Mittwoch, 6. Januar 2010

Mach Dir keinen Kopp ...

Schon wieder ist mir das Wasser aus dem abgedeckelten mittelgroßen Mikrowellen-Gefäß gespritzt, als ich mit dem dafür vorgesehenen Programm "A-5" meine Spaghetti kochte. Die ganze Mikrowelle ist von innen nass. Muss ich nun erst den Stecker ziehen, ehe ich sie trocken reibe?

Apropos Stecker ziehen ... Es gibt ja Foren, wie buddhaland.de, die glauben, wenn sie zensieren - und andere Foren zur Zensur treiben -, könnten sie die Wahrheit unterdrücken. Drum schreibe ich es hier nochmal:

Wolfgang Zensho Kopp ist kein authorisierter Zen-Meister. Er beruft sich auf Soji Enku - das ist aber nichts anderes als der Mönchs (Ordinations)-Name von Francois Viallet, den er von Uchiyama Roshi bekam. Viallet war selbst ein guter Übersetzer und Schüler, aber kein authorisierter Meister, konnte demnach niemanden wie Kopp zu einem Lehrer ernennen. Da Viallet auch in meiner Heimatstadt Frankfurt aktiv war (und 1977 im Zendo starb, wie man mir erzählte), sollte ich dies mal wiederholen. Sein Sohn, ein weitgereister Kinderarzt, hat mir mal ganz problemlos die Genehmigung für den Reprint von Uchiyama Roshis Kommentaren zum Tenzo Kyokun gegeben (Deutsch: "Zen für Küche und Leben".) Das ist der Zen-Geist. Und nicht sich aufs Sofa lümmeln, wenn die Schüler meditieren, oder irgendwen zur Zensur anstiften. (P.S.: Arnold Grunwald aus Lüneburg, dessen Uchiyama-Buch laut Amazon-Rezension "beim Lesen zerfiel", bitte bei mir melden, ich schicke kostenlosen Ersatz - bei mir klebt's noch).

Und jetzt frag ich mich, ob dieser Kopp mit ihm verwandt ist: "Zen-Meister" Johannes Kopp. Einer seiner Schüler sagt (etwa bei Minute 2): "Ich arbeite mit dem Koan Mu." Darauf der Kopp: "Du bist erkältet."

Ja, da spricht der Seelsorger. Obacht, wenn man Zen und Christentum mischt. Der Zen-Meister fragt: "Wer ist erkältet?"

Wie auch immer, als ich heute beim Arzt Schlange stand, um meine Überweisungen abzuholen, und vor mir eine hübsche Frau hüstelte, da bin ich gleich ein bisschen zurückgetreten. Obwohl ich kein Ich habe, will da was nicht erkältet sein ...

Kommentare:

  1. Hallo Angkor,

    sehr schön zu sehen, dass Du jetzt ein Blog hast. Obgleich wir uns beide in Punkto Dharma-Interpretation und Kommunikationsstil bestimmt wundervoll in die Haare bekommen könnten, schätze ich Deine "cojones" in Punkto Bullshit-Benennung sehr.

    Mein Blog findest Du übrigens unter:

    ravenzen.blogspot.com

    Gassho und weiter frohes Schaffen,

    Hans "Mongen" Stucken

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  2. Ein Mönch fragte Joshu in allem Ernst: Hast du Migräne oder nicht? Joshu sagte: "MU!"

    Danke für deinen blog, lieber Guido. Ich frag' mich auch gelegentlich, mit wem du verwandt bist - aber irgendwie sind wir genetisch alle miteinander verwandt und Afrikaner.

    Klar - wenn man Buddhismus und Christentum mischt kommt was "Drittes" raus - nur die Chemie muss da schon stimmen. Alles lässt sich da nicht mischen.

    Schau mal auf zen-kontemplation.de
    Da kannste dein Wissen aktualisieren.

    Lieben Gruß

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  3. Sehr geehrter Herr Keller,

    ich gehe mal davon aus dass Sie Soji Enku nie persöhnlich kennen gelernt haben. Es wäre doch interresant mal einen damaligen Schüler von Soji Enku zu befragen statt seinen Sohn.

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  4. "Damalige Schüler" von Soji Enku habe ich befragt, die kritisieren Kopp aus den gleichen Gründen.

