Freitag, 30. März 2012

Kurzer Ausblick
(war: Auf der Suche nach Samurai)

Miyamoto Musashi-Doku (mit Mark Dacascos)

Der obige Filmhinweis sollte im Grunde alles für heute sein. Die Beiträge der letzten Wochen wie auch die der folgenden habe ich lange im Voraus zusammengestellt, um mich eine Weile konzentriert meiner nächsten Übersetzung (von Kôan-Antworten) widmen zu können, die demnächst erscheint. Regelmäßigen Lesern wird dies aufgefallen sein. Ein Blog lebt natürlich in erster Linie - neben (gegenseitigen) Verlinkungen - von selbst verfassten Beiträgen, und im Allgemeinen habe ich hier die kürzere Form bevorzugt, um Anregungen zu hinterlassen. Da ich nun jahrelang, erst in Foren, dann vor allem hier im Blog, diverse Themen diskutierte und aufrollte, bin ich an einem Punkt, wo das Wesentliche gesagt ist. Einige buddhistische Foren scheinen mir tatsächlich regelrecht zu erlahmen und stillzustehen. In den vergangenen Monaten sah ich noch einmal einen kleinen Hoffnungsschimmer in den rechts (kürzlich noch) verlinkten Blogs, aber bei näherer Beschäftigung kam mir persönlich der Gedanke, dass ich schon ein paar Schritte vorausgeeilt bin und weder ein säkularer noch ein vorwiegend intellektuell-poststrukturalistischer Buddhismus so weiterbringen, wie es mir vorschwebt; dennoch sollte man diese Entwicklungen weiter beachten. Mein aktuelles Augenmerk noch einmal auf das frühe chinesische Chan richtend, wurde ich in dieser Meinung bestätigt: Was im Buddhismus Zukunft haben sollte, war bereits von Anfang an (im Zen) da. Und was Praxis ist, kann sich dem anderen öffnen, ohne dass es nach Zen stinken oder duften muss.

Im Mai werde ich dieses Thema ausführlicher darstellen. Der Blog nähert sich dann einem vorläufigen "Ende", d.h. er wird zur Jahresmitte nur noch sporadisch aktualisiert, oder gar nicht mehr. Ich überlege, ob ich stattdessen einen eher literarisch geprägten Blog beginne. Wenn in Zukunft genug Zeit ist, könnten wesentliche Positionen zu einem kritischen Buddhismus - ohne (!) Personendebatten u.ä. - in einem Buch übersichtlich zusammengefasst werden, im Moment habe ich noch andere Prioritäten. Etliche Links und andere Angaben im rechten Drittel dieser Website werden verschwinden. Es könnte der Eindruck entstehen, dass die auf anderen Websites vertretenen Meinungen von mir abgesegnet seien, zumal ich ja nicht mehr aktuell dagegenhalten würde. Das ist jedoch häufig weder bei einem Bhante, der seine Robe braucht, noch beim Dôgen mit Fixierung aufs Sitzen, noch beim Dark Zen mit manchen Aussetzern zum Thema Wiedergeburt, noch beim Säkularen Buddhismus mit dem Kleben an Dogmen der edlen Wahrheiten und des achtfachen Pfades, noch bei praktizierenden Buddhisten der Fall, die ihre Websites als Deutsche ausschließlich auf Englisch verfassen (auch wenn ich mir selbst nicht nehmen lasse, ein paar Highlights dieses Blogs später auf Englisch zu recyceln). Einige Vorkommnisse in anderen Blogs und Foren haben mir noch einmal klargemacht, dass der Buddhismus, zumindest das Zen, in Deutschland nie richtig angekommen ist. Besonders befremdlich finde ich, kaum jemandem begegnet zu sein, von dem ich den Eindruck hätte, er/sie wäre tatsächlich "befreit".

