Dienstag, 4. Mai 2010

Buddhas ohne Shakyamuni: Die Piraha-Indianer

"Erinnerungen sind Gescheitertes ..." (Dulce Maria Cardoso)
"Wir sind nichts ohne Erinnerung ..." (Manoel de Oliveira)
"Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie ..." (aus einer Inhaltsangabe zu Das Lachen des Geckos von José Eduardo Agualusa. 
"Alles ist Träumen." (Fernando Pessoa)

Zitate aus einer Arte-Sendung vom gestrigen Abend über die Literatur Portugals. 

Und dann: Daniel Everett und sein Buch "Das glücklichste Volk". Das sei, so der Sprachwissenschaftler und ehemalige Missionar, ein kleiner Indianerstamm mit seiner ganz eigenen Sprache, Jäger und Sammler, die nicht zählen könnten und die der Tod nicht kratze, die glücklich im Hier und Jetzt lebten und keine Ausdrücke für Vergangenheit und Zukunft kennten. Das ist so ganz und gar un-europäisch. Auf Erklärungen zum Shakyamuni Buddha hätten diese Indianer sicher das gleiche geantwortet wie auf Geschichten über Jesus: "Hast du ihn gesehen? Hat dein Vater ihn gesehen?" Und dann das Interesse verloren.

Das Volk dieser Piraha-Indianer, noch ein paar Hundert Menschen, stellt die wahre Sangha dar.

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