Donnerstag, 20. Mai 2010

Der Zustand buddhistischer Länder und der drohende Bürgerkrieg in Thailand

Wer glaubt, dass man es mit Mönchen, Nonnen und vielen Buddhisten weit bringt, der schaue sich mal in buddhistischen Ländern um. Unter den 13 Staaten mit einem Anteil der Buddhisten an der Gesamtbevölkerung von über 50 % sieht es immerhin bei gut der Hälfte so aus:

Burma: Militärdiktatur
China: Sozialismus
Laos: Sozialismus
Vietnam: Sozialismus
Nordkorea: Sozialismus
Kambodscha: Korruption
Sri Lanka: Gerade erst den 26-jährigen Krieg mit den Tamilen beendet.
Thailand: 6 Regierungswechsel in 5 Jahren und nun ...

... die Straßenschlachten in Bangkok. Mein persönlicher Held ist der Polizeisprecher (Bild links, Copyright: TV5), den man, wenn man seine Satellitenschüssel auf Hotbird dreht, auf dem Militärsender TV5 sehen kann (online ggf. auch hier). Tag für Tag und Nacht für Nacht erklärt er - mit zunehmenden Gesichtszuckungen und schwarzen Ringen unter den Augen ob seines Stresses - unermüdlich, wie die Unruhestifter mit Filmaufnahmen auf youtube die Realität verzerren. Dazu holt er auch schon mal ein Gewehr unter dem Tisch hervor und zeigt anhand des Griffes, dass es sich bei den Polizeiwaffen um Tränengas-, bei einer der Terroristenwaffen jedoch um einen Granatwerfer gehandelt habe. Er betont, dass die Soldaten die Anweisung haben, unterhalb der Gürtellinie zu treffen. Trotzdem hat es viele Tote gegeben, und die Sache der "Rothemden" (red shirts) lässt sich vor allem im armen Nordosten Thailands speisen, wo die Bevölkerung unter dem geschassten Premier Thaksin einst zumindest in der Gesundheitsversorgung (die Familien schnell ruinieren kann) sich besser gestellt fühlen durfte. Wer aber benutzt kleine Kinder als "Schutzschild"? In solchen Bildern erkenne ich das Land kaum wieder, in dem man sich - trotz aller Regierungswechsel - in den vergangenen Jahrzehnten so wohl fühlen konnte wie nirgendwo.

Heute wurde verfügt, dass keiner mehr ohne polizeiliche Genehmigung alte Reifen verscherbeln darf. Die brennenden Teile verpesten seit Wochen die Luft Bangkoks noch zusätzlich, und sie rollen häufig den Soldaten entgegen, um diese auf Abstand zu halten. Insgesamt ist es mal wieder erstaunlich, wie viel Geduld man mit den Protestlern zeigte. Wenn die Dinge in Thailand aber kippen, dann richtig.

Ich habe oben Länder nicht genannt, in denen es besser aussieht (Japan, Bhutan, wohl auch die Mongolei,  Taiwan und Singapur) und ein Land nicht erwähnt, bei dem sich der Anteil von Christen und Buddhisten etwa die Waage hält: Südkorea. Das könnte sich bald ändern, wenn Staatspräsident Lee Myung-bak weiterhin gute Miene zu den bösen Hetztiraden fundamentalistischer Christen macht. Gegen Ende des Videos wird für das Kollabieren buddhistischer Tempel gebetet.




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