Was also wurde hier über zweieinhalb Jahre getan? Hoffentlich ein Bewusstsein für die Mechanismen des Missbrauchs - welcher Art auch immer - und der Ränkespiele und Seilschaften im organisierten Buddhismus geschärft; grundlegende Dogmen und Praktiken in Frage gestellt; hier und da ein weniger bekannter Text übersetzt; ein bisschen gewitzelt, gespottet, gepöbelt; verlinkt. Hin und wieder wird sich jemand auf der Suche nach bestimmten Themen hier reingoogeln und womöglich einen anderen Blickwinkel als anderswo entdecken. 


Montag, 26. März 2012

Zen-Buddhismus und Kampfkunst:
Das Shaolin-Training

"Ein Experte in Buddhismus, Kampfkunst ... und auch noch ein Macho."



(Nach gut einer Stunde wird es am buddhistischsten und interessantesten ...)

Donnerstag, 22. März 2012

Der Buddhismus wäre ein kleiner Kult geblieben ...

... hätte ihn der König Ashoka nicht schon als Instrument der Macht benutzt. So der wunderbarste Kritiker des Zen ... und zugleich seine Verkörperung (meine Ansicht). Heute ist der fünfte Todestag von Uppaluri Gopala (U.G.) Krishnamurti (9.7.1918-22.3.2007). Hier die Worte, die er nach seinem "Erwachen", seiner "Wandlung" oder "Einsicht", einem offenbar besonders körperlichen Ereignis, mit knapp fünfzig Jahren sprach. Dieser Krishnamurti - nicht zu verwechseln mit dem Jiddu - gab nichts auf besondere Essgewohnheiten, Sport oder Medizin. Im zweiten Video sieht man ihn kurz vor seinem Tod. Als er seine Zeit für den Abgang gekommen sah, nahm er keine Nahrung mehr zu sich.

"Ich weiß nicht, was Glück ist. Darum bin ich nie unglücklich."


Dienstag, 20. März 2012

Der Samen des Meisters
und das Essen von Menschenfleisch

In einem Buch über Yoga Tantra (Theory and Praxis: In the Light of the Hevajra Tantra: A Metaphysical Perspective von Tomy Augustine, Delhi 2008) fanden sich ein paar amüsante Stellen über Praktiken des Vajrayana genannten Buddhismus:

Abhisheka bedeutet "reinigen durch besprengen mit Wasser". In der frühen tantrischen Periode war dies ein Initiationsritus, bei dem Übende in die mystische Bedeutung von Mandalas eingeführt wurden. Dabei gibt es vier Arten von Weihen: Meister-Weihe (ārcāja), Geheime Weihe (guhya), Weisheit-Weihe (prajñā) und die Vierte Weihe (caturham).

Die Meister-Weihe erhalten Schüler mit wenig Einfühlungsvermögen. Das geht so, dass der Meister sich mit einer Weisheitsgefährtin vereint, die ihm durch den Schüler zugeführt wird! Die Geheime Weihe erhalten Schüler mit mittlerem Einfühlungsvermögen. Dabei tropft der Meister etwas von dem Sexualsekret, das entsteht, wenn er sich mit der Weisheitspartnerin vereinigt hat, dem Schüler in den Mund. Geheim heißt diese Weihe, weil sie nicht mit Ausdrücken phänomenaler Konzepte erklärt werden kann. (Wieso nicht? Wie wär's  mit: Schweinerei.)
   Bei der Weisheits-Weihe gibt der Guru mit großen Worten dem Schüler die Weisheitsgefährtin; bei der Vierten Weihe, die nur Schüler mit extrem starkem Einfühlungsvermögen erhalten, leitet der Guru die Vereinigung des Schülers mit der Yogini an.

Härter als das Dschungelcamp mutet auch das "Festmahl" (Bhojana) an. Es soll auf einem Friedhof, einem einsamen Platz, in einer Berghöhle oder einer verlassenen Stadt durchgeführt werden. Die Sitzplätze sollen aus Leichen, Lumpen von einem Friedhof oder Tigerfellen gemacht sein. Die Teilnehmer nehmen Sakramente zu sich, die aus dem Fleisch von Kühen, Hunden, Elefanten, Pferden und Menschen [sic!] bestehen. So sollen Übende lernen, konventionelle Ansichten wie wert-unwert und genießbar-ungenießbar loszulassen.



