Freitag, 19. Februar 2010

Die Schule der Feindlosigkeit (VI):
Yari tomeru - Speere anhalten

Speere anhalten bedeutet soviel wie ‚Speere stoppen‘. Doch ist es nicht gut, zu stoppen. Wenn einem ein Speer begegnet, ist das eigene Herz wie der große Weg (daidô), welcher das Kommen und Gehen der Menschen und Dinge nicht verurteilt. Wenn man nicht anhält, kann man nicht getroffen werden; durch Unterbrechung aber kommt es zum Treffen. Wer Zweifel hat und durch das getrennte Bewusstsein der Menschen ins Stocken gerät, der kann nicht treffen, aber wird selbst getroffen werden. Das ist wie das Unheil selbst einzuladen. Dies gilt es gut zu verstehen.“ (Vgl. hierzu Takuan Sôhô)

„Die obigen sechs Kunstfertigkeiten sind die Gesetze vom Wesen der Friedlichkeit.“

[Quelle: Dr. Julian Braun: Texte aus der 'Schule der anhaltenden Feindlosigkeit' (Heijô muteki-ryû). Ein Beitrag zum 'gemeinsamen Weg von Schwert und Pinsel' der Samurai im Japan der Tokugawa-Zeit.]

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