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Zur Rente in den Tempel

Neulich sprach ich mit einem Freund aus Jugendtagen. Er meinte, ich hätte mal behauptet, nicht lange zu leben. "So mit 40, 50, hast du damals geglaubt, wär's eh für Dich vorbei." - Hmm. 50? "Dann hab ich ja noch ein paar Jahre", hab ich ihm geantwortet. Und erinnerte mich zum einen an die alte Weisheit (ob aus dem Zen oder nicht), jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte (aber wer tut das eigentlich?). Zum anderen auch an meine Begegnung mit Nishiyama Roshi auf dem Frankfurter Flughafen, als ich schon Mitte 30 war und er sagte: "Oh, you are so young, so young". Das gefiel mir. Also sagte ich meinem (jungen, weil gleichaltrigen) Freund: "Heute denke ich anders. Ich glaube lieber, ich würde alt, dann hab ich noch genug Zeit, alle Bücher zu lesen, die mich interessieren." Das ist natürlich, streng genommen, "Anhaften", aber es entspricht auch dem Rat fürs Zazen, wenn es einem ungemütlich wird: Stell dir einfach vor, es hört nie au...

Kidô Goroku Kôan Nr. 51

Beim "Kidôgoroku" handelt es sich um eine Sammlung von Aussprüchen Meister Kidôs - kurze Kommentare zu Kôan, von denen einige uns noch unbekannt sein dürften. Hakuin ergänzte diese Sammlung mit ebenso prägnanten Bemerkungen. Sie stellen den letzten Teil des Gendai Sôjizen Hyôron dar, einem Buch, das einst für Aufsehen sorgte, weil es die üblicherweise von Zen-Lehrern anerkannten Antworten auf klassische Kôan preisgab. Der chinesische Meister Kidô Chigu (eigentlich Hsü-t'ang chih-yü) lebte in der Sung-Dynastie, Hakuin von 1685-1768. (Ich habe heute, am 08.08.2019, die meisten Auszüge aus diesem Buch im Blog entfernt, da es inzwischen hier kostenlos heruntergeladen werden kann.) ---51--- Wie alt ist Monju Buddha? Einst besuchte ein Wohltäter einen Tempel und schenkte jedem Mönch gemäß seinem Alter Geld. Der Tempelvorsteher bat ihn: „Bitte legt einen Teil Eurer Spende vor die heilige Monju-Statue.“ Der Wohltäter fragte: „Wie alt ist Monju Buddha?“ Der Te...