Sonntag, 18. März 2012

Der Zen-Priester bei Fukushima


Genyu Sokyu ist Zen-Priester wie sein Vater - und auch Schriftsteller.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich einen weiteren Roman eines ehemaligen Zen-Lehrlings empfehlen, der am Klosterleben kein gutes Haar lässt und weniger verkopft wie der obige Autor schreibt: Tsutomo Mizukamis "Im Tempel der Wildgänse".

Freitag, 16. März 2012

Gewinnspiel: Wird der Dalai Lama 90?

In einer Verlautbarung vom 24.11.2011 verkündete der Dalai Lama auf seiner Website unter der Überschrift "The next incarnation of the Dalai Lama":

"Wenn ich etwa neunzig Jahre alt bin, werde ich mich mit den hohen Lamas der tibetischen Traditionen, der tibetischen Öffentlichkeit und anderen, die dem tibetischen Buddhismus folgen und davon betroffen sind, beraten und neu bewerten, ob die Institution des Dalai Lama fortdauern sollte oder nicht."

Mit diesem Satz hat der Dalai Lama noch einmal bewiesen, was ich hier immer wieder betonte: Es ist völlig unnötig, dass er mit Bodyguards und in gepanzerten Fahrzeugen durch die Welt gurkt. Jedenfalls nach seiner eigenen Auffassung - denn er meint ja, 90 zu werden.

Außerdem hat er damit auch gesagt, dass es lebenden Menschen frei steht, die Einrichtung Dalai Lama abzuschaffen, dass es also gar nicht der Heilige ist, der wiederkehrt, sondern es sich hier nur um eine Glaubensübereinkunft handelt, keine de facto Inkarnation.

In jungen Jahren habe ich mich mit einigem Spaß an einem Gewinnspiel beteiligt, bei dem es die Toten des Jahres vorherzusagen galt. Wer die meisten Treffer hatte, konnte Geld bekommen. Ich adaptierte es für den deutschen Sprachraum: "Der Sensenmann. Tote tippen und gewinnen." Nun ja, die Provokation lag mir schon damals, aber der Hintergrund ist natürlich, die eigene Sicht auf den Tod zu verändern und mit ihm spielerischer umgehen zu lernen. Bei allem Ernst. 

Ich lade Euch deshalb dazu ein, im Kommentar Eurerseits auf das Todesjahr des Dalai Lama zu tippen. Er ist Jahrgang 1935, wird in diesem Jahr am 6. Juli also 77 Jahre. Hält er noch 13 Jahre durch? Ich halte dagegen. Sollte ich länger als er leben, gibt es jedenfalls ein Buchpaket für die, die richtig liegen. Wenn nicht, komme ich selbst als Dalai Lama wieder, um ihm einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dann bekommt ihr all meine Millionen geschenkt. 

(gez.: der wahre 17. Karmapa)

Mittwoch, 14. März 2012

A reply to the Brad Warner Shit

[Brad Warner gab (ursprünglich wohl im buddhistischen Magazin Trycicle) fünf Tipps, um es täglich "aufs Kissen" zu schaffen. Dazu ein bisschen Altes und Neues von mir. Nur in Englisch, aber das könnte hier ein Trend werden. Ich habe festgestellt, dass in der regen englischsprachigen buddhistischen Szene Einiges noch gar nicht bekannt ist, was sich hier auf diesem Blog findet ... Wer sich fragt, warum ich mich überhaupt mit solchen Punks beschäftige - das wird in absehbarer Zeit ein Ende haben.]

Five sure-fire tips to get yourself into the dhyana-mode, which means contemplation:

1) Don't believe it must be sitting meditation. Never in the palicanon is dhyana attached to sitting (the "za" in zazen).

2) Don't believe there must be a cushion. The Shakyamuni Buddha didn't have one, so why do you?

3) If you really think you should do zazen, remember the "results" or "goals" that Yasutani Roshi mentioned: concentration (jôriki), satori-awakening (kenshô-godô) und realization in daily life (mujôdô-no taigen). Don't expect less than you can expect.

