Direkt zum Hauptbereich

Posts

Posts mit dem Label "Shunryu Suzuki" werden angezeigt.

Shunryu Suzuki: Teisho [Hekiganroku 20, 25] (01.04.63)

Hekiganroku #20 Montag, 01. April 1963 Man kann sagen, dass Zen die Praxis ist, unseren Geist zu kultivieren, ihn tief und offen genug zu machen, um die verschiedenen Samen von Ideen und Gedanken so zu akzeptieren, wie sie sind. Wenn diese Art von vollkommener Akzeptanz stattfindet, wird sich alles entsprechend seiner eigenen Natur und den Umständen ausrichten. Wir nennen diese Aktivität die Große Aktivität. Die Wirklichkeit kann als das Bett bezeichnet werden, das tief und weich genug ist, um alles so anzunehmen, wie es ist. Wenn du alles akzeptierst, ist alles jenseits aller Dimensionen. Die Erde ist nicht groß und ein Sandkorn nicht klein. Im Bereich der Großen Aktivität ist das Aufnehmen eines Sandkorns dasselbe wie das Aufnehmen des gesamten Universums. Ein einziges fühlendes Wesen zu retten bedeutet, alle fühlenden Wesen zu retten. Deine Bemühungen in diesem Moment, eine Person zu retten, sind dasselbe wie das ewige Verdienst des Buddha. Einem Menschen, der den Buddhismus logisch...

Shunryu Suzuki: Teisho [Hekiganroku 19] (01.03.63)

Hekiganroku #19 Freitag, 01. März 1963 Guteis Heben des Fingers Gutei lebte in einer kleinen Einsiedelei, um den heftigen Verfolgungen in der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts n. Chr. in China zu entgehen. Eines Tages besuchte ihn eine Nonne namens Jissai, die mit ihrem Hut auf dem Kopf und ihrem Pilgerstab in der Hand eintrat. Sie sah sich auf dem Platz um, auf dem Gutei saß, und sagte: "Ich werde meinen Pilgerhut abnehmen, wenn du mir eine zufriedenstellende Erklärung gibst." Als er nichts sagen konnte, begann sie zu gehen. Er versuchte, sie aufzuhalten, denn es war schon spät und dunkel draußen. Da sagte sie: "Wenn du mir ein einziges gutes Wort sagen kannst, um mich aufzuhalten, werde ich gerne bleiben." Als er das nicht konnte, schämte er sich sehr und beschloss, seine Einsiedelei zu verlassen und auf eine Pilgerreise zu gehen, um den Buddhismus weiter zu studieren. In dieser Nacht träumte er, dass ein Bodhisattva ihn besuchte und sagte, dass ein inkarnier...

Shunryu Suzuki: Teisho [Hekiganroku 14, 15] (01.12.62)

Religiöse Tätigkeit Samstag, 01. Dezember 1962 Veröffentlicht im Dezember 1962, Wind Bell #12 Je mehr wir versuchen, religiöse Aktivitäten zu verwalten, desto mehr verlieren wir unseren grundlegenden Weg. Je mehr wir die Lehre des Buddhismus studieren, als wäre sie eine Philosophie, desto mehr verlieren wir die ursprüngliche Lehre.    Der Gründer des Klosters Eihei-ji, Dogen-zenji, respektierte Schüler, die aufrichtig Zazen (Meditation im Lotussitz) praktizierten, mehr als intelligente oder gelehrte Schüler. Dogen betonte die Organisation des täglichen Lebens als Praxis des Zen. Er war der Meinung, dass dies die richtige Tätigkeit für einen Buddhisten sei. Wenn er von der grundlegenden Lehre des Buddhismus, der Vergänglichkeit des Lebens, sprach, betonte er dies als eine tatsächliche Tatsache und nicht als eine Lehre der Sutren.    Dogen Zenji verlor seinen Vater, als er drei Jahre alt war, und seine Mutter, als er acht Jahre alt war. Seine Mutter war eine Fujiwara, ...

Buddhaland-Schwachsinn: Deshimarus Dharma-Nachfolge(r) und was shihô tatsächlich bedeutet

In einer aktuellen Diskussion im Forum "Buddhaland"  haben die üblichen Verdächtigen "Sudhana" (Sogen Ralf Boeck) und "Moosgarten" (alias "bel", Rainer Bilsing etc.) wieder unbeirrbar den üblichen Vereinsmeierkrempel der Sotoshu bemüht, um zu erläutern, dass es keine Linie Taisen Deshimarus gäbe. Dies ist Unsinn. Zum einen ist es falsch, dass Deshimaru kein "shihô", keine Dharma-Übertragung gegeben hätte. Sein Nachfolger heißt Horyu Tamaki . Auch wenn Deshimaru ihm dieses shihô  wegen dessen "schlechtem Benehmen" angeblich entziehen wollte, ist fraglich, ob dies tatsächlich möglich war oder geschah, da die entsprechenden shihô -Dokumente offenbar nach wie vor bei der AZI lagern . Vor einigen Jahren sprach ich einmal mit zwei Personen über Tamaki, die meinten, er sei nicht mehr im Zen aktiv und würde auch von der Sotoshu nicht mehr geführt, weil dazu offenbar mehrere formale Kriterien nicht erfüllt wurden (Rückmeldung, Beitrag...