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  5. Hallo Ankor,

    interessanter Blog, der etwas mehr Breite zulässt.
    Nachdem Du Dich hier "Gui-DO" schreibst, frage ich mich was "Gui" wohl für ein Weg ist ... aber er führt wohl definitiv zum ZEN-Wissen ;-)

    Zu Kopp hatte ich hier auch schon länger mal was geschrieben:
    http://www.zen.fuer-uns.de/index.php?menu=6
    und dort ziemlich weit unten.
    Ich frage mich wirklich wie blind so viele Schüler sein können, die er angeblich hat.
    Nach dem ich diesen einen Schüler kenne gelernt habe, den auch Du oben mal angesprochen hattest, lag es auf der Hand, dass dessen Meister kein richtiger Meister sein konnte und der Schüler noch voll von Illusionen war und vor allem NIE das Dharma von seinem Meister Kopp übertragen erhalten wird - was ja (selbst wenn) keinen Wert hätte.
    Hast Du schon mal recherchiert wem Kopp sein Dharma übertragen und als Lehrer "zertifiziert" hat? Ich habe mich gewundert ... Kampfsport vor!

    Grüsse
    zenni

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  6. Hallo Zenni, "Gui" ist im Koreanischen was Gegrilltes, im Japanischen wohl was Verrücktes. Und dann gab es z.B. im 13. Jh. Bernard Gui (lat. Bernardus Guidonis), einen Dominikanermönch, und der war ... Großinquisitor ;-)

    Nein, ich weiß nicht, wem Kopp alles seine wertlosen Übertragungen verlieh, kannst Du aber gern was zu sagen oder verlinken.

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  7. Hallo Gui-Do,

    dann interpretiere ich das mal nicht als "Gegrilltes-Weg" sondern lieber als "Verrückter-Weg" ...

    Kopp hat hier eine Übersicht seiner ZEN-Lehrer:
    http://www.tao-chan.de/chan_zenlehrer_uebersicht.html

    Der Erste ist asiatischer Kampfsportler und unterrichtet ZEN im Yoga-Zentrum.
    Der Zweite ist "offizieller Zen-Beauftragter des Hessischen Dan-Kollegiums e.V., außerdem Karate- und Aikidolehrer".
    Der Dritte ist "Lehrer für asiatische Kampfkünste" und hat seinen eigenen Kampfsport Dojo, in dem er "nebenbei" auch ZEN-"Meditation" gibt. Und "Außerdem bildet die Zen-Meditation die Grundlage für das tiefere Verständnis der Kampfkünste."
    Der Vierte ist "Shaolin-Kampfkunst-Lehrer".

    Wem da nicht etwas auffällt, der muss blind sein.
    Das Ganze hat nicht wirklich etwas mit ZEN zu tun und mit Buddha schon gar nicht.
    Es ist interessant, dass -um ZEN-Lehrer bei Kopp zu werden- man Kampfsportler sein sollte - ich frage mich, was dort auf dem Kissen Praktiziert oder gelehrt wird.
    Für die Kampfsportler mit Ihren Dojos ist das natürlich eine willkommene zusätzliche Einnahmequelle. Ich frage mich fast, was diese Urkunde bei Kopp kostet oder ob er daran provisioniert wird - aber ich ziehe diese meine freie Meinung wieder zurück ...

    Insofern ist doch klar, das ein A.J. als Schüler von Kopp nie zum Lehrer ernannt wird oder ist er Kampfsportler?

    Übrigens hatte ich die Ehre mich noch vor Dir bei "buddhaland.de" durch belegbare Tatsachen und Fakten so unbeliebt zu machen, dass man mich dort dringend loswerden wollte.
    Naja, das "Wahre Worte" von Buddha haben die wohl noch nicht gehört gehabt ... statt dessen gibt man sich dort leidenschaftlich seinen Anhaftungen und Illusionen hin.

    Grüsse
    michael

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  8. Hallo Michael, wahrscheinlich hat er einfach Angst, aufs Maul zu bekommen für seine Unverschämtheiten, und umgibt sich darum mit Leuten, die auch Kämpfen lehren (wenn das denn stimmt). Mit den Kopfers hatte ich aber mal "guten Kontakt", sie haben zumindest hier einige Bücher bestellt, und zwar besonders den Joshu, was direkt für Kopp-Kurse gewesen sein soll. Ich nehme mal an, davon wird er ihnen jetzt abraten.

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  9. Sammel Dich allzeit im Atem und vieles löst sich auf, was jetzt noch so real und wichtig erscheint.

    Als ich, vor mittlerweile 16 Jahren, auf den Weg gelangt bin, suchte ich Litteratur, welche zu den in mir aufkeimenden Gedanken passte. Nur am Rande - es war eine extreme Krisenzeit und die wesentlichsten grundlagen mystisch spirituellen Wissens brachen von allein in mir auf. Mit dem obersten Satz ist es bereits gut zusammengefast.