4) Don't make contemplation a separate part of your life - just stay openly aware of what is going on around you, if you stand, sit, walk, lie down or shit.

5) Don't worry about waking-up. You will awake just at the right time!

Montag, 12. März 2012

Naikan

Kürzlich wurde mir ein Buch voller amüsanter taoistischer Übungen und sinnlosem Aberglauben geschenkt. Diese Stelle jedoch gefiel mir: "Zu Hause behandelte Wang Liping seine Eltern mit größtem Respekt, der von tiefen und echten Gefühlen getragen war. Beim stillen Sitzen gingen seine Gedanken oft zurück in die Kindheit, als seine Mutter ihn voller Liebe aufgezogen hatte, und vor seinen Augen erschienen Szenen, die ihre Mühe bei der Erziehung von sechs Kindern zeigten. Diese Bilder der Erinnerung waren so klar und wirklich, dass sie Lipings Herz rührten. Wenn Kinder in die Liebe ihrer Eltern eingehüllt sind, so halten sie das für völlig normal und natürlich, wie ins Licht der Sonne eingetaucht zu sein, und nichts kann ihre emotionale Bindung erschüttern. Wenn Menschen sich als Erwachsene der Fürsorge ihrer Eltern erinnern, wie könnten sie beim Gedanken an die elterliche Liebe nicht Rührung empfinden?" (Chen Kaiguo/Zheng Shunchao: Der Meister vom Drachentor. München 2000)

Diese Überlegungen stellt man auch beim Naikan an, das auf den Jodo Shinshu-Praktizierenden Ishin Yoshimoto zurückgeht und in den 50er-Jahren entwickelt wurde. Im Wiki-Eintrag lest Ihr ja, wie es funktioniert. Diese Form der Selbstbefragung (die sicher auch Kritiker kennt) hat in der Regel eine Wirkung, die ich für ganz wesentlich auf dem buddhistischen Pfad halte und die selbst die größten Zweifler am Sinn jeder religiösen Übung anrühren könnte. Es ist DANKBARSEIN. Dankbarsein gehört nicht explizit zu den sechs Haupttugenden (paramita). Und nicht jeder hat Grund, seinen Eltern gegenüber so zu empfinden. Doch ich frage Euch: Ist ein tägliches Gefühl der Dankbarkeit nicht wesentlicher als jede Sitzmeditation, ja ist es nicht die beste Grundlage für Freigebigkeit, ethisches Verhalten und Weisheit?

Samstag, 10. März 2012

Essen, schlafen

Zwanzig Jahre untätig auf dem Kissen sitzend
erfasse ich das Zen der Patriarchen nicht.
Bei der täglichen Praxis weiß ich nichts von Versenkung.
Wenn ich hungrig bin, esse ich, wenn ich müde bin, schlafe ich.

(Tetsugen Dôkô, 1630-1682)

Donnerstag, 8. März 2012

Best of Shunryu Suzuki (II):
"Praxis"

Praxis bedeutet, sich vollständig dem zu widmen, was man tut.

Unsere Praxis besteht darin, das Reich von Gut und Böse zu überschreiten und in die eine absolute Welt einzutreten. 

Wer praktiziert, ist ein Mensch in der Wirklichkeit. 
Dôgen Zenji sagte: 'Wenn unsere Praxis nicht alles einschließt, ist sie nicht unsere Praxis.'

Reden vom 25.8. und 1.9.1969

Dienstag, 6. März 2012

Best of Shunryu Suzuki (I):
Die Kausalkette

[In dieser Reihe werde ich vor allem interessante Passagen aus den fortlaufenden Veröffentlichungen des San Francisco Zen Centres übersetzen, das auch Originaltonaufnahmen Suzuki Roshis bereithält. Ich tue dies gerafft und ohne besondere Rücksicht auf Suzukis Akzent bzw. falsches Englisch. Es sollen hier keine vollständigen Lehren, sondern Anregungen vermittel werden.]

