Samstag, 3. Juli 2010

Warum trotz Buddha nicht alles Leiden überwindbar ist

 (recycelt von einer Mailingliste)

I. Liebeskummer/von Geliebten getrennt zu sein: Vom Buddha als Leiden bezeichnet.

II. Krankheit: Vom Buddha als Leiden bezeichnet.

Diese beiden Dinge greife ich exemplarisch heraus. Allgemeine Ansicht: Wir können nicht das Leiden, sondern die Einstellung dazu, das "Leiden an dem Leiden" ändern.

Was heißt das für I? Wir können also das Leiden am Liebeskummer ändern. Richtig? Ja. ABER:
Wir können auch den Liebeskummer selbst meditativ eliminieren. Darum geht es, auch im Theravada. Nicht nur, nicht am Leiden des Kummers zu leiden, sondern den Kummer nicht aufkommen zu lassen.

Was heißt das für II? Wir können das Lamentieren über Schmerzen ändern. Richtig? Ja. ABER:
Wir können den Schmerz ab einer gewissen Stärke NICHT meditativ eliminieren. Wir können es NICHT verhindern, dass er aufkommt.

Wir reden nicht von den gleichen Dingen. Der Schmerz existiert auch ohne das Leiden daran. Der Liebeskummer nicht. Genau genommen ist von den Geliebten getrennt zu sein nur ein Problem, wenn wir es dazu machen. Der Schmerz aber ist es auch dann, wenn wir ihn nicht dazu machen. Darum muss man erkennen, dass die Lehre Buddhas im Hinblick auf körperliche Leiden nicht viel nutzt. Ein Nebensatz "Krankheit ist Leiden" oder auch die Umdeutung "an Krankheiten leiden wir" in Bezug zu "ich kenne den Weg zur Überwindung des Leidens" muss darum in die Irre führen. Nein, für die Überwindung dieses Leidens kennt Buddha keinen Weg. Vielleicht der Schmerzmittelfachmann. Gegenprobe: Man schalte Gier, Hass, Verblendung aus (nach der 2. Edlen Wahrheit) Und? Schmerzen sind immer noch da. Liebeskummer nicht. Auch wenn's ein langer Weg sein mag.

Begründung, warum dies falsch gelehrt wurde: Unterschiedliche Schreiber des Pali-Kanon mit unterschiedlichen geistigen Kapazitäten. Begründung, warum es noch immer falsch verstanden wird: Schriftglaube statt Nachdenken und Nachprüfen (experimenteller Beweis).

Kommentare:

  1. Auch eine Möglichkeit: Buddha hatte in diesem Punkt Unrecht.

    AntwortenLöschen
  2. Das Pseudoproblem des Leidens

    Wer ist es, der da, leidet? Nur ein Objekt könnte leiden.

    Ich bin kein Objekt (kein Objekt könnte Ich sein), und es gibt weder ein Ich-Objekt noch ein Ich-Subjekt, die ja dann beide Objekte sein würden. Deshalb kann ich nicht leiden.
    Aber es scheint Leiden und sein Gegenteil zu geben, Freude wie auch Schmerz. Sie sind nur Erscheinungen, aber sie werden erfahren. Von wem, durch was werden sie erfahren?
    Sie werden nur scheinbar erfahren. Und zwar geschieht das durch eine Identifizierung dessen, was ich bin, mit dem, was ich nicht bin, oder - anders gesagt - durch eine illusorische Identifizierung dessen, was wir nicht sind, mit dem, was wir sind.
    Das, was wir sind, kennt weder Schmerz noch Freude; das, was wir lind, kennt als solches überhaupt nichts, denn weder in Freud noch in Leid gibt es ein objektives Wesen, das Leiden erfahren könnte.
    Wie intensiv unsere Empfindungen auch zu sein scheinen, im Traum der Manifestation sind sie Wirkungen von Ursachen in einer zeitlichen Abfolge, und getrennt von dieser Zeitfolge, in der sie entstehen, existieren sie weder als Ursachen noch als Wirkung.
    Es gibt keinen, der leidet. Wir leiden nur scheinbar - als Resultat unserer illusorischen Identifizierung mit einem phänomenalen Objekt. Laßt uns das endlich begreifen!
    Was wir sind, ist unverletzlich und kann nicht gefangen werden.



    Wei Wu Wei

    ;-)
    Icchantika Giri

    AntwortenLöschen

Das Sichten und Freischalten der Kommentare kann dauern.