    Nachdem ich mindestens 100 Bücher zum Thema in den Händen gehalten hatte, war nicht eines dabei, welches mich restlos überzeugte.

    Schließlich stand ich im Buchladen vor einem Regal und las die Titel der Einbände. Bei einem stockte ich und es war mir, als würde es mich in einer für das Auge nicht sichtbaren Weise anleuchten. Es war "Der aktive Zen-Weg" von Wolfgang Koop. Ohne es überhaupt in der Hand gehalten zu haben, wusste ich das dies das war wonach ich gesucht hatte. Das hat auch nichts mit selektiver Wahrnehmung zu tun. Der Moment war einzigartig. In dieser Situation hatte ich bereits aus meinen eigenen Impulsen herraus eine nahezu ununterbrochene Meditationspraxis von einem halben Jahr. Damit meine ich nicht täglich etwas sitzen, sondern Meditation non stop.

    Wenige Monate nachdem ich das Buch gekauft hatte, erfuhr ich meine ersten Kenshos. Ich war Licht im Licht. Weiter nichts und es war einfach, wach und gut. Verbundenheit ist die wahre Natur aller Dinge. Mit Euch, mit Kopp, mit mir und allem anderen.

    "Alles ist ein grosses organisches Ganzes, das alles in sich beschlossen hält." Das war für mich der eindrücklichste Satz, welche ich aus einem meiner drei Dokusans mit Zensho Kopp getragen hatte.
    Im letzten Dokusan hat er mich an Willigis Jäger verwiesen. Es ist also auch nicht so, dass er jeden bei sich hält. Wenn es tatsächlich um den Profit ginge, müsste er das aber eigentlich.

    Wenn Ihr Kritik übt, Euch darüber austauscht - gut !

    Ich wünsche Euch nur, dass Ihr dabei nicht vergesst Euch ohne Unterlass um die schlichte Achtsamkeit zu bemüht.

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    1. Sehr gutes Statement! Ich kenne keine Literatur von Kopp und ihn auch nicht. Aber wie mal ein Zen-Meister sagte:"Geh abwaschen und steh hier nicht sinnlos herum
      um dumm zu quatschen und zu philosophieren!"
      Budda sagte: "Suche deine eigene Wahrheit, sei kritisch
      und hinterfrage, nehme nicht alles als Wahrheit an, nur
      weil es von einem Meister kommt!"
      Es ist schon komisch wie viele es gibt, die immer an jedem und allem etwas negatives finden. Und sich natürlich darüber auslassen müssen. Ich stehe gerade am Anfang des Zen-Weges und ich glaube, dass man die
      Basis, das Einfache, über die Zeit nicht aus den Augen verlieren sollte.
      Noch was zur Kampfkunst. Das Ausüben einer Kampfkunst kann deshalb positiv zur "Erleuchtung" beitragen, da man lernt, den Körper mit dem Geist zu
      beherrschen. Das Starke ist der Geist, die den Körper über seine Grenzen hinaus lenkt.
      Abschließend wäre nur noch zu sagen: "Löse dich von deinen Vorstellungen. Sie haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun."

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  10. Ich habe eigentlich keine Lust, für einen Hochstapler Werbung zu machen - und das ist man, wenn man sich einen falschen Namen gibt und falsch herleitet. Aber wer genau liest, wird in Marcs Zitat den Allgemeinplatz erkennen: "Alles ist ein großes organisches Ganzes, das alles in sich beschlossen hält." Ja, und 1 plus 1 macht zwei. Die "schlichte Achtsamkeit" besteht darin, genau zu prüfen, wo man hingeht und welchem Lehrer man sich anvertraut.

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  11. Na, das ist doch ein interessanter Schlagabtausch. Wer wird wohl Recht haben? Buddha natürlich. Er sagt: Prüfe, bevor du urteilst. Gehe nur mit solchen, die dich auf deinem Weg weiterbringen. Lasse hinter dir, was nicht zu dir und zu deinem Weg passt.
    Buddha sagt nicht: Du sollst andere maßregeln.
    Also: Wenn ihr davon ausgeht, dass mancher den reinen Weg nicht geht, lasst ihn hinter euch. Verwendet keine Wort wie etwa "Hochstapler". Tauscht euch mit euresgleichen aus. Seid im Dhamma verhaftet. Lebt für und in der Weisheit. Übt Samadhi und Vipassana. Geht vinaya hin zum Ziel des nibbana.
    busoph

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