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Posts mit dem Label "Wiedergeburt" werden angezeigt.

Kyong Ho (1849-1912): Die große Angelegenheit von Leben und Tod (Auszüge)

Kyong Ho (Gyeogheo) gilt als ein Begründer des modernen koreanischen Seon (Zen) und dessen 75. Patriarch. Nach einem Leben im Kloster, als Eremit und unter Laien zog er sich angeblich 1903 in ein Fischerdorf zurück, wo er arbeitete und Kinder unterrichtete. Ich übersetze hier einen gerafften Ausschnitt eines Textes, der mich amüsierte, weil er andeutet, wie man als Vogel oder Schmetterling wiedergeboren werden könnte (wäre das nicht schön?). Offenbar entgeht dem Meister hier der Dualismus, der einer Abwertung solcher Existenzformen zugrunde liegt (man beachte hierzu auch den letzten Absatz). Neben seinen offensichtlich brauchbaren Hinweisen zur Konzentration auf "Schlüsselfragen" ist er noch in der buddhistischen Kosmologie befangen - ein Phänomen, das man bis in unsere Zeit antrifft. Kyong Hos Sterbegedicht ist so überliefert:  "Das Mondlicht des klaren Geistes  verschluckt die ganze Welt. Wenn Geist und Licht verlöschen:  Was ist dies?"   ***   "Um Buddhascha...

Brad Warner-Bullshit: Wiedergeburt

果報を求めたり間違うた理屈を言うている者は皆外道である。ヤレ死んでも 未来   は ないとか 、ヤレ あるとか 、卑しくも独断の混じった学理を唱える者はみな外道である "Wer nach Belohnung sucht oder von irregeleiteten Theorien spricht, ist ein gedo (Nicht-Buddhist). Besteht er darauf, auch nur auf geringste Weise theoretische Lehren mit persönlichem Dogmatismus zu vermischen, zum Beispiel mit der Behauptung, dass es nach dem Tod zukünftiges Leben gäbe oder nicht gäbe (!), ist er ein Nicht-Buddhist."  Das ist von Kôdô Sawaki und stammt aus seinen Kommentaren zum Shôdôka . Ich habe die Stelle im Buch anders übersetzt, hier ist sie etwas wörtlicher, wie sie mir Okumura Shohaku freundlicherweise vorlegte. In meiner englischen Vorlage war die Stelle "oder nicht" in Klammern, und ich wollte sicher gehen, dass sie von Sawaki stammt. Interessanterweise hat Okumura nämlich diese Ansicht übernommen, es gäbe hinsichtlich eines Lebens nach dem Tode weder eine bejahende noch verneinende Antwort. Und nun fand ich diese Ansicht auch bei Brad Warner ....

Ole macht den Hampelmann

Wie ich kürzlich schon schrieb, haben sich in den letzten Monaten die Zugriffe auf Beiträge über "Lama" Ole Nydahl auf diesem Blog gehäuft. Und die dämlichen Kommentare dazu, die ich meistens lösche. Sie sind fast immer anonym verfasst und kommen auch stets durch die Hintertür nach dem Motto: Ein guter Buddhist tut dies und das nicht (außer natürlich es ist der Ole) und wie man sich übles Karma auflade (das könnt ihr ja oben gut erkennen - wer nicht aufpasst, tanzt noch als Opi hässliche Weiber mit ner Flasche in der Hand an). Statt diese Beiträge freizuschalten und zu kommentieren, ging ich nochmal auf die Suche nach Youtube-Clips, die den Ole als den Dummschwätzer entlarven, für den ich ihn halte. Und siehe da, ich hab was Altes ausgegraben, wie Ihr unten seht. Hier ein paar Zitate, die klarmachen, wie Wohlfühlbuddhismus funktioniert (Übersetzung von mir): "... die Meditation beginnen mit dem Gefühl : 'Ich meditiere nun zum Nutzen aller Wesen' und si...

