten Weinen der Welt, wetteifert, um zu sehen, welche Form die schönere ist, macht Komplimente usf. - bis er sich am Ende des Tages mit einem anderen Körper zur Ruhe bettet. Der Körper ei...
Kommentare eines Zen-Rüpels