Es gibt zwei Arten des Verständnisses der zwölfgliedrigen Kausalkette. Die eine bezieht sich auf die Ursache des Lebens. Die andere jedoch, die auf den älteren Schriften (âgama) beruht, bezieht sich auf die Ursachen des Leidens. Dort gibt es keine drei Zeiten und im Grunde auch keine zusammenhängenden zwölf Glieder.

[Die Geburt als 11. Glied ist die Geburt des Leidens, dass durch die vorhergehenden Glieder erklärt wird; das 12. Glied (Alter und Tod) interpretiert Suzuki so, dass Unwissenheit und falsches Handeln zu Leiden führen, dass wie Alter und Tod sei.]

Rede vom 23. August 1969

Sonntag, 4. März 2012

Antwort auf Seung Sahn

[Der folgende Briefwechsel mit Seung Sahn war natürlich nicht an mich gerichtet, sondern findet sich so ähnlich in "Nur weiß nicht" (Gießen 2010).]

"Hallo Meister, (...)
Alle Buddha-Statuen sind voller Stein.
Alle Zen-Patriarchen sind voller Scheiße.
Was kannst Du tun?"

"Lieber Guido,

wenn Deine Freundin Dich wirklich hundertprozentig liebt, wird sie wahrnehmen, warum Du Zen praktizieren willst und warum töten nicht gut ist. Dann wird sie zu angeln aufhören und wird Dir folgen.
(...)
Ich schneide Dir die Zunge ab - was kannst Du tun?"

Ich lasse sie annähen, gehe aufs Klo und nutze meine Hand. Dann folge ich meiner Freundin an den Teich und erkenne, dass ein Fisch keine blöden Fragen stellt, wenn er an der Angel hängt.

Freitag, 2. März 2012

Buddhisten mit Parteibuch

Auch ich könnte politische Feldzüge führen. Was mich befremdet ist, wenn man Parteipolitik mit seinem buddhistisch motivierten Handeln vermengt, ohne dies sich oder anderen bewusst zu machen. Von wie vielen (mir keinesfalls unsympathischen) Vertretern aus dem Umfeld der DBU (Deutschen Buddhistischen Union) habe ich in den letzten Wochen hämische Kommentare zum Versagen der Vorbildfunktion unseres Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff gelesen und gehört? Würden diese Buddhisten sich lieber mal in Presse-Organen und Social Media über die Menschen echauffieren, die tatsächlich noch mit ihrer Vorbildfunktion identifiziert werden (sollten) - nämlich buddhistische Lehrer und Ordinierte (Berobte). Wer zum Teufel nimmt sich schon einen Bundespräsidenten zum Vorbild? Ich will also gar nicht kommentieren, welche Belanglosigkeiten finanzielle Vergünstigungen für einen Karrierepolitiker darstellen im Vergleich zu Luxuskarossen, Designerklamotten und Missbrauch von Schutzbefohlenen durch sich selbst zu Vorbildern in Roben erklärenden Charakterschweinen. Ich kenne das Spiel der Presse genau, und wer da austeilt, der sollte auch einstecken können. Diese machtlüsternen Weicheier in der BILD-Chefetage haben sich beleidigt und gegängelt gefühlt, trotz ihres immer mal wieder schmierigen Journalismus gemein machen können selbst mit seriöseren Kollegen und einen Feldzug gestartet, der nur ein Ziel kannte: Wulff zu Fall zu bringen. Es mag einerseits beruhigen, dass sie sogar eine Staatsanwaltschaft dazu bewegen konnten, doch wenn dies so ausgeht, wie ich vermute, wird einigen im Nachhinein doch noch bange werden müssen: Es ist inzwischen keine Seltenheit mehr, dass die Staatsanwaltschaft zum verlängerten Arm des Boulevardjournalismus wird - es zählt, was "Quote" bringt. Da hat sich ethisch schon mächtig was verschoben, da sind eben doch nicht mehr alle vor dem Gesetz gleich, und wenn dann noch ein Mangel an Menschenkenntnis dazukommt, äußern sich auch Buddhisten lieber über einen unbedeutenden Nebenkriegsschauplatz als dass sie die Pharisäer aus dem eigenen Tempel fegten.