Dalai Lama erhoert Asso-Blog

Endlich! Der Dalai Lama will, wie von mir mehrfach in diesem Blog und in einem Brief an ihn gefordert, die (seine) Wiedergeburt abschaffen. Allerdings scheinen hier eher politische Ueberlegungen eine Rolle zu spielen, was noch einmal die unsaegliche Verquickung von (ehemaligem) Amt und religioeser Funktion des DL belegt. Andererseits unterstreicht dies, wie leicht es ist, mit der Wiedergeburt als Bestandteil der buddhistischen Lehre Schluss zu machen. Ich freue mich jedenfalls, dass der DL zur Einsicht gekommen ist.  Nein, so einfach ist es natuerlich nicht. Wie man in dem Artikel der F.A.Z. lesen kann, glaubt der DL noch immer, ""die einzige legitime Verfügungsautorität über den Ort und die Art und Weise einer Wiedergeburt" habe die zu reinkarnierende Person selbst", was zweierlei wesentlichen Lehrinhalten und Erkenntnissen des Zen widerspricht: 1) shunyata, 2) der einzig existenten Gegenwart. Amuesiert hat dieses Possenspiel wohl auch Michael Filzinger, der hi...

Die Wiedergeburtslehre stammt aus dem Hinduismus

""Es stimmt", bestätigte Teddy. "Ich lernte eine Dame kennen, und irgendwie hörte ich mit den Meditationen auf." Er nahm die Arme von den Seitenlehnen und stopfte die Hände, wie um sie warmzuhalten, unter die Oberschenkel. "Ich hätte auf jeden Fall einen anderen Körper annehmen und nochmals auf die Erde kommen müssen - ich meine, ich war geistig noch nicht so weit vorgeschritten, daß ich, wenn ich die Dame nicht kennengelernt hätte, nach meinem Tod schnurstracks zu Brahma hätte gehen können, ohne je wieder auf die Erde zurück zu müssen. Aber wenn ich die Dame nicht kennengelernt hätte, brauchte ich nicht in einem amerikanischen Leib wiedergeboren zu werden. Ich meine, es ist sehr schwer, in Amerika zu meditieren und ein geistiges Leben zu führen. Die Leute glauben, man sei eine Mißgeburt, wenn man's versuchen wollte. Mein Vater glaubt ohnehin, ich sei eine Art Mißgeburt. Und meine Mutter - ja, die glaubt eben nicht, daß es gut für mich ist, die ganz...

Missverständnisse im Buddhismus (IV):
Wiedergeburt

Zum Grundwissen im Buddhismus gehört die zwölfgliedrige Ursachenkette, die das "Entstehen in Abhängigkeit" beschreibt. Auf sie wird u.a. verwiesen, wenn Lehrer meinen, die Wiedergeburt sei nun mal ein unabdingbarer Bestandteil des Dharma. Was aber, wenn diese Kette nur acht Glieder hätte? Edward Conze deutete schon in Buddhistisches Denken (Frankfurt 1988) an, dass es sich "bei der Kette der zwölf Glieder, wie sie in der Orthodoxie der theravâdins und sarvâstivâdins erscheint, um eine spätere scholastische Version einer leicht abweichenden früheren Theorie handelt."* (S. 223)    "Unwissenheit wäre demnach nicht nur nicht unbedingt das erste Kettenglied, sondern ihr würden dem Suttanipâta zufolge upâdhi , "Zuneigungen"(?) vorausgehen, dem Majjhima-Nikâya zufolge die Ausflüsse (âsava). Außerdem enthalten einige der älteren Aufzählungen Bedingungen, die in der festgelegten Fassung des Grundsatzes fehlen, etwa "Wahrnehmungen" und "vielfä...

Der ausgegrabene Mönch (II):
nyûjô

"Bisweilen kam es vor, dass der ausgegrabene Mönch grimmig mit den Augen rollte und über dies und jenes seinem Unbehagen Ausdruck gab. Bald fand sich auch ein Name für ihn. Ausgehend von der Tatsache, dass er sich lange Zeit im Zustand des nyûjô * befunden hatte, nannten ihn die Leute Nyûjô no Jôsuke. Nach fünf Jahren wurde er mit einer armen Witwe aus dem Dorf verheiratet, und obwohl er nicht einmal wusste, wie alt er war, schien ihn nichts davon abzuhalten, seinen ehelichen Pflichten aufs eifrigste nachzukommen.    'Seht, das ist die so viel verheißende Lehre des Buddha', erheiterten sich die Leute (...).'" * Nyûjô heißt die Praxis im Buddhismus, bei der durch Lebendigbegrabenwerden eine günstige Wiedergeburt erwirkt werden soll. [Quelle: Ueda Akinari, Erzählungen beim Frühlingsregen (Frankfurt 1990), Erzählung "Die Bande über zwei Leben"; Foto: Keller, Bayon in Angkor; man beachte hier den Effekt des regelmäßig in der Bildmitte meiner Fotos vork...

