Samstag, 13. Februar 2010

Die Schule der Feindlosigkeit (III): Yûun - Spielende Wolken

"Spielende Wolken meint einen Herz-Geist, der frei wie Wolken ist. Der Grund für diesen Namen ist, dass die Energie eins ist mit der großen Leere. Die Eine Energie der großen Leere wirbelt umeinander; wenn sie Himmel und Erde nicht erfüllt, gibt es weder Zeit noch Raum. Folgt man dieser Kunst des Herzens bis zur Selbstlosigkeit, dann wird man es erreichen. Wenn man aber selbst tätig wird, dann wird man es nicht erreichen. Durch gründliche Selbstlosigkeit gelangt man zur Energie. Wenn ein Feind kommt und den Himmel schlägt, spielt man in der Erde. Wenn er die Erde fegt, spielt man in den Wolken.* Ebenso verhält es sich mit vorne und hinten, links und rechts. Folgt man daher den spielenden Wolken, dann wird man nicht mehr unterliegen."


(Anm. * Vgl. Sunzi: "Wer gut angreift, handelt wie von der Höhe des Himmels herab.")
 
[Quelle: Dr. Julian Braun: Texte aus der 'Schule der anhaltenden Feindlosigkeit' (Heijô muteki-ryû). Ein Beitrag zum 'gemeinsamen Weg von Schwert und Pinsel' der Samurai im Japan der Tokugawa-Zeit. Grin Verlag 2008]

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