Weisheiten Suzuki Roshis (III)

Ein völlig aufgelöster, weinender Schüler fragte: "Warum gibt es so viel Leid?" Shunryu Suzuki erwiderte: "Kein Grund." *** Als sich ein Schüler in der Tempelhalle des Sokoji aufhielt, näherte sich Suzuki Roshi und sagte: "Nur am Leben zu sein ist genug." Dann drehte er sich um und ging weg. *** Ein Schüler fragte: "Ist die Erleuchtung ein umfassendes Heilmittel?" Suzuki Roshi sagte: "Nein." *** Ein Schüler gestand Suzuki Roshi, er würde während des Zazen ständig denken. Der Roshi fragte: "Ist Denken denn ein Problem?" *** "Die Hölle ist keine Strafe. Sie ist ein Übungsort." *** "Wenn es nicht paradox ist, ist es nicht wahr." *** Die Rechtmäßigung eines Mönches wurde angezweifelt, weil er nicht die üblichen Zeremonien und Bettelgänge mitgemacht und nicht sein Haar geschoren hatte noch Roben trug. "Bin ich nun ein Mönch oder nicht?", fragte er Suzu...

Best of Shunryu Suzuki (II):
"Praxis"

Praxis bedeutet, sich vollständig dem zu widmen, was man tut. Unsere Praxis besteht darin, das Reich von Gut und Böse zu überschreiten und in die eine absolute Welt einzutreten.  Wer praktiziert, ist ein Mensch in der Wirklichkeit.  Dôgen Zenji sagte: 'Wenn unsere Praxis nicht alles einschließt, ist sie nicht unsere Praxis.' Reden vom 25.8. und 1.9.1969

Best of Shunryu Suzuki (I):
Die Kausalkette

[In dieser Reihe werde ich vor allem interessante Passagen aus den fortlaufenden Veröffentlichungen des San Francisco Zen Centres übersetzen, das auch Originaltonaufnahmen Suzuki Roshis bereithält. Ich tue dies gerafft und ohne besondere Rücksicht auf Suzukis Akzent bzw. falsches Englisch. Es sollen hier keine vollständigen Lehren, sondern Anregungen vermittel werden.] Es gibt zwei Arten des Verständnisses der zwölfgliedrigen Kausalkette. Die eine bezieht sich auf die Ursache des Lebens. Die andere jedoch, die auf den älteren Schriften (âgama) beruht, bezieht sich auf die Ursachen des Leidens. Dort gibt es keine drei Zeiten und im Grunde auch keine zusammenhängenden zwölf Glieder. [Die Geburt als 11. Glied ist die Geburt des Leidens, dass durch die vorhergehenden Glieder erklärt wird; das 12. Glied (Alter und Tod) interpretiert Suzuki so, dass Unwissenheit und falsches Handeln zu Leiden führen, dass wie Alter und Tod sei.] Rede vom 23. August 1969

Weisheiten Suzuki Roshis (II)

Eine Schülerin vertraute Suzuki Roshi ihre große Liebe zu ihm an, und dass diese sie verwirre.    "Mach dir keine Sorgen", meinte der Roshi, "du darfst dir alle Gefühle für deinen Lehrer erlauben, die du willst. Das ist in Ordnung. Ich habe genug Disziplin für uns beide." *** Bei einem Vortrag über das Verbot berauschender Substanzen überraschte Suzuki Roshi mit dieser Deutung: "Dies bedeutet, den Buddhismus nicht zu verkaufen. Nicht nur Alkohol, auch eine spirituelle Lehre kann berauschen." *** Ein junger Mann fragte Suzuki Roshi, was er von LSD hielte.    Dieser antwortete: "Erleuchtung ist kein Bewusstseinszustand." ("Enlightenment is not a state of mind.") (nach: David Chadwick: Zen is Right Here. Boston 2001)

Weisheiten Suzuki Roshis (I)

Einmal sagte Suzuki Roshi: "Wir sollten Zazen wie jemand praktizieren, der stirbt. Für so einen gibt es nichts mehr, worauf er sich verlassen könnte. Wenn ihr diese Art von Verständnis erlangt, wird euch nichts mehr an der Nase herumführen." *** Einmal fragte ein junger Mann den Suzuki Roshi: "Was sollte ein Zen-Übender eigentlich in seiner Freizeit machen?"    Verblüfft schaute ihn Suzuki Roshi an und wiederholte die Frage. "Freizeit?" Er wiederholte es noch einmal und fing dann laut zu lachen an. *** Ein Schüler Suzuki Roshis bekam nach eineinhalb Jahren Übung ein Privatgespräch. Er sagte: "Ich halte es nicht mehr aus, ich werde hier weggehen."    Suzuki Roshi meinte: "Du versuchst es und versuchst es und du scheiterst, und dann - gehst du noch tiefer."