Lieber Papst! Selbst deine Kirche ist noch besser als die DBU!

Heute bin ich auf die Seiten der DBU (Deutschen Buddhistischen Union) zurückgekehrt, um eine Liste ihrer Vorsitzenden zu finden. Doch dazu später mehr. Stattdessen stieß ich auf eine Buchempfehlung für Lehrende des Buddhismus. Einfach furchtbar. Federführend ist diesmal Doris Wolter, laut dem Magazin Visionen "langjährige Schülerin von Dzongsar Jamyang Khyentse, Lektorin und Lehrerin für Deutsch und Kunst. Sie war 16 Jahre Geschäftsführerin des Rigpa e.V., außerdem Rätin der Deutschen Buddhistischen Union und freie Journalistin."[Fehler gelöscht, Rigpa mit Rigdzin verwechselt, Dank an C.] Das betreffende Buch heißt "Buddhismus. Ein Grundlagenwerk für Lehrende, Lernende und alle Interessierten" und stammt von Dominique Side . Wolter schrieb ein Vorwort und  ist offensichtlich die Verlegerin der deutschen Übersetzung. Kapitel 4 über "Karma und die Ursachen des Leidens" kann man online lesen. Hieraus nun die Perlen: - "Es ist ganz natürlich, dass ...

Warum sieht die Elster einem Stinktier ähnlich?

Wie kann man als Buddhist eigentlich der Falle entgehen, den Menschen für die Krone der Schöpfung zu halten (Verzeihung, ein Ausdruck aus christlichen Kreisen)? Da sind doch die sechs  Bereiche oder sechs Welten. Eine davon ist die Welt der Tiere: "Hier sind geistige Unwissenheit und Stumpfheit der Tiere anzutreffen, die zur Unterdrückung der Tiere durch die Menschen, zu Jagd und Fleischgenuß führen. Der Buddha mit dem Buch der Tugendvollkommenheit will den Tieren den Weg in das Reich des Wissens führen. Der Buddha mit dem Schwert weist den Weg auf den Pfad der sittlichen Zucht." Spontan hier angegoogelt.    Also, das war noch nie mein Ding, einer Kakerlake beizubringen, nur vor 12 Uhr mittags zu essen. Oder einem Hund aus Brehms Tierleben vorzulesen. In der Tat sagte ein mir durchaus sympathischer burmesischer Abt (ich kenne auch einen unsympathischen), als ich ihn mal fragte, wie denn eine Schmeißfliege je aus ihrer Welt heraustreten und erwachen könne: Auch diese Fli...

Das Kind, das sein Spielzeug nicht hergeben will

Noch was Lustiges, gefunden in "Buddhismus Aktuell" 1/10. Es geht um den Film "Unmistaken Child", der die Suche nach der Reinkarnation eines Geshe zum Thema hat. "Auf der Website von Alma Films gibt es einen Vorgeschmack: Gezeigt wird die Szene, in der es trotz Ablenkungsmanövern nicht gelingt, dem kleinen Tulku Tenzin Puntsok Rinpoche ... 'seine' alte Mala wieder abzunehmen." Für die einen ist das in jedem deutschen Kinderzimmer zu beobachten. Mein Neffe wollte neulich z.B. einen Nylonstrump seiner Mutter nicht mehr her geben. Da war meiner Sippschaft gleich klar, der ist ne Reinkarnation von DuPont (anbei ein Foto seiner Villa auf Kuba). Ein Buddhist wie ich sieht im Festhalten an einer Mala freilich keinen Tulku, sondern das Gegenteil - einen Unerwachten, der nicht loslassen kann. An solch einfachen Beispielen erkennt man, dass der tibetische Buddhismus vor allem aus folkloristischem Aberglauben besteht und seine eigenen tieferen Lehrinhalt...